Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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MoinMoin

Zitat von: Sukkulentenente in 05.05.2026 21:32Müssen einige Leute eigentlich in Foren immer die Themen kapern, um am Thema des Threads vorbei zu diskutieren? Was sollen Aktien-Diskussionen hier im Tarifrunde-Thread?
Tja, dass ist wohl wie im richtigen Leben: Man fängt ein Gespräch an und endet woanders.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 05.05.2026 17:01Auf der anderen Seite aber andere ihre Leben lang Vollzeit gearbeitet haben, sich ein paar Nutscherl abgespart haben und trotzdem noch Pfandflaschen sammeln gehen müssen, weil es nicht reicht!
Wer sein leben lang in Vollzeit gearbeitet hat, der dürfte nicht unbedingt auf Pfandflaschen angewiesen sein, dass ist doch ebenfalls ein Regenbogenpressen gerede

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 05.05.2026 17:01Ich wünschte mir, dass wir auf die, die keine "laute Stimme" haben, die die verschämt leise sind, bei dem anstehenden Reformen achten werden und das sind die, die sich so eine Aufbau nicht so ohne weiteres leisten können.
Für mich es bezeichnend, dass ich ein 6 Parteienhaus bewirtschafte als Vermieter. Alles Hartz4 sichere Wohnungen. Und ich bisher nur die 10% Eigenkapital an Kaufnebenkosten (also 100% Finanzierung) rein gesteckt habe. Und von den Mieteinnahmen sowohl Heizungs- als auch Badsanierungen finanzieren konnte und nach 15 Jahren 50% getilgt wurde.
Und ich muss auch noch Steuer auf meine Gewinn zahlen.
Fazit: 6 Mieter mit Einkommen auf H4 Niveau, hatte das Ding monetär ebenso bewirtschaften können.
Finde den Fehler!
@Sukkulentenente sorry für den weiteren ot t

Faunus

Zitat von: MoinMoin in 05.05.2026 21:44Fazit: 6 Mieter mit Einkommen auf H4 Niveau, hatte das Ding monetär ebenso bewirtschaften können.
Finde den Fehler!

Hmm - Bildungsgrad?!

Schau Dir die Eingruppierungstabelle an und frage Dich, in welchen EGs die meisten Wohneigentumsbesitzer sind.

Johann

Zitat von: MoinMoin in 05.05.2026 21:44Und von den Mieteinnahmen sowohl Heizungs- als auch Badsanierungen finanzieren konnte und nach 15 Jahren 50% getilgt wurde.
Und ich muss auch noch Steuer auf meine Gewinn zahlen.
Je nachdem, wo du noch hin möchtest, kannst du den Teil mit der Steuerzahlung recht stark senken.
Die Sanierungen statt aus laufenden Einnahmen besser kreditfinanziert bezahlen. Dadurch belasten die Maßnahmen deine Einnahmenseite real nicht, aber du kannst die ganzen Aufwendungen trotzdem voll absetzen. Wenn du in einem Jahr bspw. insgesamt 100k zvE inkl. Mieteinnahmen hättest, leihst du dir für 100k Geld von der Bank, sanierst für 100k und hebst damit gleichzeitig den Wert des/der Objekte um 100k und senkst dein zvE um 100k, wodurch dir die 100k vollkommen unversteuert bleiben. Die Aufwendungen der Sanierungsmaßnahmen schlägst du auf die Miete drauf, weil du den Wohnwert erhöht hast und musst damit auch in den kommenden Jahren die Kredittilgung nicht aus deinen laufenden Einnahmen vornehmen.

Wenn dein Objekt irgendwann fertig saniert ist, müsste das nächste her und der Spaß geht von vorne los. Dadurch, dass du dein Erwerbseinkommen statt in Brutto auf einmal Netto behalten kannst, dürfte sich auch genug Eigenkapital für den nächsten Kauf ansammeln.

Nur den Teil mit dem Hartz4-sicher habe ich nicht verstanden. Eventuell scheitert die Idee daran, dass die Miete nach Sanierung nicht erhöht werden kann, weil bereits der lokale Maximalsatz gezahlt wird?

Um den Themenbezug herzustellen: Weil der TV-L weder mit der allgemeinen Gehaltsentwicklung, noch mit der Inflation mithalten kann, müssen Lösungen gefunden werden, wie man mehr aus seinem verbliebenen Gehalt macht. Das geht zum Beispiel indem man sich auf einer Diskussionsplattform darüber austauscht.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 05.05.2026 22:13Hmm - Bildungsgrad?!

Schau Dir die Eingruppierungstabelle an und frage Dich, in welchen EGs die meisten Wohneigentumsbesitzer sind.
Fast richtig.
Wissen: check
Wille: noop
und die Bereitschaft einer Bank dem Geschäftsmodell zu folgen: Never

@Johann
Danke für die Tipps, aber ich mache das nicht seit gestern. 😇
Das Ding mit dem Modernisierungsaufschlag geht gut, wenn man im pauschalem Bereich bleibt.
Leihen oder Eigenkapital hängt von den Zinssätzen (da habe ich zwischen 0,7% und 7% schon alles durch🥹) vs. Grenzsteuersatz ab.

