Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

troubleshooting

Zitat von: Vollender in 11.12.2025 06:29
Höhere EG müssen auf die AG bauen. Unabhängig von den Verhandlungen: Wir kämpfen mittlerweile übrigens auch mit dem Phänomen des Job-Ghosting. Neue Mitarbeiter kommen einfach nicht oder verschwinden nach wenigen Wochen plötzlich und ohne Wiedersehen.... Ist auch für uns was neues.

Wirklich? Das läuft schon seit Jahren im ÖD. Wir hatten sogar Wetttöpfe für bestimmte Stellen. Du konntest wetten, nach wie vielen Runden jemand zusagt und, ob der/diejenige am 1. Tag auch erscheint.

Zur fehlenden stufengleichen Höhergruppierung wollte ich noch sagen, dass das ein großes Problem darstellte. Eine verzögerte Umsetzung/Höhergruppierung wurde schon vor vielen Jahren vom zuständigen Ministerium untersagt. Die Folge war, wie schon öfter geschildert, dass sich eben alle erfahrenen MA (11/4) nicht beworben haben. So hatte man auf den zB Projektleitungen immer unerfahrene Leuts. Aber, wenn es halt so gewünscht ist.

Johann

Zitat von: ignaz in 10.12.2025 18:58
Plötzlich und unerwartet kommt der TVÖD Abschluss und die ganze "Vorbereitung" wird nun der TVÖD Forderung angepasst minus X% und die Nebensächlichkeiten wie +1 Urlaubstag ab 2027 mehr, JSZ, Zulagen, Option auf 42h Woche, ach die vermisst im TV-L niemand....?
Die Option mit freiwilligen 42h würde zu viel Unmut erregen. In Mecklenburg-Vorpommern würde man mit 42 Wochenstunden nur 5% mehr rausholen, während es wenige Kilometer weiter in Schleswig-Holstein 8,5% mehr Entgelt wären bei ebenso 42 Wochenstunden. In MV ist die Regelarbeitszeit 40h und in SH 38,7h. Damit das mit den freiwilligen 42 Wochenstunden ansatzweise funktioniert, müsste man sich erstmal darum bemühen, eine gemeinsame Basis zu finden. Und ich bezweifle, dass diese in 38,7h für Alle münden würde.

ignaz

Zitat von: Johann in 11.12.2025 15:44
Zitat von: ignaz in 10.12.2025 18:58
Plötzlich und unerwartet kommt der TVÖD Abschluss und die ganze "Vorbereitung" wird nun der TVÖD Forderung angepasst minus X% und die Nebensächlichkeiten wie +1 Urlaubstag ab 2027 mehr, JSZ, Zulagen, Option auf 42h Woche, ach die vermisst im TV-L niemand....?
Die Option mit freiwilligen 42h würde zu viel Unmut erregen. In Mecklenburg-Vorpommern würde man mit 42 Wochenstunden nur 5% mehr rausholen, während es wenige Kilometer weiter in Schleswig-Holstein 8,5% mehr Entgelt wären bei ebenso 42 Wochenstunden. In MV ist die Regelarbeitszeit 40h und in SH 38,7h. Damit das mit den freiwilligen 42 Wochenstunden ansatzweise funktioniert, müsste man sich erstmal darum bemühen, eine gemeinsame Basis zu finden. Und ich bezweifle, dass diese in 38,7h für Alle münden würde.

Warum? Ist ja nur eine Kann Option, wenn beide Seiten zustimmen. Zudem nur zeitlich begrenzt. Wenn der AN das wünscht und der AG das zulässt, dann sind das 3h mehr pro Woche, die sich aber finanziell sehr gut lohnen könnte.
Geht auch nicht um diesen Punkt speziell, mir ist dieser auch nicht wichtig. Wichtig wäre mal eine Synopse zwischen TVÖD und TV-L u. ggf. weiteren durchzuführen und dort neben dem Entgelt auch mal die zusätzlichen Vor- und Nachteile darzustellen.

Entgelt ist nicht alles. Wir lesen hier ständig das Thema Höhergruppierung stufengleich - >Problem z.B. von e11/4 -> 12/3

JSZ - warum sollte man beim TVÖD mehr erhalten? Werden wir am Ende nicht alle aus dem Steuersäckel bezahlt? Wieso differenziert man hier? Tarifbeschäftigte 2. oder 3. Klasse (wenn man den TV-V (der tatsächlich eine annehmbare Tabelle aufzeigt) mit einbezieht. Ja im TV-V kann man durchaus niedriger eingruppiert sein, dennoch kenne ich aus dem Umfeld einige dort und die Bezahlung ist für gleichartige Tätigkeiten auf jeden Fall deutlich höher.

Die sind beim letzten Abschluss ja auch einfach einmal nach links in der Entgelttabelle gerutscht.

