Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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Organisator

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 11:06Wie würde man das sachlich begründen? Wir liegen derzeit beim Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei knapp 60%. Dieser Wert steigt stetig. Ein neues AKW hat eine Planungs-/Bauzeit von 15-20 Jahren. Es wäre in jeder Hinsicht klüger dezentrale Speichermöglichkeiten für überschüssige erneuerbarer Energien zu entwickeln und aufzubauen. Und wenn es schlicht ein mit Wasserstoff betriebenes Gaskraftwerk oder die Speicherbatterie in jedem Haushalt ist. Es wird übrigens auch genauso kommen - wir werden in Deutschland keine neuen AKW sehen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Volle Zustimmung.

Zumal ein AKW auch gar nicht netzdienlich wäre. Wenn Regenerative zuwenig Strom liefern braucht es schnelle (idealerweise schwarzstartfähige) Stromlieferanten. AKWs können das nicht. Daher große Batterien (siehe Kalifornien), Pumpkraftwerke (siehe Österreich) oder notfalls Gaskraftwerke (wobei grüner Wasserstoff ziemlich ineffizient Energie speichert).

Rowhin

Sehe ich genauso - man kann darüber streiten, ob der Ausstieg aus der Atomkraft (nach Gesichtspunkt 1-1879) richtig war oder nicht. Aber einen logischen, sachlichen Weg zurück in die Atomkraft sehe ich nicht mehr.

highperformer

#587
Zitat von: Hugo Stieglitz in Gestern um 09:09Für KKW's muss das Netz eben nicht ausgebaut werden, da die Netze Jahrzehnte damit funktioniert haben.

Ja, mag sein. Jahrzehntelang gabs auch kein Homeoffice und fast alle Leute waren tagsüber auf Arbeit und sind dann abends heim und haben Strom verbraucht und mit Öl/Gas geheizt und alles war ziemlich gut planbar und der Nachtspeicherofen war das Ding aller Dinge. Heutzutage haben wir eine andere Gesellschaft und alleine die Tatsache, dass ein KKW im Sommer einfach mal wochenlang ausfallen kann (Flatterstrom halt), während das ganze Land die Klimaanlagen anschmeißt, erfordert sowieso Anpassungen. Das gab es einfach nicht in der Form, als wir noch AKW hatten. Die Investitionen wären also auch bei einer reinen Atom-Strategie nötig.

Zitat von: Organisator in Gestern um 11:11oder notfalls Gaskraftwerke (wobei grüner Wasserstoff ziemlich ineffizient Energie speichert).

Was ja völlig egal ist, Kohle ist ja auch nur mäßig effizient und wurde jahrelang genutzt und hat mehr Dreck gemacht als der grüne Wasserstoff, der sich zu Zeiten negativer Strompreise ja egal mit welcher Effizienz immer lohnt. Das ist ja das geile an den Erneuerbaren. Und am Ende gewinnt der, der günstiger speichern kann, und das werden eher Salz-Batterien oder sowas sein.

NelsonMuntz

Zitat von: Petar T. in Gestern um 07:29Es kommt nicht oft vor, aber diesen Absatz kann ich unwidersprochen stehenlassen. Meine volle Zustimmung.

Für den Rest gilt das dann schon wieder eher nicht. Die AfD ist mittlerweile zu einer Arbeiterpartei geworden, zumindest wenn man sich anschaut, von wem sie gewählt wird. Selbst wenn sich die Arbeiter und generell die unteren Einkommensschichten wieder der SPD annähern würden - es gibt Gründe, weshalb das aber nicht geschieht - würde das nichts an dem Grundproblem ändern. Es gibt viele Millionen Menschen in Deutschland, die sich Fortschritt, Veränderungen und Weitsicht nicht leisten können. Für die 6-8 Tausend EUR nach Anrechnung der maximalen Förderung für eine Wärmepumpe nicht einfach zu stemmen sind. Davon abgesehen lebt das unterste Einkommensterzil zu 75-80% zur Miete. Die Wohnkosten fressen häufig bis zu 30% oder mehr des Einkommens auf. Diese Menschen leiden besonders unter den hohen Energie- und Kraftstoffpreisen - die sie eben gerade nicht beeinflussen können. Das sind Menschen, die sich oft kein E-Auto leisten können. Manchmal muss man eben auch den Elfenbeinturm verlassen, um die Lebenswirklichkeit anderer Menschen zu erfassen.

