Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 13:12Deswegen kann ich jedem immer wieder nur empfehlen, den Inflationsrechner auszuprobieren.
Dazu muss man natürlich seine Ausgabenstruktur kennen.Der Anteil der Autoversicherung an meinen Ausgaben liegt irgendwo im Promillebereich.
Also selbst wenn die sich um 1000% steigern würde, dann wäre es nicht "spürbar" bzgl. meiner individuellen InfRate.

So ist das halt mit den Gefühlen.
da ich seit über eine Dekade alle meine Ausgaben grob erfasse/zurodnen kann, habe ich zum Glück keine Gefühle mehr, sondern zahlen.

Fahrkosten sind bei meiner Frau durchs D-Ticket auf ein drittel gesunken.

Ich kenne meine Aussagen und kann sagen, dass, wenn ich alles zusammenrechne, ich seid 1/26 Mehrausgaben von 168,43 € pro Monat bei den Festausgaben habe. Entspricht knapp 5 % "persönlicher" Inflation ohne Essen, Tanken etc. Wie gesagt subjektiv.

Auf Dauer muss man halt schauen, wo man etwas einsparen kann. Das Mehr am Gehalt fängt es auf alle Fälle nicht auf. Das ist ein Fakt in unserer Familie.

Ingenieur007

Zitat von: Warnstreik in Heute um 12:09...Einzig der Vergleich mit dem TVöD in den höheren EGs ist für eben diese natürlich ernüchternd.

Und der Anteil höherer EG im TV-L scheint ja nicht so ganz niedrig zu sein. Also wieder mal ein Sonderopfer der reichen EG? Motivationschub?

Frogger

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 14:55Ich kenne meine Aussagen und kann sagen, dass, wenn ich alles zusammenrechne, ich seid 1/26 Mehrausgaben von 168,43 € pro Monat bei den Festausgaben habe. Entspricht knapp 5 % "persönlicher" Inflation ohne Essen, Tanken etc. Wie gesagt subjektiv.

Auf Dauer muss man halt schauen, wo man etwas einsparen kann. Das Mehr am Gehalt fängt es auf alle Fälle nicht auf. Das ist ein Fakt in unserer Familie.
Warte halt bis 28, dann sind die wieder drin...fette 5,4 (Achtung, Satire)

MoinMoin

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 14:55Ich kenne meine Aussagen und kann sagen, dass, wenn ich alles zusammenrechne, ich seid 1/26 Mehrausgaben von 168,43 € pro Monat bei den Festausgaben habe. Entspricht knapp 5 % "persönlicher" Inflation ohne Essen, Tanken etc. Wie gesagt subjektiv.
Nö, dass ist dann doch recht objektiv.
Und die Preissenkungen beim Reis oder die günstigere Butter und Milch wird es da auch nicht raus reißen.

https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/61111/table/61111-0004


Albeles

Dann wird es ja 2028 eine richtig lange Nullrunde geben in den Verhandlungen....die AG werden sagen:
Ihr hattet doch erst Januar 1% bekommen. Gut das ich da einen Stufenaufstieg habe....somit muss ich nur halb soviel Weinen  ;D  ;D  ;D

Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 16:15Nö, dass ist dann doch recht objektiv.
Und die Preissenkungen beim Reis oder die günstigere Butter und Milch wird es da auch nicht raus reißen.

https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/61111/table/61111-0004


😉 die Zahlen sind natürlich objektiv, aber subjektiv auf meine Familie bezogen.

cyrix42

Zitat von: Arch in Heute um 12:09Wie ist die EG Verteilung in Gruppen zu Beschäftigten im Vergl. zu TVöD? Hat jemand solche Statistiken? oder den Weg dahin?

Gemäß der Tabelle 74111-06 bei destatis (Tabelle ganz unten auf der Seite zum Download) gibt es für 2024 zumindest Zahlen der Beschäftigten im öD nach Bund, Ländern und Kommunen aufgeteilt.

Da findet man z.B. für den Bund:
Arbeitnehmer insgesamt: 155 T
davon EG>=10: 42 T

Kommunen insgesamt: 1610 T
davon EG>=10: 242T

Länder insgesamt: 1302 T
davon EG>=10: 576 T (davon allein 259 T in EG 13)

Man sieht schon, dass die Länder hier einen deutlich anderen Schwerpunkt haben...

Im Übrigen merkt man auch allein schon an den Zahlen, dass in diesem Bereich der Bund sich eher aussuchen kann, wen er nimmt resp. sicherlich nicht jeder, der im TV-L mit der Bezahlung unzufrieden ist, in den TVöD wechseln könnte.

