Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, 02.03.2026 19:00

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Warnstreik

Zitat von: Fettschwanzmaki in 03.03.2026 20:11Dank BLÖD-Zeitung und interessierten Kreisen wurde das alte "Heizungsgesetz" per Kampagnenjournalismus schlechter geschrieben, als es eigentlich war.

Nach meiner Wahrnehmung stellt die Klimaerwärmung die Mutter aller Krisen dar, nur hat die Mehrheit - und ohne die geht es nunmal nicht - das bislang nicht im erforderlichen Maße realisiert. Wir haben ja keine Erkenntniskrise, sondern eine Bewußtseinskrise. Man muss nur einmal das Forum der "WELT"-Nachrichtenseite querlesen - "MEINE MEINUNG" hatten wir hier ja auch schon einmal, und die war nicht... wirklich schlau.

Gleiches gilt für die Kannibalisierungseffekte in der Autoindustrie. Sämtliche Effizienzsteigerungen in der Motorentechnik wurden durch noch mehr PS, durch noch mehr Gewicht und durch noch mehr SUV aufgezehrt. Warum muss man als einzelne Person mit 2,5 to. Leergewicht durch die Stadt fahren? Haben die alle Pferdeanhänger zu ziehen? Dann nehmt doch lieber die Pferde für den Weg zum Bäcker. Klippklapp... dann hört man auch die WP nicht mehr.

Viele Möglichkeiten oder auch deutsche Absonderlichkeiten:

In NL speist man den PV-Strom ins Netz ein, der eigene Zähler läuft rückwärts. Wenn ich Strom aus dem Netz benötige, zählt er wieder meinen Verbrauch. Der Preis bleibt jedoch gleich. Ganz einfach.

Eine WP-Anlage kostet im europäischen Umland (z. Bsp. Frankreich) ca. 10.000 € weniger, was in ungefähr der damaligen Förderung entspricht. Es kann also vermutet werden, dass die staatliche Förderung in den Endpreis eingepreist wurde, als selbstständiger Handwerker nehme ich das natürlich gern mit.

Batterien von E-Autos werden bei ca. 80 % Ladekapazität als nicht mehr tauglich erachtet. Hier könnten für schmales Geld Energiespeicher für private Haushalte bereitgestellt werden, um "Dunkelflauten" abfedern zu können. Das alles noch etwas dezentraler aufgestellt, könnte eine Siedlung nahezu unabhängig vom privatwirtschaftlichen Stromnetz energetisch versorgt werden. Es gibt bereits Kommunen, die die benötigte Energie vollkommen autark erzeugen (Windkraft, PV, Biogas).

Wie bei so vielen Dingen ist es in D. einfach verdammtkackescheißeverficktnochmal kompliziert.

"Offenheit" für andere Energieträger (E-Fuels und anderer Quatsch), daran glaubt noch nicht einmal die FDP. Nicht weiter tragisch, ich glaube ja auch nicht mehr an ein Wiedererstarken der FDP.

Die ganze Merz und Söder-Riege verkauft hier alten Wein in vermeintlich neuen Schläuchen. Das sind "Rezepte" aus dem alten Jahrtausend, die uns den ganzen gegenwärtigen Mist erst eingebrockt haben. Hätten wir Anfang der 2000er Jahre unsere "heimische" oder auch "doitsche" Solarindustrie ein wenig unterstützt, wären wir mittlerweile viel weiter, was die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen angeht. Die erneute Diskussion hinsichtlich einer Renaissance der Kernenergie können wir gern führen, sobald in Bayern ein schönes Endlager gefunden ist.

Zum Glück ist Frau Reiche die beste Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, die dieses Land bislang hatte.

Ich vertraue ihr, sie wird das Land in eine goldene Zukunft der Energieunabhängigkeit führen, frei von lobbyistischen Einflüssen und nur dem deutschen Volk verpflichtet! Außerdem ist sie unter kommunikativen Gesichtspunkten ein wirklicher Gewinn, in 10 Jahren sehen alle Politiker wie KI-gesteuerte Humanoiden aus - sie ist ihrer Zeit wahrlich voraus.



Vielen dank für deinen pointierten Beitrag - der hat mir heute Morgen tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert :-)  (davon hatte ich aber schon ein paar - aber mehr ist immer besser)

BAT

Das alte Heizungsgesetz krankte ja nicht inhaltlich, sondern am fehlenden begleitenden Förderregime.

Das bitte bei der Diskussion bedenken. Bild - Artikel gehören sicher nicht dazu.

NelsonMuntz

Zitat von: BAT in 04.03.2026 18:40Das alte Heizungsgesetz krankte ja nicht inhaltlich, sondern am fehlenden begleitenden Förderregime.

Das bitte bei der Diskussion bedenken. Bild - Artikel gehören sicher nicht dazu.

100% Zustimmung.

Und die Bild konnte nur deshalb solche "Erfolge" feiern, weil man im zuständigen Ministerium (und auch beim Minister) die zwingende(!) Notwendigkeit eines sinnvollen(!) Förderregimes nicht erkannt hat.

Kurz: Kein Versagen in der Sache, aber ein Epic Fail im Marketing.

Eigentlich schade.

