Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, Gestern um 19:00

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BAT

Eure Meinungen zum neuen "Heizungsgesetz"?

Blickt jemand durch?

Rheini

Als Beamter kann ich mir weder das alte, noch das neue Heizungsgesetz leisten 🤷.

NWB

Aber immerhin brauchst du jetzt kein schlechtes Gewissen mehr haben.

Petar Tudzharov

Die hauptamtliche Klima-Hysterikerin Luisa Neubauer hat Schnappatmung bekommen. Daher denke ich, dass es positive Änderungen sind.

MoinMoin

Es wird sehr teuer für die Mieter die sich nicht gegen noch teuere Heizkosten wehren können.

ElBarto

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:05Es wird sehr teuer für die Mieter die sich nicht gegen noch teurere Heizkosten wehren können.


Ich sehe das so:

Ich vermiete tatsächlich eine Wohnung. 2016 hat man weil Öl ja böse ist und die Heizung alt war auf Gas umgestellt.
Wieso sollte man jetzt auf Fernwärme (Kostenfalle) oder WP umstellen?

Die CO2-Abgabe wäre eigentlich das was man hätte kippen sollen.

Und selbst wenn ich als Vermieter jetzt auf Wärmepumpe umstelle, die Kosten trage ich mit Sicherheit nicht alleine.
Der Zwang zu Umstellung würde es für die Mieter nur noch teurer machen.

Das abgesehen von den Fällen wo die Teile Lärmbelästigung betreiben, die Wärmepumpe ein gutes Mittel für die Heizung ist, brauchen wir nicht reden.
Damit sich das aber richtig lohnt, braucht es gleichzeitig eine PV-Anlage vielleicht sogar ergänzt mit Solarthermie.
Nur leider ist genau das als WEG nicht so einfach. Das haben die Grünen vergessen, sind ja aber auch nicht deren Klientel. Abgesehen vom gesetzlichen Teil kann ich als einzelner Vermieter auch nichts machen, man muss die WEG überzeugen und überhaupt klären ob das Dach mitmacht und wie man das mit den Heizkörpern umsetzt.
Gleichzeitig kommt ja noch der Faktor Dämmung dazu.
Wenn ich da nach der Anlage gehe wo meine Wohnung ist (24 Parteien), dann kostet alleine das rundum Dämmen ca. 600 000 Euro. Keiner hat soviele Rücklagen.
Dazu kommt, nicht alle wohnen selber drin,  also fehlt der Zugzwang.
Für die Heizung kommen dann vermutlich nochmal 100 000 dazu für die komplette Umrüstung.

Ohne jetzt ein Experte für die Kostenverteilung zu sein und ohne zu wissen was das alles nach Förderung kostet, nehme ich mal die 0,50 Cent pro m² und Monat als Umlage auf die Mieter. Das macht bei 72 m²  36 Euro Mieterhöhung im Monat.
Da fehlt mir irgendwo die Verhältnismäßigkeit.
Gefördert werden nach meiner 10 sekündigen Recherche (also kein Gewähr) wohl 9 000 Euro pro Wohneinheit. Also 216 000 Euro für die Dämmung.
Blieben abzüglich Rücklagen (Notgroschen wird behalten) vermutlich immer noch 300 000 Euro offen was einer Sonderumlage von 12 500 Euro entspricht. Das bedeutet meine Investition hätte ich nach ca. 29 Jahren wieder drin.
Da ist noch keine Abschreibung (falls möglich) oder Steuern ( dann dauerts länger) Inflation oder sonstwas drin und die Heizung käme noch on top.

Also entschuldige wenn mich das jetzt nicht direkt dazu bringt eine Wärmepumpe einzubauen.
Auch die CO2 Umlage zahlt unterm Strich der Mieter.
Erhöhe ich halt die Miete, etwas das ich ohne die Abgabe vielleicht nicht mache.

Und was dann noch auch noch fehlt ist die Solaranlage und Speicher. Das sind vermutlich nochmal 50 000.

Also soll ich 23 Leuten klarmachen, damit mein Mieter sich ein paar hundert Euro spart sollen wir erstmal 750 000 Euro investieren? Dabei noch die erst 10 Jahre alte Gasheizung verschrotten und zum Klimagipfel fliegen ein paar hundert Privatjets?

Irgendwo fällt es mir schwer dieser Rechnung was positives abzugewinnen.

Rheini

Und wenn von den 24 Parteien X Parteien Ü60 sind, wird selten jemand seinen Ruhestand schmaler für die Erben leben möchten.