MonteCristo

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 14:55Ich kenne meine Aussagen und kann sagen, dass, wenn ich alles zusammenrechne, ich seid 1/26 Mehrausgaben von 168,43 € pro Monat bei den Festausgaben habe. Entspricht knapp 5 % "persönlicher" Inflation ohne Essen, Tanken etc. Wie gesagt subjektiv.

Es wird nicht besser wenn man sich das genau anschaut.
Auf die 27 Monate gerechnet beträgt die Erhöhung lediglich 3,18%. Das ist definitiv unterhalb der Inflationsrate.

IchLiebeBeamtentum

Wir kriegen doch bald Steuergeschenke von der derzeitigen Regierung. Also entspannt euch.

cyrix42

Zitat von: MonteCristo in Heute um 19:49Es wird nicht besser wenn man sich das genau anschaut.
Auf die 27 Monate gerechnet beträgt die Erhöhung lediglich 3,18%. Das ist definitiv unterhalb der Inflationsrate.


Das ist Quatsch. Am Ende der Laufzeit haben sich die Tabellenentgelte um 5,9% erhöht.

MonteCristo

#415
Zitat von: cyrix42 in Heute um 19:56Das ist Quatsch. Am Ende der Laufzeit haben sich die Tabellenentgelte um 5,9% erhöht.

Innerhalb der 27 Monate.
Soll man ihnen das vorrechnen?

Aleksandra

Zitat von: MonteCristo in Heute um 19:59Innerhalb der 27 Monate.
Muss man ihnen das vorrechnen?
dennoch bleibt es bei 5,9% nach den 27 Monaten. Und das ist das vorrangig entscheidende weil tabellenwirksam.
Auf per annum auf die Tabelle gerechnet sind das 2,58% pa. Das kann man gerne zu wenig finden, aber es ist trotzdem höher als die aktuelle und zu erwartende jährliche Inflationsrate.

Ich finde es ja auch dämlich, dass die Lohnerhöhungen immer um ein paar Monate verschoben werden. Aber da gibt es deutlich schlimmeres.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

MonteCristo

Zitat von: Aleksandra in Heute um 20:12dennoch bleibt es bei 5,9% nach den 27 Monaten. Und das ist das vorrangig entscheidende weil tabellenwirksam.
Auf per annum auf die Tabelle gerechnet sind das 2,58% pa. Das kann man gerne zu wenig finden, aber es ist trotzdem höher als die aktuelle und zu erwartende jährliche Inflationsrate.

Ich finde es ja auch dämlich, dass die Lohnerhöhungen immer um ein paar Monate verschoben werden. Aber da gibt es deutlich schlimmeres.

Es macht dennoch einen großen Unterschied, ob ich die Erhöhung zu Beginn, oder am Schluss erhalte. 27 Monate ist ja jetzt auch nicht kurz. Würden die Erhöhungen früher greifen, hätte nicht nur jeder deutlich mehr in der Tasche, die Inflation würde auch innerhalb der 27 Monate ausgeglichen werden. Ist ein Inflationsausgleich auch innerhalb der 27 Monate wirklich zu viel verlangt?!?
Und ,,ein paar Monate" ist untertrieben. Die letzte Erhöhung konnte man gar nicht mehr weiter nach hinten schieben.

Sorry, aber ich fühle mich von Arbeitgeber und Gewerkschaften gleichermaßen für dumm verkauft.

Oliver1976

Es sind am Ende über die komplette Laufzeit gerechnet halt 3,16 % Brutto mehr im Vergleich zur Summe, die man ohne Erhöhung monatlich weiter erhalten hätte.

In einem früheren Beitrag gab's die schön dargestellte Formel schon.

Aber hier muss man sagen, dass diese Rechnung ja bei allen Tarifverträgen ihre Gültigkeit hat und hatte.

Wird nach außen halt nur anders verkauft. Das ist eher das Problem.

Aleksandra

Zitat von: MonteCristo in Heute um 20:42Die letzte Erhöhung konnte man gar nicht mehr weiter nach hinten schieben.
Stimmt. Das ist wirklich verrückt.
Die letzte Erhöhung gilt ja nur für einen einzigen Monat. Danach ist die Laufzeit zuende...

Irgendwo hab ich hier mal gelesen, dass die AG das so wollten, damit sie die Mehrausgaben auf verschiedene Geschäftsjahre verteilen können. Aber dann weiß man ja schon, was das für die nächste Tarifverhandlung bedeutet. Dann wird für 2028 auch nicht mehr viel an Verhandlungsspielraum möglich sein, weil 1% ist ja schon bereits eingepreist. Da wird es dann für 2028 sicher nicht deutlich mehr als 1,5% obendrauf geben und dann erst in 2029 eine Erhöhung von 2,5-3% oder so.

Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%