MoinMoin

Dumm auch, wenn man sowas wie WP indirekt fordert und dann im Baurecht nicht rechtssicherheit schafft. Scheiss Föderalismus.

Organisator

Zitat von: MoinMoin in 05.03.2026 06:41Dumm auch, wenn man sowas wie WP indirekt fordert und dann im Baurecht nicht rechtssicherheit schafft. Scheiss Föderalismus.

Wohl wahr. Allerdings sind einige Bundesländer schon so weit, dass sie WP baurechtlich privilegieren und z.B. nicht als Bauwerk ansehen (was für die Grenzbebauung / Abstandsregelung hilfreich ist).

BAT

Zitat von: NelsonMuntz in 04.03.2026 21:40100% Zustimmung.

Kurz: Kein Versagen in der Sache, aber ein Epic Fail im Marketing.

Eigentlich schade.

Aus meiner Erinnerung war ja alles soweit recht gut geplant (Verpflichtung und Förderung), dann hat Habeck die Verpflichtung wegen äußerer Umstände ein Jahr vorgezogen, nicht aber die Förderung.

Warum in der Öffentlichkeit immer wieder inhaltliche, sachliche Aspekte "des alten Heizungsgesetzes" als Problem kolportiert werden ist mir unerfindlich. (bis auf die Sachlage, dass man schriftlich festgelegt hat, dass WP immer 65 % Ökoanteil haben, auch wenn das in der Praxis oft nicht der Fall ist).

Das Problem wurde aber zwischenzeitlich durch die Wärmeplanung gelöst, die aber viel zu spät gemacht wird.


WimmelbuchLeser

Die Diskussion um das Heizungsgesetz wird derzeit sehr intensiv geführt. In der politischen Debatte geht es dabei vor allem um Klimaziele, Technologien und gesetzliche Vorgaben. Was meiner Meinung nach jedoch häufig zu kurz kommt, ist der Blick auf die tatsächliche Situation vieler Eigenheimbesitzer und die wirtschaftliche Realität im Alltag. Gerade wenn bestehende Heizungen perspektivisch ersetzt werden sollen, stellt sich für viele Hausbesitzer ganz konkret die Frage: Was ist technisch sinnvoll – und was ist finanziell überhaupt realistisch umsetzbar?

Ich möchte dazu einmal meine persönlichen Erfahrungen als Eigenheimbesitzer einbringen:
Unser Haus ist ein Effizienzhaus 55 mit sehr guter Dämmung. Wir haben aktuell eine Gasheizung mit vergleichsweise geringem Verbrauch. Wenn ich mir meine reale Situation anschaue, stellt sich für mich die Frage der Wirtschaftlichkeit: Eine Wärmepumpe würde in unserem Fall derzeit keine Amortisation bringen – zumindest solange die Strompreise auf dem aktuellen Niveau bleiben.

Hinzu kommt, dass man die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe erst einmal stemmen muss. Für viele Haushalte bedeutet das Kredite. Wenn man zusätzlich noch eine Photovoltaikanlage installieren möchte, steigen die Finanzierungskosten schnell deutlich an. Dazu kommen laufende Kosten, die oft in der politischen Diskussion kaum erwähnt werden: Versicherungen für Gebäude und Anlagen, Wartung, mögliche Serviceverträge und Instandhaltung.

Auch bei der Frage der Amortisation einer Photovoltaikanlage lohnt sich ein genauer Blick. Häufig werden nur die möglichen Einnahmen aus Einspeisung oder Eigenverbrauch betrachtet. Gleichzeitig hängt der tatsächliche Ertrag stark von der Witterung und der geografischen Lage ab. In Jahren mit weniger Sonneneinstrahlung oder ungünstiger Dachausrichtung fallen die Erträge entsprechend geringer aus als in vielen Beispielrechnungen.

Ein weiterer Punkt ist die langfristige Nutzung der Dachfläche. Wer sein Dach für eine Photovoltaikanlage bereitstellt, bindet diese Fläche für viele Jahre an eine bestimmte Technik. Später erbt man damit auch den Aufwand für Rückbau und Entsorgung der Anlage. Sollte sich die rechtliche oder wirtschaftliche Lage bis dahin verändern, können dabei auch zusätzliche Entsorgungskosten entstehen.

Auch bei einem möglichen Hausverkauf kann das eine Rolle spielen. Dann stellt sich die Frage, wie mit der bestehenden Anlage umgegangen wird – ob der Käufer den Vertrag übernimmt und welche Verpflichtungen oder möglichen Nachteile damit verbunden sind.
Ein weiterer Punkt ist der nachträgliche Einbau zusätzlicher Technik, etwa eines Stromspeichers. Das Gewicht eines Akkus kann je nach Bauweise des Hauses eine Rolle spielen, beispielsweise bei leichteren Wandkonstruktionen. Auch der verfügbare Raum und die Beschaffenheit der Wände müssen dafür geeignet sein. In der Praxis kann das im Hauswirtschaftsraum schnell zu Platzproblemen führen – etwa wenn Geräte wie eine Kühltruhe oder andere Haushaltsgeräte dort bereits stehen.

Ein weiteres praktisches Problem ist die Terminlage. Schon jetzt gibt es zu wenig Fachtechniker für Planung, Einbau und Wartung solcher Anlagen. Wer heute umrüsten möchte, wartet teilweise lange auf Termine.

