Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

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Rheini

Positiv bewertet sagt der FH, dass es verfassungskonform ist und wie bei allem, der Rechtsweg offen steht.

Man kennt es doch 3 Juristen, vier Meinungen 🤷.

Dominic231

Na ja, ich kann das schon verstehen. Die sparen jedes Jahr Milliarden. Wenn man irgendwelche kreative Juristen findet und die sagen der Landesregierung ihr könnt viel Geld sparen und bis das vom Gericht vielleicht gekippt wird, dann seid ihr eh nicht mehr da.
Da vergisst man schon mal gerne die Verpflichtung des DH. 😂

Robertbob

Ob SH oder, Berlin oder, Hessen oder sonstwo, man verweigert den Beamten über viele Jahre eine amtsangemesse Bezahlung, wartet dann abschließende Gerichtsurteile ab, um dann, wenn es nicht mehr anders geht, doch diese Sauerei zu beenden und wenn nötig denen die immer und immer wieder in Widerspruch gegangen sind, den Fehlbetrag nachzuzahlen Alle anderen schauen mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

JayBrak

Zitat von: SonicBoom in 31.03.2026 11:44Verstehe ich das richtig. Wenn es der Wirtschaft gut geht wird an uns gespart, wenn es der Wirtschaft schlecht geht, kann man uns nicht finanzieren?

Das ist nicht das Argument, das ich gebracht habe.

Ich habe gesagt, dass in den vergangenen Jahrzehnten notwendige Reformen nicht durchgeführt worden sind.

Das haben wir nicht zu verantworten, aber trotzdem müssen wir damit umgehen.

Und die Lösung kann nicht sein, dass wir vor notwendigen Reformen die Augen verschließen und auf Pump versuchen unseren Lebensstandard zu erhalten.

Ein Wohlstandsverlust ist aus meiner Sicht nicht mehr zu vermeiden, ohne dass wir die nächste Generation noch viel stärker belasten (unseren Wohlstand durch Schulden erhalten).

Man könnte diesen Wohlstandsverlust ein wenig geringer halten, wenn es der Wirtschaft gut gehen würde. Das tut es aber nicht.

Uns Beamten geht es sehr gut. Der einzige Sektor im Arbeitsbereich der noch wächst, ist der öffentliche Dienst. Das ist ein sehr ungesundes Verhältnis im Vergleich zur Wirtschaft.

Und es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Armut zunimmt, viele Menschen um ihre Jobs zittern und man zeitgleich aufgrund von Grundgesetzvorgaben eine Belastung des öffentlichen Haushalts erfolgt, der nicht tragbar ist.

Auch (neben vielen weiteren Bereichen) der öffentliche Sektor und die Beamtenbesoldung brauchen eine Reform. Ich kritisiere nicht das Verfassungsgericht.

Aber das Grundgesetz muss geändert werden, sodass das Verfassungsgericht anders urteilen kann.

Robertbob

Die Idee mit der GG-Änderung kannst getrost vergessen. Stichwort 2/3 Mehrheit. Was bei mir doch im Laufe der Jahrzehnte hängen geblieben ist, wenn es der Wirtschaft sehr gut geht, bedauert man die armen schlechtbezahlten MA im öffentlichen Dienst,  geht es der Wirtschaft jedoch schlecht schimpft man auf die faulen Beamten und dann sind scheinbar alle im öffentlichen Dienst Beamte, welche ja unkündbar sind und über ein gutes Einkommen verfügen. Die Medien tun auch immer wieder alles um den öffentlichen Dienst und gerade auch die Beamten zu diskreditieren.

Quasselstrippe

Zitat von: JayBrak in 31.03.2026 19:05Und es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Armut zunimmt, viele Menschen um ihre Jobs zittern und man zeitgleich aufgrund von Grundgesetzvorgaben eine Belastung des öffentlichen Haushalts erfolgt, der nicht tragbar ist.

Auch (neben vielen weiteren Bereichen) der öffentliche Sektor und die Beamtenbesoldung brauchen eine Reform. Ich kritisiere nicht das Verfassungsgericht.

