Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, Heute um 17:02

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Rowhin

Zitat von: HamburgerJung in Heute um 16:36bisher garnichts durchgesickert ?

Gibt die Meldung der dbb - siehe auch Neuigkeiten-Thread:

ZitatStatement der dbb zur zweiten Verhandlungsrunde:

Zitat,,Wieder kein abschlussfähiges Angebot, keine echte Bewegung bei der TdL. Das ist enttäuschend!", bilanzierte dbb-Chef Volker Geyer die zweite Verhandlungsrunde in Potsdam.

,,Wir wollten hier einen konkreten Einigungskorridor erarbeiten, um Mitte Februar tatsächlich abschlussfähig zu sein," so der dbb-Verhandlungsführer weiter. ,,Das hat die Tarifgemeinschaft deutscher Länder scheinbar nicht gewollt. Wenn die TdL in der dritten Runde so weiter macht, fährt sie diese Tarifverhandlungen vor die Wand."

,,Wir wissen jetzt vor allem, was angeblich alles nicht geht. Wie die TdL konkurrenzfähig bleiben will, wie sie die immer drängenderen Personalprobleme in den Griff kriegen will und wie die TdL schließlich verhindern will, dass die guten Leute zu anderen Arbeitgebern abwandern, darüber haben wir nichts erfahren", so Geyer.

,,Die Gewerkschaften müssen offensichtlich den Druck erhöhen und die Streikaktionen massiv ausweiten. Regional werden davon unter anderem auch weitere Unikliniken, Straßenräumdienste oder Tarifbeschäftigte in Schulen, Rechenzentren und Finanzämtern betroffen sein", so der dbb Chef. ,,Bis Mitte Februar ist nicht viel Zeit. Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern für die damit verbundenen Probleme, aber die Arbeitgebenden lassen uns keine Wahl."

Wenig überraschend, aber ein bisschen enttäuscht ist man doch immer wieder.

Zinc

Zitat von: Rowhin in Heute um 17:02Gibt die Meldung der dbb - siehe auch Neuigkeiten-Thread:


Wenig überraschend, aber ein bisschen enttäuscht ist man doch immer wieder.

Leider kann der Druck nicht spürbar erhöht werden, das hat man ja bereits gesehen. Da, wo es vielleicht etwas spürbar wäre, wird nur mit angezogener Handbremse gestreikt. Zumal das Problem mit der Konkurrenzfähigkeit bei der TdL überhaupt nicht gesehen wird. Das ist hausgemacht und so gewollt.

Rowhin

Auch das Statement der TdL inklusiver ihrer Angebote/Forderungen liegt vor.

ZitatDie TdL hat am Freitag, 16.01.2026 erste Eckpunkte für einen Einigungskorridor vorgelegt

Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028, Laufzeit bis 31. März 2028 (29 Monate)

,,Azubi-Paket" mit deutlichen Verbesserungen für Auszubildende u. a.
  • mit 120 Euro mehr in drei Schritten,
  • erneute Vereinbarung der bisherigen Übernahmeregelungen,
  • Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen Ost an West,
  • für übernommene Auszubildene mit mindestens gutem Abschluss: Vorgezogenes Erreichen der Stufe 2 (sechs Monate früher),
  • Erhöhung der Abschlussprämie für Auszubildende mit min-destens gutem Abschluss (Leistungsorientierter Ansatz)

Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulage von 105 Euro auf 150 Euro bzw. von 40 Euro auf 60 Euro

Erhöhung Mindeststundenentgelte Studentische Beschäftigte über Mindestlohn (15,06 Euro zum Sommersemester 2026, 15,76 Euro zum Sommersemester 2027, 16,49 Euro zum Sommersemester 2028)

Paket zur Weiterentwicklung des Eingruppierungsrechts (Strukturpaket):
  • Zeitgemäße Weiterentwicklung Eingruppierungsrecht unter Berücksichtigung der Entgelttransparenzrichtlinie. Ermöglichung abgestufter und leistungsdifferenzierter Eingruppierung mit entsprechenden Bestandsschutzregelungen
  • Paralleltabelle für Lehrkräfte ab Schuljahr 2028/2029
  • Stufengleiche Höhergruppierung
  • Überprüfung Überstundenregelungen Teilzeit

Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die hierzu bis zur Schlussrunde Mitte Februar einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll.