Es gibt auch kleinere, aber reale Alltagsprobleme: Unter Photovoltaikanlagen können sich beispielsweise Tauben oder andere Vogelarten einnisten. Das kann zusätzlichen Aufwand und Kosten für Schutzmaßnahmen und Reinigung verursachen. Zudem kann beim Nisten auch eine hörbare Geräuschkulisse entstehen, etwa durch das typische Gurren der Tauben oder durch das ständige Hin- und Herfliegen.

Und schließlich wird kaum darüber gesprochen, was in 15 bis 20 Jahren passiert. Wenn sehr viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, wird auch deren Entsorgung organisiert und bezahlt werden müssen. Es ist schwer vorstellbar, dass dies dauerhaft kostenlos bleibt.

Ich bin keineswegs gegen neue Technologien oder erneuerbare Energien. Aber aus meiner Sicht sollte die Diskussion realistischer geführt werden und stärker berücksichtigen, dass sich Lösungen wirtschaftlich auch für die einzelnen Haushalte rechnen müssen. Und wenn jemand Kapital übrig hat, stellt sich auch die Frage nach alternativen Investitionen  :o  – zum Beispiel in breit gestreute Aktienfonds aus dem Energiesektor. Dort könnte langfristig ebenfalls ein höherer finanzieller Ertrag erzielt werden.  ::)

Rheini

Zur Amortisierung kannst Du dir ja noch ein E-Auto kaufen. Ach ja, und einen Energieversorger der die überschüssige Energie abnimmt (wenn Reiche sich durchsetzt).

BAT

Zitat von: Rheini in 07.03.2026 19:27Zur Amortisierung kannst Du dir ja noch ein E-Auto kaufen. Ach ja, und einen Energieversorger der die überschüssige Energie abnimmt (wenn Reiche sich durchsetzt).

Wobei das natürlich in Eigentümergemeinschaften evtl. nochmal ein anderes Ding ist. Auch wenn die Voraussetzungen zur Wallbox meines Wissens erleichtert wurden.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 07.03.2026 18:09Wenn ich mir meine reale Situation anschaue, stellt sich für mich die Frage der Wirtschaftlichkeit: Eine Wärmepumpe würde in unserem Fall derzeit keine Amortisation bringen – zumindest solange die Strompreise auf dem aktuellen Niveau bleiben.
Und ein Brennwertkessel würde sich amortisieren?
ZitatHinzu kommt, dass man die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe erst einmal stemmen muss.

Nein, du musst nur die Mehrkosten (bei mir ~5000€) gegenüber eines Brennwertkessels stemmen, dass andere musst du doch schon längst auf dem Konto haben, weil du es sowieso stemmen musst.

ZitatFür viele Haushalte bedeutet das Kredite.
Aber nur die, die keine Investitionsrücklagen bilden und in den blauen Dunst leben.
ZitatWenn man zusätzlich noch eine Photovoltaikanlage installieren möchte, steigen die Finanzierungskosten schnell deutlich an.
Kein Ahnung warum du das eine mit den anderem vermischt, aber ja auch dafür muss man das Geld haben oder aufnehmen. Sowie irgendwann für neuen Fenster, Hausanstrich, Bad Küche, Auto .....
Jede Investition die man tätig sollte man natürlich abwägen, da bin ich voll bei dir.

ZitatDazu kommen laufende Kosten, die oft in der politischen Diskussion kaum erwähnt werden: Versicherungen für Gebäude und Anlagen, Wartung, mögliche Serviceverträge und Instandhaltung.
Klar, man sollte die Folgekosten natürlich im Blick haben, Schornsteinfeger, Rückbau Gas, .....

ZitatAuch bei der Frage der Amortisation einer Photovoltaikanlage lohnt sich ein genauer Blick. Häufig werden nur die möglichen Einnahmen aus Einspeisung oder Eigenverbrauch betrachtet. Gleichzeitig hängt der tatsächliche Ertrag stark von der Witterung und der geografischen Lage ab. In Jahren mit weniger Sonneneinstrahlung oder ungünstiger Dachausrichtung fallen die Erträge entsprechend geringer aus als in vielen Beispielrechnungen.
Dann hast du die falschen Beispielrechnungen, denn man kann sehr gut ausrechnen, was der Ertrag sein wird. Und wenn man sich die Mühe macht die Verschattungen der Nachbargebäude zu berücksichtigen sogar noch genauer. Und bei mir im 3. Jahr, passen die errechneten Werte zur Realität. Sprich damit kann man halt kalkulieren.

