Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 432361 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2790 am: 01.10.2022 17:42 »
Also keine vom AG zwangsweise anzubietende Mindestvergütung.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2791 am: 01.10.2022 17:50 »
Also keine vom AG zwangsweise anzubietende Mindestvergütung.
Der AG muss diesen Lohn jedem zahlen.
Er müsste es nicht jedem anbieten.

Aber klar ist, dass der AG (sofern er im TV AG seitig vertreten ist), diese Vergütung anbietet, da er sie eh bezahlen müsste. Weil es die Mindestvergütung ist, zu der er sich verpflichtet hat, sofern der Vertragspartner Gewerkschaftler ist.

Ergo: Der AG kann nichts (außer aus dem TV auszutreten) dagegen machen diese Vergütung zu zahlen.
Er ist dieser Mindestvergütung ausgeliefert und stets unter dem Zwang dieses zu zahlen.


Daher erreichen die nicht Gewerkschaftler nicht dieses Lohn Niveau, weil sie so gut verhandelt haben, sondern weil dir Drohung im Raum steht, zahlst du weniger, werde ich Gewerkschaftler.
Daher rührt der Zwang des AG eben diese Lohn anzubieten, weil er sonst die Gewerkschaft stärken würde.

Aber natürlich hast du Recht, er muss formal diese Mindestvergütung nicht anbietet, faktisch kommt er nicht drum herum.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2792 am: 01.10.2022 18:01 »
Der AG muss auch nicht jedem diesen Lohn zahlen. Mithin ist bereits der erste Satz Deiner Replik bereits falsch.

Auch die weiteren Ausführungen sind wenig sachkundig. Die Gewerkschaftsmitgliedschaft ist nicht aufwandsneutral, weshalb selbstverständlich auch ein geringeres Vergütungsniveau angeboten werden könnte, ohne dass der Gewerkschaftsbeitritt, der die Gewerkschaften auch nicht stärker macht, da der Organisationsgrad ohne Belang ist, attraktiv würde. Worin irgendein „Zwang“ liegen sollte, bleibt weiterhin nebulös.

Yasper

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2793 am: 01.10.2022 22:10 »
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-10/mindestlohn-saskia-esken-tarif-gewerkschaften

„Ab heute liegt der Mindestlohn bei 12 Euro. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht darin einen Impuls für Gewerkschaften, in den anstehenden Tarifrunden mehr zu fordern.“

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2794 am: 01.10.2022 22:46 »
Daher erreichen die nicht Gewerkschaftler nicht dieses Lohn Niveau, weil sie so gut verhandelt haben, sondern weil dir Drohung im Raum steht, zahlst du weniger, werde ich Gewerkschaftler.
Daher rührt der Zwang des AG eben diese Lohn anzubieten, weil er sonst die Gewerkschaft stärken würde.

Und von daher kann es ja auch nicht überraschen, dass das Gros der Tarifbeschäftigten, die kein Druck-und Drohpotential ggü.ihren AGs haben, einen Beitritt zu einer Gewerkschaft ablehnt, wenn es alle Tarifergebnisse für lau bekommt. Und vor diesem Hintergrund sind Fantasieforderungen wie z.T. hier schon geäußert von 15-20% natürlich sinnfrei, weil alle Forderungen auch zumindest ansatzweise durchsetzbar erscheinen müssen.

Wenn sich die Streiksituation wie anno 74 darstellen würde, wäre das Angebot der AGs bereits nach einer Woche bei mindestens 10%. Wenn das Gros der o.b. Beschäftigten aber lieber auf das Mindestangebot des AG wartet - bitte schön- dann gibt es eben aber auch nur maximal 5-6% für 2023+2024 + kleine Einmalzahlung. Aber diese Tarifbeschäftigten haben immerhin noch 1%netto mehr als Organisierte und sie konten sich als freie Arbeitnehmer die Tarifbedingungen von ihren AGs diktieren lassen. Bessere Arbeitnehmer können sich die AGs gar nicht wünschen.




JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2795 am: 01.10.2022 22:57 »
Woraus ließe sich schließen, dass ein geringer Organisationsgrad zu einer geringeren Durchsetzbarkeit von Forderungen führte? Und inwiefern ließen sich freie Arbeitnehmer Bedingungen diktieren? Versucht sich der bezahlte Gewerkschaftstroll schon mal das Versagen seiner Auftraggeber schön zu reden und die Schuld bei den freien Arbeitnehmern suchen?

heike2106

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2796 am: 01.10.2022 23:20 »
Als ob die öffentlichen AG mit der Mehrheit der x-beliebigen AN verhandeln würden. Und wenn es so einfach wäre, selbst bessere Verhandlungsergebnisse zu erzielen, als den TVöD, wäre das noch mehr ein Grund Verdi nicht beizutreten. Da die einzige Wahl darin besteht, die Stelle anzutreten oder eben nicht anzutreten, akzeptiert man eben, das der TVöD im Arbeitsvertrag steht. Ist bei mir schon seit meiner Berufsausbildung so, konnte ich mir dort auch nicht aussuchen. Ich spare mir die 1% vom Brutto-Lohn, was mittlerweile auch schon echt teuer geworden ist und kritisiere Verdi so viel ich will. Ich verfolge die Tarifverhandlungen seit 18 Jahren und bisher hat mich Verdi nicht beeindrucken können. Man muss potenzielle Mitglieder schon auch irgendwie überzeugen.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2797 am: 02.10.2022 11:37 »
Der AG muss auch nicht jedem diesen Lohn zahlen. Mithin ist bereits der erste Satz Deiner Replik bereits falsch.

Auch die weiteren Ausführungen sind wenig sachkundig. Die Gewerkschaftsmitgliedschaft ist nicht aufwandsneutral, weshalb selbstverständlich auch ein geringeres Vergütungsniveau angeboten werden könnte, ohne dass der Gewerkschaftsbeitritt, der die Gewerkschaften auch nicht stärker macht, da der Organisationsgrad ohne Belang ist, attraktiv würde. Worin irgendein „Zwang“ liegen sollte, bleibt weiterhin nebulös.
Schade, wenn es für dich nebulös ist und du dir Kraft des faktischen bzgl. des Zwangen dem ein tariflich organisierter AG unterliegt nicht erkennen willst.
(Womöglich weil es dir philosophisch nicht in den Kram passt.)
Oder du scheinst der einfachsten Mathematik nicht her zu werden.
Jeder AN kann mit geringen finanziellen Aufwand den TV Lohn für sich beanspruchen.
Diesem Zwang kann sich der tariflich organisierte AG nicht entziehen.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2798 am: 02.10.2022 11:41 »
Etwas nicht zu erkennen, was nicht da ist, ist nicht „schade“, man nennt das geistige Gesundheit. Warum dem so ist, habe ich ja dargelegt.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2799 am: 02.10.2022 11:47 »
Etwas nicht zu erkennen, was nicht da ist, ist nicht „schade“, man nennt das geistige Gesundheit. Warum dem so ist, habe ich ja dargelegt.
Du hast nur dargelegt, dass du glaubst, dass die AG schlecht verhandeln, weil sie den nicht organisierten AN mehr zahlen, als sie müssten und du daraus fälschlicherweise ableitest, dass die nicht organisierten MA das gleiche Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften.
Klar erkennbar an den Putzkolononenn die geoutsorct wurden, weil sie besser verhandeln und darum mehr Geld erhalten als die Putzkolonnen die in de Gewerkschaft im TV sind und mehr Geld erhalten.
Tja, nebulös das ganze, was du da nicht siehst.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2800 am: 02.10.2022 12:17 »
Etwas nicht zu erkennen, was nicht da ist, ist nicht „schade“, man nennt das geistige Gesundheit. Warum dem so ist, habe ich ja dargelegt.
Du hast nur dargelegt, dass du glaubst, dass die AG schlecht verhandeln, weil sie den nicht organisierten AN mehr zahlen, als sie müssten und du daraus fälschlicherweise ableitest, dass die nicht organisierten MA das gleiche Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften.
Klar erkennbar an den Putzkolononenn die geoutsorct wurden, weil sie besser verhandeln und darum mehr Geld erhalten als die Putzkolonnen die in de Gewerkschaft im TV sind und mehr Geld erhalten.
Tja, nebulös das ganze, was du da nicht siehst.

UND SCHON WIEDER GOTTESLÄSTERUNG. Er hat in seinem eigenhändig verhandelten Arbeitsvertrag eine dynamische Bezugnahmeklausel und SPRICHT mit Mininsterpräsidenten!!!

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2801 am: 02.10.2022 12:20 »
Etwas nicht zu erkennen, was nicht da ist, ist nicht „schade“, man nennt das geistige Gesundheit. Warum dem so ist, habe ich ja dargelegt.
Du hast nur dargelegt, dass du glaubst, dass die AG schlecht verhandeln, weil sie den nicht organisierten AN mehr zahlen, als sie müssten und du daraus fälschlicherweise ableitest, dass die nicht organisierten MA das gleiche Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften.
Klar erkennbar an den Putzkolononenn die geoutsorct wurden, weil sie besser verhandeln und darum mehr Geld erhalten als die Putzkolonnen die in de Gewerkschaft im TV sind und mehr Geld erhalten.
Tja, nebulös das ganze, was du da nicht siehst.

