Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236931 times)

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #915 am: 28.06.2022 13:24 »
Also ich bin zwar noch keine 40, da hab ich noch fast 10 Jahre Zeit, aber auch mit 40 werde ich kein Wohneigentum haben und auch keine einzige Person in meinem Bekanntenkreis wird welches haben, mit Ausnahme eines Bekannten vielleicht, der 100k+ im Jahr verdient.

Ein Durchschnittsverdiener kann sich kein Wohneigentum mehr leisten, ausser vielleicht komplette Bruchbuden auf dem Land die er dann in Eigenleistung saniert.

Das durchschnitts Gehalt in Deutschland liegt bei 4100€, was aber natürlich nicht für die breite Masse anzusetzen ist, da es ja durch Topverdiener so hochgetrieben wird. Ich denke wenn die meisten sich in ihrem Bekanntenkreis umhören (ja über Geld redet man halt nicht), dürften so 3000-3500€ realistischer sein.

Aber bleiben wir mal bei den 4100€ Brutto. Für die meisten sind das ca. 2500€ netto.

Eine durchschnittliche 75m² Wohnung in einer normalen Stadt kostet so 350tsd bis 400tsd Euro. Ganz grob. In Frankfurt oder München bekommt man das schon nicht mehr für das Geld.

Wenn man das realistisch finanzieren will mit einer realistischen Tilgung ist man bei einer Rate von 1600€. Bleiben 900€ zum Leben.

Dass sowas nicht aufgeht, sollte jedem klar sein. Und wie gesagt, 4100 Brutto ist zwar der Schnitt, der aber keinesfalls auf die breite Masse anzuwenden ist ;)


- für 400k€ kriegt man etwas Vernüftiges, möglicherweise ist die Lage dann aber eher außerhalb. Außer natürlich Extremfälle wie München etc. Logischerweise natürlich nicht die perfekte Butze, aber ne Wohnung, die man mit etwas Aufwand schön machen kann.

- Im öD verdient man eher überdurchschnittlich.

- 400k€ zu finanzieren würde nach deiner Rechnung 1.600 € monatlich kosten, also 800 € bei zwei Personen.

Klingt alles zusammen nicht so unrealistisch.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #916 am: 28.06.2022 13:43 »

Ein Durchschnittsverdiener kann sich kein Wohneigentum mehr leisten, ausser vielleicht komplette Bruchbuden auf dem Land die er dann in Eigenleistung saniert.
Bei der Aussage kräuselt sich immer wieder mein Haupthaar.
Das mag für die letzten Monaten und für die nahe Zukunft gelten, aber ein Durchschnittsverdiener konnte sich in den letzten 20 Jahren fast überall Wohneigentum in der Qualität seiner Mietswohnung leisten.

Die monatliche Belastung für ein Haus ist in den letzten 20 Jahren ist dank Zinsen gleichgeblieben:
Obwohl der Häuserpreis so exorbitant in den letzten 10 Jahren gestiegen sind (in den 10 Jahren davor ist da nämlich nüscht vorwärts gegangen)
Fazit:
haste vor 20 Jahren 1000 Euro gebraucht für ne 150T Bude
vor 10 Jahren 1100 für 230T€
vor 1 Jahren 1200 für ne 400T€ Bude.
Bei 30 Jahrenlaufzeit und nach 30 Jahren abbezahlt. (Volltilger)


Alternative:
400T€ Wohnung:  666€ (plus Hausgeld) Rate war letztes locker Jahr drin, klar ist dann mit 1%Tilgung  nur 3/4 getilgt nach 20 Jahren, aber der Erwerb ist locker möglich gewesen.
Und dann verkaufen mit Gewinn um die nächste grösser Bude sich anzuschaffen (oder vermieten).
Derzeitig: 1333€ da sieht jetzt Asche aus! Ja.

Also es ist in der Regel ein Irrtum, dass die Leute es sich monetär nicht leisten konnten.


Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #917 am: 28.06.2022 13:47 »
Mit einer Forderung unter 15% ins Rennen gehen, wäre eine absolute Frechheit. Wenn man die steigenden Gaspreise bzw. Energiepreise schon mal mit einpreist, dürften die meisten eine persönliche Inflationsrate von ca. 20% oder mehr haben ab nächstem Jahr.

Ich denke die persönliche Inflationsrate von ÖDlern ist weit unter der gesamtdeutschen.
Die meisten haben ein Eigenheim und entsprechend keine Mieterhöhung..
eine Forderung um 8% mit Einigung bei 3,5% ist realistisch.


Gut, die Altersstruktur des ÖD betrachtet, dürften viele tatsächlich ein Eigenheim haben, da das vor 20-30 Jahren ja noch bezahlbar war mit einem ÖD Gehalt.

Aber dir ist schon klar, dass Mieten nicht das größte Problem sind ?

Weiß ja nicht ob du von Luft und Liebe lebst, aber mein Wocheneinkauf ist im Juni 2022 im Vergleich zum Juni 2021 um genau 11,6% teurer geworden.

Unsere Nebenkosten für Warmwasser und Heizung, werden sich ab Jahresende um vorraussichtlich 100% erhöhen, wenn nicht sogar mehr.

Unser Strompreis wird sich ab spätestens 2023 um ca. 100% erhöhen.

Benzin ist jetzt schon etwa 20% teurer.

Also verrate mir mal bitte wie ein durchschnittlicher Bürger eine persönliche Inflationsrate von unter 8% haben will, wenn er nicht gerade 5 Fernseher im Monat kauft, die gerade wieder mal recht günstig sind.

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #918 am: 28.06.2022 13:50 »
Ist doch ganz einfach. Die Regierung sagt 7,9%. Ist wie bei den ungeimpften. Es kann nicht sein, was nicht sein darf ;)

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #919 am: 28.06.2022 13:52 »

Ein Durchschnittsverdiener kann sich kein Wohneigentum mehr leisten, ausser vielleicht komplette Bruchbuden auf dem Land die er dann in Eigenleistung saniert.
Bei der Aussage kräuselt sich immer wieder mein Haupthaar.
Das mag für die letzten Monaten und für die nahe Zukunft gelten, aber ein Durchschnittsverdiener konnte sich in den letzten 20 Jahren fast überall Wohneigentum in der Qualität seiner Mietswohnung leisten.

Die monatliche Belastung für ein Haus ist in den letzten 20 Jahren ist dank Zinsen gleichgeblieben:
Obwohl der Häuserpreis so exorbitant in den letzten 10 Jahren gestiegen sind (in den 10 Jahren davor ist da nämlich nüscht vorwärts gegangen)
Fazit:
haste vor 20 Jahren 1000 Euro gebraucht für ne 150T Bude
vor 10 Jahren 1100 für 230T€
vor 1 Jahren 1200 für ne 400T€ Bude.
Bei 30 Jahrenlaufzeit und nach 30 Jahren abbezahlt. (Volltilger)


Alternative:
400T€ Wohnung:  666€ (plus Hausgeld) Rate war letztes locker Jahr drin, klar ist dann mit 1%Tilgung  nur 3/4 getilgt nach 20 Jahren, aber der Erwerb ist locker möglich gewesen.
Und dann verkaufen mit Gewinn um die nächste grösser Bude sich anzuschaffen (oder vermieten).
Derzeitig: 1333€ da sieht jetzt Asche aus! Ja.

Also es ist in der Regel ein Irrtum, dass die Leute es sich monetär nicht leisten konnten.

Mit 1% Tilgung da ran gehen ist aber auch nicht grad das gelbe vom Ei und meiner Ansicht nach nicht realistisch gerechnet. Da muss die Bank dann auch noch mitspielen, wobei die Banken gerade in den letzten Jahren schon sehr leichtfertige Kredigte vergeben haben, selbst wenn die Leute komplett Spitz auf Knopf kalkuliert haben.


WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #920 am: 28.06.2022 13:53 »
Gut, die Altersstruktur des ÖD betrachtet, dürften viele tatsächlich ein Eigenheim haben, da das vor 20-30 1 Jahren ja noch bezahlbar war mit einem ÖD Gehalt.
und vor zehn Jahren zehnmal, da der Preis der Immobilien im Zeitraum vnr 20 zu dem vor 10 Jahren kaum gestiegen ist.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #921 am: 28.06.2022 13:54 »
Ist doch ganz einfach. Die Regierung sagt 7,9%. Ist wie bei den ungeimpften. Es kann nicht sein, was nicht sein darf ;)

Das ist ja das schöne :)

Ich muss ja nur den Warenkorb entsprechend anpassen und kann mir die offizielle Inflationsrate genau so rechnen wie ich möchte :D

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #922 am: 28.06.2022 13:54 »

Erinnert sei immer an den folgenden Ausschnitt aus der sogn. Wissenschaftssendung Quarks: https://www.youtube.com/shorts/t88RvHHA2rM
Kurze Zusammenfassung: In dem vollen Beitrag wurden während des letztjährigen Wahlkampfes zur Bundestagswahl in verschiedenen Bereichen bezüglich wirksamer Ideen für den Umweltschutz die Wahlprogramme der Parteien analysiert und am Schluss ein Ranking aufgestellt.
Dabei waren die Wissenschaftsjournalisten wohl sehr schockiert, dass so eine böse Kapitalistenpartei wie die FDP offenbar die wirksamsten Vorschläge hatte, dass sie die Partei mal eben vom 1. auf den 5. Platz geschoben haben mit der Begründung "Ja also wir glauben aber nicht, dass die FDP das auch so umsetzen wird, deshalb sind die anderen Parteien besser". Und schon waren Linke/Grüne/SPD auf Platz 1-3. :o

Habe ich mir dann noch mal angeschaut, und gebe Dir recht. Interessant, dass die Redakteure die Ideen der FDP auch mit dem Grund beseite gewischt haben, weil dann ja Benziner durchaus mehr als 2 € kosten würde. Das könne ja nicht sein. (September 21)  ;D

Johann

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #923 am: 28.06.2022 13:57 »


Einerseits sicher löblich, andererseits muss man immer sehen, dass je nach Umständen die Kinder schon so 40-65 Jahre alt sind, wenn man selbst ablebt. Da sollten sie idR schon eigenes Wohneigentum haben und werden nach deinem Ableben aller Voraussicht nach nicht selbst in die top sanierte Immobilie ziehen, sondern diese versilbern und sich davon ein schönes Leben machen.



Also ich bin zwar noch keine 40, da hab ich noch fast 10 Jahre Zeit, aber auch mit 40 werde ich kein Wohneigentum haben und auch keine einzige Person in meinem Bekanntenkreis wird welches haben, mit Ausnahme eines Bekannten vielleicht, der 100k+ im Jahr verdient.

Ein Durchschnittsverdiener kann sich kein Wohneigentum mehr leisten, ausser vielleicht komplette Bruchbuden auf dem Land die er dann in Eigenleistung saniert.

Das durchschnitts Gehalt in Deutschland liegt bei 4100€, was aber natürlich nicht für die breite Masse anzusetzen ist, da es ja durch Topverdiener so hochgetrieben wird. Ich denke wenn die meisten sich in ihrem Bekanntenkreis umhören (ja über Geld redet man halt nicht), dürften so 3000-3500€ realistischer sein.

Aber bleiben wir mal bei den 4100€ Brutto. Für die meisten sind das ca. 2500€ netto.

Eine durchschnittliche 75m² Wohnung in einer normalen Stadt kostet so 350tsd bis 400tsd Euro. Ganz grob. In Frankfurt oder München bekommt man das schon nicht mehr für das Geld.

Wenn man das realistisch finanzieren will mit einer realistischen Tilgung ist man bei einer Rate von 1600€. Bleiben 900€ zum Leben.

Dass sowas nicht aufgeht, sollte jedem klar sein. Und wie gesagt, 4100 Brutto ist zwar der Schnitt, der aber keinesfalls auf die breite Masse anzuwenden ist ;)

Dann kommt noch hinzu, dass man durch die hohen Mieten und Preise auch kaum noch Eigenkapital ansparen kann, wenn man nicht grad von Wasser und Brot lebt und 10-20 Jahre auf Urlaube verzichtet, kein Auto fährt und sich nur alle 5 Jahre mal neue Klamotten kauft.

