Besoldungsrunde 2025-2028 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, 14.02.2026 19:57

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Rheini

Zitat von: Floki in Gestern um 07:23Ich gehe davon aus, dass das maßgebliche MAE in NRW niedriger sein wird als beim Bund. Des Weiteren hat NRW damals mit der Zuschlagsorgie ab dem dritten Kind zumindest (fragliche) Anpassungen vorgenommen, während der Bund seit 2020 auf Anpassungen gewartet hat.
Es wäre ja schon ein halbes Wunder, wenn man Anpassungen wie Schleswig-Holstein vornehmen würde....Wenn ich es richtig gesehen habe, ist NRW mittlerweile beinah Schlusslich in der Besoldung. Selbst mit merklichen Erhöhungen würde man sich erst Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Thürigen annähren, welche noch gar keine Anpassungen vorgenommen haben - zumindest wenn man von der Grundbesoldung ohne Kinder ausgeht.

Wenn ich mich nicht verkuckt habe, liegen die MAE bis auf ein paar hundert Euro für 2024 beim Bund und i NRW bei ca. 44k. Also gleich auf .....

Finanzer

Die Werte ergeben sich aus der Tabelle AR.7 bei Statista; dort 5.Dezil (Median).
NRW liegt knapp unterm Bund oder knapp drüber.

Schneewitchen

Zitat von: Rheini in Gestern um 06:44Die Haushalte werden allerdings nur deshalb massivst belastet, weil in den vergangenen Jahrzehnten der DH die Augen wissentlich verschlossen hat.

Stimmt! Das ändert aber nichts an den eintretenden haushaltstechnischen Herausforderungen.

Gerade auch die Haushaltslage der Kommunen ist derzeit extrem angespannt. Für die Kommunen, deren Zahlen ich genauer kenne, sind derartige Erhöhungen eigentlich nicht zu stemmen.

Die Sparwut der Vergangenheit holt jetzt die Ländern und Kommunen ein. Das hier die Probleme von den Dienstherren selbst geschaffen worden sind, dass interessiert die mediale öffentliche Meinung selbstverständlich nicht, insbesondere dann nicht, wenn die anstehenden Belastungen an anderer Stelle in den Haushalten kompensiert werden müssen.

Rallyementation

Zitat von: Casiopeia1981 in Gestern um 07:14Ich hoffe, dass das jetzt klappt. Ich habe einmal versucht die Differenz zwischen den prognostischen Werten (TV-L-Ergebnis) und dem Referentenentwurf zur Bundesbesoldung in eine Tabelle zu packen.
[...]

https://oeffentlicher-dienst.info/beamte/bund/a/2026/a/vergleich.beamte-nrw-2026.m.html

Casiopeia1981

Danke!

Zu dem Thema Haushaltslage hat sich das BVerfG auch eindeutig geäußert.

Deswegen entspannt bleiben, da wird ein ordentlicher Schluck kommen. Es lohnt sich wirklich im Gesetzentwurf des Bundes die Einleitung und die Begründungen zu lesen.

Am Ende kommt man zu seinem Recht und rückwirkend.

Finanzer

Zitat von: Casiopeia1981 in Gestern um 08:49Danke!

Zu dem Thema Haushaltslage hat sich das BVerfG auch eindeutig geäußert.

Deswegen entspannt bleiben, da wird ein ordentlicher Schluck kommen. Es lohnt sich wirklich im Gesetzentwurf des Bundes die Einleitung und die Begründungen zu lesen.

Am Ende kommt man zu seinem Recht und rückwirkend.

Zum Thema Haushalt stimme ich völlig zu, da hat sich das BVerfG abschließend geäußert.

Zu unserem Recht kommen sehe ich anders:
Erst wenn der Vermögensschaden aufgrund der fehlenden Verzinsung ausgeglichen ist, erst wenn Schadensersatz für die verloren Lebenschancen der teilweise prekär lebenden Beamtenkinder geleistet wurde, erst dann haben wir unser Recht.
Alles andere ist nur Anzalung.

Rheini

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 08:21Stimmt! Das ändert aber nichts an den eintretenden haushaltstechnischen Herausforderungen.

