Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Heute um 09:31

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tv-landschaft

#135
@Admin:

Entgeltrechner TV-L 2028
gültig vom 01.01.2028 bis mindestens 31.01.2028
Entgelterhöhung: +2,0% da ist ein Fehler auf eurer Übersichtsseite, das sind leider nur 1%

Alitalia

Zitat von: cyrix42 in Heute um 16:56Inwiefern ist das von Relevanz für das Argument, dass die quasi jährlichen Einkommensteuer-Anpassungen die kalte Progression beseitigen, der Hinweis auf Brutto- vs. Netto-Lohnerhöhung also nicht zieht?

Nebenbei: Der Spitzensteuersatz ist ja auch derzeit 42% (wenn wir mal von der "Reichensteuer" absehen) und nicht mehr 56% wie unter Kohl. Man könnte, um deiner lächerlichen Stimmung Abhilfe zu leisten, also einfach den linear ansteigenden Grenzsteuersatz weiter laufen lassen, bis er wieder die 56% erreicht hat, dann eben bei wieder deutlich mehr als dem 1,3-fachen des Durchschnittslohns...

Deine Wortwahl alleine....
Die kalte Progression wird eben nicht ausreichend ausgeglichen.
Und die 56% unter Kohl betraf eben viel weniger Menschen, vor allem nicht die mit noch halbwegs normalen Gehalt.
Die Progressionsbreite war noch nie so gering wie heute.

Admin

Zitat von: tv-landschaft in Heute um 17:39@Admin:

Entgeltrechner TV-L 2028
gültig vom 01.01.2028 bis mindestens 31.01.2028
Entgelterhöhung: +2,0% da ist ein Fehler auf eurer Übersichtsseite, das sind leider nur 1%


thx! fixed!

tv-landschaft

Zitat von: Admin in Heute um 17:45thx! fixed!

danke, habe noch einen Fehler gefunden:
Entgeltrechner TV-L 2026  der Link geht zum Rechner 2027
gültig vom 01.04.2026 bis 28.02.2027
Entgelterhöhung: +2,8%, mindestens 100 €

MonteCristo

Die 1% ganz am Ende der Laufzeit sind irgendwie gefühlt keine Erhöhung ...

Und über die Laufzeit selbst dürfte es dann eben doch knapp kein Inflationsausgleich sein (ohne es jetzt berechnet zu haben).

tv-landschaft

Ich hatte irgendwie gehofft, dass man die Stufe 6 ab E9+ nochmal anfasst. Darauf wartet man ganze 5 Jahre und bekommt in der E10 gerade mal +158€ brutto.

Oliver1976

Zitat von: MonteCristo in Heute um 18:05Die 1% ganz am Ende der Laufzeit sind irgendwie gefühlt keine Erhöhung ...

Und über die Laufzeit selbst dürfte es dann eben doch knapp kein Inflationsausgleich sein (ohne es jetzt berechnet zu haben).

Wahrscheinlich doch, weil dann wieder Monate mit einer Nullrunde folgen

BVerfGBeliever

Zitat von: cyrix42 in Heute um 16:56Nebenbei: Der Spitzensteuersatz ist ja auch derzeit 42% [...]
Du hast den Soli vergessen. Dieser erhöht die steuerliche Belastung innerhalb der Gleitzone von 42% auf 47%.

Im Ergebnis landen beim oben genannten Beispiel-Angestellten aktuell lediglich 46,79 € mehr in seiner Tasche, wenn er eine Gehaltserhöhung von 100 € bekommt (von 8.000 € auf 8.100 €).

cyrix42

Zitat von: Alitalia in Heute um 17:42Die kalte Progression wird eben nicht ausreichend ausgeglichen.

Das rechne mal vor. Die Gesetzesvorlagen sollen eben genau das ausgleichen. Wenn du zeigen kannst, dass diese dem Anspruch nicht gerecht werden, dann nehme ich den Punkt zurück.

ZitatUnd die 56% unter Kohl betraf eben viel weniger Menschen, vor allem nicht die mit noch halbwegs normalen Gehalt.
Die Progressionsbreite war noch nie so gering wie heute.

Jep, im Wesentlichen sind die einkommensstarken Schichten entlastet worden, die heute viel weniger Steuern zahlen müssen als damals. Insbesondere, da auf Kapitaleinkünfte ja nicht mehr, wie damals, der persönliche Steuersatz anfällt, sondern nur noch die Kapitalertragssteuer (plus Solidaritätszuschlag)...

Frogger

Zitat von: cyrix42 in Heute um 17:15Kann ich machen, wenn ich sie verwende. Obiger Beitrag war aber Ernst: Wenn du einen besseren Job für dich gefunden hast und der dortige Arbeitgeber dich auch will: Warum nicht wechseln? (Und wenn nur du willst, der andere AG aber nicht, z.B., weil du auf die Stelle nicht passt, weil du nicht die nötigen Qualifikationen hast: Tja, dann musst du dich mit deiner Realität eben abfinden -- oder dich weiterqualifizieren, indem du z.B. die passende Ausbildung machst.)

dies war eine symbolische Darstellung, die aufzeigt, dass man als Sachbearbeiter ohne Personalstress im TVÖD das näherungsweise gleiche Gehalt + mehr Urlaub erhalten kann, ohne den Verantwortungsstress für Personal und den gesamten Bereich/die Abteilung zu haben.
Deine hier aufgezählten Punkte betreffen gefragte Berufsgruppen nur peripher.. welche Ausbildung meinst du?
In der Ebene zählen Studium, Berufserfahrung und ggf. Zertifikate (für die e13 mit Personalverantwortung)
..für E11 reicht oft auch der Facharbeiter ohne Studium
 (Beides bezogen auf meine Berufsgruppe)







cyrix42

Zitat von: MonteCristo in Heute um 18:05Die 1% ganz am Ende der Laufzeit sind irgendwie gefühlt keine Erhöhung ...