Früher haben diese Wähler eine Heimat in der SPD gefunden, zum Teil auch in der Linken. Wie sieht es heute aus? Die SPD steuert auf die Bedeutungslosigkeit zu, die Linke erstarkt. Interessanterweise erfährt Letztere den Zuspruch aber von jungen, gebildeten (zumindest formal), urbanen Menschen, vorrangig Frauen. Der klassische Arbeiter fühlt sich immer weniger angesprochen. Für mich ist das wenig verwunderlich, wenn man sich lieber auf LGBTQ und die Bekämpfung des vermeintlich wiederkehrenden Faschismus konzentriert, statt die wichtigen Themen anzugehen.

Petar, über politische Fehlentwicklungen der "Altparteien" und das verlorengegangene Vertrauen kann man sachlich diskutieren. Ich sehe hier insbesondere auch bei der Union und der SPD erheblichen Lernbedarf, Grüne, Linke und auch die FDP sind relativ stabil, was ihre Kernklientel betrifft. Die AfD jetzt aber als "Arbeiterpartei" zu bezeichnen, greift völlig fehl, denn selbst aus deren Programm geht eindeutig hervor, dass Niedrigverdiener keine wesentlichen Entlastungen zu erwarten haben. Du bist eigentlich schlau genug, um diese Art der Bauernfängerei selbst zu erkennen. Wenn jemand vom bedingungslosen Grundeinkommen in auskömmlicher Höhe mit ausschließlich sinnstiftender, vor allem aber freiwilliger Tätigkeit daherfabuliert, dann packst Du Dir doch auch (völlig zu Recht!) an den Kopf.

Möglicherweise hast Du aber durchaus ein Interesse daran, möglichst viele, eher einfach gestrickte Geister hinter die Fichte zu führen um sie dort mit völkischen Narrativen zu zu befüttern. Diese so manipulierten Massen kann man dann in den demokratischen Abstimmungsprozess schicken - daher auch das große Interesse an Volksabstimmungen. Ein gut "vorbereitetes" Volk, wird schon wissen, was richtig oder falsch ist. Das diffus völkische schimmert ja immer wieder in der AfD (und auch bei Dir) durch. Ich wiederhole also meine Bitte, Deine diesbezüglichen Gedanken zu konkretisieren:

... ansonsten warte ich noch auf Deine konkreten Ideen zur Erlangung einer deutschen, ethnokulturellen Einheit und der (gleichberechtigten) Segregation der deutschen Nation. EU-Austritt und DM-Mark sind sicher gesetzt, aber was machst Du, wenn die vielen kulturfremden Passdeutschen nicht gehen wollen?

Organisator

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 15:54(...) denn selbst aus deren Programm geht eindeutig hervor, dass Niedrigverdiener keine wesentlichen Entlastungen zu erwarten haben.

Das ist ja das irritierende. Menschen mit höherer Bildung wählen die AfD tendenziell weniger, also sind die Wähler typischerweise die Bevölkerungsgruppe mit eher geringem Einkommen. Scheinbar lesen sie deren Wahlprogramm nicht sondern orientieren sich nur an den vorgetragenen Aussagen der Meinungsführer.

Ist ja auch schön einfach. Bloß ein bestimmten Bevölkerungsteil ausschließen und schon gehts mir selbst besser, ohne was gemacht haben zu müssen.

MoinMoin

Zitat von: Hugo Stieglitz in Gestern um 09:09Für KKW's muss das Netz eben nicht ausgebaut werden, da die Netze Jahrzehnte damit funktioniert haben.
Und warum? weil die Netze um die KKW gebaut wurden.
Wenn also die stromintensiven Abnehmer dorthin wandern wo die Energie ist, dann muss man die Netze auch nicht dorthin ausbauen, wo sie die Abnehmer jetzt sind.
Ein ganz normaler Transformationsprozess.