Warum kann man im TV-L solche "kreativen" Ansätze nicht mal einbringen? Oder warten wir zukünftig nur noch auf den Abschluss TVÖD und stapeln dann tiefer?

Mich frustriert dieser ganze Prozess langsam wirklich... es wirkt einfach lustlos, same procedure every time, keine Engagement ersichtlich.... so Leute schönes Wochenende!


teclis22

Zitat von: Johann in 11.12.2025 15:44
[Die Option mit freiwilligen 42h würde zu viel Unmut erregen. In Mecklenburg-Vorpommern würde man mit 42 Wochenstunden nur 5% mehr rausholen, während es wenige Kilometer weiter in Schleswig-Holstein 8,5% mehr Entgelt wären bei ebenso 42 Wochenstunden. In MV ist die Regelarbeitszeit 40h und in SH 38,7h. Damit das mit den freiwilligen 42 Wochenstunden ansatzweise funktioniert, müsste man sich erstmal darum bemühen, eine gemeinsame Basis zu finden. Und ich bezweifle, dass diese in 38,7h für Alle münden würde.

Das sehe ich leider auch so. ich fände die möglichkeit klasse so etwas mehr geld rauszuholen, gerade wenn man das flexibel machen kann.
aber bei den verschiedenen Arbeitszeiten wie sie aktuell  sind, sehe ich da keine chance das das kommt. Es sei denn man macht das prozent basiered aber da fehlt mir der glaube

Vollender

Vergesst das. Interessant wäre das grade für höhere EG bei wichtigen Projekten. Aber die höheren EG werden auch im TVöD hier ordentlich benachteiligt. Der Zuschlag beträgt demnach bemessen an der Stufe 3 der EG 25% des Stundenentgelts für E 1 bis E 9b. Aber nur 10% für E 9c bis E 15!

Lämpel

Auf Spiegel Online gibt es ein Interview mit dem Vorsitzenden der Jugend- und Auszubildendenvertretung in Berlin. Auszüge:

Zitat[L]aut dem kürzlich veröffentlichten Fluktuationsbericht  der Finanzverwaltung [steigt] etwa jede dritte Person unter 25 Jahren vorzeitig aus; unter den 25- bis 35-Jährigen fast jede zweite. [...]

SPIEGEL: Welche Rolle spielt die Bezahlung?

König: Eine große. In Berlin gilt der Tarifvertrag der Länder, der TV-L – in anderen Kommunen der TVöD, mit oft höheren Entgelten. Wir leisten die gleiche Arbeit wie anderswo, tragen die gleiche Verantwortung, verdienen aber weniger. Das frustriert viele und treibt sie unter anderem am Ende weg.

SPIEGEL: Wohin gehen sie?

König: Wir verlieren viele junge Fachkräfte an den Bund und die Brandenburger Kommunalebene. Der Bund zahlt besser, bietet modernere Ausstattung und vielerorts deutlich attraktivere Arbeitsumgebungen als viele unserer Dienstgebäude. Viele wollen und müssen sich auch verändern – raus aus der Stadt. In Brandenburg gibt es andere Strukturen, ein anderes Tarifwerk, andere Lebenshaltungskosten.

https://archive.is/CdGMr


Faunus

In der Hauptstadt dürfte auch entsprechend Stellen von Bund/Kommune angeboten werden, so das ein einfacher Wechsel von TV-L zu TVÖD ohne viel Gedöns (Umzug) möglich ist. Wenn Berlin mithalten will, wird es u.U. wie 2017 von "TV-L Berlin" zum TV-L und dann zum TV-Berlin angelehnt an TVÖD möglicherweise wählen.

Im Rest von D sieht das anders aus. Es mag ja die eine oder andere Bundesinstitution ansässig sein (Physikal.-Techn. Bundesanstalt Braunschweig/ Patentamt München / verschieden Budeswehrstandorte mit Zivilangestellte), aber ob diese so viele Stellen anbieten, dass sich ein Wechsel wegen 1/2 Jahr Verzug lohnt, wage ich zu bezweifeln.
Und die Kommunen versuchen Stellen abzubauen, wo sie können und setzten immer mehr auf's "Ehrenamt" - so mein Eindruck!



troubleshooting

Zitat von: Faunus in 15.12.2025 08:41
In der Hauptstadt dürfte auch entsprechend Stellen von Bund/Kommune angeboten werden, so das ein einfacher Wechsel von TV-L zu TVÖD ohne viel Gedöns (Umzug) möglich ist. Wenn Berlin mithalten will, wird es u.U. wie 2017 von "TV-L Berlin" zum TV-L und dann zum TV-Berlin angelehnt an TVÖD möglicherweise wählen.

