Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Warnstreik

Zitat von: sebbo83 in Heute um 13:31Worauf ich ja hinaus will, muss es denn ein konkreter Wechselwunsch oder ein konkretes Angebot sein? Wenn z.B. jemand ein kompliziertes Projekt für ein paar Jahre durchzieht, sollte es doch auch ohne irgendwelche Bewerbungsgespräche bei anderen Unternehmen oder Behörden möglich sein, dass man eine Zulage erhält. Am Ende werden doch im öD "belohnt" die sich gar nicht erst für das Projekt melden und weiterhin monoton Anträge ausfüllen.

Genau solche solche Fälle kenne ich und finde, genau für sowas ist so eine Zulage dann auch ganz gut geeignet. Genauso für Key-Player, die wirklich wechseln wollen. Aber ein guter Boss/Personaler erkennt hier in der Regel schon ganz gut, wer kurz vor dem Wechsel steht (und den man vielleicht noch einfangen kann) oder wer nur pokert.

Faunus

Auch ich kann bestätigen, dass beide Male, die ich wegen unterschiedlicher Vorstellungen der Eingruppierung gegangen bin, kurz vor meinem Weggang "plötzlich" die höhere EG doch möglich war - in beiden Fällen zu spät trotz offener Kommunikation. Woanders habe ich die EGs ohne langatmiges lamentieren bekommen.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Heute um 12:26Da würde ich unterschreiben und sind diese Wege bis zum Ende gegangen worden, dann lassen diese sich - im Gegensatz zu 16.5 - nicht ersatzlos streichen.


@moinmoin
Die "Anweisung von oben" kann ich Dir nicht geben, da ich sie auch nur zum Lesen in die Hand bekommen haben.
Und bei mir kommt Dein "ich bekomme 16.5, ihr seit nur zu blöd dazu" inzw. gehörig auf die Nerven.
Sorry, wenn es so rüber kommt.

Aber das Instrument 16.5 ist und bleibt ein Kann-Instrument und es geht mir genauso wie dir auf die Nerven, wenn darauf rumgehackt wird, das der 16.5 Mist ist, weil er nicht angewendet wird.

Und solange ich in meinem Umfeld erlebe, dass wir mit 16.5 Menschen im öD halten können, dann zeigt es für mich, dass
a) Mein Arbeitgeber es verstanden hat, dass es Mitarbeiter gibt, die man nur so halten kann (und wie gesagt, nicht alle dir hier schreiben bekommen die Zulage)
b) es anderen AGs gibt, die diese Erkenntnis noch nicht haben oder einfach nicht den Bedarf.
und
c) Wenn Mitarbeiter wechselwillig sind, andere Angebote haben, der AG es weiß und er trotzdem das Risiko eingeht dich zu verlieren, dann ist er eben bereit dieses Risiko einzugehen und pokert. Und wenn du bleibst, dann hast du eben auch gepokert (deine Wechselwilligkeit vorgetäuscht) und es hat nicht geklappt.

Also was ist also schlecht daran, dass es den 16.5 gibt. Nur weil dein Ag damit anders umgeht und ihm die Leute nicht ausreichend weg gehen oder er den Schaden noch nicht spürt??



Zitat von: Faunus in Heute um 14:10Du verkennst, dass Unternehmen zum Überleben Gewinn erwirtschaften müssen. Daher lassen diese ihre  Leistungsträger nicht ziehen, sondern zahlen lieber dem jeweils erwirtschafteten Gewinn geschuldet mehr. Deshalb gibt es Begriffe wie Bonus, Gewinnbeteiligung, etc.

Der Staat hat keinen "Gewinn" als Messlatte für seine Wirschaftlichkeit, sondern alleine seine Ausgabenseite. Deshalb lieber Systemträger ziehen lassen, als mehr zahlen, weil "jeder ist ersetzbar" und "das geht schon irgendwie".
Also in meinem Umfeld wird durchaus Geld für den Staat generiert und wenn der Staat mir nicht die Zulage gibt, dann weiß er das ich demnächst für eine der von ihm noch teurer bezahlten Beraterfirman in den gleichen AGs sitze.
Und unterhalb der politschen Karriere tut es einigen in der öD Karriere schon weh, wenn man ihnen versagen in der Personalführung nachweist, die zu monetären oder anderen Schaden führt.
Nur man muss sich die Mühe machen und diesen Schaden entstehen lassen und zu ordnen. Und das hat bei uns durchaus zu Erkenntnis gewinnen geführt.

