[TV-L] Tarifrunde der Länder

Begonnen von IchLiebeBeamtentum, 14.09.2025 20:33

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Paterlexx

Zitat von: Ozymandias in Gestern um 17:56Hausaufgaben verteilen ist halt keine hoheitliche Tätigkeit.

Vor allem, wenn man bei FF-Demos gemütlich seinen Chai Latte schlürft. Bei der einen Demo an einem Samstag war weder ein junger Mensch noch ein Lehrer zu sehen. Sagt eigentlich alles.

Dass ein Schulleiter Beamter ist, ist völlig in Ordnung. Warum aber ein Grundschullehrer verbeamtet wird, der in einer Großstadt nicht einmal die Sprache von rund 70 % seiner Klasse spricht, bleibt mir ein Rätsel.

Parallel dazu können in der Verwaltung in den nächsten zehn Jahren dank KI und Automatisierung problemlos 60 % der Stellen entfallen. E-Mails lesen, Akten pflegen und Excel-Listen verwalten rechtfertigt keinen aufgeblähten Apparat mehr. Allein die rund 64.000 Mitarbeiter der Deutsche Rentenversicherung, bei denen Anträge regelmäßig falsch berechnet werden, sind ein Paradebeispiel für einen ausufernden Staat.

Die entscheidende Frage lautet am Ende: Was macht man mit all diesen Leuten? Die Fabriken, etwa bei BMW, werden in absehbarer Zeit nahezu vollständig ohne menschliche Arbeitskräfte laufen.

LehrerBW

Zitat von: Ozymandias in Gestern um 17:56Hausaufgaben verteilen ist halt keine hoheitliche Tätigkeit.
Naja...gibt immernoch die Schulpflicht. Ich denke, dass der Staat nicht drumrumkommen würde ne bestimmte Anzahl zu verbeamten. Ohne Verbeamtung und der damit einhergehenden Abordnungen an bestimmte Stadtteilschulen wäre eine flächendeckende Versorgung schon bisher nicht möglich.
Dank früher Familiengründung ist der Kelch Gott sei Dank an mir vorbeigegangen.

IchLiebeBeamtentum

Zitat von: AltStrG in Gestern um 18:02Das wird nun vorbei sein. Ich glaube daran, dass demnächst drastisch weniger verbeamtet, befördert und eingestellt wird. Die Standzeiten in den jeweiligen Statusämtern werden länger sein, die Standzeiten in den Erfahrungsstufen auch.

Die Verbeamtungen werden sich zudem auf den absoluten Kernbereich des staatlichen Gewaltmonopols und der allgemeinen Rettung und Verteidigung konzentrieren, als Polizei, Feuerwehr, Justiz, Finanzen (Stellenweise), Zoll (Vollzug), Verfassungsschutz, Bundeswehr.


Keines der Bundesländer will, bevor Berlin nicht entschieden oder zumindest eine Leitlinie hat, eigene gesetzliche Regelungen in Kraft setzen. Das ist keine Frage der Rechtswissenschaften, sondern eine Frage der handelnden Politiker und der Politik und kommenden Gerichtsbeschlüssen.

Daraus kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Ich verhandle mein Gehalt mit meinem Arbeitgeber in Gehaltsverhandlungen und meiner Leistung: und günstig bin ich nicht. Eher sehr teuer. Wenn also das Land XYZ nicht höher besolden will, dann hat man eine gewisse politische Richtung. Insbesondere dann, wenn man Gerichtsbeschlüsse abwarten will. Wenn Berlin die Spitze der Besoldung darstellen wird, können die anderen Bundesländer gar nicht anders, als nachzuziehen. Irgendwann in naher Zukunft, so meine persönliche Meinung, wird die Besoldung eh wieder Bundesheinheitlich sein, meinetwegen ergänzt um Wohnzuschläge/Ortszuschläge.

Dass der Bund bereits vorher handeln wird (wenn die Ankündigungen stimmen), dann liegt das an der finanziellen  Firepower und daran, dass bereits Besoldungsreformen für 2023/2024 angedacht waren.

Kannst du uns noch die nächsten 6 aus 49 nennen?

IchLiebeBeamtentum

Zitat von: Paterlexx in Gestern um 20:05Vor allem, wenn man bei FF-Demos gemütlich seinen Chai Latte schlürft. Bei der einen Demo an einem Samstag war weder ein junger Mensch noch ein Lehrer zu sehen. Sagt eigentlich alles.

Dass ein Schulleiter Beamter ist, ist völlig in Ordnung. Warum aber ein Grundschullehrer verbeamtet wird, der in einer Großstadt nicht einmal die Sprache von rund 70 % seiner Klasse spricht, bleibt mir ein Rätsel.

Parallel dazu können in der Verwaltung in den nächsten zehn Jahren dank KI und Automatisierung problemlos 60 % der Stellen entfallen. E-Mails lesen, Akten pflegen und Excel-Listen verwalten rechtfertigt keinen aufgeblähten Apparat mehr. Allein die rund 64.000 Mitarbeiter der Deutsche Rentenversicherung, bei denen Anträge regelmäßig falsch berechnet werden, sind ein Paradebeispiel für einen ausufernden Staat.