P. S. Gilt eine PV Anlage für die 24 Parteien als "Selbstnutzer"? Wie sieht das aus wenn von den 24 Parteien nur 12 Parteien eine PV Anlage bauen (genehmigt durch die WEG)?

Warnstreik

Man hat dem Geschrei auf der Straße - wider besseren Wissens - nachgegeben. Ich glaube sogar, dass das eine Werbekampagne vor den Landtatswahlen war und ist. Fairerweise muss man sagen, dass es auch ein Wahlversprechen war, also immerhin da mal das getan was man angekündigt hat.

Da alle anderen Maßnahmen (CO2-Abgabe z.B.) weiterlaufen wird es unter Umständen für einige ein böses Erwachen geben, ich denke, dass viele Gegenden ihre Gasnetze zwischen 2035 und 2040 außer Betrieb nehmen, da es schlicht nicht mehr lohnt.

Der große Vorteil ist aber, dass sich der Wärmepumpenmarkt jetzt auch einem Wettbewerb stellen muss, den es bisher nicht mehr gab. Somit wird es vielleicht auch generell positive Aspekte haben.

NWB

Zumal ja eine PV-Anlage und Solarthermie im Winter, wo sie eigentlich dringend zur Unterstützung der WP benötigt werden, eher dürftigen Ertrag liefern.
Damit geht die Rechnung dann noch weniger auf.

Rheini

Ich finde das die PV Anlage einfacher geregelt werden muss und sich rechnen muss. Jede PV Anlage verringert den Bedarf an fossilen Brennstoffen. Leider scheint man ja genau gegenteilig vorzugehen.

Ich würde zwar immer noch eine PV Anlage bauen wenn z. B. das Dach saniert werden muss, ich neiu baue oder eine WP einbaue, jedoch würde ich immer darauf achten, den Strom selbst zu nutzen (evtl. ja nach der Neuregelung auch gar nicht mehr anders möglich).

Also würde ich im Sommer nicht den überschüssigen Strom einspeisen, sondern ne fette Klimaanlage einbauen und halt dort den Strom verbraten. Auf das auch im Sommer Gaskraftwerke oder was auch immer laufen, statt ausreichend PV Strom zu nutzen.

MoinMoin

Zitat von: ElBarto in Heute um 08:16Also soll ich 23 Leuten klarmachen, damit mein Mieter sich ein paar hundert Euro spart sollen wir erstmal 750 000 Euro investieren? Dabei noch die erst 10 Jahre alte Gasheizung verschrotten und zum Klimagipfel fliegen ein paar hundert Privatjets?
Genau darum geht es doch:
die Mieter können sich es nicht aussuchen können, ob der Vermieter eine CO2 SchleuderTherme einbaut, weil billiger für ihn. Er zahlt ja nicht die Heizkosten.
Und der Gaspreis wird steigen, auch aufgrund der in meinen Augen sinnvollen CO2 Abgabe.
Warum sinnvoll: Weil es die Kräfte des Marktes wirken lässt.

Ich habe in meinen Wohneinheiten auch erst die letzten Jahre die Heizungen (Gas-Gas) ausgetauscht und habe natürlich keine WP eingebaut (da nichts passendes existierte und es keine Förderung gab)
Und nun muss ich mich nicht mehr darum kümmern, ob und was ich in 10 Jahren mache, die Dinger können einfach weiterlaufen, da die Gas-Anbeiter jetzt die CO2 Reduktion betreiben sollen, mir solls recht sein.


Und bei aller liebe zu deine Ausführungen und Berechnugnen: Am Ende zählt halt doch immer nur, was rechnet sich:
Als Privatperson ebenso wie als Vermieter.
Wenn ich ne PV, Wp oder irgendwas anderes an meine Bude mach, dann rechne ich halt, wie lange es dauert bis ich die Investions drin habe bzw. ob mir als Selbstnutzer das Invest Freude bereitet.

Und WEG ist immer das Problem, dass mit gefangen mit gehangen. Oder wie mein Papa sagte bei einer Eigentumswohnung gehört dir nur die Luft zwischen den Wänden, alles andere ist nicht deins.
Also da müsste man halt andere Gesetzte ändern.
Und das eine 30 Jahre alte Heizung zwangsentsorgt werden muss, ist doch schon seit 20? Jahren gesetzliche Grundlage und keine neue Erfindung der vorherigen Regierung.

Petar Tudzharov

Zitat von: Rheini in Heute um 08:56Ich finde das die PV Anlage einfacher geregelt werden muss und sich rechnen muss. Jede PV Anlage verringert den Bedarf an fossilen Brennstoffen. Leider scheint man ja genau gegenteilig vorzugehen.

