Autor Thema: Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion  (Read 290033 times)

E15TVL

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1830 am: 08.02.2022 13:31 »
Ja, aber natürlich nur anteilig. Aus anderem Thread kopiert:

Den Verhandlungsführer der GdP auf dieses Thema angesprochen, zitiere ich gerne seine Antwort:

"Teilzeitkräfte bekommen die Sonderzahlung anteilsmäßig ihrer Arbeitszeit. Wer zwischen dem 01.01.21 und dem 29.11.21 gearbeitet hat, der erhält die Zahlung. Eine Rückzahlung ist nicht vereinbart."
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Muschebubu

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1831 am: 13.02.2022 11:24 »
123 Seiten, irgendwo steht es vermutlich schon, nur finde ich es nicht… Berlin hat ja bereits eine Corona-Prämie gewährt, meine Frage zur praktischen Umsetzung. 1300 Euro soll es geben, steuerfrei. Wenn nun jemand bereits 1.000 Euro erhalten hat oder 500 oder 300, wird dann nur noch der Restbetrag gezahlt, im „ungünstigsten“ Fall dann 300 Euro oder bekommt man auch die 1.300 Euro, nur eben im „ungünstigsten“ Fall nur 300 Euro steuerfrei und der Rest wird versteuert?

Danke und allen einen ruhigen Sonntag

Albeles

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1832 am: 13.02.2022 11:35 »
123 Seiten, irgendwo steht es vermutlich schon, nur finde ich es nicht… Berlin hat ja bereits eine Corona-Prämie gewährt, meine Frage zur praktischen Umsetzung. 1300 Euro soll es geben, steuerfrei. Wenn nun jemand bereits 1.000 Euro erhalten hat oder 500 oder 300, wird dann nur noch der Restbetrag gezahlt, im „ungünstigsten“ Fall dann 300 Euro oder bekommt man auch die 1.300 Euro, nur eben im „ungünstigsten“ Fall nur 300 Euro steuerfrei und der Rest wird versteuert?

Danke und allen einen ruhigen Sonntag

Du erhältst natürlich die volle Prämie, egal wieviel Prämie Du vorher erhalten hast. Die Prämie ist bis 1500€ Steuerfrei. Alles darüber musst Du versteuern. Es zählen alle Prämien zusammen. Ausnahme davon ist, wenn es sich um einen neuen Arbeitgeber handelt. Die 1500€ Steuerfrei sind meiner Meinung nach pro Arbeitgeber zu rechnen.

Dir auch einen schönen Sonntag  😊

DanielS

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1833 am: 01.03.2022 17:10 »
Hallo,

gibt es von den Gewerkschaften irgendwelche Äußerungen die sich gerade angesichts der aktuellen Inflation mit dem Ergebnis des TV-L und besonders dessen Laufzeit, selbstkritisch auseinander setzen? Ich sehe bei ver.di immer nur die Lesart das ja die Einmalzahlung die Inflation ausgleicht (was Käse ist, die die Inflation eben nicht nur ein mal wirkt sondern fortlaufend).

Ich habe das gerade mal für mich durchgerechnet und wundere mich, warum hier nicht die Luft brennt. Mal zu den Zahlen:
Ich wohne in Dresden mit einer (für hiesige Verhältnisse bescheidenen) Kaltmiete von 700€, diese allerdings an die Inflationsrate gebunden. Bei der aktuell prognostizierten Inflation von 6% pro Jahr ergibt sich in 2 Jahren eine Steigerung von 86,52 € pro Monat.
Bei einer (nicht ganz armen) E12 St. 5 und 3.200 € netto, ergibt die grandiose lineare Erhöhung gerade mal 89,60 €.

Das heißt, die reicht gerade mal für die Kaltmiete. Das Heizen teilw. doppelt so teuer wird, Sprit um mehr als 30% teurer geworden ist und auch für Lebensmittel Steigerungen von mehr als 6% prognostiziert werden bedeutet doch im Endeffekt nichts weiter als einen Reallohnverlust von mehreren hundert Euro JEDEN EINZELNEN Monat.

Und die Inflation war ja schon im November bei mehr als 5%, also keineswegs bei Abschluss des Vertrages überraschend.

War das alles nur wegen der "Erpressung" mit der geänderten Eingruppierung die es um jeden Preis zu verhindern galt? Und wenn ja, was hindert die Finanzminister daran das Spiel beim nächsten Mal zu wiederholen?

Und wenn jetzt die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale losgeht schauen wir 2 Jahre lang so richtig in die Röhre und dann haben die Länder mal wieder kein Geld....

Warum also ist es hier so ruhig?

