[HH] Amtsangemessene Alimentation in Hamburg nach 2 BvL 5 / 18

Begonnen von Verfassungsmäßige, 16.12.2025 13:18

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Schneewitchen

Zitat von: Squad in Heute um 12:28Woher denn? Hamburg ist doch eine schöne Stadt, in der man gut und gerne lebt  :)  :)  :)

Das könnte man als fiktiven geldwerten Vorteil dann ja auch, so ähnlich wie das fiktive Partnereinkommen, auf die Besoldung anrechnen. Hier wäre nur noch das Problem der Quantifizierung. Bei der überbordenden Phantasie der DHn, wird sich hier aber bestimmt eine Bemessungsgrundlage finden lassen. Zur Not kann man ja auch einfach mal eine Summe raushauen. Dann kann sich das BVerfG ja in 10 Jahren damit mal beschäftigen.

Wer hier in den Zeilen Sarkasmus vermutet, der liegt richtig....

Rudi Mente

Zitat von: Verwaltungsgedöns in Heute um 12:28Ich befürchte, man wird der Stadt die Bude einrennen und es wird viele viele neue Beamte geben. Wir erleben gerade die wirtschaftliche Degeneration der BRD. Es gehen sehr viele Jobs verloren und die Wirtschaft stellt immer zögerlicher ein. In der Bevölkerung hat man lediglich grob im Kopf, dass Beamte gut verdienen, hohe Pensionen erhalten und ein Leben lang abgesichert sind. Da bewerben sich viele Leute blind oder lassen sich einlullen, dass man ja schnell befördert wird und dann eh nach einigen Jahren von A6 auf A9-A13 steigt oder so. Das es am Ende nur Gammeläpfel im Finanzamt und graues Klopapier (welches dir den Arsch aufreißt) werden, ahnt keiner. Das sind alles Schafe.



Oder nur eiskaltes Wasser zum Händewaschen  ;D

Schneewitchen

Zitat von: Verwaltungsgedöns in Heute um 12:28Ich befürchte, man wird der Stadt die Bude einrennen und es wird viele viele neue Beamte geben. Wir erleben gerade die wirtschaftliche Degeneration der BRD. Es gehen sehr viele Jobs verloren und die Wirtschaft stellt immer zögerlicher ein. In der Bevölkerung hat man lediglich grob im Kopf, dass Beamte gut verdienen, hohe Pensionen erhalten und ein Leben lang abgesichert sind. Da bewerben sich viele Leute blind oder lassen sich einlullen, dass man ja schnell befördert wird und dann eh nach einigen Jahren von A6 auf A9-A13 steigt oder so. Das es am Ende nur Gammeläpfel im Finanzamt und graues Klopapier (welches dir den Arsch aufreißt) werden, ahnt keiner. Das sind alles Schafe.

Ich bin zwar Beamter in NRW, kann dazu aber aktuell schon folgendes sagen: Wir hatten aktuell eine Stelle mit A12 öffentlich ausgeschrieben. Die Tätigkeit war bzw. ist auch für Menschen interessant, die über entsprechende Qualifikationen aus der freien Wirtschaft verfügen. Die Tätigkeit ist keine reinrassige Verwaltungstätigkeit, hat eben sehr hohe kaufmännische Anteile. Daher wurde diese Art der Ausschreibung gewählt.

Im Ergebnis haben wir (nur) 17 Bewerber auf den Tisch bekommen. Nach der ersten Durchsicht wurden dann alle Bewerber aussortiert, die definitiv schon aufgrund der Anforderungen/persönlichen Qualifikationen
nicht geeignet waren. Nach dieser Bereinigungsaktion sind dann zwei Bewerber übrig geblieben. Beide wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Einer ist gar nicht erst gekommen. Der zweite Bewerber hatte zunächst einen guten Eindruck hinterlassen, jedoch im Gespräch unmissverständlich klar gemacht, dass er einen Dienstwagen der gehobenen Klasse erwartet und ein Einzelbüro. Seine Gehaltsvorstellungen waren entsprechend. Das war für eine Sachbearbeiterstelle insgesamt dann doch etwas zu viel :) .

Im Ergebnis wurde niemand genommen. Die Ausschreibung wird jetzt wohl nochmals wiederholt.