ZitatEin weiterer Punkt ist die langfristige Nutzung der Dachfläche. Wer sein Dach für eine Photovoltaikanlage bereitstellt, bindet diese Fläche für viele Jahre an eine bestimmte Technik.
Auch so eine allgemeingültige Aussage, wann ist der richtige Zeitpunkt, kommt nächstes Jahr die noch bessere Technik...
Und übernächstes Jahr sagt man, hätte ich doch schon....
ZitatSpäter erbt man damit auch den Aufwand für Rückbau und Entsorgung der Anlage.
Jipp, darüber wird selten richtig nachgedacht, was passiert, wenn man das Haus abreißt. Vom Gasbrenner oder mit der Plastikdämmung? Also am besten nicht abreißen.
ZitatSollte sich die rechtliche oder wirtschaftliche Lage bis dahin verändern, können dabei auch zusätzliche Entsorgungskosten entstehen.
Nicht wenn man auf Plastikdämmung verzichtet hat, oder nicht das Haus abreißen lässt, bzw. die Anlage kann doch auf dem Dach bleiben, bis ein neues Dach her muss.
ZitatAuch bei einem möglichen Hausverkauf kann das eine Rolle spielen. Dann stellt sich die Frage, wie mit der bestehenden Anlage umgegangen wird – ob der Käufer den Vertrag übernimmt und welche Verpflichtungen oder möglichen Nachteile damit verbunden sind.
Welchen Vertrag? Er kauft meine Anlage und gut ist.
ZitatEin weiterer Punkt ist der nachträgliche Einbau zusätzlicher Technik, etwa eines Stromspeichers. Das Gewicht eines Akkus kann je nach Bauweise des Hauses eine Rolle spielen, beispielsweise bei leichteren Wandkonstruktionen. Auch der verfügbare Raum und die Beschaffenheit der Wände müssen dafür geeignet sein. In der Praxis kann das im Hauswirtschaftsraum schnell zu Platzproblemen führen – etwa wenn Geräte wie eine Kühltruhe oder andere Haushaltsgeräte dort bereits stehen.
Absolut richtig kein Haus ist wie das Andere, hätte man damals schon daran gedacht.... aber Platz für einen Stromspeicher (und das Ding wiegt keine Tonne) gibt es überall (fun fakt, Kumpel hat es unter die Decke gehängt). Aber in der Tat gibt es da einige neben Effekte: Zeitweilig wurde die Heizung auf dem Dachboden montiert, wenn man da die WP in baut, dann sollte man eine gute Schwingungsdämpfung haben.

ZitatEin weiteres praktisches Problem ist die Terminlage. Schon jetzt gibt es zu wenig Fachtechniker für Planung, Einbau und Wartung solcher Anlagen. Wer heute umrüsten möchte, wartet teilweise lange auf Termine.
Und wer heute mit der Terminanfrage wartet, der wartet noch länger...
Also ich scheine nur glückliche Menschen zu kennen, wo das alles stets binnen Jahresfrist erledigt wurde.

ZitatEs gibt auch kleinere, aber reale Alltagsprobleme: Unter Photovoltaikanlagen können sich beispielsweise Tauben oder andere Vogelarten einnisten. Das kann zusätzlichen Aufwand und Kosten für Schutzmaßnahmen und Reinigung verursachen.
Ok, das höre ich in der Tat zum ersten mal. Die gut 20 PV Anlagen in meinen Dunstkreis hatten bisher diese Probleme noch nicht (und einige davon sind 20Jahre alt), da muss ich mal ein Auge drauf haben.
ZitatUnd schließlich wird kaum darüber gesprochen, was in 15 bis 20 Jahren passiert. Wenn sehr viele Photovoltaikanlagen gleichzeitig das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, wird auch deren Entsorgung organisiert und bezahlt werden müssen. Es ist schwer vorstellbar, dass dies dauerhaft kostenlos bleibt.
Was heißt denn Ende der Lebensdauer, die Dinge hören doch nicht nach 20 Jahre auf Strom zu produzieren. Wie gesagt, kennen einige, die schon so lange in Betrieb sind, die natürlich pro QM weniger als aktuelle PV bringen und auch defekte gibt es, aber so wie du deinen alten Kühlschrank /Brennwertkessel entsorgen musst, so muss auch so was entsorgen, was ist daran jetzt das ungewöhnliche neue oder was hat das mit PV Anlage per se zu tun?
Und es ist doch normaler Elektroschrott mit hohem Recyclinganteil, oder?
ZitatIch bin keineswegs gegen neue Technologien oder erneuerbare Energien.
Das glaube ich dir gerne, aber eine Bedenkenträger, was ja nicht schlecht sein muss.
Aber ich investiere nicht, sondern ich schaffe etwas an, weil es gut für die Umwelt ist und es sich in dem Anlagenzeitraum von 20-30 Jahren selbst bezahlt macht.
ZitatAber aus meiner Sicht sollte die Diskussion realistischer geführt werden und stärker berücksichtigen, dass sich Lösungen wirtschaftlich auch für die einzelnen Haushalte rechnen müssen.
PV lohnt sich für jeden der nicht im Schatten sein Dach hat, denn bis die Dinger nichts mehr produzieren, sind sie abbezahlt. Und die Achillesferse ist doch der Wechselrichter und selbst dort gibt es seit Jahren Anbieter, die 20 Jahre Garantie geben.

Und wenn wir schon früher eine ernsthaftere Bepreisung der Emissionen gemacht hätten, dann würde keine Förderung notwendig sein, weil sich keiner mehr einen Gasbrenner leisten könnte. Wir hinken hier halt 10-15 Jahre hinterher.