(...)


In der Praxis ist das dann aber schon noch etwas komplexer. Fossile Brennstoffe werden gerade dann benötigt, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichen. Das ist tages- und jahreszeitenabhängig. Gerade im Sommer bereiten die vielen PV-Anlagen zunehmende Probleme in den Netzen, weil viel mehr produziert wird, als benötigt wird und die Infrastruktur verkraften kann.

Ich bin durchaus für eine flächendeckende, dezentrale Stromerzeugung, allerdings erst dann, wenn die Speicherinfrastruktur im gleichen Maße ausgebaut wird. Dazu sind nicht nur vereinzelte Großprojekte nötig, sondern auch eine Weiterentwicklung der zugrundeliegenden Technologie (Feststoffakkus etc.).

Was ich mich in diesem Zusammenhang auch immer frage: was wäre denn eigentlich, wenn sich die E-Autos viel schneller verbreitet hätten, so wie es politisch gewollt ist. Wenn wir schlagartig Millionen Elektrofahrzeuge und Wärempumpen hätten. Wie verkraftet es das Stromnetz einer durchschnittlichen deutschen Stadt, wenn am Abend tausende Fahrzeuge gleichzeitig die Akkus laden und nebenbei die Wärmepumpen heizen? Sind wir dafür überhaupt schon bereit? Eher nachrangig ist da dann fast schon die Frage, wo in Zeiten der Dunkelflaute der Strom dafür herkommt.


Rheini

Natürlich ist es komplex und man kann nicht nur PV-Anlagen bauen und schauen was passiert. Mit meinem Beitrag ist natürlich verbunden, dass man die Infrastruktur (möglichst min. Europaweit) und die Möglichkeit den Strom zu speichern bzw. fossile Kraftwerke hat, die bei Bedarf möglichst schnell aus- und angeschaltet werden können.

Meine Kritik zielt darauf ab das alles was die Möglichkeit von mehr PV Anlagen unterstützen würde, ich nicht sehe das es angepackt wird. Folge ist, dass wir mehr fosile Energie benötigen, als wir bräuchten und wie gerade aktuell, Abhängigkeiten erzeugen.

BAT

@ElBarto:

Im alten Gesetz gab es in der WEG ja keine Autonomie für den Einzelnen, es musste ein Gesamtkonzept zum Heizen erfolgen. Ist das nun abgeschafft?

@MoinMoin:

Die CO2-Abgabe ist keine Frage, ob richtig oder falsch, es ist eine Frage der Höhe. Seinerzeit hieß es mal in Studien 180 € pro Tonne wäre der wirkmächtige Preis. Selbst die Grünen hatten seinerzeit wesentlich weniger gefordert.

ImöDBeschäftigt

Wir haben in unserem Eigenheim letztes Jahr dank der Förderung eine WP eingebaut (vorher war Öl). Gekostet hat es uns letztlich etwaa über 9000€.
Das Haus ist Baujahr 1930, wurde 2008 aber umfassend saniert, hat seitdem auch Solar für Warmwasser. Wir haben es 2022 gekauft und dann noch ein Balkonkraftwerk installiert. Mehr PV ist schwierig sinnvoll aufgrund der vorhandenen Dachflächen oder sonstiger Aufstell-/Aufhängmöglichkeiten im Verhältnis zur Sonne. Das Balkonkraftwerk bringt für die WP natürlich kaum was, aber stört ja auch nicht und wird sich innerhalb von ca. 4 Jahren ab Anschaffung gerechnet haben. Die WP wird sich eher nicht wirklich rechnen, aber wir wollten vom Öl weg und die Heizung war schon alt, also haben wir die Förderung genutzt. Ohne hätten wir das aber nicht bzw. nicht jetzt gemacht. Als Vermieter wäre die Entscheidung vielleicht auch eine andere gewesen.
Die Heizlastberechnung ergab, dass lediglich in 2 Zimmern Heizkörper ausgetauscht wurden und ansonsten alle geeignet waren, auch mit der niedrigeren Vorlauftemperatur die Räume warm zu kriegen.
Übrigens weiß ich nicht, was immer mit Lärmbelästigung geredet wird. Neue Wärmepumpen sind echt nicht laut. Wenn ich mich direkt vor unser Außengerät stelle, wenn es läuft, ist dennoch jedes vorbeifahrende Auto ganz erheblich lauter. Unser Nachbar meinte auch ganz überraschend, dass man ja selbst draußen garnichts von unsrer WP hören würde.