MoinMoin

Zitat von: Petar T. in Gestern um 07:29Für die 6-8 Tausend EUR nach Anrechnung der maximalen Förderung für eine Wärmepumpe nicht einfach zu stemmen sind.
Das heißt aber auch, dass sie sich einen neuen Brennwertkessel, wenn der alte kaputt ist, nicht leisten können und weiter in den Wald gehen müssen und Holz sammeln?
Die WP Tauscher die ich kenne, die zahlten Netto für den Austausch nicht mehr als für den Austausch zu der vorherigen Technik.
Zitat von: Petar T. in Gestern um 07:29Die Wohnkosten fressen häufig bis zu 30% oder mehr des Einkommens auf.
Und das ist nichts neues und war auch vor 30 Jahren schon der Fall, der Wohnkostenanteil hat sich hier nur im Bereich Heizkosten verändert, der Rest ist seit Dekaden bundesweit gesehen ziemlich stabil.
Trotzdem ist und bleibt die seit Dekaden existierende Wohnraumknappheit in Ballungszentren ein ernsthaftes Problem, wo der Staat leider nicht erfolgreich gegensteuert.

Rowhin

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:32Und warum? weil die Netze um die KKW gebaut wurden.
Wenn also die stromintensiven Abnehmer dorthin wandern wo die Energie ist, dann muss man die Netze auch nicht dorthin ausbauen, wo sie die Abnehmer jetzt sind.
Ein ganz normaler Transformationsprozess.

Jetzt könnte man natürlich sagen "aber es ist ja viel weniger aufwändig, wenn man die Netze nur um ein paar zentrale KKWs bauen muss!" oder ähnliches, aber selbst wenn das stimmen würde, ist vielleicht ein dezentraleres Netz, das nicht an wenigen Knotenpunkten lahmgelegt werden kann, in diesen Zeiten ein eigener Vorteil...

MoinMoin

Zitat von: Rowhin in Heute um 07:40Jetzt könnte man natürlich sagen "aber es ist ja viel weniger aufwändig, wenn man die Netze nur um ein paar zentrale KKWs bauen muss!" oder ähnliches, aber selbst wenn das stimmen würde, ist vielleicht ein dezentraleres Netz, das nicht an wenigen Knotenpunkten lahmgelegt werden kann, in diesen Zeiten ein eigener Vorteil...
Dies und andere Kosten die durch KKWs entstehen (würden), werden natürlich zu gerne nicht mit einbezogen in die Kostenrechnung.

Also ich bin absolut dafür, dass man es den Unternehmen erlauben sollte wieder in Deutschland KKWs bauen zu dürfen, natürlich ohne das Staatsgelder dafür gepimpt werden, denn der Subventionstopf (300, 400 Mrd oder wie viel war das nochmal?) für diese Energieform ist längst ausgeschöpft.
Mal sehen ob die Wirtschaft daran ein Interesse hat.
Wenn D aber eigenen Atomwaffen bauen will, dann sieht es natürlich ganz anders aus und FJS würde sich freuen.

MoinMoin

Zitat von: Organisator in Gestern um 16:02Scheinbar lesen sie deren Wahlprogramm nicht sondern orientieren sich nur an den vorgetragenen Aussagen der Meinungsführer.
Das ist doch bei den linken Zecken nichts anderes

Petar T.

Zitat von: Organisator in Gestern um 16:02Das ist ja das irritierende. Menschen mit höherer Bildung wählen die AfD tendenziell weniger, also sind die Wähler typischerweise die Bevölkerungsgruppe mit eher geringem Einkommen. Scheinbar lesen sie deren Wahlprogramm nicht sondern orientieren sich nur an den vorgetragenen Aussagen der Meinungsführer.

Ist ja auch schön einfach. Bloß ein bestimmten Bevölkerungsteil ausschließen und schon gehts mir selbst besser, ohne was gemacht haben zu müssen.


Das stimmt. Die einen machen es sich auf diese Weise einfach, die anderen dadurch, dass sie Wählergruppen als dumm bezeichnen.