XTinaG

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« Antwort #1834 am: 01.03.2022 17:13 »
Von Gewerkschaften oder deren Mitgliedern Selbstkritik zu erwarten, ist weltfremd und widerspricht jedweder Lebenserfahrung.

Tiefbautechniker

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1835 am: 01.03.2022 19:32 »
Was gibt es für Möglichkeiten? Was kann man tun? Sind doch derzeit als Angestellte ziemlich machtlos, oder?

Garfield

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1836 am: 02.03.2022 08:49 »
Hallo,

gibt es von den Gewerkschaften irgendwelche Äußerungen die sich gerade angesichts der aktuellen Inflation mit dem Ergebnis des TV-L und besonders dessen Laufzeit, selbstkritisch auseinander setzen? Ich sehe bei ver.di immer nur die Lesart das ja die Einmalzahlung die Inflation ausgleicht (was Käse ist, die die Inflation eben nicht nur ein mal wirkt sondern fortlaufend).

Ich habe das gerade mal für mich durchgerechnet und wundere mich, warum hier nicht die Luft brennt. Mal zu den Zahlen:
Ich wohne in Dresden mit einer (für hiesige Verhältnisse bescheidenen) Kaltmiete von 700€, diese allerdings an die Inflationsrate gebunden. Bei der aktuell prognostizierten Inflation von 6% pro Jahr ergibt sich in 2 Jahren eine Steigerung von 86,52 € pro Monat.
Bei einer (nicht ganz armen) E12 St. 5 und 3.200 € netto, ergibt die grandiose lineare Erhöhung gerade mal 89,60 €.

Das heißt, die reicht gerade mal für die Kaltmiete. Das Heizen teilw. doppelt so teuer wird, Sprit um mehr als 30% teurer geworden ist und auch für Lebensmittel Steigerungen von mehr als 6% prognostiziert werden bedeutet doch im Endeffekt nichts weiter als einen Reallohnverlust von mehreren hundert Euro JEDEN EINZELNEN Monat.

Und die Inflation war ja schon im November bei mehr als 5%, also keineswegs bei Abschluss des Vertrages überraschend.

War das alles nur wegen der "Erpressung" mit der geänderten Eingruppierung die es um jeden Preis zu verhindern galt? Und wenn ja, was hindert die Finanzminister daran das Spiel beim nächsten Mal zu wiederholen?

Und wenn jetzt die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale losgeht schauen wir 2 Jahre lang so richtig in die Röhre und dann haben die Länder mal wieder kein Geld....

Warum also ist es hier so ruhig?

Das Thema Arbeitsvorgang wird ja nun vom Bundesverfassungsgericht angegangen bzw. die Arbeitgeber haben ihre Verfassungsklage ja geltend gemacht gegen die BAG Urteile, an denen sie sich so stören.
Daher sollte das Thema beim nächsten Mal nicht wieder als reine Blockade auf dem Tisch liegen, vor allem, da man sich ja auf 24 Monate Laufzeit geeinigt hat und somit erst Oktober 23 wieder zusammen kommt.

Leonhardt

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1837 am: 02.03.2022 12:21 »
Tja, es begehrt wohl niemand auf, weil es aussichtslos ist und die meisten vermutlich den Wert ihrer Karriere im öffentlichen Dienst erkannt und akzeptiert haben. Auch wenn die Verhandlungsparteien sicherlich nicht davon ausgehen konnten, dass sich die Inflation durch einen Krieg verschärft, empfand ich eine Nullrunde über 14 Monate komplett despektierlich. Aber es war nach einem Jahrzehnt der Geringschätzung höherwertiger Tätigkeiten auch nicht mehr anders zu erwarten. Meinem Leistungsgedanken wohnt auch seit mehreren Jahren schon eine Inflation inne und ich weiß nicht mit wem die öffentlichen Arbeitgeber gedenken die großen Aufgaben der nächsten Jahrzehnte wie Wohnungsbau, Digitalisierung, Energiewende etc. schnell und erfolgreich umzusetzen. Vermutlich überwiegend mit externen Partnern, wenn man die eigenen Mitarbeiter so gering schätzt.

XTinaG

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1838 am: 02.03.2022 13:38 »
Die Mitglieder der Gewerkschaften scheinen den Verhandlungsergebnissen ja stets mehrheitlich zugestimmt zu haben.