Der Teil mit H4 heißt, dass ich
a) bezahlbaren Wohnraum bereitstelle und nicht maximale Rendite erpresse, sprich die Miete niedrig ist.
b) und man trotzdem sich rechnerisch Eigentum leisten kann/konnte, natürlich nichts luxuriöses, also selbst der EG1 kann sowas finanzieren. ( uff TVLbezug hergestellt.)


und wg TVL vs. allg. Gehaltsentwicklung da müsste man mal genauer schauen. Durch den Mindestlohn steigt natürlich das Durchschnittsgehalt (und die Rentenpunkte sinken), aber das Gehaltsniveau auch? Sprich der Median/Armutsgrenze?

Faunus

Zitat von: MoinMoin in 05.05.2026 21:37Wer sein leben lang in Vollzeit gearbeitet hat, der dürfte nicht unbedingt auf Pfandflaschen angewiesen sein, dass ist doch ebenfalls ein Regenbogenpressen gerede

Die Pfandflaschensammler sind real.
Es sind keine klassischen "Obdachlose".
Aber es stimmt: ich kenne ihre Biographie nicht - könnte auch "Hungerkünstler"/Dauersozialhilfeempfänger/formals Reiche, die ihr Einkommen verjubelt haben/Alleinerziehende im Teilzeitjob" 45 Jahre lang gewesen sein. Ich frage die Leute, die in Mülleimern nach Flaschen und Dosen suchen in der Regel nicht, wie lange sie irgendwo eingezahlt haben.

Warnstreik

Zitat von: Faunus in Gestern um 10:12Die Pfandflaschensammler sind real.
Es sind keine klassischen "Obdachlose".
Aber es stimmt: ich kenne ihre Biographie nicht - könnte auch "Hungerkünstler"/Dauersozialhilfeempfänger/formals Reiche, die ihr Einkommen verjubelt haben/Alleinerziehende im Teilzeitjob" 45 Jahre lang gewesen sein. Ich frage die Leute, die in Mülleimern nach Flaschen und Dosen suchen in der Regel nicht, wie lange sie irgendwo eingezahlt haben.

Es geht doch darum, ob man darauf angewiesen ist. Und das sollte in Deutschland niemanden betreffen, der hier Anspruch auf Sozialleistungen hat. Aber ansonsten: Als Single in einer Großstadt mit einer unterbrochenen Erwerbsbiografie lebt man defintiv hat an der Grenzen. Wenn man dann z.B. über Pfandflaschen etwas dazuverdient nötigt mir das durchaus Respekt ab.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 10:12Die Pfandflaschensammler sind real.
Es sind keine klassischen "Obdachlose".
Wer sein leben lang in Vollzeit gearbeitet hat, der dürfte nicht unbedingt auf Pfandflaschen angewiesen sein.
ZitatAber es stimmt: ich kenne ihre Biographie nicht - könnte auch "Hungerkünstler"/Dauersozialhilfeempfänger/formals Reiche, die ihr Einkommen verjubelt haben/Alleinerziehende im Teilzeitjob" 45 Jahre lang gewesen sein. Ich frage die Leute, die in Mülleimern nach Flaschen und Dosen suchen in der Regel nicht, wie lange sie irgendwo eingezahlt haben.
Eben, deswegen ist es für mich unverständlich, wenn behauptet wird, dass Menschen die lebenslang VZ als Angestellte gearbeitet haben am Hungertuch nagen müssten.
Das meine Mutter und Schwiegermutter jeweils keine 400€ Rente erwirtschaftet haben (die eine hat lebenslang gearbeitet, die andere nicht) ist natürlich auch eine mir bekannte Realität.
Die eine bezieht Bürgergeld, die andere Witwenrente und beide sind nicht aufs Pfandsystem angewiesen.
 

Hart

Moin

ZitatEben, deswegen ist es für mich unverständlich, wenn behauptet wird, dass Menschen die lebenslang VZ als Angestellte gearbeitet haben am Hungertuch nagen müssten.

Das kommt wohl aus deiner privilegierten Lebenssituation.

Bei einem durchschnittlichen Einkommen von rund 13 Euro hat man nach 45 Jahren Arbeit eine
Rente von rund 900 Euro erwirtschaftet.

Bis vor kurzen gab es nicht mal den Mindestlohn, auch Dir sollte es dämmern das es viele arme Rentner geben wird die sicher nicht zu wenig gearbeitet hatten, sondern Sie wurden nur zu gering bezahlt.

Wer unter 1800 Euro Rente bekommt und alleine lebt, hat in den meisten Regionen in Deutschland sicher kein gutes auskömmliches Renten leben.