Wenn man die Regierungszeiten seit der Wiedervereinigung betrachtet, ergeben sich erstaunliche Erkenntnisse.
In diesen 36 Jahren war die SPD knapp 23,8 Jahre an der Regierung. Seit 1998 gab es nur vier Jahre (2009-2013) ohne Regierungsbeteiligung. Ähnlich bei der CDU. Sie kommt gar auf 25,5 Jahre. In den letzten 20 Jahren ebenfalls nur vier Jahre ohne Regierungsbeteiligung. Ähnlich sieht es in Sachsen-Anhalt aus. Dort kommen SPD und CDU auf knapp 28 Jahre.

Wenn sich der ungebildete Einfaltspinsel fragt, wen er wählen soll, hat er das im Hinterkopf. Vielleicht erinnert er sich auch daran, wie Merz tönte "Links ist vorbei", nur um sich anschließend von der SPD am Nasenring durch die Manege ziehen zu lassen. Möglicherweise erinnert er sich auch daran, dass die Energiepreise - geopolitische Ereignisse kurz ausgeblendet - in erster Linie durch bewusste Entscheidungen in die Höhe getrieben wurden. Geplante CO2-Verteuerungen, erhöhte Steuern und Abgaben und der durch den Atomausstieg erforderliche Netzumbau - alles rein politische Entscheidungen der Parteien, die der Pöbel gefälligst ohne zu murren zu wählen hat.

Wie sieht es denn mit Reformen und Entlastungen der "guten" Parteien aus? Die aktuelle Steuerreform ist ein Rohrkrepierer und bringt kaum spürbare Entlastungen. Sagt zumindest der Bund der Steuerzahler. Auf welche Reformen kann man sich denn überhaupt verständigen? Große Schritte sind weder in die eine noch in die andere Richtung möglich. Stattdessen muss jede noch so marginale Änderung in erbitterten Grabenkämpfen ausgefochten werden.

Aber klar, der AfD-Wähler ist einfach zu dumm. Er soll das lieber alles ignorieren und fest daran glauben, dass das, was in den Wahlprogrammen steht, auch 1:1 so umgesetzt wird.  Es kommt alles so, wie es bei SPD und CDU steht. Das war aufgrund der Mehrheitsverhältnisse zwar in den letzten 20 Jahren schon nicht möglich und kann, denkt man genauer darüber nach, ohne absolute Mehrheit nie funktionieren, aber diesmal klappt es. Wirklich, ganz bestimmt.





Organisator

Zitat von: Petar T. in Heute um 07:49(...) Aber klar, der AfD-Wähler ist einfach zu dumm. Er soll das lieber alles ignorieren und fest daran glauben, dass das, was in den Wahlprogrammen steht, auch 1:1 so umgesetzt wird.  (...)

Wie du an meinen Beiträgen erkennen kannst, bewerte ich weder Personen, noch Personengruppen sondern deren Verhalten.
Mich wundert es, wie man auf komplexe Probleme einfache Lösungen anbietet, die nachweislich nicht funktionieren und dennoch Wähler gewinnt. Sei es hier oder in den USA.

Blöd nur, dass die etablierten Parteien mit ihrem Unvermögen, Politik richtig zu erklären, die Wähler eben zu den Volksverführern treiben. Einiges an Reformen wurde in den letzten Jahren umgesetzt, aber in der Öffentlichkeit wird der Streit um Dinge zelebriert, die noch in der Abstimmung sind.