Fragepudel

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« Antwort #1839 am: 02.03.2022 14:49 »
"Ich habe das gerade mal für mich durchgerechnet und wundere mich, warum hier nicht die Luft brennt. "

Bei uns "brennt die Luft". Wir können Ingenieurstellen nicht mehr hinreichend besetzen. Die Realitätsverweigerung zum Beispiel bzgl. Zulagen für MINT-Berufe ist bei den Entscheidern weiterhin sehr ausgeprägt. Auch Anträge auf Verkürzung der Stufenlaufzeit bleiben seit Monaten unbearbeitet liegen. Als Folge bleiben nach meiner Beobachtung wegen zunehmenden "Glockenschaukel-Modus" wichtiger, kompetenter Kollegen vor allem wichtige innovative Projekte (Digitalisierung...) liegen. Ehemals im sonst "höheren Gang" fahrende Kollegen neigen vermehrt ebenfalls dazu, ein angepasstere Arbeitsweise und Arbeitsergebnisse mittlerer Güte abzuliefern.

Kurz: Innovativer Geist und Arbeitseifer ist bei vielen gedrosselt worden. Dienst nach Vorschrift. Gerade im MINT-Bereich hat das eben fatale Folgen für viele bedeutende Projekte die auch von Ideen und Eifer leben.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1840 am: 02.03.2022 15:53 »
Schon mal folgende Rechnung erstellt und als Bericht den Verantwortlichen zur Kenntnis gegeben?
Hätten PA X die Zulage gezahlt hätte wir bisher Y Mehrausgaben beim Personal gehabt. Dadurch das X es nicht bekommen hat und gegangen ist, haben wir Z € Personalkosten eingespart. Allerdings sind uns auch ZZ an Schäden entstanden, da wir nicht unsere Arbeit machen konnten.

Bei uns hat das gewirkt.
abs(ZZ-Z) =abs( Y*10)

Fragepudel

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1841 am: 02.03.2022 16:48 »
Derartiges wurde schon versucht, ebenso Auslastungsanalysen mit bunten Tabellen und Zahlen. Ein Instrument wären evtl. noch Überlastungsanzeigen. Hier fehlen allerdings eigene Erfahrungswerte. Das eigentliche Grundproblem der mauen Gehälter vor allem im Bereich EG11 aufwärts löst man damit aber weiterhin nicht. Der ÖD wird sich noch warm anziehen dürfen angesichts vieler Herausforderungen. Scheinbar sind Themen wie Mitarbeiterbindung und hohe Kosten bei Fluktuation in Entscheiderebenen auch bei zuständigen Ministerien wenig existent.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifrunde TV-L 2021 - Diskussion
« Antwort #1842 am: 02.03.2022 18:35 »
Also ich habe es aufgegeben und gehe in die Wirtschaft. Mein Resturlaub und Überstundenkontingent ist immens, womit ich lange Kündigungsfristen ausgleichen kann. Habe versucht was WasDennNun hier mehrfach predigte... Dann wurden immerhin Zulagen verteilt, aber als Ersatz für das Wegfallen der kleinen E9 mit verlängerter Stufenlaufzeit bevor es E9a und b gab. Welcher MINTler freut sich nicht eine E12 Stufe 2 mit Zulage von 2 Stufen zu bekommen, die aber aufzehrend ist, womit man mind. 9 Jahre auf einem Entgelt fest hängt (ungeachtet der möglichen Tarifsteigerungen von 0,0002%)
S2 -> S3 = 2 Jahre
S3 -> S4 = 3 Jahre
S4 -> S5 = 4 Jahre
= 9 Jahre bis zur nächsten Entgeltsteigerung
« Last Edit: 02.03.2022 18:48 von TVWaldschrat »

WasDennNun

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« Antwort #1843 am: 03.03.2022 11:31 »
Derartiges wurde schon versucht, ebenso Auslastungsanalysen mit bunten Tabellen und Zahlen. Ein Instrument wären evtl. noch Überlastungsanzeigen. Hier fehlen allerdings eigene Erfahrungswerte. Das eigentliche Grundproblem der mauen Gehälter vor allem im Bereich EG11 aufwärts löst man damit aber weiterhin nicht. Der ÖD wird sich noch warm anziehen dürfen angesichts vieler Herausforderungen. Scheinbar sind Themen wie Mitarbeiterbindung und hohe Kosten bei Fluktuation in Entscheiderebenen auch bei zuständigen Ministerien wenig existent.
Bei uns hatte es gewirkt, weil die Führung darüber nicht so richtig informiert waren
Und ansonsten bezahlt man halt teuer die externen.

Dagegen beginnt bei uns gerade der Kampf

Jockel

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« Antwort #1844 am: 10.03.2022 14:37 »
Es ist kein Geld da für EG9a aufwärts, WEIL EG9a abwärts 30-40% über dem Markt gezahlt wird UND der Wille fehlt.  Haushälter sind keine Problemlöser. Wenn ein Unternehmen, den CFO zum CEO macht, ist das in der Regel keine gute Idee... beim ÖD ist das aber so.
Da stehen die Finanzminister mit Schwert und Stab und "Duuuu kannst nicht vorbeeiiiiii!" auf der Geldbrück und alle machen mit.