Dressel außerdem:

Zitat,,Wir als Arbeitgeber haben in dieser zweiten Verhandlungsrunde klargemacht, unter welchen Voraussetzungen eine Einigung für uns zustande kommen kann und so trotz großer Differenzen erste Fortschritte erzielt. Wir haben als Länderarbeitgeber Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt, denn wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Unser vorgeschlagener Einigungskorridor umfasst eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren. Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit von um die 5 % bedeuten. Wir wollen für Nachwuchskräfte die Ausbildung im öffentlichen Dienst attraktiver machen - mit einem umfassenden Azubi-Paket u. a. mit einer Anhebung der Ausbildungsentgelte von 120 Euro in drei Schritten und einer Ost-West-Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen. Mit einer Anhebung der Wechselschicht- und Schichtdienstzulage von 40 Euro auf 60 Euro bzw. 105 Euro auf 150 Euro wollen wir einen besseren Ausgleich für diese besonders belastenden Tätigkeiten schaffen. Neben einer weiteren Erhöhung der Mindeststundenentgelte für studentische Beschäftigte wollen wir in den nächsten Wo-chen zudem ein umfassendes Strukturpaket schnüren, um das Eingruppierungsrecht an wichtigen Stellen weiterzuentwickeln. Insgesamt haben wir damit einen guten Pfad gezeichnet, der uns in der nächsten Runde zu einem Abschluss führen kann. Wir setzen weiter auf konstruktive und realistische Gespräche mit den Gewerkschaften, die die finanziellen Realitäten anerkennen. Trotz der großen Differenzen waren die zweitägigen Verhandlungen konstruktiv. Nachdem wir gestern noch einmal den gesamten Forderungskatalog der Gewerkschaften kritisch durchgegangen sind, haben wir uns als ein Schwerpunkt dem Thema Azubis im öffentlichen Dienst gewidmet - gemeinsam mit drei Jugend-Azubi-Vertretern. Danach hatten wir einen guten Austausch mit studentischen Beschäftigten zum Thema Arbeitsbedingungen an Hochschulen. Das im letzten Tarifvertrag vereinbarte Mindestentgelt wirkt und wird von den Hochschulen eingehalten - das fließt jetzt in unseren Verhandlungen ein."

Auch das Statement seitens ver.di liegt nun vor:

ZitatDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist vom Verlauf der Ländertarifverhandlungen bislang enttäuscht. ,,Ein verbindliches Angebot hat die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) nicht vorgelegt, stattdessen von einem ,Schnaps oberhalb der Inflation' geredet. Von so einem Verhalten sind die Beschäftigten jedoch zurecht enttäuscht", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Freitag (16. Januar 2026) in Potsdam.

Bislang zeichne sich in den zentralen Punkten keine Einigung ab. ,,Neben den Nullmonaten sollen die Beschäftigten eine Laufzeit von 29 Monaten hinnehmen. Die Tdl strebt offenbar einen Abschluss an, der niedriger ist als das Ergebnis für Bund und Kommunen. Aus den großen Ankündigungen zu Verbesserungen für Nachwuchskräfte ist ein kleines Päckchen für die Auszubildenden geworden, ohne Verbesserungen bei der Übernahme. Auch die Schaffung von Tarifschutz für die studentisch Beschäftigten lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab", stellte Werneke klar. ,,Der Verhandlungsstand ist ungenügend. Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt.".

Zuvor hatten ver.di und die Tarifgemeinschaft der Länder in der zweiten Runde am Donnerstag und Freitag versucht, eine Lösung im Tarifkonflikt zu finden. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet ab dem 11. Februar 2026 erneut in Potsdam statt.

Wabi Sabi

"Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die hierzu bis zur Schlussrunde Mitte Februar einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll."

Komisch, davon ist in den Statements von dbb und ver.di nichts zu lesen! ???
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung ungemein!

HamburgerJung

5% über 29 Monate..... herje. Da steigt der Abstand zum TVÖD aber mächtig.

LogiJöw

Für FHH-Tarifbeschäftigte läuft es: "...die landesbezirkliche Regelung zur Gewährung eines Mobilitätszuschusses zum Deutschlandticket für alle städtischen Beschäftigten sowie zur Zahlung einer Zulage für ,,bürgernahe Dienste" für eng begrenzte Beschäftigtengruppen wurde von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nicht akzeptiert..."

Also kann noch nicht mal der kleine Mobilitätszuschuss ab dem 1. April 2026 eingeführt werden.