Hugo Stieglitz

Zitat von: highperformer in Gestern um 14:43Ja, mag sein. Jahrzehntelang gabs auch kein Homeoffice und fast alle Leute waren tagsüber auf Arbeit und sind dann abends heim und haben Strom verbraucht und mit Öl/Gas geheizt und alles war ziemlich gut planbar und der Nachtspeicherofen war das Ding aller Dinge. Heutzutage haben wir eine andere Gesellschaft und alleine die Tatsache, dass ein KKW im Sommer einfach mal wochenlang ausfallen kann (Flatterstrom halt), während das ganze Land die Klimaanlagen anschmeißt, erfordert sowieso Anpassungen. Das gab es einfach nicht in der Form, als wir noch AKW hatten. Die Investitionen wären also auch bei einer reinen Atom-Strategie nötig.
Die Anzahl an Klimaanlagen in Deutschland ist nun doch recht überschaubar und weil im Sommer die Betriebszeit von KKW's vereinzelt sinkt, von Flatterstrom zu sprechen ist doch recht populistisch.
Was hier in der Diskussion irgendwie untergeht: Ich diskutiere gar nicht das pro oder contra von Kernenergie, sondern die Methodik mit der die preislichen Vorteile des einen gegenüber dem anderen gemessen werden. Ich kann die Parameter von Studien explizit so auswählen, dass der von mir gewünschte Weg, als der preiswertere erscheint. In meinen Augen wird das gemacht. Mit dem Ergebnis, dass man Menschen sagt, es werde preiswerter aber in Wirklichkeit wird es teurer. Das hat Auswirkungen, die hier im Thread ausgiebig diskutiert werden.

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:40Und das ist nichts neues und war auch vor 30 Jahren schon der Fall, der Wohnkostenanteil hat sich hier nur im Bereich Heizkosten verändert, der Rest ist seit Dekaden bundesweit gesehen ziemlich stabil.
Trotzdem ist und bleibt die seit Dekaden existierende Wohnraumknappheit in Ballungszentren ein ernsthaftes Problem, wo der Staat leider nicht erfolgreich gegensteuert.
Also seit 2010 sind die Nettokaltnmieten bundesweit um 70% gestiegen? In meinen Augen ist das alles andere als stabil. Die Kaltmieten wachsen schneller als die Durchschnittslöhne. Heizkosten kommen natürlich noch oben drauf.

NelsonMuntz

Petar, ich verrate Dir jetzt mal ein Geheimnis: Es sind gar keine Räume für großartige Entlastungen vorhanden. Echt!

Und jetzt kommt das nächste Geheimnis: Schuld daran sind eben nicht nur die Union und die SPD, sondern vor allem die Bürger, die diese an die Macht gewählt haben.

Noch ein Geheimnis gefällig? Diese "Entlastungsphantasien", die sich die AfD zusammenfantasiert, würden diese Fehlentwicklungen sogar beschleunigen. Die Effekte der isolationistischen Ideen sind dabei nicht mal berücksichtigt. Dabei sind die Wünsche der Bürger (die ja zur aktuellen Misere beigetragen haben) immer noch die gleichen: "Ich will mehr vom Kuchen!"

Und ja: Dem "Einfaltspinsel" ist das nicht bewusst - der klagt nur sein Leid und gibt den anderen die schuld. Da dieser aber auch nicht über die kognitiven Fähigkeiten verfügt, kann man ihn ganz einfach mit irgendwelchen Programmen überzeugen. Dabei reichen oft die Möglichkeiten der Grundschulmathematik, um zu belegen, dass die AfD für die kleineren Einkommen gar keine signifikante Entlastung auf der Einkommensseite plant. Ferner stehen eher der Wegfall von Sozialleistungen auf dem Programm, oder auch mehr Eigenverantwortung in Renten- oder Krankenversicherungsfragen. Der einfache Bürger wird unter der AfD verarmen. Ist aber auch so gewollt. Genauso wie es gewollt ist, dass der einfache Bürger seine Kinder nicht mehr auf ein Gymnasium schicken soll - schließlich soll es dort nur einen Platz geben, wenn man (im Alter von 10 Jahren!) seine Studierwilligkeit zum Ausdruck bringt. Da auch das Bafög sicher so eine abzuschaffende Sozialleistung sein wird, werden die Eltern die Finanzierung eines Studiums bei Anmeldung am Gymnsasium sicher garantieren müssen.

Ein eher abhängiges und von Aufstiegsmöglichkeiten befreites Volk kann man besser führen. Insbesondere, wenn man den ollen ÖRR durch einen viel besser wirkenden Parteifunk ersetzt!

