Abschaffung Teilzeitanspruch

Begonnen von BAT, 26.01.2026 10:23

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FGL

Zitat von: Warnstreik in 02.02.2026 11:53Am Ende ist es doch das Prinzip, welches unser Kanzler zu seiner Politikmethode erhoben hat: Ihr seid zu ausländisch, ihr seid zu faul, ihr seid zu krank, ihr wollte keine Zahnlücken...
Klingt so, als ob nicht nur der Kanzler mit "vagen oder offenen Diffamierungen" arbeitet...

Hugo Stieglitz

Der Kanzler, der was gegen ausländisches Aussehen hat und nach Indien fliegt, um ein Fachkräfteanwerbungsprogramm zu initiieren...

Petar Tudzharov

#77
Das Unvermögen unseres Kanzlers besteht nicht darin, die Probleme nicht zu erkennen oder die falschen Dinge anzusprechen. Das Problem liegt vielmehr darin, dass ihn die selbst auferlegte Brandmauerpolitik dazu zwingt, Mehrheiten mit Parteien links der CDU zu organisieren. Man schaue sich die großspurigen Versprechungen im Wahlkampf an und dann, was davon übriggeblieben ist.

Die Regierung ist gefangen im fortwährenden Kampf um Kompromisse, was letztlich sowohl der CDU als auch der SPD schaden wird.  Die Zusammenarbeit verhindert sowohl größere Schritte nach links als auch nach rechts. Am Ende des Tages werden sich die enttäuschten Wähler jeweils den Parteien am Rande annähern.



RagnarDanneskjoeld

Zitat von: Rowhin in 02.02.2026 07:08Hab da wenig Einblick auf die Beamtenseite - ist das eine tatsächliche Hürde, oder findet sich dann meist schon ein Anlass?

Kann ich schlecht sagen, mir fehlt der Überblick. Es hängt wohl stark vom Fach, Schulart und Einsatzort ab. Kolleginnen an SBBZen oder Grundschule haben es mit der Genehmigung von TZ angeblich bedeutend schwerer.

BAT

Zitat von: RagnarDanneskjoeld in 01.02.2026 23:04Ich bin Beamter. Aktuell ist "anlasslose TZ" unter 75% untersagt.

Ich denke nicht, dass die CDU hier das Beamtenrecht angesprochen hat.

MoinMoin

Zitat von: RagnarDanneskjoeld in 02.02.2026 13:36Kann ich schlecht sagen, mir fehlt der Überblick. Es hängt wohl stark vom Fach, Schulart und Einsatzort ab. Kolleginnen an SBBZen oder Grundschule haben es mit der Genehmigung von TZ angeblich bedeutend schwerer.
Mal eine doofe Frage:
Ein Grund für das Beamtentum ist es doch, dass der Staat verlässlich auf einen Stamm von Staatsdiener zugreifen kann, die nicht streiken dürfen und auch sonst in ihren Rechten eingeschränkt sind, damit der Laden läuft.
Wie geht das zusammen, dass man einerseits Lehrermangel beklagt und andererseits dem Beamten gestattet in TZ zu gehen?
Wenn ein Lehrer in TZ Lehrer sein will, dann muss er in TB Verhältnis wechseln.

Umlauf

Zitat von: MoinMoin in 03.02.2026 07:19Mal eine doofe Frage:
Ein Grund für das Beamtentum ist es doch, dass der Staat verlässlich auf einen Stamm von Staatsdiener zugreifen kann, die nicht streiken dürfen und auch sonst in ihren Rechten eingeschränkt sind, damit der Laden läuft.
Wie geht das zusammen, dass man einerseits Lehrermangel beklagt und andererseits dem Beamten gestattet in TZ zu gehen?
Wenn ein Lehrer in TZ Lehrer sein will, dann muss er in TB Verhältnis wechseln.


Das könnte man glatt als Fürsorgepflicht verstehen...
Als ob ein Beamter dann nicht mit einem gelben Schein (der heute meist rot ist) reagieren würde. Grad hier ist nach 6 Wochen noch lange nicht Schluss.

Warnstreik

Zitat von: Umlauf in 03.02.2026 13:29Das könnte man glatt als Fürsorgepflicht verstehen...
Als ob ein Beamter dann nicht mit einem gelben Schein (der heute meist rot ist) reagieren würde. Grad hier ist nach 6 Wochen noch lange nicht Schluss.

Wofür es dann Amtsärzte geben würde - außer man ist Lehrerin in NRW und nebenbei Entreprenörin ;-)

Nein, Teilzeit kann ja für alle eine Vorteilhafte Situation sein, auch für die Arbeitgeber oder eben den Dienstherrn.

RagnarDanneskjoeld

Zitat von: MoinMoin in 03.02.2026 07:19Mal eine doofe Frage:
Ein Grund für das Beamtentum ist es doch, dass der Staat verlässlich auf einen Stamm von Staatsdiener zugreifen kann, die nicht streiken dürfen und auch sonst in ihren Rechten eingeschränkt sind, damit der Laden läuft.
Wie geht das zusammen, dass man einerseits Lehrermangel beklagt und andererseits dem Beamten gestattet in TZ zu gehen?
Wenn ein Lehrer in TZ Lehrer sein will, dann muss er in TB Verhältnis wechseln.