Und man muss nicht am Hungertuch nagen um arm zu sein. Armut fängt viel viel früher an und ich bin mir
sicher das die meisten armen Rentner in ihrem Leben oft mehr gearbeitet haben als die meisten besserverdienenden Angestellten im öffentlichen Dienst.

Ich zumindest kenne viele Vitas von zukünftigen armen Rentner die immer gearbeitet haben ( auch weit mehr als 40 Stunden die Woche) aber einfach, Pech gehabt haben, oder zu naive waren oder etwas riskiert (z.B. selbständig)  und dabei alles verloren haben dabei oder wirtschaftlich  nicht schlau genug waren.






 




MoinMoin

#805
Zitat von: Hart in Gestern um 13:59Das kommt wohl aus deiner privilegierten Lebenssituation.
Es geht um die Aussage, dass man nach lebenslangen arbeiten aufs Pfandflaschen sammeln angewiesen ist.
ZitatBei einem durchschnittlichen Einkommen von rund 13 Euro hat man nach 45 Jahren Arbeit eine
Rente von rund 900 Euro erwirtschaftet.
Damit ist man eben nicht aufs Pfandflaschen sammeln angewiesen. (und ich komme stand heute da auf 1000€) aber egal
ZitatBis vor kurzen gab es nicht mal den Mindestlohn, auch Dir sollte es dämmern das es viele arme Rentner geben wird die sicher nicht zu wenig gearbeitet hatten, sondern Sie wurden nur zu gering bezahlt.
Absolut richtig und habe ich auch nicht bestritten, sondern selbst angebracht, dass ich solche Menschen kenne.
ZitatWer unter 1800 Euro Rente bekommt und alleine lebt, hat in den meisten Regionen in Deutschland sicher kein gutes auskömmliches Renten leben.
Es geht um die Aussage, dass man nach lebenslangen arbeiten aufs Pfandflaschen sammeln angewiesen ist.
ZitatUnd man muss nicht am Hungertuch nagen um arm zu sein. Armut fängt viel viel früher an und ich bin mir
sicher das die meisten armen Rentner in ihrem Leben oft mehr gearbeitet haben als die meisten besserverdienenden Angestellten im öffentlichen Dienst.
OECD technisch bei 60% MÄE und da ist man schnell
ZitatIch zumindest kenne viele Vitas von zukünftigen armen Rentner die immer gearbeitet haben ( auch weit mehr als 40 Stunden die Woche) aber einfach, Pech gehabt haben, oder zu naive waren oder etwas riskiert (z.B. selbständig)  und dabei alles verloren haben dabei oder wirtschaftlich  nicht schlau genug waren.
Abermals mein Hinweis, genauso so etwas habe ich in meinem obigen Beitrag schon angebracht.

Faunus

Es gibt Schieflagen, die man selbst zu verantworten hat - persönliches Pech und das Sozialsystem fängt ab!
Es gibt Schieflagen, die man selbst nicht/kaum zu verantworten  hat - persönliches Pech und das Sozialsystem fängt ab!

Wie schreibst Du immer so schön: "Finde den Fehler!"


DiVO

Zitat von: Faunus in Gestern um 10:12Die Pfandflaschensammler sind real.
Es sind keine klassischen "Obdachlose".
Aber es stimmt: ich kenne ihre Biographie nicht - könnte auch "Hungerkünstler"/Dauersozialhilfeempfänger/formals Reiche, die ihr Einkommen verjubelt haben/Alleinerziehende im Teilzeitjob" 45 Jahre lang gewesen sein. Ich frage die Leute, die in Mülleimern nach Flaschen und Dosen suchen in der Regel nicht, wie lange sie irgendwo eingezahlt haben.

Der Hausmeister unserer Wohnanlage geht jeden Morgen um 5 Uhr Spazieren und sammelt dabei Pfandflaschen. Müsste er das machen? Neben seiner Rente und der Hausmeisterstelle auf Minijobbasis gehören ihm zwei Wohnungen. Eine vermietet, die andere selbst bewohnt.

Nicht alle Pfandsammler müssen das machen. Manche machen es, weil sie einfach kein Geld auf der Straße liegen lassen wollen.

Johann

Zitat von: DiVO in Gestern um 19:08Der Hausmeister unserer Wohnanlage geht jeden Morgen um 5 Uhr Spazieren und sammelt dabei Pfandflaschen. Müsste er das machen? Neben seiner Rente und der Hausmeisterstelle auf Minijobbasis gehören ihm zwei Wohnungen. Eine vermietet, die andere selbst bewohnt.

Nicht alle Pfandsammler müssen das machen. Manche machen es, weil sie einfach kein Geld auf der Straße liegen lassen wollen.
Dem sollte jemand mal stecken, dass er lieber 604€ im Monat verdienen sollte, damit er keine Steuern drauf zahlen muss bzw. die Einkünfte aus dem Minijob nicht die Steuerprogression erhöhen. Rechnet sich möglicherweise mehr, als bei der Morgenrunde Flaschen zu sammeln.