PaddyB

#6
Stört es eigentlich niemanden, dass der Tarifvertrag Ende letzten Jahres abgelaufen ist und wir jetzt von einem Termin im Februar reden? Was natürlich klar war? Und dann kommt die erste Erhöhung sicherlich wieder einige Monate später... Da hat man eher das Gefühl, da spielt der FC Bayern als TDL gegen Hessen Kassel als Verdi. Nur, dass Kassel einen echt schlechten Tag hat

Desperado

Das Angebot ist ja schon fast eine Unverschämtheit.

rs

Was ich noch nie verstanden habe, ist, dass man sich immer erst deutlich nach Auslauf des TV erstmals zusammen setzt. Warum nicht schon mal 2 Monate vor dem Auslauf?
In den Verhandlungen tut man dann wieder so, dass der nächste TV keine so lange Laufzeit haben darf.

Erpelente

Zitat von: rs in Heute um 18:57Was ich noch nie verstanden habe, ist, dass man sich immer erst deutlich nach Auslauf des TV erstmals zusammen setzt. Warum nicht schon mal 2 Monate vor dem Auslauf?
In den Verhandlungen tut man dann wieder so, dass der nächste TV keine so lange Laufzeit haben darf.

Als Grund wird immer genannt, man könne dann ja nicht streiken und wäre deshalb in einer schlechteren Position.

Dass sich eh kaum eine Sau für die paar Streiks im TV-L interessiert, wird dabei außer Acht gelassen.

FearOfTheDuck

Zitat von: PaddyB in Heute um 18:40Stört es eigentlich niemanden, dass der Tarifvertrag Ende letzten Jahres abgelaufen ist und wir jetzt von einem Termin im Februar reden? Was natürlich klar war? Und dann kommt die erste Erhöhung sicherlich wieder einige Monate später... Da hat man eher das Gefühl, da spielt der FC Bayern als TDL gegen Hessen Kassel als Verdi. Nur, dass Kassel einen echt schlechten Tag hat

Der TV ist ja nicht ausgelaufen. Die Entgeltanteile des TV sind zum Zeitpunkt gekündigt worden, als dies möglich war. Nichtsdestotrotz ist der Ablauf eher so wie ein schlecht inszeniertes "Dinner for One". Gehört irgendwie dazu, Ablauf ist aber bekannt.

KleinerErMittler

5% nur? Fünf lächerliche Prozent?

Die Inflation ist deutlich höher, insbesondere auf 29 Monate verteilt. Bis dahin kostet ein Wocheneinkauf das Doppelte.

Und selbst wenn es bei dieser ziemlich geringen Einstiegsforderung seitens der Gewerkschaften bleibt, würde ich als Gewerkschaft von 7% keinesfalls abrücken und lediglich über die Laufzeit diskutieren.

Am besten sollte man jetzt unbefristet streiken bis der Amtsarzt kommt.

Verfassungsmäßige

Es wird ein richtig gruseliges Ergebnis werden und der Abstand zum tvöd wird uneinholbar... warum sollte man noch im TVLoL arbeiten, wer kann sollte sich wirklich nach andren Stellen umschauen

KleinerErMittler

#13
Besonders bei der massiven Überlastung aufgrund von Personalmangel sind 5% eine Frechheit. Einige Sachbearbeiter machen sich motiviert bis zum Burnout mit Überstunden kaputt, arbeiten heimlich über 10 Stunden hinaus, um den hohen Krankenstand und die Fluktuation zu kompensieren.

Muschebubu

Nun, dass lässt sich doch schnell mit Zahlen unterfüttern. Laut Bundesbank Link wird für 2026 eine Inflation von 2,2 Prozent und für 2027, 2028 von jeweils 2,0 Prozent erwartet. ,,Ein Schnaps" mehr ist dann wohl nicht deutlich mehr als ein Aufschlag von 0,1.

Und zur Diskussion davor. MoinMoin hat ja Recht. Der 16.5 wird von den Personalern und den Finanzern nicht verstanden. Wenn die Führungskraft annehmen muss, dass es Abwanderungsbewegung geben könnte und der Mitarbeitende möglichst gehalten werden soll, dann sollte ich ihn von Bewerbungen eher abhalten und nicht noch ermuntern. Ich habe das hier auch schon durch und ganz klar kommuniziert, wenn ich mich tatsächlich erst bewerben muss, dann ist es definitiv zu spät. Bewerbungen erfolgen auf Stellen, auf die ich mir ein Wechsel vorstellen kann und wenn ich zu einem Gespräch gehe, die Zusage bekomme, dann ist es zu spät. Dann warte ich nicht darauf, dass nach 4+x Wochen einer meint, dass die 16.5 doch möglich sein könnte.