Das ist keine doofe, sondern eine berechtigte Frage. Die Situation ist jedoch in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Gerade in jenen mit dem größten Lehrermangel ist anlasslose TZ eh schon untersagt, und in weiten Teilen haben die TZ-Kolleginnen eben einen Anlass (sprich: Kinder). Ein weiterer Aspekt ist die Arbeitszeitverdichtung bei gleichzeitiger Blockade der Arbeitszeiterhebung durch den Dienstherrn. Viele altgediente Kollegen in Altersteilzeit sagen: Ich arbeite mehr als zuvor, habe aber trotzdem ein reduziertes Deputat. Kann man trotzdem Vollzeit anordnen falls kein Anlass vorliegt? Natürlich. Aber dann riskiert der Dienstherr eben zunehmend langfristige Arbeitsausfälle.

MoinMoin

Zitat von: RagnarDanneskjoeld in 03.02.2026 17:24Das ist keine doofe, sondern eine berechtigte Frage. Die Situation ist jedoch in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Gerade in jenen mit dem größten Lehrermangel ist anlasslose TZ eh schon untersagt, und in weiten Teilen haben die TZ-Kolleginnen eben einen Anlass (sprich: Kinder). Ein weiterer Aspekt ist die Arbeitszeitverdichtung bei gleichzeitiger Blockade der Arbeitszeiterhebung durch den Dienstherrn. Viele altgediente Kollegen in Altersteilzeit sagen: Ich arbeite mehr als zuvor, habe aber trotzdem ein reduziertes Deputat. Kann man trotzdem Vollzeit anordnen falls kein Anlass vorliegt? Natürlich. Aber dann riskiert der Dienstherr eben zunehmend langfristige Arbeitsausfälle.
Zweite Doofe Frage:
Wieso können Kinder ein Anlass sein TZ zu machen, der Beamte bekommt doch eine Alimentation die es ihm erlaubt als Alleinverdiener einen Partner zu haben, der die Kinder betreut.

WimmelbuchLeser

Die aktuelle arbeitsmarktpolitische Debatte wirkt wie ein abruptes Erwachen aus einem gesellschaftlichen Zukunftsdiskurs. Statt über moderne Arbeitsmodelle, bessere Vereinbarkeit oder Produktivität durch Flexibilität zu sprechen, dominiert plötzlich wieder der alte Ruf: Die Deutschen müssen mehr arbeiten. Teilzeit wird als ,,Lifestyle-Problem" geframt, hohe Krankenstände als moralisches Versagen interpretiert, Work-Life-Balance als Luxusidee abgetan. ::)

Dabei geht es längst nicht nur um Zahlen, sondern um Lebensrealitäten. Für viele Menschen ist Teilzeit keine Frage von Bequemlichkeit, sondern von Gesundheit, Care-Arbeit oder mentaler Belastbarkeit. Wer Arbeit ausschließlich über Präsenz und Stunden definiert, blendet aus, dass Motivation, Effizienz und Bindung nicht durch Druck entstehen, sondern durch faire Rahmenbedingungen.  ;)

Besonders auffällig ist der politische Richtungswechsel: Nach dem Regierungswechsel rücken arbeitgebernahe Forderungen stark in den Vordergrund. Wo wir noch vor einem Jahr – unter SPD-geführter Regierung – über Vier-Tage-Woche, mehr Flexibilität und neue Arbeitskulturen diskutiert haben, stehen heute Einschränkungen von Teilzeitrechten und Verschärfungen bei Krankheit auf der Agenda. Das wirft die Frage auf, ob hier tatsächlich zukunftsfähige Lösungen gesucht werden – oder ob vor allem Klientelpolitik für Arbeitgeber betrieben wird, während die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten zunehmend aus dem Blick gerät. :o

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 04.02.2026 12:11Die aktuelle arbeitsmarktpolitische Debatte wirkt wie ein abruptes Erwachen aus einem gesellschaftlichen Zukunftsdiskurs. Statt über moderne Arbeitsmodelle, bessere Vereinbarkeit oder Produktivität durch Flexibilität zu sprechen, dominiert plötzlich wieder der alte Ruf: Die Deutschen müssen mehr arbeiten. Teilzeit wird als ,,Lifestyle-Problem" geframt, hohe Krankenstände als moralisches Versagen interpretiert, Work-Life-Balance als Luxusidee abgetan. ::)

Dabei geht es längst nicht nur um Zahlen, sondern um Lebensrealitäten. Für viele Menschen ist Teilzeit keine Frage von Bequemlichkeit, sondern von Gesundheit, Care-Arbeit oder mentaler Belastbarkeit. Wer Arbeit ausschließlich über Präsenz und Stunden definiert, blendet aus, dass Motivation, Effizienz und Bindung nicht durch Druck entstehen, sondern durch faire Rahmenbedingungen.  ;)