Klar bei der WP Steht und fällt die Wirschaftlichkeitsrechnung mit dem Strom zu Gas Verhältnis und natürlich die höhe als solches. Aber das bei minus sieben Grad die LWP noch im Verhältnis 2,5 zu 1 Wärme ins Haus bringt hat mich überzeugt.
ZitatUnd wenn jemand Kapital übrig hat, stellt sich auch die Frage nach alternativen Investitionen  :o  – zum Beispiel in breit gestreute Aktienfonds aus dem Energiesektor. Dort könnte langfristig ebenfalls ein höherer finanzieller Ertrag erzielt werden.  ::)
Wenn man sein Haus und Umwelt als reine Investition ansieht....

WimmelbuchLeser

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Und ein Brennwertkessel würde sich amortisieren?

Der Punkt ist nicht, dass sich ein Brennwertkessel ,,amortisiert", sondern dass die Investition deutlich kleiner und kalkulierbarer ist. Wenn eine Wärmepumpe bei den aktuellen Strompreisen wirtschaftlich keinen Vorteil bringt, dann bleibt sie schlicht die deutlich teurere Lösung. Ein Brennwertkessel ersetzt in diesem Fall nur die bestehende Technik – ohne ein großes finanzielles Risiko einzugehen oder auf zukünftige Preisentwicklungen spekulieren zu müssen.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Nein, du musst nur die Mehrkosten (bei mir ~5000€) gegenüber eines Brennwertkessels stemmen, dass andere musst du doch schon längst auf dem Konto haben, weil du es sowieso stemmen musst.

Das funktioniert aber nur in der Theorie. In der Praxis liegen die Mehrkosten oft deutlich über diesen beispielhaften 5.000 €. Gerade im Bestand kommen schnell zusätzliche Posten dazu – Anpassungen am Heizsystem, Elektrik, Speicher oder bauliche Maßnahmen. Und selbst wenn man den Betrag für eine neue Heizung grundsätzlich eingeplant hat, heißt das nicht automatisch, dass man auch bereit oder in der Lage ist, noch einmal mehrere Tausend Euro zusätzlich zu investieren. Genau deshalb bleibt die Höhe der Anschaffungskosten für viele Haushalte ein entscheidender Faktor.


Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Aber nur die, die keine Investitionsrücklagen bilden und in den blauen Dunst leben.

Das ist eine ziemlich einfache Erklärung für eine deutlich komplexere Realität. Selbst Haushalte, die vernünftig Rücklagen bilden, haben diese meist für mehrere absehbare Investitionen gleichzeitig eingeplant – Dach, Fenster, Fassade, Auto oder unerwartete Reparaturen. Rücklagen sind kein unbegrenztes Konto nur für eine einzelne Maßnahme. Wenn eine Technologie deutlich höhere Anfangskosten verursacht, bedeutet das für viele Haushalte ganz real zusätzliche Finanzierung – und damit eben oft auch einen Kredit.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Kein Ahnung warum du das eine mit den anderem vermischt, aber ja auch dafür muss man das Geld haben oder aufnehmen. Sowie irgendwann für neuen Fenster, Hausanstrich, Bad Küche, Auto .....
Jede Investition die man tätig sollte man natürlich abwägen, da bin ich voll bei dir.

Doch, das gehört sehr wohl zusammen. In vielen Konzepten wird die Wärmepumpe gerade in Kombination mit Photovoltaik als wirtschaftlich dargestellt, weil eigener Strom die Betriebskosten senken soll. Wenn man diese Rechnung ernst nimmt, muss man also auch beide Investitionen gemeinsam betrachten. Und genau dann steigen die Gesamtkosten schnell deutlich an. Für viele Haushalte ist das eben nicht nur eine einzelne Maßnahme, sondern ein ganzes Investitionspaket – mit entsprechend höheren Finanzierungskosten.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Klar, man sollte die Folgekosten natürlich im Blick haben, Schornsteinfeger, Rückbau Gas, .....

Folgekosten müssen vollständig betrachtet werden – auf beiden Seiten. In der politischen und öffentlichen Diskussion werden bei neuen Systemen oft vor allem die Einsparpotenziale betont, während laufende Kosten wie Wartung, Versicherungen, Serviceverträge oder mögliche Reparaturen deutlich seltener thematisiert werden.

Der Schornsteinfeger bei Gas ist seit Jahrzehnten ein bekannter, überschaubarer Posten! Bei komplexeren Anlagen mit zusätzlicher Technik kommen dagegen mehrere Komponenten zusammen, die ebenfalls gewartet, abgesichert und irgendwann ersetzt werden müssen. Diese laufenden Kosten gehören schlicht genauso in eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Dann hast du die falschen Beispielrechnungen, denn man kann sehr gut ausrechnen, was der Ertrag sein wird. Und wenn man sich die Mühe macht die Verschattungen der Nachbargebäude zu berücksichtigen sogar noch genauer. Und bei mir im 3. Jahr, passen die errechneten Werte zur Realität. Sprich damit kann man halt kalkulieren.