Gut, ich ging auch davon aus, dass bis dahin geheiratet wurde, schon 1-2 Kinder in die Welt gesetzt wurden und auch der Traum vom Eigenheim erfüllt wurde. Klassischerweise sind das zumindest oft die Ziele bei Menschen, die im öD arbeiten: Sicherer Job, Ehepartner und Kind(er), Eigenheim. Das favorisierte Eigenheim ist dann in der Regel ein Einfamilienhaus mit Garten, damit die Kinder sich austoben können. Das ist in der Stadt definitiv nur für wenige erreichbar und eher mit einem Umzug aufs Land verbunden.

Aus Beispielen in der Verwandtschaft, die zwischen 1995-2005 ihre Häuser gekauft haben weiß ich nur, dass die damals auch schon extrem knapp kalkuliert haben und die ersten 10-15 Jahre ziemlich darauf achten mussten, wo sie für was wie viel Geld ausgeben, weil sonst die Kreditrate ggf. nicht mehr geleistet werden könnte. Was mit Kindern sicher nicht immer einfach war.
Mittlerweile sind sie alle etwas älter, haben nicht mehr die Berufseinsteigergehälter und die monatlichen Raten sind aufgrund der günstigen Anschlussfinanzierung die letzten Jahre runter gegangen und jetzt haben sie richtig Luft und tolle Häuser.

Ich glaube nur heutzutage ist man nicht mehr unbedingt bereit, wirklich knapp auf Kante zu kalkulieren, weil man ja auch weiterhin schön in den Urlaub fahren möchte und auch nicht auf der Einfahrt des neuen Hauses einen gebrauchten Kleinwagen stehen haben kann und auch nicht eine billige 7.000€ Küche im Haus haben will. Was sollen denn die Freundinnen sagen? Und überhaupt, ausgehen und auswärts Essen muss ja wohl auch noch drin sein.

Ansonsten wenn ich mir mal angucke, was hier im Verhältnis von Kaltmiete zu Kaufpreis ist, kommt man drauf, dass mieten zwar auf den ersten Blick noch günstiger ist, aber wenn überhaupt nur wenige 100€ im Monat. Und wenn man dann überlegt, dass ein großer Teil der Kreditrate Vermögensbildung ist (Getilgter Kredit = Vermögen), ist es weiterhin absolut gesehen günstiger, sich Wohneigentum anzuschaffen. Und 1.600€/Monat kriegt man mit zwei Personen noch ganz gut gewuppt.

Romsen

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #924 am: 28.06.2022 13:58 »
Laut deStatis liegt meine persönliche Inflationsrate bei 6,9%. Ist mir aber auch egal. Ich werf das Geld einfach aus dem Fenster, damit es durch die Tür wieder reinkommen kann.

WasDennNun

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« Antwort #925 am: 28.06.2022 14:01 »

Ein Durchschnittsverdiener kann sich kein Wohneigentum mehr leisten, ausser vielleicht komplette Bruchbuden auf dem Land die er dann in Eigenleistung saniert.
Bei der Aussage kräuselt sich immer wieder mein Haupthaar.
Das mag für die letzten Monaten und für die nahe Zukunft gelten, aber ein Durchschnittsverdiener konnte sich in den letzten 20 Jahren fast überall Wohneigentum in der Qualität seiner Mietswohnung leisten.

