Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, Gestern um 17:02

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Mario Nette

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 19:58Nun, dass lässt sich doch schnell mit Zahlen unterfüttern. Laut Bundesbank Link wird für 2026 eine Inflation von 2,2 Prozent und für 2027, 2028 von jeweils 2,0 Prozent erwartet. ,,Ein Schnaps" mehr ist dann wohl nicht deutlich mehr als ein Aufschlag von 0,1.

...

Das wären dann Pi x Daumen 6,5 % bei rund 2 1/2 Jahren Laufzeit. Im Schnitt 2,6 % pro Jahr. Für ein erstes Angebot und in Anbetracht, dass noch eine Runde folgt, dann doch eigentlich akzeptabel? Aber natürlich meilenweit von der Forderung entfernt. Wobei das aber ja nicht überraschend ist.

Unser Personaler hat für dieses Jahr 3 % im Haushalt berücksichtigt.

Zinc

Zitat von: Mario Nette in Gestern um 20:24Das wären dann Pi x Daumen 6,5 % bei rund 2 1/2 Jahren Laufzeit. Im Schnitt 2,6 % pro Jahr. Für ein erstes Angebot und in Anbetracht, dass noch eine Runde folgt, dann doch eigentlich akzeptabel? Aber natürlich meilenweit von der Forderung entfernt. Wobei das aber ja nicht überraschend ist.

Unser Personaler hat für dieses Jahr 3 % im Haushalt berücksichtigt.

Es geht aber um 5 Prozent verteilt auf 3 Jahre.

Was ist eigentlich, wenn Verdi mal Rückgrat zeigt und bis zum Ende nicht zustimmt, wenn die Angebote so bleiben? Dort kann doch keiner ernsthaft unter sowas seine Unterschrift setzen. 

IchLiebeBeamtentum

Es wird jetzt klar, welche Belastung auf die Länder durch die Neuberechnung der Beamtenbesoldung durch die Urteile hinsichtlich der amtsangemessenen Alimentation kosten werden. Der Sparkurs der vergangenen 20 Jahre und die damit verbundenen Nachzahlungen und Belastungen aufgrund der Neuberechnungen der Beamtenbesoldung wird jetzt auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen. Die politischen Fehler kosten leider Bauernopfer.

cyrix42

Zitat von: Mario Nette in Gestern um 20:24Es geht aber um 5 Prozent verteilt auf 3 Jahre.

Konkret geht es um "um die 5%" auf 29 Monate. Genau 5% auf die gesamte Laufzeit entspricht sowas wie 2,04%/Jahr; 5,2% auf die gesamte Laufzeit ca. 2,12%/Jahr.

Man kann davon ausgehen, dass ver.di da dann noch einen Mindestbetrag hineinverhandelt, dass sich aber die AG-Seite aber bezüglich der langen Laufzeit -- bis ins Jahr 2028 hinein -- durchsetzen wird. Dann wird es drei Erhöhungsschritte geben, der erste im September diesen Jahres, damit er sich noch nicht auf die Jahressonderzahlung auswirkt, der zweite dann ein Jahr später und dann der dritte (kleine) im Januar 2028. An linearen Erhöhungen würde ich am Ende auf sowas wie (TVöD waren 5,9% lineare Erhöhungen auf 27 Monate) 2,5%, 2,3%, 1% (macht 5,9% auf 29 Monate)  tippen. Eine Erhöhung der JSZ (gerade bei den oberen EG) scheint aber kein Thema zu sein...

Zinc

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 21:05Konkret geht es um "um die 5%" auf 29 Monate. Genau 5% auf die gesamte Laufzeit entspricht sowas wie 2,04%/Jahr; 5,2% auf die gesamte Laufzeit ca. 2,12%/Jahr.

Man kann davon ausgehen, dass ver.di da dann noch einen Mindestbetrag hineinverhandelt, dass sich aber die AG-Seite aber bezüglich der langen Laufzeit -- bis ins Jahr 2028 hinein -- durchsetzen wird. Dann wird es drei Erhöhungsschritte geben, der erste im September diesen Jahres, damit er sich noch nicht auf die Jahressonderzahlung auswirkt, der zweite dann ein Jahr später und dann der dritte (kleine) im Januar 2028. An linearen Erhöhungen würde ich am Ende auf sowas wie (TVöD waren 5,9% lineare Erhöhungen auf 27 Monate) 2,5%, 2,3%, 1% (macht 5,9% auf 29 Monate)  tippen. Eine Erhöhung der JSZ (gerade bei den oberen EG) scheint aber kein Thema zu sein...