MoinMoin

Zitat von: sebbo83 in Heute um 13:31Worauf ich ja hinaus will, muss es denn ein konkreter Wechselwunsch oder ein konkretes Angebot sein?
Da bin ich  zu 1000% bei dir, hat aber nichts und reeeein garnichts mit dem 16.5 zu tun, sondern nur mit der Feigheit der Personaler sich auf fundierten Einschätzungen der Führungskräfte zu verlassen.

Es ist traurig, dass die so einen Wischblatt einer Einstellungszusage haben wollen, damit sie was abheften können (mehr ist es ja nicht) und ihren fetten A an der Wand haben.

naja, dann bemüht man halt Chatgpt und hat so eine Zusage oder macht sich den Spaß und schaut sich seinen Marktwert an.
Zuletzt musste ich zum Glück nur Einladungen vorlegen und musste nicht auch noch irgendwohin und quasseln.

Also: Ja es ist ein Trauerspiel, dass dieses Instrument nicht pro Aktiv zur Mitarbeiterführung  genutzt wird, sondern man sie erst in Versuchung kommen lassen muss.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 14:55Genau solche solche Fälle kenne ich und finde, genau für sowas ist so eine Zulage dann auch ganz gut geeignet. Genauso für Key-Player, die wirklich wechseln wollen. Aber ein guter Boss/Personaler erkennt hier in der Regel schon ganz gut, wer kurz vor dem Wechsel steht (und den man vielleicht noch einfangen kann) oder wer nur pokert.
Das perverse ist nur, dass der Entscheider soooo weit weg im FM sitzt und diese gespür nicht hat, sondern nur nach Aktenlage entscheidet.
Und da ist auch egal, ob der LRD 2 Seiten Bericht geschrieben hat und fundiert das Wechselrisiko darlegt.

Rowhin

Zitat von: MoinMoin in Heute um 16:06Das perverse ist nur, dass der Entscheider soooo weit weg im FM sitzt und diese gespür nicht hat, sondern nur nach Aktenlage entscheidet.
Und da ist auch egal, ob der LRD 2 Seiten Bericht geschrieben hat und fundiert das Wechselrisiko darlegt.

Eben. Das heißt, auch wenn der Schaden durch den Weggang entsteht, merkt man an der entscheidenden Stelle nichts davon. Wenn Leistung X in Einrichtung Y nicht erbracht werden kann, entsteht weder der direkte noch der Reputationsschaden im Finanzministerium. Der Entscheider dort wird noch gelobt, weil er das Geld eingespart hat. Und einmal mehr müsste man das jedesmal glaubhaft durch alle Instanzen tragen, damit dort mal ein Umdenken erfolgt.

HamburgerJung

bisher garnichts durchgesickert ?

dregonfleischer

was meinst du arbeitgeber haben natuerlich kein angebot vorgelegt

Rowhin

Zitat von: HamburgerJung in Heute um 16:36bisher garnichts durchgesickert ?

Gibt die Meldung der dbb - siehe auch Neuigkeiten-Thread:

ZitatStatement der dbb zur zweiten Verhandlungsrunde:

Zitat,,Wieder kein abschlussfähiges Angebot, keine echte Bewegung bei der TdL. Das ist enttäuschend!", bilanzierte dbb-Chef Volker Geyer die zweite Verhandlungsrunde in Potsdam.

,,Wir wollten hier einen konkreten Einigungskorridor erarbeiten, um Mitte Februar tatsächlich abschlussfähig zu sein," so der dbb-Verhandlungsführer weiter. ,,Das hat die Tarifgemeinschaft deutscher Länder scheinbar nicht gewollt. Wenn die TdL in der dritten Runde so weiter macht, fährt sie diese Tarifverhandlungen vor die Wand."

,,Wir wissen jetzt vor allem, was angeblich alles nicht geht. Wie die TdL konkurrenzfähig bleiben will, wie sie die immer drängenderen Personalprobleme in den Griff kriegen will und wie die TdL schließlich verhindern will, dass die guten Leute zu anderen Arbeitgebern abwandern, darüber haben wir nichts erfahren", so Geyer.