Die entscheidende Frage lautet am Ende: Was macht man mit all diesen Leuten? Die Fabriken, etwa bei BMW, werden in absehbarer Zeit nahezu vollständig ohne menschliche Arbeitskräfte laufen.

Schön, dass du bestimmst, was in Ordnung ist und was nicht. Versuche mal Cappuccino statt Chai.

LehrerInNRW

Zitat von: Paterlexx in Gestern um 20:05Vor allem, wenn man bei FF-Demos gemütlich seinen Chai Latte schlürft. Bei der einen Demo an einem Samstag war weder ein junger Mensch noch ein Lehrer zu sehen. Sagt eigentlich alles.

Dass ein Schulleiter Beamter ist, ist völlig in Ordnung. Warum aber ein Grundschullehrer verbeamtet wird, der in einer Großstadt nicht einmal die Sprache von rund 70 % seiner Klasse spricht, bleibt mir ein Rätsel.


Ich lach mich schlapp!

Was war denn die eine Demo am Samstag? Zuviel Herr der Ringe gelesen?

Und woran erkennst du einen Lehrer? Ich lass mein Cordsakko immer in der Schule und trage Engelbert Strauss damit man mich für einen Handwerker hält.

Du schreibst dir hier immer einen Stuss zusammen!

Schick mir mal per PN deine Adresse - Dann bastel ich dir was schönes aus Alu und schick es dir.


AltStrG

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Gestern um 21:14Kannst du uns noch die nächsten 6 aus 49 nennen?

Das wäre zu viel des Guten. Ich bin zwar gut, aber nicht SO gut ;)

Rukh

Zitat von: Ozymandias in Gestern um 17:56Hausaufgaben verteilen ist halt keine hoheitliche Tätigkeit.

Wieder jemand der keine Ahnung von Schule hat. Ich selbst bin kein Lehrer, aber dank meiner Partnerin habe ich genug Einblick in die Herausforderungen die dort täglich auf einen warten. Nein, es geht nicht um Hausaufgaben verteilen.

Nur weil man selbst zur Schule gegangen ist oder Kinder hat die zur Schule gehen, hat man keine Ahnung davon. Nur weil ich ein Auto fahre, kann ich es nicht reparieren. Nur weil ich Excel öffnen kann und ein Smartphone habe, habe ich Digitalisierung und Prozesse die zur Digitialisierung passen nicht verstanden.

Gerade die Grundschule ist der Schmelztiegel der Gesellschaft. Was die Kinder dort mitnehmen, nicht inhaltlich, sondern vor allem sozial ist entscheidend für unser weiteres Miteinander. Es müssten dort sogar noch viel mehr Lehrer als hoheitliche Beamte sein, damit ich eben als Dienstherr viel mehr Abordnungs- und Einsatzflexibilität habe.
Stellt euch vor die Schulen würden bestreikt werden oder die Leute bewerben sich einfach weg und man findet keine Lehrer mehr.
Das System ist seit Jahren auf Kante genäht und dann will man das noch reduzieren - ein Witz sind solche Forderungen.

Stell dir vor: es gibt sogar Schulen an denen gibt es keine Hausaufgaben mehr, weil selbstbestimmtes Lernen viel wichtiger ist.

Ich würde solchen Leuten mal einen Rollentausch von einer Woche vorschlagen und dann führen wir die Neiddebatte nochmal neu.

AngemessenA13limentiert

Zitat von: Ozymandias in Gestern um 17:56Hausaufgaben verteilen ist halt keine hoheitliche Tätigkeit.

Komisch. Dafür hat der Freistaat Bayern 2025 verbeamtet wie ein Weltmeister. Z.B. Warteliste von Lehramt Gymnasium ist von 2500 Bewerbern auf knapp 100 geschrumpft...alles jetzt A13/A14 Lehrer mit Pension!  ;)  Vielleicht geht es doch eher realistisch gesehen um flächendeckende Versorgung gerade um den Münchner Speckgürtel und Personalnot wegen G9/zusätzlicher 13. Klasse in allen Gymnasiun als um "hoheitliche Tätigkeit"  ;D  ;D

Versuch

Zitat von: AngemessenA13limentiert in Heute um 08:12Komisch. Dafür hat der Freistaat Bayern 2025 verbeamtet wie ein Weltmeister. Z.B. Warteliste von Lehramt Gymnasium ist von 2500 Bewerbern auf knapp 100 geschrumpft...alles jetzt A13/A14 Lehrer mit Pension!  ;)  Vielleicht geht es doch eher realistisch gesehen um flächendeckende Versorgung gerade um den Münchner Speckgürtel und Personalnot wegen G9/zusätzlicher 13. Klasse in allen Gymnasiun als um "hoheitliche Tätigkeit"  ;D  ;D

Und gleichzeitig finde ich als verbeamteter Lehrer, dass es eine Verbeamtung nicht braucht und m.m..n sogar schadet.
Netto müssten angestellte LK gleichzeitig gleich verdienen und auf ähnliche Altersvorsorge kommen, da man ansonsten keine guten Leute findet.
Für den DH ließe sich dann nichts sparen...
In der Schweiz beispielsweise klappt das und dort ist dann die Teamarbeit, tlw. Motivation usw. Besser ausgeprägt (eigene Erfahrung).