Na dann gehen wir die nächsten Jahre zumindest in Bezug auf die ganzen Krankenkassenbeitragserhöhungen, die noch kommen werden, mit plus minus null raus :D

Rowhin

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 21:05Eine Erhöhung der JSZ (gerade bei den oberen EG) scheint aber kein Thema zu sein...

Würde ich auch nicht von ausgehen. Aber hey, die stufengleiche Höhergruppierung steht mal wieder auf der Liste der Streichmasse ;)
 

IchLiebeBeamtentum

Zitat von: Zinc in Gestern um 21:11Na dann gehen wir die nächsten Jahre zumindest in Bezug auf die ganzen Krankenkassenbeitragserhöhungen, die noch kommen werden, mit plus minus null raus :D

Richtig. Und die Angestellten finanzieren dann mit ihrem Verzicht die neuen Beamtenbesoldungen.

HamburgerJung

Wo steht das ?

Zitat von: LogiJöw in Gestern um 18:22Für FHH-Tarifbeschäftigte läuft es: "...die landesbezirkliche Regelung zur Gewährung eines Mobilitätszuschusses zum Deutschlandticket für alle städtischen Beschäftigten sowie zur Zahlung einer Zulage für ,,bürgernahe Dienste" für eng begrenzte Beschäftigtengruppen wurde von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nicht akzeptiert..."

Also kann noch nicht mal der kleine Mobilitätszuschuss ab dem 1. April 2026 eingeführt werden.

Admin

#23
wir lieben ja Beispielrechnungen während der Tarifrunden, daher haben wir die Aussage der TdL "Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit von um die 5 % bedeuten." für bare Münze genommen, diese 5% gleichmäßig auf die 3 Haushaltsjahre verteilt (ergibt jeweils 1,64%) und die so erhaltenen Tabellen schließlich mit TV-L 2025 und der zugehörigen TVöD-Tabelle verglichen:

https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/tr/2025/a/a2026/
https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/tr/2025/a/a2027/
https://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/tr/2025/a/a2028/

die Entgelttabellen dazu:
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/tr/2025?id=tv-l-pr-2026a&matrix=1
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/tr/2025?id=tv-l-pr-2027a&matrix=1
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/tr/2025?id=tv-l-pr-2028a&matrix=1

wie immer geben wir keine Wertung dazu ab - eine Meinung kann sich schon jeder selbst aus den Zahlen bilden

[Update]

OpaJürgen

#24
Um die Zahlen mal aufzugreifen:

Erhöhung der Renten 2026: 3,7%

Erhöhung des Mindestlohns 2026: 8,4%


Angebot der TD-L für 2026: ca. 1,6%


Es ist wirklich unfassbar, mit was für einem dreisten Angebot die TD-L hier an den Start geht. Eine Zementierung der Reallohnverluste der letzten Jahre wäre damit besiegelt. Und dass deutlich höhere prozentuale Erhöhungen ohne Weiteres möglich sind, zeigen ja die obigen Zahlen.

Ein erneutes Zurückfallen hinter der Rentenerhöhung sowie der Erhöhung des Mindestlohns wäre natürlich ein höchst motivierendes Zeichen für den öffentlichen Dienst der Länder und zeigt die Wertschätzung der Dienstherren in aller Deutlichkeit. Merkwürdig, dass der ÖD seinen Aufgaben nicht mehr gerecht wird, wenn die Mitarbeiter derart behandelt werden...

Verdi/dbb machen sich natürlich wieder unnötig klein, indem der TVöD-Abschluss bereits jetzt als oberstes Ziel angesetzt wird, obwohl TV-L dringenden Aufholbedarf gegenüber TVöD hat und daher ein besserer Abschluss unbedingt notwendig ist.

Wochenlange Streiks wären vielleicht das Einzige, was nun noch helfen würde. Es geht so einfach nicht mehr weiter.