Und über die Laufzeit selbst dürfte es dann eben doch knapp kein Inflationsausgleich sein (ohne es jetzt berechnet zu haben).

Naja, die 1% ganz am Ende sind halt 1% bei noch einem Monat Restlaufzeit. Im Februar, März und April 2028 stehen dann die nächsten Verhandlungen an, die dann zu einer weiteren Lohnerhöhung z.B. im September 2028 führen können...

Die insgesamt 5,9% Lohnerhöhung macht bei einer Laufzeit von 27 Monaten eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 2,58%/Jahr -- das dürfte etwas oberhalb der zu erwartenden Inflation in den nächsten 2 Jahren sein; nur eben nicht viel.

cyrix42

Zitat von: Frogger in Heute um 18:16dies war eine symbolische Darstellung, die aufzeigt, dass man als Sachbearbeiter ohne Personalstress im TVÖD das näherungsweise gleiche Gehalt + mehr Urlaub erhalten kann, ohne den Verantwortungsstress für Personal und den gesamten Bereich/die Abteilung zu haben.

Deine hier aufgezählten Punkte betreffen gefragte Berufsgruppen nur peripher.. welche Ausbildung meinst du?
In der Ebene zählen Studium, Berufserfahrung und ggf. Zertifikate (für die e13 mit Personalverantwortung)
..für E11 reicht oft auch der Facharbeiter ohne Studium (in meiner Berufsgruppe)

Bringst du denn die nötige Qualifikation mit, um als Sachbearbeiter im TVöD arbeiten zu können? Wenn ja, warum wechselst du dann nicht, wenn der Job dir doch so viel besser gefällt?

Dein Hierarchiedenken, dass du mehr bekommen müsstest als eine Person in einem Ausbildungsberuf bei einem anderen Arbeitgeber, der anders zahlt und andere Aufgaben zu erledigen und damit auch ein ganz anderes Stellenprofil hat, ist völlig unangebracht.

Aber ja, wenn ein AG mehr zahlt als andere, dann wird er tendenziell mehr Bewerber als die Konkurrenz erhalten und kann sich dann die besten heraussuchen. Nennt sich dann Bestenauslese im öffentlichen Dienst. Und natürlich wird dann bei gleicher Ausgangslage auf gleicher Stelle ein AG, der den TVöD anwendet, Vorteile haben gegenüber einem, der den TV-L anwendet. Die Frage ist nur, ob Bund/Kommunen auf der einen Seite und die Länder auf der anderen gerade in den höheren Entgeltgruppen so groß in Konkurrenz zueinander stehen. Das sehe ich nicht -- und das sehen die Verhandler der TdL wohl auch nicht, sodass hier der Vergleich gar nicht so zielführend ist. (Der "Brain Drain" dürfte eher Richtung Verrentung bzw. fehlender Nachwuchs, der sich eher Richtung Privatwirtschaft orientiert, gehen... Allerdings sehe ich jetzt auch nicht, wie man gegenüber der Privatwirtschaft konkurrenzfähig werden will.)

Jedenfalls: Wenn das Gras anderswo grüner ist, dann nutze deine Fähigkeiten und wechsle zum besseren Arbeitgeber (wenn er dich denn will)! :)

daseinsvorsorge

Zitat von: Nerostar in Heute um 15:34Vielen Dank! Sehr interessant. Bin gespannt was in der Abstimmung rauskommt. Könnte knapp werden.
Was soll denn knapp werden? 75% der abstimmenden Mitglieder müssen dagen stimmen. Wo sollen die denn herkommem?

Ingenieur007

Zumindest hätte man Akzente setzen können bei Mangelberufen. ÖD-Konkurrenz ist im Bereich der Ingenieure definitiv ein großes Thema. Und da gibt's etliche im TV-L. Im Wettbewerb mit TV-V, TVöD, TV-N und Autobahn kackt der TV-L hier ab. Mangels Anpassungen der JSZ etc. ist der Rückstand groß. Gerade bei Positionen von Teamleitung, Führungskräfte etc. wird das erhebliche Probleme bringen. Die Babyboomer gehen.

Die Auswirkungen werden daher auch kleine und mittlere EG negativ zu spüren bekommen.

JayBrak

Zitat von: Rowhin in Heute um 17:02Überhaupt keine blöde Frage. Führt jedesmal wieder zur Verwirrung. Aber die Prozente kommen für gewöhnlich auf das aktuelle Gehalt jeweils nochmal oben drauf, nicht auf das ursprüngliche Gehalt.

Daher ist der erste Schritt auch meistens der höchste von den Prozenten her.

Die Reihenfolge ist nur wichtig dafür, wann die größere Erhöhung ankommt. (Kommen die größeren Erhöhungen zuerst, dann hast du in den Jahren 1 und 2 mehr Geld in der Tasche. Ansonsten gilt bei Multiplikation das Kommutativgesetz.

Ob du nun zuerst um 2,8 Prozent, dann um 2 und dann um 1 Prozent erhöhst, oder man die Reihenfolge beliebig vertauschst. Nach den drei Erhöhungen bist du immer bei der gleichen Gesanterhöhung von ca. 5,9 Prozent.