Gerade auch die Haushaltslage der Kommunen ist derzeit extrem angespannt. Für die Kommunen, deren Zahlen ich genauer kenne, sind derartige Erhöhungen eigentlich nicht zu stemmen.

Die Sparwut der Vergangenheit holt jetzt die Ländern und Kommunen ein. Das hier die Probleme von den Dienstherren selbst geschaffen worden sind, dass interessiert die mediale öffentliche Meinung selbstverständlich nicht, insbesondere dann nicht, wenn die anstehenden Belastungen an anderer Stelle in den Haushalten kompensiert werden müssen.

Genau weil es bewusst oder unbewusst verzehrt dargestellt wird, versuche ich das in Diskussionen richtig zu stellen. Nicht der einzelne Beamte ist Schuld, sondern der DH.

Und jeder der ein solches Amt annimmt sollte wissen, dass er für die Sünden der Vergangenheit mit gerade zu stehen hat.

Schneewitchen

Zitat von: Finanzer in Gestern um 08:57Zum Thema Haushalt stimme ich völlig zu, da hat sich das BVerfG abschließend geäußert.

Zu unserem Recht kommen sehe ich anders:
Erst wenn der Vermögensschaden aufgrund der fehlenden Verzinsung ausgeglichen ist, erst wenn Schadensersatz für die verloren Lebenschancen der teilweise prekär lebenden Beamtenkinder geleistet wurde, erst dann haben wir unser Recht.
Alles andere ist nur Anzalung.

Dann wird es wohl bei der Anzahlung bleiben. Vermögensschäden oder Schadensausgleich in anderer Form ist in dem Zusammenhang nicht vorgesehen. Die vorenthaltenen Besoldungsteile der Vergangenheit werden ja nicht einmal verzinst.

Das macht dieses "Spiel auf Zeit" für die DH ja auch noch etwas attraktiver.

Schneewitchen

Zitat von: Casiopeia1981 in Gestern um 08:49Danke!

Zu dem Thema Haushaltslage hat sich das BVerfG auch eindeutig geäußert.

Deswegen entspannt bleiben, da wird ein ordentlicher Schluck kommen. Es lohnt sich wirklich im Gesetzentwurf des Bundes die Einleitung und die Begründungen zu lesen.

Am Ende kommt man zu seinem Recht und rückwirkend.

De jure absolut richtig. Vor Ort tut sich hier aber ein immenses Spannungsfeld zwischen dem juristisch Notwendigen und dem haushaltstechnisch Möglichen auf.

Ohne die DH hier verteidigen zu wollen, sehe ich hier nur die enormen Haushaltsbelastungen und leite daraus ab, dass der FM in NRW mit allen erdenklichen Mitteln versuchen wird, die Ansprüche, die halt jetzt im Raum stehen, möglichst herunter zu gestalten.

Die Summen, die bei den Bundesbeamten jetzt im Raum stehen, die werden in NRW so niemals annähernd realisiert!

Es würde mich freuen, wenn mein Pessimismus an der Stelle unbegründet wäre. Spätestens mit der Einführung des fiktiven Partnereinkommens ist aber deutlich geworden, dass die betreffenden Länder (hier: NRW) kein Interesse an einer fairen Besoldung haben sondern dieses besondere Dienst- und Treueverhältnis auf ihrer Seite vornehmlich möglichst kostengünstig gestaltet wissen wollen.

Rheini

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 11:28De jure absolut richtig. Vor Ort tut sich hier aber ein immenses Spannungsfeld zwischen dem juristisch Notwendigen und dem haushaltstechnisch Möglichen auf.

Ohne die DH hier verteidigen zu wollen, sehe ich hier nur die enormen Haushaltsbelastungen und leite daraus ab, dass der FM in NRW mit allen erdenklichen Mitteln versuchen wird, die Ansprüche, die halt jetzt im Raum stehen, möglichst herunter zu gestalten.

Die Summen, die bei den Bundesbeamten jetzt im Raum stehen, die werden in NRW so niemals annähernd realisiert!

Es würde mich freuen, wenn mein Pessimismus an der Stelle unbegründet wäre. Spätestens mit der Einführung des fiktiven Partnereinkommens ist aber deutlich geworden, dass die betreffenden Länder (hier: NRW) kein Interesse an einer fairen Besoldung haben sondern dieses besondere Dienst- und Treueverhältnis auf ihrer Seite vornehmlich möglichst kostengünstig gestaltet wissen wollen.