Diese Ausschreibung bzw. das Ergebnis hat mich überrascht. In anderen Zeiten (Krisen) habe ich schon auch anderes erlebt. Da wurde man teilweise mit Bewerbungen zugeschüttet. Und man hat durch die Vielzahl der Bewerbungen auch eine echte Auswahl, weil dann natürlich auch mehr interessante Bewerber dabei waren.

Aus dieser Sache ziehe ich den Schluss, dass die Wirtschaftskrise im Land wohl noch nicht so wirklich angekommen ist. Oder die Leute ergreifen jetzt die Möglichkeit und richten es sich jetzt gemütlich im Bürgergeld ein. 

Schöne Wochenendgrüße aus NRW :-)




Rheini

Ich glaube das wir jetzt gerade in einer Zwischenzeit sind. Noch sind die Leute in der freien Wirtschaft mit einem guten Job und relativ sicher beschäftigt und noch wird ein Beamter nicht aA besoldet.

Mal schauen wie es in einem Jahr aussieht. Allerdings glaube ich das es dann an Beamtenstellen mangelt und es nur noch EG 12 Stellen geben wird.

Schneewitchen

:
Zitat von: Rudi Mente in Heute um 12:41Oder nur eiskaltes Wasser zum Händewaschen  ;D


Man darf aber auch nicht zu hohe Ansprüche stellen:

Ich habe noch gelernt, dass sich die Beamten im 19. Jahrhundert Kohlen von zu Hause mitbringen mussten, um im Winter die Amtsstube zu beheizen..... :)  ;)

Rheini

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 12:57:

Man darf aber auch nicht zu hohe Ansprüche stellen:

Ich habe noch gelernt, dass sich die Beamten im 19. Jahrhundert Kohlen von zu Hause mitbringen mussten, um im Winter die Amtsstube zu beheizen..... :)  ;)

Wir könnten uns noch Ärmelschoner aus der Materialausgabe abholen  8) .

Aber max. einmal pro Jahr mit Abgabe des alten ....

Schneewitchen

Zitat von: Rheini in Heute um 12:58Wir könnten uns noch Ärmelschoner aus der Materialausgabe abholen  8) .

Aber max. einmal pro Jahr mit Abgabe des alten ....

Hach, jetzt werde ich melancholisch. Werden wir auch die Renaissance der Bleistiftverlängerung erleben, nebst der Einmessung des alten Stiftes bei Eintauschversuch in der Materialausgabe....? 8)

Schinkensandwich

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 12:51Ich bin zwar Beamter in NRW, kann dazu aber aktuell schon folgendes sagen: Wir hatten aktuell eine Stelle mit A12 öffentlich ausgeschrieben. Die Tätigkeit war bzw. ist auch für Menschen interessant, die über entsprechende Qualifikationen aus der freien Wirtschaft verfügen. Die Tätigkeit ist keine reinrassige Verwaltungstätigkeit, hat eben sehr hohe kaufmännische Anteile. Daher wurde diese Art der Ausschreibung gewählt.

Im Ergebnis haben wir (nur) 17 Bewerber auf den Tisch bekommen. Nach der ersten Durchsicht wurden dann alle Bewerber aussortiert, die definitiv schon aufgrund der Anforderungen/persönlichen Qualifikationen
nicht geeignet waren. Nach dieser Bereinigungsaktion sind dann zwei Bewerber übrig geblieben. Beide wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Einer ist gar nicht erst gekommen. Der zweite Bewerber hatte zunächst einen guten Eindruck hinterlassen, jedoch im Gespräch unmissverständlich klar gemacht, dass er einen Dienstwagen der gehobenen Klasse erwartet und ein Einzelbüro. Seine Gehaltsvorstellungen waren entsprechend. Das war für eine Sachbearbeiterstelle insgesamt dann doch etwas zu viel :) .

Im Ergebnis wurde niemand genommen. Die Ausschreibung wird jetzt wohl nochmals wiederholt.

Diese Ausschreibung bzw. das Ergebnis hat mich überrascht. In anderen Zeiten (Krisen) habe ich schon auch anderes erlebt. Da wurde man teilweise mit Bewerbungen zugeschüttet. Und man hat durch die Vielzahl der Bewerbungen auch eine echte Auswahl, weil dann natürlich auch mehr interessante Bewerber dabei waren.

Aus dieser Sache ziehe ich den Schluss, dass die Wirtschaftskrise im Land wohl noch nicht so wirklich angekommen ist. Oder die Leute ergreifen jetzt die Möglichkeit und richten es sich jetzt gemütlich im Bürgergeld ein. 

