Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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IchLiebeBeamtentum

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:50Ist bekannt, bezog sich auf die BeamtenkasteGerne. Nimm mal an eine Person macht im öD eine Ausbildung und ist dann im 9a Tätigkeiten Bereich lebenslang unterwegs. Zahlen von 2023:
Durchschnittsentgelt Rentenversicherung 44732
Ausbildung insgesamt Punkte    1,0  (geschätzt)
Brutto Jahre  RP/Brutto      Summe
39971    1    0,893566127    0,893566127
42933    2    0,959782706    1,919565412
43577    3    0,974179558    2,922538675
44864    4    1,002950908    4,011803631
50197    5    1,122172047    5,610860234
51687    30    1,155481534    34,66444603
Summe    45                51,02278011
2023 Rentenpunkt Wert: 37,60
BruttoRente: 1918,46€
VBL aus https://www.vbl.de/de/betriebsrentenrechner#/
Geburtsdatum    01.01.2000
Rentenbeginn    01.01.2065
Alter beim Rentenbeginn    65 Jahre
0 Versorgungspunkte berücksichtigt bis    31.12.2020 (also ab 2021 nach Ausbildung angefangen zu arbeiten)
Durchschnittliches monatliches zusatzversorgungspflichtiges Entgelt    4239,25 Euro
Dynamisierung    0.0 Prozent
Startjahr der Dynamisierung    2021
Betriebsrente ohne Abschlag  1131,04 Euro


https://www.finanzrechner.org/sonstige-rechner/rentenbesteuerungsrechner/#rentenbesteuerungsrechner

Nettorente: 2.369,23 €
Letztes Nettoeinkommen 2620€ Rente/VBL= 90%  Nur Rente 62% (nach 45 Beitragsjahren) Wenn man dann 2 Jahre in der Endstufe noch dran hängt (+2*1,15 RP = 1691 NettoRente = 65%)

A9 Bund Endstufe 3867€ Pension 2774,57 €
Netto bei 300€ PKV
https://rechner24.info/lohnsteuer/rechner?jahr=2023&STKL=1&F=&RE4=2774&LZZ=2&ZKF=0&KG=0&PVK=&LAND=bw&KIRCHE=0&LZZFREIB=&LZZFREIB_LZZ=2&LZZHINZU=&LZZHINZU_LZZ=2&RENTE=0&PKV=1&PKPV=300&progwerte=&progwerte=&oed=1&TEXT=Beamte+Bund+2022+%7C+Besoldungsgruppe+A9%2C+Stufe+8%2C+Tabelle+01.04.2022+-+29.02.2024&ck=3867.71&tmp=3079.05&url=%2Fc%2Ft%2Frechner%2Fbeamte%2Fbund%2Fa%3Fid%3Dbeamte-bund-2022%26g%3DA_9%26s%3D8%26f%3D%26z%3D%26zv%3D%26r%3D%26awz%3D%26zulage%3D%26kk%3D%26kkz%3D%26zkf%3D%26stkl%3D%26lst4f%3D%26pkpv%3D

Netto Pension A9 2.119,84€

Nur mal so grob geschätzt.
Und klar, nicht jeder kommt sofort in die 9a und nicht jeder in die A9
Und früher gab es mehr Rentenpunkte pro Jahr und und und
Und der Angestellte kann noch mehr Rentenpunkte sammeln, wenn er bis zur Regelaltersgrenze arbeitet und ist dann bei 65% Nettorente

Die Kraft der Nettoabzüge ist halt bei Angestellten sehr groß, da eben die SV Abzüge so stark sinken.
Und klar die VBL ist statisch und irgendwann hat der Beamte dann einen doch überholt.
Aber das zeigt halt, dass dieses Gerede von 71% vs 48% nichts, aber auch rein gar nichts, darüber aussagt, was der eine mehr an Geld zur Verfügung hat. Der Sachverhalt steht oben.

Natürlich nur, falls ich mich nicht verrechnet habe(also bitte gegen checken und korrigieren). Ich hoffe es ist nachvollziehbar, was ich da 2023 mal ausgerechnet habe.

Und natürlich sind Erwerbsbiografien immer unterschiedlich. Mir ging es hier nur darum zu zeigen, was systembedingt es für wenig Unterschiede gibt im öD.

Und in den unteren EGs ist es möglich lebenslang VBL zu beziehen. Mit Studium nicht, da sind dann die Beamten klar im Vorteil, wenn sie im gD die A12/A13 erreichen mit ihrem staatsfinanzierten Spezialstudium.


Von der Netto-Pension wird auch noch 400€ PKV abgezogen. Dann ist der Unterschied zur Rente nur noch marginal. In diesem Forum wird leider überwiegend polemisch pauschalisiert.

Tagelöhner

#556
Der Vergleich ist trotzdem nicht repräsentativ. Im Beamtentum ist nun mal der gD und hD ziemlich präsent vertreten, weniger der mD (außer bei der Polizei/Justizvollzug usw.). Außerdem gilt in der Praxis gerne Ex = Ax+1 oder teilweise Ax+2. Sprich auf einer Stelle, die als E10-Stelle zugeschnitten ist, kann man sofern sie als Beamter zugänglich ist, sehr oft bis A11 zum Teil auch A12 befördert werden. Eine Vorgabe, die wie mir erklärt wurde, so vom Finanzministerium kommt, da es darum geht, die Gesamtpersonalkosten im Griff zu halten und gleichzeitig aber der Beamtenschaft (=hoffentlich treue Diener) ausreichend Perspektiven und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu geben um ein zu frühes Abgleiten in die "Dienst nach Vorschrift" Mentalität zu verhindern. Die nächste Beförderungs- bzw. Regelbeurteilungsrunde kommt ja bald und es erhoffen sich doch dann viele dabei wieder ein Treppchen nach oben zu fallen.