Auch wenn sich einzelne Jahre sehr genau prognostizieren lassen, bildet das nur einen kurzen Zeithorizont ab. Photovoltaikanlagen sollen im Idealfall über 20 Jahre wirtschaftlich arbeiten, sofern die Technik das überhaupt durchhält. Und in dieser Zeit wirken zahlreiche Faktoren auf den Ertrag: jahreszeitliche Schwankungen, Witterungsänderungen, Verschattung durch Nachbargebäude oder wachsende Bäume und langfristige Degradation der Module. Selbst die beste Planung kann diese Einflüsse nur annähernd abbilden. Deshalb lohnt sich ein vorsichtiger Blick auf die Amortisation – idealisierte Rechnungen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der reale Ertrag langfristig variieren kann.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Auch so eine allgemeingültige Aussage, wann ist der richtige Zeitpunkt, kommt nächstes Jahr die noch bessere Technik...
Und übernächstes Jahr sagt man, hätte ich doch schon....

An dem Thema vorbei!
Denn wer sein Dach per Miet- oder Pachtvertrag an ein Unternehmen bindet, gibt die Kontrolle für viele Jahre ab. Dann entscheidet nicht mehr man selbst über die Technik, den Zeitpunkt eines Austauschs oder mögliche Modernisierungen. Diese langfristige Bindung ist kein theoretisches Risiko, sondern eine reale Einschränkung – und gerade bei schnell fortschreitender Technologie ein Faktor, den man vorher klar bedenken sollte.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Jipp, darüber wird selten richtig nachgedacht, was passiert, wenn man das Haus abreißt. Vom Gasbrenner oder mit der Plastikdämmung? Also am besten nicht abreißen.

Anders als ein Gasbrenner oder ein altes Fenster haben PV- und Wärmepumpenanlagen einen eigenen Lebenszyklus, der oft kürzer ist als der des Hauses selbst. Es sei denn Sie haben mit Wellpappe gebaut ;-P  In 15 bis 20 Jahren müssen Module, Wechselrichter oder Wärmepumpenteile entfernt, recycelt oder ersetzt werden. Einfach ,,nicht abreißen" hilft da wenig – der Aufwand entsteht unabhängig von der Lebensdauer des Gebäudes. Wer das übersieht, denkt, dass Technik sich selbst abbaut, was leider in der Realität nur im Märchen funktioniert.

Und: das Problem endet nicht mit der Inbetriebnahme. Photovoltaikmodule und Wärmepumpen haben ihr eigenes Gewicht, Schneelasten und müssen Windkräften standhalten. Das bedeutet: Die Dachstatik muss sorgfältig geprüft und die Montage aerodynamisch geplant werden. Wer hier am falschen Ende spart oder auf unerfahrene Anbieter setzt, riskiert langfristig Schäden am Dachstuhl.

Der Markt ist aktuell unübersichtlich – viele neue Unternehmen bieten Installationen an, ohne genügend Erfahrung mit Statik und Materialbelastung zu haben. In 20 bis 30 Jahren werden wir dann erst sehen, welche Anlagen wirklich sicher montiert wurden und bei welchen später Reparatur- oder Rückbaukosten entstehen, die niemand mehr abdeckt, weil die Unternehmen längst verschwunden sind oder Garantien abgelaufen sind.
Kurz gesagt: Die Technik selbst ist genial, aber die langfristige Umsetzung ist halt auch ein Risiko, das viele heute unterschätzen.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Nicht wenn man auf Plastikdämmung verzichtet hat, oder nicht das Haus abreißen lässt, bzw. die Anlage kann doch auf dem Dach bleiben, bis ein neues Dach her muss.

Ein Dach hält in der Regel bis 50 Jahre oder länger - zumindest wenn man keine PV-Anlage drauf hat! -  während Photovoltaikmodule oder Wärmepumpenteile deutlich kürzere Lebenszyklus erreichen. Dann entstehen Kosten für Rückbau, Recycling oder Austausch, selbst wenn das Dach noch intakt ist. Einfach ,,die Anlage drauflassen" funktioniert nicht, denn irgendwann müssen Module oder Technik ersetzt werden – und rechtliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen können die Kosten dafür deutlich beeinflussen. Wer das ignoriert, unterschätzt die langfristigen Verpflichtungen trotz intakter Dachsubstanz.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Welchen Vertrag? Er kauft meine Anlage und gut ist.

So einfach ist es leider nicht immer. Viele Photovoltaik sind vertraglich an Einspeisevergütungen, Förderprogramme oder Pachtmodelle gebunden. (Nicht jeder ist A16/B3 und hat das Geld auf Tasche  ;D ) Beim Hausverkauf muss dann also geklärt werden, wer die Rechte und Pflichten übernimmt. Gerade bei Pachtmodellen kann der Käufer verpflichtet sein, die laufenden Zahlungen weiterzuführen oder den Vertrag neu zu verhandeln. Nicht jeder Käufer will automatisch ein bestehendes Pachtverhältnis übernehmen, und ungelöste Fragen können den Verkauf verzögern oder den Preis beeinflussen. Es ist also keineswegs selbstverständlich, dass man die Anlage einfach ,,mitverkaufen" kann. Und was ist bei einem solchen Pachtmodell dann, wenn die bereitstellende Unternehmung Konkurs geht und die Konkursmasse durch einen Dritten abgewickelt wird!?

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Und wer heute mit der Terminanfrage wartet, der wartet noch länger...
Also ich scheine nur glückliche Menschen zu kennen, wo das alles stets binnen Jahresfrist erledigt wurde.