,,Die Gewerkschaften müssen offensichtlich den Druck erhöhen und die Streikaktionen massiv ausweiten. Regional werden davon unter anderem auch weitere Unikliniken, Straßenräumdienste oder Tarifbeschäftigte in Schulen, Rechenzentren und Finanzämtern betroffen sein", so der dbb Chef. ,,Bis Mitte Februar ist nicht viel Zeit. Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern für die damit verbundenen Probleme, aber die Arbeitgebenden lassen uns keine Wahl."

Wenig überraschend, aber ein bisschen enttäuscht ist man doch immer wieder.

Zinc

Zitat von: Rowhin in Heute um 17:02Gibt die Meldung der dbb - siehe auch Neuigkeiten-Thread:


Wenig überraschend, aber ein bisschen enttäuscht ist man doch immer wieder.

Leider kann der Druck nicht spürbar erhöht werden, das hat man ja bereits gesehen. Da, wo es vielleicht etwas spürbar wäre, wird nur mit angezogener Handbremse gestreikt. Zumal das Problem mit der Konkurrenzfähigkeit bei der TdL überhaupt nicht gesehen wird. Das ist hausgemacht und so gewollt.

Rowhin

Auch das Statement der TdL inklusiver ihrer Angebote/Forderungen liegt vor.

ZitatDie TdL hat am Freitag, 16.01.2026 erste Eckpunkte für einen Einigungskorridor vorgelegt

Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028, Laufzeit bis 31. März 2028 (29 Monate)

,,Azubi-Paket" mit deutlichen Verbesserungen für Auszubildende u. a.
  • mit 120 Euro mehr in drei Schritten,
  • erneute Vereinbarung der bisherigen Übernahmeregelungen,
  • Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen Ost an West,
  • für übernommene Auszubildene mit mindestens gutem Abschluss: Vorgezogenes Erreichen der Stufe 2 (sechs Monate früher),
  • Erhöhung der Abschlussprämie für Auszubildende mit min-destens gutem Abschluss (Leistungsorientierter Ansatz)

Erhöhung der Wechselschicht- und Schichtzulage von 105 Euro auf 150 Euro bzw. von 40 Euro auf 60 Euro

Erhöhung Mindeststundenentgelte Studentische Beschäftigte über Mindestlohn (15,06 Euro zum Sommersemester 2026, 15,76 Euro zum Sommersemester 2027, 16,49 Euro zum Sommersemester 2028)

Paket zur Weiterentwicklung des Eingruppierungsrechts (Strukturpaket):
  • Zeitgemäße Weiterentwicklung Eingruppierungsrecht unter Berücksichtigung der Entgelttransparenzrichtlinie. Ermöglichung abgestufter und leistungsdifferenzierter Eingruppierung mit entsprechenden Bestandsschutzregelungen
  • Paralleltabelle für Lehrkräfte ab Schuljahr 2028/2029
  • Stufengleiche Höhergruppierung
  • Überprüfung Überstundenregelungen Teilzeit

Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die hierzu bis zur Schlussrunde Mitte Februar einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll.

Dressel außerdem:

Zitat,,Wir als Arbeitgeber haben in dieser zweiten Verhandlungsrunde klargemacht, unter welchen Voraussetzungen eine Einigung für uns zustande kommen kann und so trotz großer Differenzen erste Fortschritte erzielt. Wir haben als Länderarbeitgeber Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt, denn wir sind bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Unser vorgeschlagener Einigungskorridor umfasst eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren. Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit von um die 5 % bedeuten. Wir wollen für Nachwuchskräfte die Ausbildung im öffentlichen Dienst attraktiver machen - mit einem umfassenden Azubi-Paket u. a. mit einer Anhebung der Ausbildungsentgelte von 120 Euro in drei Schritten und einer Ost-West-Angleichung der Vermögenswirksamen Leistungen. Mit einer Anhebung der Wechselschicht- und Schichtdienstzulage von 40 Euro auf 60 Euro bzw. 105 Euro auf 150 Euro wollen wir einen besseren Ausgleich für diese besonders belastenden Tätigkeiten schaffen. Neben einer weiteren Erhöhung der Mindeststundenentgelte für studentische Beschäftigte wollen wir in den nächsten Wo-chen zudem ein umfassendes Strukturpaket schnüren, um das Eingruppierungsrecht an wichtigen Stellen weiterzuentwickeln. Insgesamt haben wir damit einen guten Pfad gezeichnet, der uns in der nächsten Runde zu einem Abschluss führen kann. Wir setzen weiter auf konstruktive und realistische Gespräche mit den Gewerkschaften, die die finanziellen Realitäten anerkennen. Trotz der großen Differenzen waren die zweitägigen Verhandlungen konstruktiv. Nachdem wir gestern noch einmal den gesamten Forderungskatalog der Gewerkschaften kritisch durchgegangen sind, haben wir uns als ein Schwerpunkt dem Thema Azubis im öffentlichen Dienst gewidmet - gemeinsam mit drei Jugend-Azubi-Vertretern. Danach hatten wir einen guten Austausch mit studentischen Beschäftigten zum Thema Arbeitsbedingungen an Hochschulen. Das im letzten Tarifvertrag vereinbarte Mindestentgelt wirkt und wird von den Hochschulen eingehalten - das fließt jetzt in unseren Verhandlungen ein."

Auch das Statement seitens ver.di liegt nun vor:

ZitatDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist vom Verlauf der Ländertarifverhandlungen bislang enttäuscht. ,,Ein verbindliches Angebot hat die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) nicht vorgelegt, stattdessen von einem ,Schnaps oberhalb der Inflation' geredet. Von so einem Verhalten sind die Beschäftigten jedoch zurecht enttäuscht", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Freitag (16. Januar 2026) in Potsdam.

Bislang zeichne sich in den zentralen Punkten keine Einigung ab. ,,Neben den Nullmonaten sollen die Beschäftigten eine Laufzeit von 29 Monaten hinnehmen. Die Tdl strebt offenbar einen Abschluss an, der niedriger ist als das Ergebnis für Bund und Kommunen. Aus den großen Ankündigungen zu Verbesserungen für Nachwuchskräfte ist ein kleines Päckchen für die Auszubildenden geworden, ohne Verbesserungen bei der Übernahme. Auch die Schaffung von Tarifschutz für die studentisch Beschäftigten lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab", stellte Werneke klar. ,,Der Verhandlungsstand ist ungenügend. Die Arbeitgeber haben den Ernst der Lage für viele Beschäftigte nicht erkannt.".

Zuvor hatten ver.di und die Tarifgemeinschaft der Länder in der zweiten Runde am Donnerstag und Freitag versucht, eine Lösung im Tarifkonflikt zu finden. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet ab dem 11. Februar 2026 erneut in Potsdam statt.

Wabi Sabi

"Die Tarifvertragsparteien haben sich auf eine Arbeitsgruppe verständigt, die hierzu bis zur Schlussrunde Mitte Februar einen gemeinsamen Lösungsvorschlag erarbeiten soll."

Komisch, davon ist in den Statements von dbb und ver.di nichts zu lesen! ???
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung ungemein!

HamburgerJung

5% über 29 Monate..... herje. Da steigt der Abstand zum TVÖD aber mächtig.

LogiJöw

Für FHH-Tarifbeschäftigte läuft es: "...die landesbezirkliche Regelung zur Gewährung eines Mobilitätszuschusses zum Deutschlandticket für alle städtischen Beschäftigten sowie zur Zahlung einer Zulage für ,,bürgernahe Dienste" für eng begrenzte Beschäftigtengruppen wurde von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nicht akzeptiert..."

Also kann noch nicht mal der kleine Mobilitätszuschuss ab dem 1. April 2026 eingeführt werden.

PaddyB

#584
Stört es eigentlich niemanden, dass der Tarifvertrag Ende letzten Jahres abgelaufen ist und wir jetzt von einem Termin im Februar reden? Was natürlich klar war? Und dann kommt die erste Erhöhung sicherlich wieder einige Monate später... Da hat man eher das Gefühl, da spielt der FC Bayern als TDL gegen Hessen Kassel als Verdi. Nur, dass Kassel einen echt schlechten Tag hat