Aber das Grundgesetz muss geändert werden, sodass das Verfassungsgericht anders urteilen kann.

in welche Richtung könnte denn eine Grundgesetzänderung gehen, um Beamte auf ein akzeptables und finanzierbares Niveau zu drücken?

teilweise berichten ja Beamte hier, dass sie unter Bürgergeldniveau Familien betreiben müssen; allzu viel dürfte man da am unteren Ende möglicherweise nicht mehr herausholen können, oder?


Rheini

Zitat von: JayBrak in 31.03.2026 19:05Das ist nicht das Argument, das ich gebracht habe.

Ich habe gesagt, dass in den vergangenen Jahrzehnten notwendige Reformen nicht durchgeführt worden sind.

Das haben wir nicht zu verantworten, aber trotzdem müssen wir damit umgehen.

Und die Lösung kann nicht sein, dass wir vor notwendigen Reformen die Augen verschließen und auf Pump versuchen unseren Lebensstandard zu erhalten.

Ein Wohlstandsverlust ist aus meiner Sicht nicht mehr zu vermeiden, ohne dass wir die nächste Generation noch viel stärker belasten (unseren Wohlstand durch Schulden erhalten).

Man könnte diesen Wohlstandsverlust ein wenig geringer halten, wenn es der Wirtschaft gut gehen würde. Das tut es aber nicht.

Uns Beamten geht es sehr gut. Der einzige Sektor im Arbeitsbereich der noch wächst, ist der öffentliche Dienst. Das ist ein sehr ungesundes Verhältnis im Vergleich zur Wirtschaft.

Und es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Armut zunimmt, viele Menschen um ihre Jobs zittern und man zeitgleich aufgrund von Grundgesetzvorgaben eine Belastung des öffentlichen Haushalts erfolgt, der nicht tragbar ist.

Auch (neben vielen weiteren Bereichen) der öffentliche Sektor und die Beamtenbesoldung brauchen eine Reform. Ich kritisiere nicht das Verfassungsgericht.

Aber das Grundgesetz muss geändert werden, sodass das Verfassungsgericht anders urteilen kann.

Der DH kann hier innerhalb der Grenzen des GG agieren.

Deine Kritik sollte sich also m. M. nach an den Verantwortlichen richten.

Quasselstrippe

Zitat von: Quasselstrippe in 31.03.2026 19:28in welche Richtung könnte denn eine Grundgesetzänderung gehen, um Beamte auf ein akzeptables und finanzierbares Niveau zu drücken?

teilweise berichten ja Beamte hier, dass sie unter Bürgergeldniveau Familien betreiben müssen; allzu viel dürfte man da am unteren Ende möglicherweise nicht mehr herausholen können, oder?



damit kein falscher Eindruck entsteht: ich bin überhaupt kein Freund davon, die Gehälter im ÖD - egal ob Beamte oder Angestellte - zu reduzieren; ich bin der Ansicht, dass diese mindestens in Teilen deutlich zu niedrig sind; aber ich bin auch der Ansicht, dass der Staat viel zu viele Aufgaben übernommen hat und man da kräftig ausmisten müsste... und natürlich modernisieren und Digitalisierung nutzen, wo es sinnvoll ist und Gewinn bringt... lieber ein deutlich kleinerer ÖD, aber dafür mit kontinuierlich gut qualifiziert gehaltenen und motivierten Menschen, die anständig bezahlt werden

Rheini

Zitat von: Quasselstrippe in 31.03.2026 19:35damit kein falscher Eindruck entsteht: ich bin überhaupt kein Freund davon, die Gehälter im ÖD - egal ob Beamte oder Angestellte - zu reduzieren; ich bin der Ansicht, dass diese mindestens in Teilen deutlich zu niedrig sind; aber ich bin auch der Ansicht, dass der Staat viel zu viele Aufgaben übernommen hat und man da kräftig ausmisten müsste... und natürlich modernisieren und Digitalisierung nutzen, wo es sinnvoll ist und Gewinn bringt... lieber ein deutlich kleinerer ÖD, aber dafür mit kontinuierlich gut qualifiziert gehaltenen und motivierten Menschen, die anständig bezahlt werden


Und wieder geht es in Richtung der DH.