Ach, die Realität sieht leider anders aus. Dass bei manchen alles ,,glücklich innerhalb eines Jahres" klappt, mag sein – für den Rest der Nation heißt es Monate, teilweise über ein Jahr warten, bis Planung, Lieferung und Einbau erledigt sind. Und das bei bereits bestehenden Auftragsbergen, Lieferengpässen und Fachkräftemangel. Wer glaubt, das sei kein echtes Problem, hat wohl noch nie versucht, in der Hochsaison eine Wärmepumpe oder PV-Anlage zu bekommen. In meiner Nachbarschaft vernehme ich bei aufdrehen meiner Gasheizung  mit Biss ins nicht mit Veggie-Wurst belegtes Brötchen öfters mal den herannahenden Techniker, der dann die technische (Neu)Investition reparieren darf. Da habe ich schon Pferde k***** gesehen. Der betroffene Nachbar hält sich meist gern bedeckt. Hatte man doch vorher glänzend (statusorientiert) mit der Welle imponieren können. Nach und nach kommen dann die ärgerlichen Probleme heraus. Von Strom-Cloud bei Startup bis hin zu Strompreisdeckelung in Krisenzeiten... Da war schon in der Vergangenheit viel los. Es freut mich aber zunehmend, dass "Sie" nur glückliche Menschen in diesem Zusammenhang kennen. Das macht mir Hoffnung bei späteren Umstieg, wenn daraus ein Schuh geworden ist. Ich lasse Ihnen gern den Vortritt  ;) 

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Ok, das höre ich in der Tat zum ersten mal. Die gut 20 PV Anlagen in meinen Dunstkreis hatten bisher diese Probleme noch nicht (und einige davon sind 20Jahre alt), da muss ich mal ein Auge drauf haben.

Ja, aber bitte bedenken: Wenn man die Nistplätze unter den Modulen ignoriert, hat man nicht nur extra Arbeit mit Reinigung und Schutzvorrichtungen, sondern könnte sich irgendwann noch bei Nachbarschaftsunstimmigkeiten die Aufmerksamkeit von Tierschutz-Aktivisten einfangen, die sich symbolisch an die PV-Anlage ,,zur Rettung der Tauben" anbinden. Also aufpassen und lieber gleich vorsorgen, bevor aus kleinen Vögeln große Schlagzeilen werden. Scherz bei Seite - in meinem Umfeld freute sich ein Nachbar bspw. über das Gurren der Tauben, die ihn regelmäßig morgens weckten  ::) 

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Was heißt denn Ende der Lebensdauer, die Dinge hören doch nicht nach 20 Jahre auf Strom zu produzieren. Wie gesagt, kennen einige, die schon so lange in Betrieb sind, die natürlich pro QM weniger als aktuelle PV bringen und auch defekte gibt es, aber so wie du deinen alten Kühlschrank /Brennwertkessel entsorgen musst, so muss auch so was entsorgen, was ist daran jetzt das ungewöhnliche neue oder was hat das mit PV Anlage per se zu tun?
Und es ist doch normaler Elektroschrott mit hohem Recyclinganteil, oder?

Technisch mag ja vielleicht eine PV-Anlage auch nach 20 Jahren noch Strom produzieren, aber das Ende der Lebensdauer bezieht sich auf Effizienz, Garantie und rechtliche Rahmenbedingungen. Module liefern dann deutlich weniger, Wechselrichter sind oft ausgetauscht, und Förder- oder Einspeiseverträge laufen aus. Gleichzeitig fallen Entsorgungs- und Recyclingkosten an, die nicht automatisch übernommen werden. Natürlich handelt es sich um recycelbare Materialien, aber die Organisation, Sammlung und fachgerechte Aufbereitung erzeugt reale Kosten, die langfristig berücksichtigt werden müssen – ähnlich wie bei alten Kühlgeräten oder Heizungen, nur dass hier die Menge an Anlagen in wenigen Jahrzehnten massiv steigt.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Das glaube ich dir gerne, aber eine Bedenkenträger, was ja nicht schlecht sein muss.
Aber ich investiere nicht, sondern ich schaffe etwas an, weil es gut für die Umwelt ist und es sich in dem Anlagenzeitraum von 20-30 Jahren selbst bezahlt macht.

Klar, neue Technologien sind spannend, sofern man sich diese Romantik auch leisten kann – aber Sondermüll von alten PV-Anlagen und Wärmepumpen fällt in Massen an. Und das Beste: Wir geben den ganzen Schrott dann fröhlich an Dritte weiter – Umwelt entlasten war gestern, heute sorgt man für Aufräumarbeit bei anderen. Skepsis ist da nicht nur erlaubt, sie ist Pflicht.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33PV lohnt sich für jeden der nicht im Schatten sein Dach hat, denn bis die Dinger nichts mehr produzieren, sind sie abbezahlt. Und die Achillesferse ist doch der Wechselrichter und selbst dort gibt es seit Jahren Anbieter, die 20 Jahre Garantie geben.

Und wenn wir schon früher eine ernsthaftere Bepreisung der Emissionen gemacht hätten, dann würde keine Förderung notwendig sein, weil sich keiner mehr einen Gasbrenner leisten könnte. Wir hinken hier halt 10-15 Jahre hinterher.