Die monatliche Belastung für ein Haus ist in den letzten 20 Jahren ist dank Zinsen gleichgeblieben:
Obwohl der Häuserpreis so exorbitant in den letzten 10 Jahren gestiegen sind (in den 10 Jahren davor ist da nämlich nüscht vorwärts gegangen)
Fazit:
haste vor 20 Jahren 1000 Euro gebraucht für ne 150T Bude
vor 10 Jahren 1100 für 230T€
vor 1 Jahren 1200 für ne 400T€ Bude.
Bei 30 Jahrenlaufzeit und nach 30 Jahren abbezahlt. (Volltilger)


Alternative:
400T€ Wohnung:  666€ (plus Hausgeld) Rate war letztes locker Jahr drin, klar ist dann mit 1%Tilgung  nur 3/4 getilgt nach 20 Jahren, aber der Erwerb ist locker möglich gewesen.
Und dann verkaufen mit Gewinn um die nächste grösser Bude sich anzuschaffen (oder vermieten).
Derzeitig: 1333€ da sieht jetzt Asche aus! Ja.

Also es ist in der Regel ein Irrtum, dass die Leute es sich monetär nicht leisten konnten.

Mit 1% Tilgung da ran gehen ist aber auch nicht grad das gelbe vom Ei und meiner Ansicht nach nicht realistisch gerechnet. Da muss die Bank dann auch noch mitspielen, wobei die Banken gerade in den letzten Jahren schon sehr leichtfertige Kredigte vergeben haben, selbst wenn die Leute komplett Spitz auf Knopf kalkuliert haben.

Siehst und durch so eine Denke glauben die Leute, sie können es sich nicht leisten.
80% der Darlehensangebote die ich im letztem Jahr mir angeschaut habe hatte 5% Sondertilgung für lau dabei und kostenfreie 1-2 Tilgungswechsel zur Laufzeit.
Man geht mit 2-3% Tilgung in die Bütt und wechselt dann umgehend auf 1%, damit man Spielgeld hat und schaut ob man Sondertilgt oder später Tilgung wieder anhebt.
Liquidität vor Rentabilität  8)

Also realistischer ist das eben sehr wohl, wenn man richtig rechnet.
Du hast die letzten 4 Jahre leider es aufgrund solcher Gedanken verpennt und wirst in der Tat die nächsten 4 Jahre da wahrscheinlich keinen Boden auf die Füße bekommen (außer via Zwangsversteigerung evtl.).


Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #926 am: 28.06.2022 14:03 »

Mit 1% Tilgung da ran gehen ist aber auch nicht grad das gelbe vom Ei und meiner Ansicht nach nicht realistisch gerechnet. Da muss die Bank dann auch noch mitspielen, wobei die Banken gerade in den letzten Jahren schon sehr leichtfertige Kredigte vergeben haben, selbst wenn die Leute komplett Spitz auf Knopf kalkuliert haben.

Es ging ja ums leisten können. Mehr als 1% Tilgung ist meiner Meinung nach Luxus, bzw. Altersabsicherung. Wer in frühen Jahren kauft fängt halt mit 1% Tilgung an und mit dem nächsten Gehaltssprung erhöht man entsprechend.
Ziel des Vergleichs mieten / kaufen ist ja zu schauen, ob man sich das leisten kann. Problem dabei ist nur der Anspruch von vielen, wenn man schon kauft, dass es
- besonders schön sein soll,
- bestens saniert ist und
- bis zum Renteneintritt abbezahlt.

Mieten einer Bruchbude ist kein Problem, kaufen dann aber schon. Logisch, dass sich einen Kauf dann keiner leisten kann.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #927 am: 28.06.2022 14:05 »
Ist doch ganz einfach. Die Regierung sagt 7,9%. Ist wie bei den ungeimpften. Es kann nicht sein, was nicht sein darf ;)

Das ist ja das schöne :)

Ich muss ja nur den Warenkorb entsprechend anpassen und kann mir die offizielle Inflationsrate genau so rechnen wie ich möchte :D
Beispiel vom Kumpel: Gaspreise? Egal: habe Wärmepumpe und E Auto
Schon rast die Inflationsrate in den Keller.
Ich habe ab 1.8. einen Anstieg der Inflation: Neuer Gasvertrag, bis dahin noch der Alte.
Der eine kaufte letztes Jahr sein Heizöl, der andere zahlt halt jetzt ne Menge druff.