So etwas habe ich nicht dargelegt. Deine Forenhistorie ist allerdings auch voll von Beiträgen, in denen Du ständig versuchst, Dinge zu widerlegen, die niemand behauptet hat, weil Du sie hineingelesen hast. „Interpretationssucht“ nannte das Spid recht zutreffend. Ich habe aber dargelegt, dass Gewerkschaftsmitgliedschaft nicht aufwandsneutral ist. Um in Konkurrenz zur nominell größten (ich möchte nicht wissen, wie viele Karteileichen, echte Leichen, Arbeitslose und Rentner dabei sind) Gewerkschaft mit Zuständigkeit für den öD zu treten, könnte man ein um 1% abgesenktes Bruttoentgelt anbieten und wäre immer noch günstiger, weil Gewerkschaftsbeiträge aus dem Netto bestritten werden. Und man müsste sich nicht für eine Gewerkschaftsmitgliedschaft schämen, wer will schon ein Paria sein?

Und unter diesen Rahmenbedingungen erzielen die freien Arbeitnehmer dennoch das gleiche Ergebnis wie die ach so mächtigen Gewerkschaften.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2802 am: 02.10.2022 12:21 »
Etwas nicht zu erkennen, was nicht da ist, ist nicht „schade“, man nennt das geistige Gesundheit. Warum dem so ist, habe ich ja dargelegt.
Du hast nur dargelegt, dass du glaubst, dass die AG schlecht verhandeln, weil sie den nicht organisierten AN mehr zahlen, als sie müssten und du daraus fälschlicherweise ableitest, dass die nicht organisierten MA das gleiche Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften.
Klar erkennbar an den Putzkolononenn die geoutsorct wurden, weil sie besser verhandeln und darum mehr Geld erhalten als die Putzkolonnen die in de Gewerkschaft im TV sind und mehr Geld erhalten.
Tja, nebulös das ganze, was du da nicht siehst.

UND SCHON WIEDER GOTTESLÄSTERUNG. Er hat in seinem eigenhändig verhandelten Arbeitsvertrag eine dynamische Bezugnahmeklausel und SPRICHT mit Mininsterpräsidenten!!!

Bist Du neben Deiner Tätigkeit als bezahlter Gewerkschaftstroll noch professioneller Lacksäufer oder woher kommen solche Anfälle?

Beamtenmichel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2803 am: 02.10.2022 13:19 »
Etwas nicht zu erkennen, was nicht da ist, ist nicht „schade“, man nennt das geistige Gesundheit. Warum dem so ist, habe ich ja dargelegt.
Du hast nur dargelegt, dass du glaubst, dass die AG schlecht verhandeln, weil sie den nicht organisierten AN mehr zahlen, als sie müssten und du daraus fälschlicherweise ableitest, dass die nicht organisierten MA das gleiche Ergebnis erzielen wie die Gewerkschaften.
Klar erkennbar an den Putzkolononenn die geoutsorct wurden, weil sie besser verhandeln und darum mehr Geld erhalten als die Putzkolonnen die in de Gewerkschaft im TV sind und mehr Geld erhalten.
Tja, nebulös das ganze, was du da nicht siehst.

UND SCHON WIEDER GOTTESLÄSTERUNG. Er hat in seinem eigenhändig verhandelten Arbeitsvertrag eine dynamische Bezugnahmeklausel und SPRICHT mit Mininsterpräsidenten!!!

Bist Du neben Deiner Tätigkeit als bezahlter Gewerkschaftstroll noch professioneller Lacksäufer oder woher kommen solche Anfälle?

Ich brech gleich ab! Oscarreif :) 8)

WasDennNun

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« Antwort #2804 am: 02.10.2022 16:00 »
Und unter diesen Rahmenbedingungen erzielen die freien Arbeitnehmer dennoch das gleiche Ergebnis wie die ach so mächtigen Gewerkschaften.
Ja, weil sie sich das Ergebnis der Gewerkschaften zu eigen machen.
Ob sie es erreichen würden, gäbe es die Gewerkschaften nicht, ist eine unbewiesenen Annahme.

Dass sie sie nicht erreichen würden, wenn es die Ergebnisse der Gewerkschaften nicht gäbe, zeigt ja gerade im öD die Verlagerung der Putzkollonen in billigeren Gehaltsgefüge.

Ergo: Ohne Gewerkschaft würden sie nicht dieses Ergebnis nicht erreichen.