Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Heute um 09:31

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Modena

Zitat von: tv-landschaft in Heute um 17:39@Admin:

Entgeltrechner TV-L 2028
gültig vom 01.01.2028 bis mindestens 31.01.2028
Entgelterhöhung: +2,0% da ist ein Fehler auf eurer Übersichtsseite, das sind leider nur 1%


Ich glaube, der Rechner für den TV-L S ist auch noch nicht richtig. 2027 stimmt nicht und für 2028 sind es auch da nur 1%?

Verdimmtnochmal

Zitat von: daseinsvorsorge in Heute um 18:48Was soll denn knapp werden? 75% der abstimmenden Mitglieder müssen dagen stimmen. Wo sollen die denn herkommem?

Mehr als 25% sind doch bestimmt auch wieder zufrieden damit.
Schließlich bekommen ja auch einige eine Zulage oder weniger wochenstunden,.

CK7985

Zitat von: DiVO in Heute um 12:42Du musst ihm gar nichts vermitteln. Unterschiedliche Arbeitgeber zahlen unterschiedliche Gehälter. Was ist daran so ungewöhnlich? Wenn ihn sein Gehalt stört, soll er sich eben nach einem anderen Job umschauen.

Ich spoiler jetzt mal ein wenig:

Es wird, genauso wie bei den vergangenen Tarifrunden, keine große Kündigungswelle geben. Das Geheule und Gejammer in diesem Forum wird verstummen uns pünktlich zur nächsten Tarifrunde wieder kommen. Die Leute, die bisher krank an die Arbeit gegangen sind und dabei völlig verantwortungslos ihre eigene Gesundheit und die der Kollegen aufs Spiel gesetzt haben, werden entgegen etwaiger Androhungen sich auch weiterhin so verhalten.



Die Welle wird es allein schon deshalb nicht geben, weil die meisten Mitarbeiter weder ausreichend qualifiziert noch leistungsfähig und belastbar für die Privatwirtschaft sind. ;D
Und auch eine Welle in Richtung TVÖD wird es selbstverständlich nicht geben.
Ich glaube auch nicht dass die kommenden Anschlüsse von IG Metall und co. sonderlich rosig ausfallen.

AltStrG

Steigt die Wechselschichtzulage generell von 100 auf 200 Euro?

IchLiebeBeamtentum

Wieviel % hinterher sind wir denn im Vergleich zur Privatwirtschaft? Hier wird immer nur mit dem TVöD verglichen.

Zinc

Zitat von: Verdimmtnochmal in Heute um 19:45Mehr als 25% sind doch bestimmt auch wieder zufrieden damit.
Schließlich bekommen ja auch einige eine Zulage oder weniger wochenstunden,.

Einige? Dürfte wohl die Ausnahme sein, da gab es keine Angleichung zum TvÖD. Es ging ja darum, dass die Angestellten dort mehr verdienen und dafür weniger Stunden arbeiten müssen sowie mehr Urlaub haben und höhere Sonderzahlungen erhalten. Nix davon wurde beim TVL angerührt, ziemlich peinlich aus Sicht von Verdi.

AVP

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 20:19Wieviel % hinterher sind wir denn im Vergleich zur Privatwirtschaft? Hier wird immer nur mit dem TVöD verglichen.

Die Nominallohnenentwicklung liegt aktuell bei ~5% pro Jahr, der Abschluss bei ~2,5%. Also die hälfte hinterher.

Seit ~1980 ist man kumuliert knapp 50% gegenüber der Nominallohnentwicklung abgeschlagen. Also ein durchschnittlicher Lohn in Deutschland ist zB von 2000€ auf 5000€ gewachsen, der TV-L Lohn von 2000 € auf 3.500€ in der gleichen Zeit

Paterlexx

Gesamtbelastung aus Lohnkosten (AG+AN+Lohnsteuer)
bei mittlerem Einkommen → ca. 50–55 % der gesamten Arbeitskosten + mindestens 19% Mehrwertsteuer (+andere).

Fassen wir das auch mal an:
Abgabenerhöhungen 2026 (Arbeitnehmeranteil)
   •   Krankenversicherung (Ø Zusatzbeitrag): +0,6 %-Punkte
   •   Rentenversicherung: +0,7 %-Punkte
   •   Arbeitslosenversicherung: +0,2 %-Punkte
   •   Pflegeversicherung (ggü. 2023): +0,6 %-Punkte

Gesamtmehrbelastung: ca. +1,5–2,0 %-Punkte vom Brutto
Dann läuft der Vertrag ab 01.04 und nicht Rückwirkend ab 01.11.2025

Hier wurde eine Einnahmenerhöhung für den Staat verhandelt. Wenn das noch 2-3x passiert, ist die Abgabenlast 2030 bei 90%

NelsonMuntz

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 20:19Wieviel % hinterher sind wir denn im Vergleich zur Privatwirtschaft? Hier wird immer nur mit dem TVöD verglichen.

Hmmm, da müssen wir sicher im ganz, ganz großen Bild arbeiten.

Ich schlage vor, wir vergleichen das Salär vom "Mittelschichts-Friedrich" mit dem von Dr. Oliver Blume in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender von VW. Dabei müssen wir die zu tragende Veranwortung natürlich pro MA respektive pro Bürger fixieren.

... Ich schätze, der Faktor liegt dann irgendwo zwischen 2.000 und 10.0000. Das wäre also so der Rahmen, den man erreichen müsste, um aufzuschließen ;)

Oliver1976

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 20:19Wieviel % hinterher sind wir denn im Vergleich zur Privatwirtschaft? Hier wird immer nur mit dem TVöD verglichen.