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #928 am: 28.06.2022 14:07 »


Einerseits sicher löblich, andererseits muss man immer sehen, dass je nach Umständen die Kinder schon so 40-65 Jahre alt sind, wenn man selbst ablebt. Da sollten sie idR schon eigenes Wohneigentum haben und werden nach deinem Ableben aller Voraussicht nach nicht selbst in die top sanierte Immobilie ziehen, sondern diese versilbern und sich davon ein schönes Leben machen.



Also ich bin zwar noch keine 40, da hab ich noch fast 10 Jahre Zeit, aber auch mit 40 werde ich kein Wohneigentum haben und auch keine einzige Person in meinem Bekanntenkreis wird welches haben, mit Ausnahme eines Bekannten vielleicht, der 100k+ im Jahr verdient.

Ein Durchschnittsverdiener kann sich kein Wohneigentum mehr leisten, ausser vielleicht komplette Bruchbuden auf dem Land die er dann in Eigenleistung saniert.

Das durchschnitts Gehalt in Deutschland liegt bei 4100€, was aber natürlich nicht für die breite Masse anzusetzen ist, da es ja durch Topverdiener so hochgetrieben wird. Ich denke wenn die meisten sich in ihrem Bekanntenkreis umhören (ja über Geld redet man halt nicht), dürften so 3000-3500€ realistischer sein.

Aber bleiben wir mal bei den 4100€ Brutto. Für die meisten sind das ca. 2500€ netto.

Eine durchschnittliche 75m² Wohnung in einer normalen Stadt kostet so 350tsd bis 400tsd Euro. Ganz grob. In Frankfurt oder München bekommt man das schon nicht mehr für das Geld.

Wenn man das realistisch finanzieren will mit einer realistischen Tilgung ist man bei einer Rate von 1600€. Bleiben 900€ zum Leben.

Dass sowas nicht aufgeht, sollte jedem klar sein. Und wie gesagt, 4100 Brutto ist zwar der Schnitt, der aber keinesfalls auf die breite Masse anzuwenden ist ;)

Dann kommt noch hinzu, dass man durch die hohen Mieten und Preise auch kaum noch Eigenkapital ansparen kann, wenn man nicht grad von Wasser und Brot lebt und 10-20 Jahre auf Urlaube verzichtet, kein Auto fährt und sich nur alle 5 Jahre mal neue Klamotten kauft.

Bis vor einem halben Jahr war es auf Grund der quasi nicht vorhandenen Zinsen vielen möglich eine Immobilie zu erwerben. Stand heute sieht das schon etwas sportlicher aus.

Du gehst bei deiner Rechnung von einem Single aus, der alleine 2.500 Euro netto verdient und eine 75 m2 Wohnung finanzieren möchte. Da sag ich ganz platt: Dann kauf als Single nur eine Wohnung mit 50 m2 und du kannst dir das leisten. Ansonsten konntest du bis vor kurzem als Paar auch mit einem in Teilzeit doch bequem 500.000 Euro finanzieren, wenn du nicht gerade für Mindestlohn arbeiten gehst.

Zu deinen anderen Aussagen: Ich halte jetzt 4.000 Brutto nicht für viel oder besonders exotisch, vor allem nicht in München. Würde ich den selben Job in München machen und dort wohnen, dann hätte ich durch diverse Zulagen (z.B. Ballungsraumzulage, Ministerialzulage) auf einen Schlag gut 15 % Gehalt als hier auf dem platten Land.

Ergo: Vergleiche keine Landgehälter mit denen in der Stadt.

Ansonsten: Bei uns um die Ecke hat Varta eine neue Fabrik aufgezogen. Hier kommen die Produktionsmitarbeiter im Schichtdienst mit 4.000 brutto heim und das ohne Personalverantwortung oder Studium.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #929 am: 28.06.2022 14:08 »
Laut deStatis liegt meine persönliche Inflationsrate bei 6,9%. Ist mir aber auch egal. Ich werf das Geld einfach aus dem Fenster, damit es durch die Tür wieder reinkommen kann.
Was soll man da denn angeben? Nettokaltmiete habe ich nicht. Auch keine Pauschalreisen, sondern nur Individualreisen. Komische Eingabemaske...