Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

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Max_Muster

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 11:54Interessant. Den Beitrag auf abgeordnetenwatch habe ich doch glatt überlesen.Nun, dass ist eine Aussage! Daran muss er sich im Zweifel messen lassen.

Dann Frage ich mich aber, wie er die dann anstehenden, deutlichen Besoldungssteigerungen vermeiden will. Welche Taschenspielertricks hat er noch auf Lager?
Im Endeffekt kennt nur er und ein enger Kreis die genauen Zahlen. Ich gehe davon aus, dass sie beraten und alle Szenarien abwägen und hin- und herschieben um gleichzeitig im verfassungsmäßigen Rahmen zu bleiben aber auch den Haushalt nicht zu sehr zu belasten.
Ein Weg für die Zukunft werden sicher weniger Verbeamtungen und effizientere Strukturen in den Behörden sein.
Als Lehrer merke ich, dass bereits jetzt tausende Stellen fehlen, Führungspositionen unbesetzt bleiben und weit über 1000 Schulleitungspositionen unbesetzt sind.
Mit fällt auf, dass der Job trotz guter Bezahlung bei jungen Menschen extrem unattraktiv geworden ist. Besonders junge Menschen ohne Familie arbeiten bei uns Teilzeit und melden sich oft aufgrund der Belastungssituationen krank. Andere Kolleg:innen fangen die Lücken dann auf und mit vielen statistischen Tricks gelingt es die Überstunden unvergütet zu lassen.
Zusammen mit weiteren zehntausenden wegfallenden Stellen bis in die 2030er Jahren, die laut Prognose nur zum Teil ausgeglichen werden können (allein aufgrund fehlender Ausbildungsmöglichkeiten) ergibt sich hier ein gigantisches Sparpotenzial.
Meine Frau arbeitet bei der Stadt Köln im Bereich Organisation. Dort rechnen sie aufgrund natürlicher Fluktuation etwa ab 2028/2029 mit massiven Personalengpässen, besonders in den höher besoldeten Positionen.
Faktisch sprechen wir (wahrscheinlich) von 2-3 Jahren die fiskal überbrückt werden müssen, dann wird der bestehende Personalmangel dem Land massive Einsparungen bei den Personalkosten bescheren, denn subsitutiv beschäftigte Seiteneinsteiger werden in der Regel nicht verbeamtet und erheblich niedriger eingestuft als vergleichbares verbeamtetes Personal.
Wie die genauen Zahlen aussehen wissen aber nur die entsprechenden Behörden. Als Laie muss man sich die Zahlen zusammenstückeln und deuten. Das ist alles nicht mehr als Lesen in der Glaskugel.

LehrerInNRW

Es lohnt sich übrigens die den Gesetzestextes zur Neuregeleung der Besoldung kinderreicher Beamter zu lesen.
Wenn ich mich recht erinnere betrugen die Nachzahlungen für 10 Jahre 90 Millionen €. Die jährlichen Kosten bewegten sich damals in gleicher Höhe.

Da sieht man welche Dimensionen das auf Zeit spielen für den FM hat.

Ganz ehrlich, ich in seiner Position würde genauso handeln.

Schneewitchen

Zitat von: Max_Muster in Heute um 12:30Im Endeffekt kennt nur er und ein enger Kreis die genauen Zahlen. Ich gehe davon aus, dass sie beraten und alle Szenarien abwägen und hin- und herschieben um gleichzeitig im verfassungsmäßigen Rahmen zu bleiben aber auch den Haushalt nicht zu sehr zu belasten.
Ein Weg für die Zukunft werden sicher weniger Verbeamtungen und effizientere Strukturen in den Behörden sein.
Als Lehrer merke ich, dass bereits jetzt tausende Stellen fehlen, Führungspositionen unbesetzt bleiben und weit über 1000 Schulleitungspositionen unbesetzt sind.
Mit fällt auf, dass der Job trotz guter Bezahlung bei jungen Menschen extrem unattraktiv geworden ist. Besonders junge Menschen ohne Familie arbeiten bei uns Teilzeit und melden sich oft aufgrund der Belastungssituationen krank. Andere Kolleg:innen fangen die Lücken dann auf und mit vielen statistischen Tricks gelingt es die Überstunden unvergütet zu lassen.
Zusammen mit weiteren zehntausenden wegfallenden Stellen bis in die 2030er Jahren, die laut Prognose nur zum Teil ausgeglichen werden können (allein aufgrund fehlender Ausbildungsmöglichkeiten) ergibt sich hier ein gigantisches Sparpotenzial.
Meine Frau arbeitet bei der Stadt Köln im Bereich Organisation. Dort rechnen sie aufgrund natürlicher Fluktuation etwa ab 2028/2029 mit massiven Personalengpässen, besonders in den höher besoldeten Positionen.
Faktisch sprechen wir (wahrscheinlich) von 2-3 Jahren die fiskal überbrückt werden müssen, dann wird der bestehende Personalmangel dem Land massive Einsparungen bei den Personalkosten bescheren, denn subsitutiv beschäftigte Seiteneinsteiger werden in der Regel nicht verbeamtet und erheblich niedriger eingestuft als vergleichbares verbeamtetes Personal.
Wie die genauen Zahlen aussehen wissen aber nur die entsprechenden Behörden. Als Laie muss man sich die Zahlen zusammenstückeln und deuten. Das ist alles nicht mehr als Lesen in der Glaskugel.