Rukh

Um das nochmal zu unterstreichen: Ein verbeamteter Lehrer kostet den DH nach meinen Infos eigentlich weniger als der Tarifangestellte. Stichwort Sozialversicherungsbeiträge. Die DH sollten doch eigentlich froh darüber sein, die Pensionslast auf ganz entfernte Legislaturen zu schieben.

Schlimm ist die Fragmentierung von Tarifangestellten und verbeamteten Lehrern. Das sorgt für Neiddiskussion innerhalb des Kollegiums die unnötig sind.

Die Konsequenz aus einer nicht Verbeamtung von Lehrkräften wäre, dass sich der Staat als AG über eine eigene Entgeltordnung für Lehrkräfte Gedanken machen sollte. Welche Motivation habe ich als Lehrkraft mich dort zu bewerben wo die Arbeits- und Rahmenbedingungen durch das soziale Umfeld schwieriger sind als auf der Dorfschule nebenan ohne dafür zusätzlich bezahlt zu werden? Wenn ich alle gleich bezahle wird das nicht funktionieren.

Genauso schwierig ist es zu vermitteln warum ich als TVL Angestellter in Hannover das gleiche Gehalt bekomme wie in Posemuckel. Bei AG in der "freien Wirtschaft" wird in teuren Gegenden auch üppiger bezahlt als im Nirvana.

Das sind alles Dinge die m.E. auch in den Tarifverhandlungen auf den Tisch gehören. Ich kenne mich im TVL nicht 100% aus, aber mir ist es zumindest in Niedersachsen nicht bekannt, dass Ortzuschläge gezahlt werden.

MoinMoin

Zitat von: Rukh in Heute um 10:11Um das nochmal zu unterstreichen: Ein verbeamteter Lehrer kostet den DH nach meinen Infos eigentlich weniger als der Tarifangestellte.
Dann sind deine Informationen nicht richtig oder betrachten nur einen Ausschnitt.

Rukh

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:15Dann sind deine Informationen nicht richtig oder betrachten nur einen Ausschnitt.


Ich finde keine belastbare Zahlen. Aber diese Diskussion gab es hier schon mal 2023. Tenor war: Es kommt drauf an. Bei Angestellten sind die Kosten für die Rente/Pension sofort fällig, bei Beamten wird das in die Zukunft geschoben. Da die meisten DH nur von Legislatur zur Legislatur denken und nicht ausreichend Rückstellungen für die drohende Pension der Beamten bilden, sollte somit der IST-Haushalt weniger belastet sein als durch die gleiche Anzahl Angestellter.

Ich finde diese ganze Diskussion Absurd. Gerade in Niedersachsen wird außerhalb der hoheitlichen Tätigkeiten und Lehrer eigentlich kaum noch verbeamtet. Wenn ist es nur noch ein Mittel um Personalbindung durchführen - gerade in der IT. Und da müssen dann auch die Beurteilungen passen. Es wurde auch schon abgelehnt.

Die Alternative ist, dass sämtliche Dinge in der IT von externen DL vorgenommen werden und wir wissen alle was die für Stundensätze haben. Kostet den Steuerzahler auch unglaublich viel - ist kein gutes Thema für die Bild.

IchLiebeBeamtentum

Zitat von: Versuch in Heute um 08:20Und gleichzeitig finde ich als verbeamteter Lehrer, dass es eine Verbeamtung nicht braucht und m.m..n sogar schadet.
Netto müssten angestellte LK gleichzeitig gleich verdienen und auf ähnliche Altersvorsorge kommen, da man ansonsten keine guten Leute findet.
Für den DH ließe sich dann nichts sparen...
In der Schweiz beispielsweise klappt das und dort ist dann die Teamarbeit, tlw. Motivation usw. Besser ausgeprägt (eigene Erfahrung).

Wenn du es deiner eigenen Berufsgruppe abschreibst, wie rechtfertigst du einen Anspruch auf deine Verbeamtung?

MoinMoin

Zitat von: Rukh in Heute um 10:19Ich finde keine belastbare Zahlen. Aber diese Diskussion gab es hier schon mal 2023. Tenor war: Es kommt drauf an. Bei Angestellten sind die Kosten für die Rente/Pension sofort fällig, bei Beamten wird das in die Zukunft geschoben.
ob das nach 30 Jahren noch passt  8)
https://www.diw.de/de/diw_01.c.444656.de/publikationen/wochenberichte/1996_24/sind_beamte_oder_angestellte_im_oeffentlichen_dienst_fuer_den_staat_kostenguenstiger.html

Jipp kommt drauf an ist das Ergebnis von diesem Dokument. Wie wird der Gap verzinst ist die Kernfrage um zu bemessen, wer hat mehr gekostet während seiner Lebenszeit. (und die ist länger als ein Politiker im Amt ist.)