Schöne Wochenendgrüße aus NRW :-)



Naja, ich denke, dass die geringe Resonanz eher an eurer Ausschreibung lag.
Wir haben momentan unglaublich hohe Bewerberzahlen in allen Bereichen. Eine E6-Stelle hatte gerade zuletzt über 200 Bewerbungen. Andere hochwertigere Stellen (Ingenieur-Bereich, IT-Bereich, aber auch Verwaltung) haben ebenfalls sehr hohe Bewerberzahlen.

Wenn diese Stelle mit A12 ausgeschrieben wurde, stand die Stelle dann überhaupt auch Tarifbeschäftigten offen? Für E12 oder wieder mal niedriger? Oder war bei den Anforderungen das schon so gestrickt, dass stark auf die Laufbahnbefähigung abgestellt war?

Haftnotiz

Zitat von: Verwaltungsgedöns in Heute um 12:28Ich befürchte, man wird der Stadt die Bude einrennen und es wird viele viele neue Beamte geben. Wir erleben gerade die wirtschaftliche Degeneration der BRD. Es gehen sehr viele Jobs verloren und die Wirtschaft stellt immer zögerlicher ein. In der Bevölkerung hat man lediglich grob im Kopf, dass Beamte gut verdienen, hohe Pensionen erhalten und ein Leben lang abgesichert sind. Da bewerben sich viele Leute blind oder lassen sich einlullen, dass man ja schnell befördert wird und dann eh nach einigen Jahren von A6 auf A9-A13 steigt oder so. Das es am Ende nur Gammeläpfel im Finanzamt und graues Klopapier (welches dir den Arsch aufreißt) werden, ahnt keiner. Das sind alles Schafe.

Ich muss die aktuelle Lage einmal sachlich, aber deutlich zusammenfassen, da wir sehenden Auges auf einen Systembruch zusteuern.

Der Blick auf die Zahlen der letzten zehn Jahre ist bei uns im Justiz erschütternd. Wo wir früher jährlich 100 Anwärter (4 Lehrgänge à 25 Personen) ausgebildet haben, sind es heute nur noch etwa 30. Zieht man davon die Abbrecher und die Nicht-Bestandenen ab, bleibt kaum genug Personal übrig, um auch nur die Pensionierungen (5–6 pro Jahr/Anstalt) aufzufangen.

Die verbleibende Mannschaft fängt die Löcher auf, bis die ersten Langzeit-Krankmeldungen folgen, in Teufelskreis aus Überlastung und Ausfällen.

Wenn selbst erfahrene Juristinnen in die freie Wirtschaft flüchten, brennt die Hütte. Aktuell müssen zwei Abteilungsleiterinnen den Dienst für fünf Stationen und 100 Gefangene stemmen. Das ist weder fachlich noch sicherheitstechnisch vertretbar.

Wir verwalten hier keinen Personalmangel mehr, wir verwalten ein Sicherheitsrisiko. Wenn sich die Spirale aus Nachwuchsmangel und Abwanderung nicht sofort dreht, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das System endgültig kollabiert.

Wenn die Besoldung in Hamburg nicht umgehend an das Niveau der Nachbarn und des Bundes angepasst wird, ist die Konsequenz klar. Die Kollegen werden gehen. Wer glaubt, man könne diesen Prozess durch die Ablehnung von Versetzungsanträgen blockieren, irrt sich gewaltig.

Die Praxis hat bereits gezeigt, wie es läuf, die Kollegen sichern sich im anderen Bundesland ab und reichen erst in dem Moment die Kündigung ein, in dem sie die schriftliche Einstellungszusage in den Händen halten. Dieser ,,harte Cut" ist für die Betroffenen das letzte Mittel, aber für unsere Behörde ein Desaster. Wir verlieren damit nicht nur Personal, sondern Know-how, das über Jahre aufgebaut wurde.

Man kann von niemandem erwarten, aus reiner Loyalität zum Standort Hamburg auf eine faire, amtsangemessene Besoldung zu verzichten, wenn wenige Kilometer weiter deutlich bessere Bedingungen herrschen. Wenn die Politik hier nicht sofort handelt, wird aus dem aktuellen Personalmangel ein dauerhafter personeller Offenbarungseid.

Wie lange soll das noch gut gehen? Es dauert nicht mehr lange, dann knallt es.