Tja, so könnte die Zukunft in der Tat aussehen. Ich bin mit meinen Job nicht in den Leistungsprozessen angesiedelt, bekomme aber immer die Klagen aus der Fläche mit.

Frei werdende Dp werden gerne nicht neu besetzt oder können mangels geeigneter Bewerber nicht neu besetzt werden. Daher nimmt die Arbeitsverdichtung immer weiter zu.

Trotz gegenteilig formulierter Erwartungen werden die Standards langsam schlechter. Die Fehlerhäufigkeiten in den Dienststellen nehmen im Zeitablauf zu.

Mal sehen was passiert, wenn diese Entwicklung beim Bürger ankommt....

Anderseits ist Geiz vermutlich immer noch geil. Offensichtlich möchte der FM ein betriebswirtschaftliches Prinzip durchsetzen, welches es aus guten Gründen nicht gibt, die Erreichung eines maximalen Erfolges bei Einsatz minimalster Mittel.
Deus hic finitur

Rallyementation

Zitat von: Henri74 in Heute um 11:58Das habe ich auch gelesen und hoffe natürlich, dass er sich daran hält. Damit würde sich die Besoldung in NRW aber noch deutlicher als in Brandenburg erhöhen und NRW die anderen Länder unter Zugzwang bringen. Halte ich nicht so für wahrscheinlich aber wer weiß...

Ich lese "fiktiven Partnereinkommen - keine Veränderung gegenüber der aktuellen Rechtslage"

Rechtslage ist: Fantasieeinkommen wird grds. weiter berücksichtigt. Bei der unveränderten Rechtslage ist aber nicht auch die Höhe des Einkommens fixiert. Die betragsmäßigen Folgen sind nur noch nicht kommuniziert.

(Beispiel: Fahren ohne Fahrschein ist lt. Rechtslage Beförderungserschleichung. Diese aktuelle Rechtslage ist die unveränderte Rechtslage seit fast hundert Jahren. Nur die Folge gem. EVO hat sich betragsmäßig immer weiter erhöht.)

Des weiteren wird im Grundsatz jeder Person ein fikiver Partner hinzugefügt. Bisher wurde allerdings nur den realen Beamten die fiktiven Partner herbei illusioniert. Der zweite noch fehlende Schritt ist das dem Fiktivpartner seinerseits noch sein Fiktivpartner fehlt.

Also ist die Beamtenbesoldung an den heute überwiegend gelebten Patchwork-Familien-Sandwich-Beamten auszurichten.

Also bei unveränderter Rechtslage "Fiktivpartner" ist weder Anzahl noch deren zu erbringenden Hauptalimentation zur ergänzenden direkten Gebietskörperschaftsalimentation des Beamten ersichtlich.

Max_Muster

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 12:45Tja, so könnte die Zukunft in der Tat aussehen. Ich bin mit meinen Job nicht in den Leistungsprozessen angesiedelt, bekomme aber immer die Klagen aus der Fläche mit.

Frei werdende Dp werden gerne nicht neu besetzt oder können mangels geeigneter Bewerber nicht neu besetzt werden. Daher nimmt die Arbeitsverdichtung immer weiter zu.

Trotz gegenteilig formulierter Erwartungen werden die Standards langsam schlechter. Die Fehlerhäufigkeiten in den Dienststellen nehmen im Zeitablauf zu.

Mal sehen was passiert, wenn diese Entwicklung beim Bürger ankommt....