Na dann muss das BVerfG halt entscheiden  8) .

Max_Muster

Wer argumentiert, dass der Haushalt des Landes eine Erhöhung nicht hergibt macht es sich imho zu einfach.
Dieses Argument hören wir, gefühlt, seit Anbeginn der Zeitrechnung. Wer aber bei Engpässen immer nur auf Kosten des Personals spart und wenn Geld zur Verfügung steht es mit offenen Armen munter verteilt, darf sich nicht wundern wenn ihm diese Praxis irgendwann auf die Füße fällt. Es ist ja nicht so, dass wir uns über große Zuwendungen freuen durften als die Steuern noch gesprudelt sind. Auch dann wurde gegeizt und bei den Löhnen gespart. Viele Unternehmen bedienen in solchen Zeiten ihre Belegschaft mit üppigen Sonderzahlungen um sie bei Laune zu halten.

Finanzer

@Max_Muster: Es ist sogar so, das eine Erhöhung der Beamtenbesoldung sogar genau die richtige Maßnahme wäre um die Wirtschaft zu stützen, da dies direkt den Binnenkonsum ankurbelt.
Stattdessen werden Steuergeschenke für Überreiche verteilt (48 Milliarden Köroerschaftssteuersenkung), Subventionen erhöht (Kerosinssteuer wird gesenkt) etc.
Jemand der Behauptet Deutschland hätte kein Geld für eine Verfassungsgemäße Alimentation, der lügt.
Das Geld ist da, der Wille fehlt.

Robertbob

Nun wie oben schon erwähnt. Der DH spielt auf Zeit und hegt die Hoffnung vorn BVerfG nicht zu verlieren. Verliert er muss er nachzahlen aber ohne Verzugszinsen,  verliert er nicht, lässt er sich für die Zukunft noch andere Schweinerein einfallen,  is es vom BVerfG ein Stopp gibt und hat uns alle für viele Jahre um eine amtsangemessene Bezahlung betrogen.

AR76

Zitat von: Floki in Gestern um 07:23Ich gehe davon aus, dass das maßgebliche MAE in NRW niedriger sein wird als beim Bund. Des Weiteren hat NRW damals mit der Zuschlagsorgie ab dem dritten Kind zumindest (fragliche) Anpassungen vorgenommen, während der Bund seit 2020 auf Anpassungen gewartet hat.
Es wäre ja schon ein halbes Wunder, wenn man Anpassungen wie Schleswig-Holstein vornehmen würde....Wenn ich es richtig gesehen habe, ist NRW mittlerweile beinah Schlusslich in der Besoldung. Selbst mit merklichen Erhöhungen würde man sich erst Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Thürigen annähren, welche noch gar keine Anpassungen vorgenommen haben - zumindest wenn man von der Grundbesoldung ohne Kinder ausgeht.

Mit einem Kind würde ich beim Bund jetzt schon erheblich mehr verdienen, aber wenn das so kommt wie oben, zieht der Bund weit davon.

Und warum bekommen Staatssekretäre fast 20% mehr? Krasser Unterschied zum Rest der Beamten.

Na warten wir mal ab, was NRW sich so schönrechnet.

Schneewitchen

Zitat von: Robertbob in Gestern um 13:16Nun wie oben schon erwähnt. Der DH spielt auf Zeit und hegt die Hoffnung vorn BVerfG nicht zu verlieren. Verliert er muss er nachzahlen aber ohne Verzugszinsen,  verliert er nicht, lässt er sich für die Zukunft noch andere Schweinerein einfallen,  is es vom BVerfG ein Stopp gibt und hat uns alle für viele Jahre um eine amtsangemessene Bezahlung betrogen.

So ist es. Die letzte Äußerung des NRW FM auf "abgeordneten watch" deutet in diese Richtung. Es wird weiter auf Zeit gespielt.

Ich erwarte irgendwelche Schweinereien. Die Einführung des fiktiven Partnereinkommens hat gezeigt, dass unser DH vor keinerlei kreativer Maßnahmen zurückschreckt, um unsere Bezüge möglichst zu drücken.