KleinerErMittler

Ich persönlich würde Folgendes fordern, wenn ich was zu melden hätte:

1,2% wegen Zusatzbeitragserhöhung der Krankenkasse seit 2024
2,2% wegen der Inflation
1% für die Gewerkschaft
1% Gehaltserhöhung
1% für noch unvorhergesehene Umstände
+ pauschal 18,36 EUR für den Rundfunkbeitrag
Rückwirkend gültig ab 11/2025

Sagen wir im Endeffekt 6,5% rückwirkend ab 11/2025 und jährliche automatische Erhöhung basierend auf die Diätenerhöhung der Abgeordneten des jeweiligen Landes.

sowieso2

ich helfe dem Land beim sparen und beantrage statt 90% Teilzeit 75%. Dann habe ich Zeit Supermarktprospekte zu studieren und am Ende mehr raus.

Küstenkind

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Gestern um 21:16Richtig. Und die Angestellten finanzieren dann mit ihrem Verzicht die neuen Beamtenbesoldungen.
@ichLiebeBeamtentum

Wem nützt dieses andauernde Beamtenbashing ?

Du hast wahrscheinlich Recht mit der Annahme. Ich gehe auch davon aus, das die AG Einsparvolumen für die wohl folgenden Anpassungen( Urteil BVfG ! ) im Beamtenbereich erarbeiten.
Aber vergiss dabei bitte nicht, das die Beamtenbesoldung der ( mind ) letzten 20 Jahre dauerhaft verzögert und/oder vermindert zu den Tarifanpassungen der übrigen Arbeitnehmer im öD angepasst wurden.
INsofern gehe ich eher davon aus, das die Beamten dadurch die Anpassungen im Tarifbereich mitfinanziert haben.

Tagelöhner

#28
Haha der war gut...ja die Beamten waren in der Gesamtheit wahrlich alle in den letzten Jahrzehnten abgehängt...nicht. Sind im Länderbereich Beamte nicht zahlenmäßig sogar überrepräsentiert?! Noch dazu wurden mit dem TV-L viele beamtenähnliche Vorteile aus der BAT-Zeit 2006 abgeschafft.

Beamtenbashing =/ Fakten die ausgesprochen gehören. Selbst wenn Tariferhöhungen verzögert oder teilweise vermindert übertragen wurden, bleibt nicht selten netto vom brutto dennoch mehr übrig, und schließlich wurden diese durch die andere Interessenvertretung erstritten. Im Beamtenbereich ruht man sich dann darauf aus und bringt noch als Argument zur Aufrechterhaltung der "Privilegien", dass ja nicht gestreikt werden darf. Dieses 2-Parteiensystem ist im Öffentlichen Dienst einfach ein Witz. Was nicht heißen soll, dass in den wirklich wichtigen hoheitlichen Aufgabenbereichen der Beamtenstatus mit all seinen Vorteilen nicht absolut zu begrüßen und aufrecht zu erhalten ist.

Zitat von: sowieso2 in Heute um 08:11ich helfe dem Land beim sparen und beantrage statt 90% Teilzeit 75%. Dann habe ich Zeit Supermarktprospekte zu studieren und am Ende mehr raus.

Richtige Einstellung. Not macht erfinderisch und wer es schlau anstellt, geht am Ende auch als Gewinner raus.
Nur mit ausgeprägtem Humorsinn weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Steve 69

Joa. Was soll man dazu noch sagen? An Träumereien,  man würde zum TVÖD aufschließen,  habe ich mich nicht beteiligt.  Das werde ich in meinen verbleibenden 8 Jahren Arbeitsleben nicht mehr erleben.  Die nachfolgenden Generationen wahrscheinlich auch nicht...das der Abstand jetzt aber noch größer werden soll ist schon unverschämt.  Bei uns im Haus jammert man über die Qualität der "Neuen ", man bekommt halt nur noch das Personal,  welches übrig bleibt, weil man am schlechtesten bezahlt. In sämtlichen Haushaltsberatungen der Länder wurde (wie eigentlich immer) über leere Kassen gejammert.  Im selben Atemzug winkt man in NRW aber den Neubau das Landtags für mindestens 250 Millionen durch...die Kommunen sind pleite,  betteln beim Land um Geld,  schließen aber weiterhin wie der Bund ab. Dann noch das Gerichtsurteil zur Beamtenbesoldung...ausbaden werden es wohl mal wieder die Angestellten der Länder