Anderseits ist Geiz vermutlich immer noch geil. Offensichtlich möchte der FM ein betriebswirtschaftliches Prinzip durchsetzen, welches es aus guten Gründen nicht gibt, die Erreichung eines maximalen Erfolges bei Einsatz minimalster Mittel.

An den Schulen ist die Situation heute schon katastrophal und daran wird sich in den nächsten 10-15 Jahren nichts ändern, zumindest dann nicht, wenn wir nicht gemeinsam mit Eltern und Kindern das Bildungsministerium abfackeln und aus den kläglichen Resten etwas neues aufbauen.

Schneewitchen

Zitat von: Max_Muster in Heute um 12:48An den Schulen ist die Situation heute schon katastrophal und daran wird sich in den nächsten 10-15 Jahren nichts ändern, zumindest dann nicht, wenn wir nicht gemeinsam mit Eltern und Kindern das Bildungsministerium abfackeln und aus den kläglichen Resten etwas neues aufbauen.

Eine Freundin von mir war bis vor ein paar Monaten Lehrerin und hat aber dann aufgegeben. Sie ist mit der Gesamtsituation nicht mehr klar gekommen und ist jetzt in der Erwachsenenbildung tätig. Sie ist jetzt deutlich zufriedener und glücklicher.
Deus hic finitur

Max_Muster

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 12:52Eine Freundin von mir war bis vor ein paar Monaten Lehrerin und hat aber dann aufgegeben. Sie ist mit der Gesamtsituation nicht mehr klar gekommen und ist jetzt in der Erwachsenenbildung tätig. Sie ist jetzt deutlich zufriedener und glücklicher.
Das höre und lese ich auch immer öfter.

Schmiss

Mir stellen sich anlässlich der aA in NRW ein paar Fragen:

1. Vor ein paar Jahren, ich meine, mit der Erhöhung der Besoldung vor zwei Jahren um erst 200 Euro und dann noch mal 5,5%, wurde in den Gesetzesberatungen von der Opposition gefragt, wie denn mit den Vorjahren umzugehen sei und den etwaigen Nachzahlungen. Konkret ging es um die Höhe der PKV. Es galt ja noch der 15%-Abstand zum Bürgergeld. Der Herr FM hat jedes Mal geantwortet, dass die Berechnungen der Vorjahre noch nicht abgeschlossen war, weil die Zahlen noch nicht vorliegen. Das müsste doch nun aber alles transparent vorliegen, oder nicht?

2. Für welchen Zeitraum wird das Gesetz wohl zurückreichen? Ab 2025, 2026 oder erst ab 2027? Bremen, BB und S-H haben doch, glaube ich, sogar das Jahr 2024 noch einmal angefasst. Warum eigentlich?

3. Mein Dienstherr erinnert alle Beamten stets Anfang Dezember an den einzulegenden Widerspruch. Er ist fast formlos und sagt nur aus, dass man Widerspruch gegen die Besoldung einlegt. Nicht, wogegen konkret. Ich mache das jetzt seit 2019. Ich frage mich aber, wo das hinführen soll. Immerhin wurde seitdem das fiktive Partnereinkommen eingeführt und die Berechnungsgrundlage der aA geändert. Wann werde ich also einen Rückrechnung der Jahre von 2019 erhalten und wie soll die aussehen? Oder werde ich die Ansprüche noch vererben? Bin ja fast 48 Jahre alt.

4. Die Kommunen, die ohnehin unter finanziellen Engpässen leiden, müssen ja irgendwann einen gewaltigen Batzen an Geld locker machen um die Widersprüche (siehe 3.) abzugelten. Auch wenn kumuliert mehr Zahlungen angefallen wären, wenn für alle die Besoldung zu jeder Zeit aA gewesen wäre, stellt das doch eine große Summe auf einen Schlag dar. Ich würde als Bürgermeister oder als Kämmerer gerne vom Land mal eine Wasserstandsmeldung haben und auch, wann das ganze kommen soll. Sonst haben wir in 20 Jahren extrem hohe Nachzahlungsbeträge.

Was denkt Ihr?

Robertbob

Was das Nichteinreichen eines Widerspruchs betrifft, kann ich aus Erfahrung nur sagen, das bei Kommunalverwaltungen einige den deshalb nicht einreichen, weil sie sich dadurch Nachteile bei einer späteren Beförderung/Aufstieg ausrechnen. Der DH könnte das ja persönlich nehmen.

Max_Muster

Widersprüche landen nicht in der Personalakte, zumindest nicht beim Land. Das habe ich überprüft.