Ich bin auch der Meinung, das es nicht so weiter geht. Gerade werden wieder voele Beamte verbeamtet.

Solange die Kritik Richtung DH geht, bin ich dabei. Was jedoch nicht geht ist, dass die Beamten verantwortlich gemacht werden

Ich kann ja auch nicht zig Handwerker für einen Hausbau beauftragen und wenn es ans zahlen geht sagen, dass es zuviele Handwerker mit hohen Rechnungen gibt und ich daher jetzt mal alles um 30% kürze und die Handwerker für meine Situation verantwortlich mache


Der richtige Weg wäre gewesen, ein kleineres Haus zu bauen.

Robertbob

"dafür mit kontinuierlich gut qualifiziert gehaltenen und motivierten Menschen, die anständig bezahlt werden".
Die Grundlagen für diese Änderung legt der DH schon seit Jahrzehnten. Ich glaube, du solltest dich noch mal hier belesen, wir werden seit Jahrzehnten zum Narren gehalten, wer soll den da noch Vertrauen in so ein verfahrenes System haben und statt einem gut bezahlen Job in der freien Wirtschaft im öffentlichen Dienst anfangen, in der Hoffnung das sich da was positiv verändern wird.

Max_Muster

Zitat von: JayBrak in 31.03.2026 19:05Das ist nicht das Argument, das ich gebracht habe.

Ich habe gesagt, dass in den vergangenen Jahrzehnten notwendige Reformen nicht durchgeführt worden sind.

Das haben wir nicht zu verantworten, aber trotzdem müssen wir damit umgehen.

Und die Lösung kann nicht sein, dass wir vor notwendigen Reformen die Augen verschließen und auf Pump versuchen unseren Lebensstandard zu erhalten.

Ein Wohlstandsverlust ist aus meiner Sicht nicht mehr zu vermeiden, ohne dass wir die nächste Generation noch viel stärker belasten (unseren Wohlstand durch Schulden erhalten).

Man könnte diesen Wohlstandsverlust ein wenig geringer halten, wenn es der Wirtschaft gut gehen würde. Das tut es aber nicht.

Uns Beamten geht es sehr gut. Der einzige Sektor im Arbeitsbereich der noch wächst, ist der öffentliche Dienst. Das ist ein sehr ungesundes Verhältnis im Vergleich zur Wirtschaft.

Und es kann nicht sein, dass auf der einen Seite die Armut zunimmt, viele Menschen um ihre Jobs zittern und man zeitgleich aufgrund von Grundgesetzvorgaben eine Belastung des öffentlichen Haushalts erfolgt, der nicht tragbar ist.

Auch (neben vielen weiteren Bereichen) der öffentliche Sektor und die Beamtenbesoldung brauchen eine Reform. Ich kritisiere nicht das Verfassungsgericht.

Aber das Grundgesetz muss geändert werden, sodass das Verfassungsgericht anders urteilen kann.

Das sehe ich anders und bin trotzdem entspannt mit Deiner Antwort:

Fakt ist: Reformen müssen her. Allerdings strukturell und nicht einseitig durch pauschale Kürzungen, wie es bisher geschieht. Es gibt viele kluge Ideen dafür, die sich Menschen ausgedacht haben, die mehr Ahnung davon haben als ich. Prinzipiell ist eine Abschaffung des Beamtentums bis auf bestimmte Kernbereiche aber sicher eine gute Idee, auch für Beamte selber um ihnen mehr Flexibilität zu geben und die Möglichkeit für Anreize zu schaffen.