Im Rest von D sieht das anders aus. Es mag ja die eine oder andere Bundesinstitution ansässig sein (Physikal.-Techn. Bundesanstalt Braunschweig/ Patentamt München / verschieden Budeswehrstandorte mit Zivilangestellte), aber ob diese so viele Stellen anbieten, dass sich ein Wechsel wegen 1/2 Jahr Verzug lohnt, wage ich zu bezweifeln.
Und die Kommunen versuchen Stellen abzubauen, wo sie können und setzten immer mehr auf's "Ehrenamt" - so mein Eindruck!

Das kann man so nicht stehen lassen. Der Bund hat viele "Institutionen" quer über das Land verteilt. Nimm mal als Beispiel die Bundesnetzagentur, die überall in Dt. Standorte - auch bei mir um die Ecke einen sehr großen- verteilt hat. Die GDWS ist auch gut vertreten. Und, da du die BW selbst ansprichst, die ist viel mehr als Kasernen - allein das BAUIDBw (mit 7 Kompetenzzentren, davon eines in der angrenzenden Stadt) hat 3.000 MA! Oder weiter die Autobahn GmbH, die haben massiv Ing. abgezogen. All das steht halt in Konkurrenz zu den Ländern.

Vergütung ist nun mal auch eine Wertschätzung. Wenn die nicht vorhanden oder im direkten Vergleich gering ist, schlägt das direkt durch. Insofern finde ich das Verhandlungsgebaren der Vertreter beider Seiten einfach nur armselig.


Vollender

Zitat von: Faunus in 15.12.2025 08:41
In der Hauptstadt dürfte auch entsprechend Stellen von Bund/Kommune angeboten werden, so das ein einfacher Wechsel von TV-L zu TVÖD ohne viel Gedöns (Umzug) möglich ist. Wenn Berlin mithalten will, wird es u.U. wie 2017 von "TV-L Berlin" zum TV-L und dann zum TV-Berlin angelehnt an TVÖD möglicherweise wählen.

Im Rest von D sieht das anders aus. Es mag ja die eine oder andere Bundesinstitution ansässig sein (Physikal.-Techn. Bundesanstalt Braunschweig/ Patentamt München / verschieden Budeswehrstandorte mit Zivilangestellte), aber ob diese so viele Stellen anbieten, dass sich ein Wechsel wegen 1/2 Jahr Verzug lohnt, wage ich zu bezweifeln.
Und die Kommunen versuchen Stellen abzubauen, wo sie können und setzten immer mehr auf's "Ehrenamt" - so mein Eindruck!

Mein Eindruck ist jedenfalls im technischen Bereich (Ingenieure) völlig anders. Egal on Bund, Land, Kommunen. Insbesondere Bauingenieure sind sehr gesucht. Auch die Autobahn GmbH oder Verkehrsbetriebe suchen stark solche Leute. Wie man das im TV-L weiter handhaben will ist mir ein Rätsel.

Ich habe am Freitag gekündigt und wechsle in wenigen Monaten zum TV-V. Zu massiv besseren Konditonen wie hier im TV-L bei einer EG12. Das Schauspiel mache ich nicht länger mit. Viel Erfolg bei den Tarifverhandlungen. Ich melde mich hiermit ab.

MoinMoin

Einige AG Vertreter handeln dich auch.
Sie verteilen förderliche Zeiten und Zulagen aktiv, wo sie den Mehrwert, sprich Notwendigkeit, auch erkennen.

Rowhin

Zitat von: MoinMoin in 15.12.2025 11:19
Einige AG Vertreter handeln dich auch.
Sie verteilen förderliche Zeiten und Zulagen aktiv, wo sie den Mehrwert, sprich Notwendigkeit, auch erkennen.

Fair. Ich hätte sagen sollen, "dass die Notwendigkeit von Veränderungen auch in der Riege auch in der Breite wahrgenommen wird" ;)

JC83

Der Vergleich zur Autobahn GmbH ist auch krass:

TV-Autobahn: E13/4 -78115.32 €
TV-L: E13/4 - 71218.06 €

Und ddazu noch ein kleiner Unternehmensbonus, stufengleiche Höhergruppierung unter Beibehaltung der ereichten Laufzeit und eben 100% JSZ.

Mit dem Unternehmenbonus und der Zulage fürs Home Office i.H.v 40 € sind das über 10% als im TV-L...

Aleksandra

Ist also eins zu eins das was man im TVÖD bekommt, nur dass die JSZ im TV Autob. bei 100% liegt und beim TVÖD neuerdings nur 85%. Ansonsten der gleiche Tabellenbetrag.
Nur eine Sache interessiert mich dann doch. Was ist das für eine Home Office Pauschale? Bekommt man die pro Jahr, pro Monat, pro Home Office Tag? Oder was hat es damit auf sich?
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%