Klar bei der WP Steht und fällt die Wirschaftlichkeitsrechnung mit dem Strom zu Gas Verhältnis und natürlich die höhe als solches. Aber das bei minus sieben Grad die LWP noch im Verhältnis 2,5 zu 1 Wärme ins Haus bringt hat mich überzeugt.

PV mag sich auf dem Papier rechnen – aber nicht jedes Dach ist ein Sonnenthron. Wechselrichter halten 20 Jahre, Module altern trotzdem, Wartung kostet extra. Wärmepumpen glänzen bei -7 °C, solange das Haus nicht aus Pappe gebaut ist. Kurz gesagt: Wirtschaftlichkeit klingt toll, bis der Alltag reinfunkt.

Zitat von: MoinMoin in 08.03.2026 12:33Wenn man sein Haus und Umwelt als reine Investition ansieht....

Wer sein Kapital clever einsetzen will, darf nicht alles auf ein Dach setzen. Photovoltaik und Wärmepumpe sind ökologisch sinnvoll, aber finanziell keine garantierte Goldgrube. Gerade weil das Wohnhaus für viele Menschen ein zentraler Stützpfeiler der Altersversorgung ist, darf man Risiken nicht leichtfertig verlagern – vor allem in Zeiten, in denen der Staat bei Rente, Gesundheit und anderen sozialen Aufgaben massiv unter Druck steht und die Kosten explodieren.

Und die Umweltbelastung durch Herstellung, Montage, Ersatzteile und spätere Entsorgung bis hin zu belastende E-Mobilität (Autoakkus usw.) ist bei diesen neuen Technologien längst nicht zu Ende gedacht – Sondermüll, Recyclingaufwand und Materialeinsatz fallen in Massen an. Letztlich sollte der Bürger selbst entscheiden, wie er investiert, statt dass ein vorschreibender Staat ihm alles abnimmt. Wer Bürger mitnimmt, statt sie ,,abzukochen", sorgt für echte Akzeptanz und langfristigen Erfolg. Man muss es halt kritisch beleuchten und nicht gleich auf den ersten Zug aufspringen. Ferner gibt es noch sicherheitliche Punkte die darüber hinaus zu klären wären.



MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Das funktioniert aber nur in der Theorie. In der Praxis liegen die Mehrkosten oft deutlich über diesen beispielhaften 5.000 €.
Nein, das sind die Werte von ungefähr 5 Menschen aus meiner Umgebung, die einen funktionierenden, aber alten Brennwertkessel gegen einen WP ersetzt haben.
Also nix Theorie, sondern Tatsachen.
Die natürlich sich nicht auf jeden Haushalt übertragen lässt.
Wer eine 15 Jahre alte Gastherme austauschen muss, weil sie den Geist aufgegeben hat, wird sicherlich andere Werte haben.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34Wenn eine Wärmepumpe bei den aktuellen Strompreisen wirtschaftlich keinen Vorteil bringt, dann bleibt sie schlicht die deutlich teurere Lösung.
Richtig, wenn der Gaspreis aber aufgrund einer kalkulierbaren höheren CO2 Bepreisung um Faktor 3+ liegt wird sie eben langfristig nicht die teurere Lösung sein.
Und sie wird immer die umweltfreundlichere Lösung sein.
Also wer nur einen funken anstand für die nachfolgende Generationen sich leisten kann, der sollte nicht von Investitionen und ich mache so was nur wenn ich damit auch Geld in 10-20 Jahren spare reden, sondern es machen.
Wer nicht, der sollte hoffen, dass er nicht auf das falsche Pferd setzt und nicht jammern, wenn der KW Gaspreis bei 15 cent liegt und Strom bei 30. Sondern dann einfach akzeptieren, dass er sich verzockt hat.
Problematisch ist und bleibt der Mieter, der keine Wahl hat.



MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34In vielen Konzepten wird die Wärmepumpe gerade in Kombination mit Photovoltaik als wirtschaftlich dargestellt, weil eigener Strom die Betriebskosten senken soll.
Ja das stimmt, es wird wie immer gerne mit Milchmädchenrechnungen verkauft.

So wie gerne jede energetische Maßnahme gerechnet als, ob vorher nichts passiert ist, also alles vom Status 0 und damit wird es einem schön gerechnet wird, wie toll sich das amortisiert.

Aber wenn ich sie sequentiell, getrennt nacheinander berechne, dann kommt halt was ganz anderes raus.
Das finde ich echt zK.


und wenn ich sehe, was mein PV Anlage in der Übergangszeit an Einspeisestrom Produziert, welches ich mit WP als Heizung nutzen könnte, (OHNE E Auto) dann weiß ich es ist ein netter Tropen auf dem Stein, aber nicht kriegs entscheident.

Oder anders gesagt: Mein PV Anlage rentiert sich schneller, wenn ich im Sommer eine Klimaanlage laufen lassen.
Auch ne Milchmädchenrechnung.

MoinMoin

Zitat von: WimmelbuchLeser in 08.03.2026 19:34teilweise über ein Jahr warten, bis Planung, Lieferung und Einbau erledigt sind
Wie gesagt, du wie ich können da nur aus unseren Erfahrungen erzählen.
Meine Erfahrung in meiner Region ist:
Zwischen ernsthafter Anfrage und Umsetzung vergeht selten mehr als ein Jahr.