Mein Beispiel ist: ich bin Seiteneinsteiger, habe mich als Beamter ganz nach oben gearbeitet und habe nun die nächsten 14 Jahre keinerlei Anreize mehr mich anzustrengen. Das ist absolutes Gift für die Motivation. In der freien Wirtschaft konnte ich Unsummen verdienen durch Leistung und Fähigkeiten. Mit Familie war die Zukunft in unsicheren Zeiten aber nicht planbar.
Aktuell sind meine Kompetenzen vollkommen wertlos. Egal wie viel ich arbeite und was ich leiste. Als Angestellter würde ich neue Herausforderungen suchen, als Beamter sitze ich meine Zeit ab. Ich denke ich bin einer von vielen. Zumindest kenne ich viele Kolleg:innen, die einen tollen Job machen und hoch motiviert sind.

Gerade für diese Menschen sind diese festgefahrenen Strukturen und die Verweigerung einer angemessenen Alimentation frustrierend, zumal auch diese schließlich dynamisch ist und sich am Medianeinkommen orientiert. Das bedeutet also: sinkt es, dann sinkt unser Anspruch, steigt es, steigt er. Das geht vollkommen konform mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Ich sehe keinen Grund ein schlechtes Gewissen zu haben.

Am Handy getippt - Schreibfehler sind also gratis. ;)

Robertbob

Du vermischt hier in deiner Geschichte zwei völlig unterschiedliche Arten/ Typen von Menschen.  Da ist zum einen der Überfliegen in der freien Wirtschaft und auf der anderen Seite den sicherheitsbewusste Beamten. Ersterer wird niemals in den öffentlichen Dienst gehen, denn er liebt das Risiko verbunden mit einem deutlich höherem Gehalt. Dem Anderen ist Sichheit und geregeltes Einkommen wichtiger.
Da kann man auch die berühmten Äpfel mit den Birnen vergleichen.

Max_Muster

Zitat von: Robertbob in 01.04.2026 18:17Du vermischt hier in deiner Geschichte zwei völlig unterschiedliche Arten/ Typen von Menschen.  Da ist zum einen der Überfliegen in der freien Wirtschaft und auf der anderen Seite den sicherheitsbewusste Beamten. Ersterer wird niemals in den öffentlichen Dienst gehen, denn er liebt das Risiko verbunden mit einem deutlich höherem Gehalt. Dem Anderen ist Sichheit und geregeltes Einkommen wichtiger.
Da kann man auch die berühmten Äpfel mit den Birnen vergleichen.

Das ist so nicht richtig. Erstens gibt es auch im öffentlichen Dienst viele "Seiteneinsteiger", die Vergleiche ziehen können und zweitens ändern sich Lebensphasen immer wieder.
Mal möchte man viel verdienen, dann tritt die Familie in den Vordergrund. Auch im öffentlichen Dienst gibt es viele Menschen, die etwas erreichen wollen.
Es muss die Möglichkeit geben Leistung angemessen zu honorieren. Manche kommunale Verwaltung haben das erkannt und motivieren ihre Angestellten wie Unternehmen in der freien Wirtschaft das tun.
Ich bleibe dabei, dass wir ohne Reformen, angemessene Bezahlung und leistungsgerechte Vergütung nicht weiter kommen.

Robertbob

Ich komme aus der Kommunalverwaltung. Mir ist aus Fortbildungen von Kollegen und Kolleginnen aus anderen Verwaltungen nicht einmal übermittelt worden, das es dort irgendwelche finanziellen Motivationen gibt. Weder für tariflich Beschäftigte und schon garnicht für Beamte. Solltest du jedoch die sogenannte Leistungsprämie, welche vor ca. 20 Jahren eingeführt wurde, meinen, muss ich dich leider enttäuschen, es handelt sich hierbei in erster Linie um eine Sympathie- oder Nasenprämie die jährlich ausgezahlt wird. Dort wird in den allermeisten Fällen Leistung nicht belohnt.
Und das wirkt auf viele welche täglich ihre Leistung abliefern, jedoch nicht mit dem Entscheider/ Fachbereichsleiter etc. auf Schmusekurs sind, eher demotivierend aus.

hydrou

Eine naive Frage zum Verständnis: Falls Jahre später nachgezahlt werden muss, erfolgt das dann i.d.R. inkl. oder exkl. Zinsen für die verlorenen Jahre?