Es ist ja auch nicht selten so, dass im Rahmen der Stellenbewirtschaftung so durchrotiert wird, dass das jeweilige Endamt der Laufbahn, also die letzte Beförderung so erfolgt, dass sie noch voll ruhegehaltswirksam wird, aber nicht lange "blockiert" wird und dann direkt dem nächsten in der Rangfolge zugespielt wird, sobald sie nach Pensionierung der Person wieder frei wird.

Steigt außerdem in der Pensionsphase nicht der Beihilfesatz auf 70%, so dass der Eigenanteil der PKV sinkt?

Was ist außerdem mit Fällen, in denen das Schicksal zuschlägt? Z.B. schwere Erkrankung über mehrere Jahre in der Erwerbsbiografie. Der Beamte bezieht weiterhin volle Bezüge und baut Pensionsansprüche auf, der Tarifbeschäftigte fällt nach 6 Wochen ins Krankengeld und nach 1,5 Jahren in die "Arbeitslosigkeit beim Einkommen". Das sind unmittelbare Vermögensschäden, die gerne unberücksichtigt bleiben. Der Tarifbeschäftigte könnte sich dagegen vom Nettoeinkommen privat BU versichern, was aber wiederum sein Nettoeinkommen schmälert und später nicht mal gesichert ist, dass die Versicherung auch ohne langwierige Leistungsklage überhaupt bezahlt.

Vom gerne in der aktiven Zeit durchgehend höheren Nettolohn, kann der Beamte außerdem einfacher zusätzlich eine private Altersvorsorge aufbauen, in dem er wie oben beschrieben Immobilieneigentum zur Vermietung erwirbt oder an den Finanzmärkten partizipiert.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

MoinMoin

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 09:41Von der Netto-Pension wird auch noch 400€ PKV abgezogen. Dann ist der Unterschied zur Rente nur noch marginal. In diesem Forum wird leider überwiegend polemisch pauschalisiert.
In meiner Berechnung habe ich 300€ eingetragen.
A9 Bund Endstufe 3867€ Brutto Pension 2774,57 €
Netto bei 300€ PKV = 2.119,84€

MoinMoin

Zitat von: Tagelöhner in Heute um 09:51Der Vergleich ist trotzdem nicht repräsentativ.
Natürlich nicht, es verdeutlicht nur das die beiden System ähnliche Ergebnisse bzgl. der Altersversorgung produzieren.
Und Ooh wunder, der Angestellte durchaus eine höhere Altersversorgung erhalten kann wenn er lebenslang im öD arbeitet und sich nicht von EG5 auf EG10 hocharbeiten muss, sondern gleich richtig einsteigt.

Warnstreik

Erstmal vielen Dank an MoinMoin fürs Auseinanderdröseln der Regelung, das ist auf jeden Fall mal super um die Grundlegenden Themen auf den Tisch zu bekommen. Natürlich sieht man die Intention dieses Beispiels - eben weil du relevante Teile schlicht weglässt bzw. weiter unten als gefühlten Rundungsfehler abtust. Dazu gehören (sehr unterschiedliche) Eigenanteile, Beitragsbesteuerung oder hohe SV-Anteile (AN+AG) auf die Zusatzrente. Aber geschenkt - es zeigt, dass man bei halbwegs ähnlicher Erwerbsbiografie (und das ist für viele/die meisten ein Thema) nicht total abgehängt wird. Fairerweise muss man aber sagen, dass bei 45 Jahren ordentlich bezahlter Vollzeitarbeit niemand hungern muss. (und das ist gut so)

Zitat von: JayBrak in Heute um 07:56Es gibt eine Ungerechtigkeit zwischen Renten und Pensionen, aber diese Ungerechtigkeit sollte nicht gelöst werden, indem man dafür sorgt, dass es dem "bevorteilten" schlechter geht ohne dass eine Verbesserung für den Banachteiligten entsteht.

Darum geht es ja auch nicht. Es geht darum, dass Ein Teil der Bevölkerung den demografischen Wandel zu spüren bekommt und ein anderer Teil nicht. Wenn man es ganz einfach sieht: Wenn ich Rentnern das Rentenniveau um x% kürze sollte ich auch die Beamtenpensionen um x% kürzen. Alternativ könnte man auch einen Bruchteil der x% weniger auf die Bezüge übernehmen (von Tarifabschlüssen). Dein Beispiel ist oben meiner Meinung nach deshalb falsch: Eine Ungerechtigkeit besteht ja überhaupt nur, wenn ich Menschen merkbar ungleich behandel.

Ingenieur007

Sollte es hier nicht in erster Linie um das Tarifergebnis vom TV-L gehen? Und wie es in höheren EG die Nachbesetzung von Spezialisten und Ingenieuren erschwert?

MoinMoin

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 11:45Sollte es hier nicht in erster Linie um das Tarifergebnis vom TV-L gehen? Und wie es in höheren EG die Nachbesetzung von Spezialisten und Ingenieuren erschwert?
Ja