Wenn ich die Einstiegsgehälter unserer Studis mit Masterabschluss in der PW nehme, dann liegen die derzeit zwischen 50.000 - 80.000 €. Wenn ich meinen Freundeskreis nehme, dann liegen wir da beim Alter zwischen 45 und 55 bei einer Summe von 130.000 - 205.000 Euro brutto im Jahr.

Wir sind also weit von dem entfernt, was man in der PW verdienen kann. Aber das ist auch das Problem, was z.b. Bosch derzeit hat. Da bekommt halt der einfache Diplom-Informatiker 150.000 € und mehr.

Da sind die Personalkosten schon lange aus dem Ruder gelaufen.

Rheini

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 21:09Hmmm, da müssen wir sicher im ganz, ganz großen Bild arbeiten.

Ich schlage vor, wir vergleichen das Salär vom "Mittelschichts-Friedrich" mit dem von Dr. Oliver Blume in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender von VW. Dabei müssen wir die zu tragende Veranwortung natürlich pro MA respektive pro Bürger fixieren.

... Ich schätze, der Faktor liegt dann irgendwo zwischen 2.000 und 10.0000. Das wäre also so der Rahmen, den man erreichen müsste, um aufzuschließen ;)

Der VV von der Firma die vor kurzem 6 Mrd. "gefunden" hat und dadurch der Vorstand eine Prämie erhält?

Kann man aktuell in der Presse lesen.

Iunius

Zitat von: CK7985 in Heute um 20:08Die Welle wird es allein schon deshalb nicht geben, weil die meisten Mitarbeiter weder ausreichend qualifiziert noch leistungsfähig und belastbar für die Privatwirtschaft sind. ;D
Und auch eine Welle in Richtung TVÖD wird es selbstverständlich nicht geben.
Ich glaube auch nicht dass die kommenden Anschlüsse von IG Metall und co. sonderlich rosig ausfallen.

Niemand erwartet eine Welle oder hat sie prognostiziert. Es ist eher ein "sickerndes" Ausbluten. Mit dem "erreichten" Abschluss überholt uns der interne Tarifvertrag von SRH - Stiftung Rehabilitation Heidelberg - großer Krankenhaus und Gesundheitskonzern (jetzt nur aus Sicht der Landeskliniken).
Die Kliniken im TVöD sind längst vor uns und klar, es gibt keine Massenabwanderung aber keine Nachbesetzungen, keine neuen Bewerber und wenn sind die an den anderen Kliniken nicht genommen worden.

Ich kann keine Aussagen über die Verwaltungen, Straßenmeistereien und sonstigen TV-Ler treffen aber für uns hier war der letzte Tarifabschluss schon eine Katastrophe die zu unserem jetzigen Mangel massiv beigetragen hat.
Wir bluten also schön weiter aus in Richtung privater Gesundheitskonzerne und dem TVöD und am Ende heulen dann alle wieder um die verschwundene Daseinsvorsorge, klassisch.

Die städtischen Verwaltungsfachbereichsleiter haben mich ja auch schon überholt, soll so sein, stört mich gar nicht so sehr. Aber wie soll ich denn z.B. meinen Stellvertreter besetzen (ist in Rente) wenn die Stadt solche Stellen ausschreibt mit höherem Verdienst und weniger Verantwortung + keine Wochenenden?

Ich hoffe nur du hast nie einen Unfall oder bist niemals ernsthaft krank, denn die Ärzte und PFlegekräfte sind deiner Ansicht nach ja: weder ausreichend qualifiziert noch leistungsfähig und belastbar für die Privatwirtschaft

Großes Kino...

Lämpel

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 21:29Wenn ich die Einstiegsgehälter unserer Studis mit Masterabschluss in der PW nehme, dann liegen die derzeit zwischen 50.000 - 80.000 €. Wenn ich meinen Freundeskreis nehme, dann liegen wir da beim Alter zwischen 45 und 55 bei einer Summe von 130.000 - 205.000 Euro brutto im Jahr.

Wir sind also weit von dem entfernt, was man in der PW verdienen kann.
Vor ein paar Wochen habe ich mit dem Chef eines renommierten mittelständischen Tischlereibetriebes gesprochen, weil einige Schülys dort ihr Praktikum machten. Er klagte mir sein Leid über die Schwierigkeit, gutes Personal zu finden und zu halten, und die Notwendigkeit dafür entsprechend in die Tasche zu greifen. Laut seiner Auskunft bekommt seine Sekretärin 78.000 und der Werkstattleiter 120.000 Euro.

seberus

Zitat von: Verdimmtnochmal in Heute um 19:45Mehr als 25% sind doch bestimmt auch wieder zufrieden damit.
Schließlich bekommen ja auch einige eine Zulage oder weniger wochenstunden,.

ich bin mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden, werde aber zustimmen.
Denn mit wem sollen wir denn ein besseres Ergebnis erstreiten, wenn am Ende nur 1% der Mitarbeiter im TV-L mitsteiken?
Und diese müssen sich dann auch noch von den Kollegen die nicht mitmachen dumme Sprüche anhören, darauf habe ich echt keinen Bock!

Muschebubu

Zitat von: MonteCristo in Heute um 18:05Die 1% ganz am Ende der Laufzeit sind irgendwie gefühlt keine Erhöhung ...

Und über die Laufzeit selbst dürfte es dann eben doch knapp kein Inflationsausgleich sein (ohne es jetzt berechnet zu haben).

Och, das lässt sich doch sehr gut für die anstehenden Verhandlungen dann verwenden. Gab ja schließlich gerade (Januar 2028) eine Erhöhung, dann muss man sich auch mit weniger zufrieden geben.