Das deutsche Volk mag eben keine liberale "Unordnung", sondern lebt viel lieber in einer echten Klassengesellschaft mit klaren Rollen, die ein jeder mit vollem Stolz im Dienste der Nation auszufüllen gedenkt.

Ich stelle Dir jetzt ein drittes Mal diese Frage: Wie gedenkst Du, nicht in Deinem Sinne integrationswillige "Passdeutsche" zur Ausreise zu bewegen?

Dein Freund Siegmund hat ja schon die Nutzung von "Kriegsgerät" im Kontext mit Abschiebungs- und Remigrationsoperationen in Aussicht gestellt.


Petar T.

Gut, dann ist der AfD-Wähler eben nicht dumm, er verhält sich nur so.

Welchen Vorteil erhofft man sich davon, gegen Strohmänner zu argumentieren? Das AfD-Programm verspricht keine Entlastungen für geringe Einkommen. Fakt! Und jetzt? Weswegen genau darf dann diese Gruppe die AfD nicht wählen? Welchen Unterschied macht es, ob Entlastungen nicht kommen, weil sie gar nicht erst geplant sind oder aber weil sie geplant sind, aber mangels geeigneter Mehrheiten überhaupt nicht umsetzbar sind?

Einfache Antworten auf komplexe Fragen, die Politik nur besser erklären  :o
Bist du es, Friedrich?

Wie können Antworten nachweislich nicht funktionieren, wenn vorgeschlagene Maßnahmen noch gar nicht wirken konnten? Oder gilt der Nachweis schon als erbracht, wenn das andere Parteien einfach behaupten?

Wie erklärt man richtig, dass sich in Deutschland knapp eine Million abgelehnte Asylbewerber aufhalten? Wie erklärt man richtig, dass in NRW 30%, in Bayern 20% der Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung nicht über für den Grundschulunterricht ausreichende Deutschkenntnisse verfügen? Wie erklärt man richtig, dass Menschen aus den Asylherkunftsländern, bspw. Syrien und Afghanistan, in der Kriminalstatistik (insb. Drogen-, Gewalt- und Sexualdelikte) deutlich überrepräsentiert sind (und jetzt bitte nicht mit Männern kommen, denn auch im Vergleich mit deutschen Männern sind diese Gruppen überrepräsentiert. Nachweislich sind auch ausländische Frauen häufiger straffällig als deutsche Männer.)? Wie erklärt man richtig, dass wir weiter Milliarden Euro in die Ukraine stecken, obwohl die Nord Stream-Pipline durch Ukrainer gesprengt worden ist? Wie erklärt man in diesem Zusammenhang richtig, dass sich der staatliche russische Geheimdienst anstellt wie dilettantische Deppen und es nicht schafft, das in ein paar Metern Entfernung zum Zaun abgestellte Flugzeug zu sprengen und sich nicht einmal die Mühe macht, ein paar Taler für Material auszugeben, auf dem nicht schon aufgedruckt steht "Putin war es!"? Wie erklärt man richtig, darin und in zwei im Wald vergrabenen Pistolen glasklare Beweise zu sehen, während man bei Nord Stream die Ermittlungen abwartet, weil es ja auch sein könnte, dass es ohne staatliche Beteiligung der Ukraine oder anderer Staaten, die ein Interesse an plötzlicher Gas-Nachfrage aus Deutschland haben könnten, einfach nur ein paar Hobbytaucher waren, die eine Pipeline in 90 Metern tiefe auf dem Meeresgrund sprengen?

Diese und viele weitere Fragen kann man nicht ohne Gesichtsverlust und Schuldeingeständnisse beantworten. Deshalb bügelt man das dann einfach als komplexe Zusammenhänge ab, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Leicht durchschaubar, wie die Wahlergebnisse zeigen.

Wie dem auch sei, jetzt werden wir am Sonntag im ersten Schritt unseren Kanzler und Parteivorsitzenden in den Ruhestand schicken. Ob es taktisch klug war, sich selbst dieses Ultimatum zu setzen, kann dahinstehen. Möglicherweise war es der Todesstoß für die Parteikollegen aus MV.