Besonders auffällig ist der politische Richtungswechsel: Nach dem Regierungswechsel rücken arbeitgebernahe Forderungen stark in den Vordergrund. Wo wir noch vor einem Jahr – unter SPD-geführter Regierung – über Vier-Tage-Woche, mehr Flexibilität und neue Arbeitskulturen diskutiert haben, stehen heute Einschränkungen von Teilzeitrechten und Verschärfungen bei Krankheit auf der Agenda. Das wirft die Frage auf, ob hier tatsächlich zukunftsfähige Lösungen gesucht werden – oder ob vor allem Klientelpolitik für Arbeitgeber betrieben wird, während die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten zunehmend aus dem Blick gerät. :o
Was erwartest du von einem älteren Herren an der Spitze der aus dem Gestern kommt? Er ist doch nur gehobener Mittelstand, so viel zum Realitätscheck und zur Wahrnehmungsfähigkeit.

Faunus

Zitat von: WimmelbuchLeser in 04.02.2026 12:11Besonders auffällig ist der politische Richtungswechsel: Nach dem Regierungswechsel rücken arbeitgebernahe Forderungen stark in den Vordergrund. Wo wir noch vor einem Jahr – unter SPD-geführter Regierung – über Vier-Tage-Woche, mehr Flexibilität und neue Arbeitskulturen diskutiert haben, stehen heute Einschränkungen von Teilzeitrechten und Verschärfungen bei Krankheit auf der Agenda. Das wirft die Frage auf, ob hier tatsächlich zukunftsfähige Lösungen gesucht werden – oder ob vor allem Klientelpolitik für Arbeitgeber betrieben wird, während die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten zunehmend aus dem Blick gerät. :o

Was erwartet man von einem ehemaligen "Back Rock"-MA?
Die Unternehmen/AG müssen florieren, egal wie dumm sie sich anstellen. Die Kosten dafür zahlt der AN!


Diese Teilzeitdebatte ist so überflüssig wie ein Kropf. Hätte der CDU-Wirtschaftsflügel mal seine Hausaufgaben gemacht, dann wüsste er, dass noch die soviele Arbeitsstunden in D  geleistet wurden. Dieser sogenannte "Wirtschafts"flügel soll sich mal über die 3 Mio Arbeitslosen Gedanken machen. Mit der richtigen "Bildungspolitik" steckt da jede Menge Potential drin! Aber das macht Arbeit!

FGL

Zitat von: WimmelbuchLeser in 04.02.2026 12:11Besonders auffällig ist der politische Richtungswechsel: Nach dem Regierungswechsel rücken arbeitgebernahe Forderungen stark in den Vordergrund. Wo wir noch vor einem Jahr – unter SPD-geführter Regierung – über Vier-Tage-Woche, mehr Flexibilität und neue Arbeitskulturen diskutiert haben, stehen heute Einschränkungen von Teilzeitrechten und Verschärfungen bei Krankheit auf der Agenda. Das wirft die Frage auf, ob hier tatsächlich zukunftsfähige Lösungen gesucht werden – oder ob vor allem Klientelpolitik für Arbeitgeber betrieben wird, während die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten zunehmend aus dem Blick gerät. :o
Vielleicht wurde ja noch vor einem Jahr Klientelpolitik für Arbeitnehmer betrieben, während die Lebenswirklichkeit der Arbeitgeber zunehmend aus dem Blick geraten ist. "Vier-Tage-Woche, mehr Flexibilität und neue Arbeitskulturen" ist ja nichts, dem gesetzliche Regelungen entgegengestanden hätten, die beseitigt werden müssten. Mit all dem konnten sich Unternehmen ja bereits am Arbeitsmarkt positionieren bzw. Arbeitnehmer und Arbeitgeber entsprechende Vereinbarungen treffen.

WimmelbuchLeser

Zitat von: FGL in 04.02.2026 13:28Vielleicht wurde ja noch vor einem Jahr Klientelpolitik für Arbeitnehmer betrieben, während die Lebenswirklichkeit der Arbeitgeber zunehmend aus dem Blick geraten ist. "Vier-Tage-Woche, mehr Flexibilität und neue Arbeitskulturen" ist ja nichts, dem gesetzliche Regelungen entgegengestanden hätten, die beseitigt werden müssten. Mit all dem konnten sich Unternehmen ja bereits am Arbeitsmarkt positionieren bzw. Arbeitnehmer und Arbeitgeber entsprechende Vereinbarungen treffen.

Genau darum geht es: um eine realitätsnahe, verlässliche Politik, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen im Blick behält.Politik sollte kein Hasenlauf sein, bei dem ständig die Richtung gewechselt wird. Sie sollte verlässlich, pragmatisch und an der Lebenswirklichkeit orientiert sein – damit Arbeitnehmer wie Arbeitgeber wissen, woran sie sind, und gemeinsam Zukunft gestalten können.