Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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highperformer

Zitat von: Garfield in Gestern um 18:41Es ging darum, dass der User meinte die Gewerkschaft hätte da ein gutes Ergebnis verkündet.

Zitat von: Garfield in Gestern um 18:41Und der "highperformer" verkündet die Gewerkschaft habe ein gutes Ergebnis gesehen

Alleine schon der Gedanke, dass der Abschluss "nützt auch den Ländern bei der Personalsuche", zeigt, wie abgehoben die Gewerkschaften sind. Da sprechen wir ja noch nicht mal von 35- oder 38-Stunden-Wochen, wie sie im TV-N gefordert werden/vorhanden sind oder bei der IG Metall. Oder zusätzlichen Urlaubstagen.

Und jetzt noch O-Ton Dbb-Chef Volker Geyer: Die Ergebnisse bedeuten aber konkrete und nachhaltige Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen [...] Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen. Die GEW-Sonderseite sieht jetzt auch ziemlich, nun ja, marktschreierisch aus?

Zinc

"Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen."

Bei wem genau sind denn jetzt die Einkommen spürbar gestiegen nach Abzug der diversen gestiegenen Beiträge seit 01.01.2026 (wie Krankenkasse etc.)? Da wollen wir natürlich gar nicht erst von der neuen weltpolitischen Lage sprechen und der zu erwartenen Inflation.

MoinMoin

Zitat von: DiVO in Heute um 06:56Was ist deine Schlussfolgerung aus dem Ganzen? Welche persönlichen Konsequenzen ziehst du daraus? Weiterhin wie ein kleines Kind, das keinen Lutscher bekommen hat, rumheulen?
Was ist das wieder mal für eine schöne produktive Frage.
Aber gerne antworte ich gerne:
1.) Weder habe ich hier jemals rumgeheult. Und dann bekomme ich soviele Lutscher wie ich haben will.
denn wie bekannt sein sollte, gehöre ich zu den AN die eine Zulage bekommen und somit das maximale, was der AG tariflich bezahlen kann.
2.) Meine persönliche Konsequenzen sind, dass ich weiterhin gerne dort arbeite wo ich bin und zufrieden bin, da ich nicht wegen des Geldes alleine arbeite.
3.) Die Schlussfolgerung ist, dass wie üblich die Vertreter der AN entweder nicht rechnen können, den Abschluss nicht durchdrungen haben oder wissentlich Halbwahrheiten von sich geben.

ZitatIch bin ehrlich gesagt immer wieder schockiert, was für Leute hier angeblich gut bezahlte Jobs im öD wahrnehmen. Ich setze inzwischen große Hoffnungen auf die Demographie und die Digitalisierung. Hoffentlich wird damit das Gejammer weniger.
Ja, das hoffe ich auch. Und das gute daran ist, dass ich nicht nur hoffe, sondern aktiv daran mitarbeite und nicht nur unreflektiertes Zeug von mir gebe, weil sie nicht in der Lage sind verständig Texte zu lesen und zusammenhänge begreifen (wollen).

Und wie geht es dir sonst so?

Warnstreik

Zitat von: Zinc in Heute um 08:10"Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen."

Bei wem genau sind denn jetzt die Einkommen spürbar gestiegen nach Abzug der diversen gestiegenen Beiträge seit 01.01.2026 (wie Krankenkasse etc.)? Da wollen wir natürlich gar nicht erst von der neuen weltpolitischen Lage sprechen und der zu erwartenen Inflation.

Zum Zeitpunkt des Abschlusses war es ein Ergebnis über der aktuellen und prognostizierten Inflationsrate. Das ist dann schon ok - in ner 11/4 sinds im ersten Schritt 140€ und für ne 8/3  schon über 100€ Brutto. Das hilft soweit defintiv schon bei höheren Krankenkassenbeiträgen und auch dem Spritpreis an der Tanke.

Der Grund, wieso man so missmutig ist ist der Abschluß im TVöD, der tatsäch schöne Bonbons drinne hatte. Hätte es den nicht gegeben, ist man derzeit ganz gut dabei und es hätte eher weniger kritische Stimmen gegeben. Andererseits ist der TVöD immer so ein wenig Messlatte in den folgenden Verhandlungen - somit ist es schonmal gut, dass die diese Dinge (JSZ, Freier Tag...) einverhandelt haben. Mit dem Verweis kann man sowas in der nächsten Runde beim TV-L leichter nachziehen.

Was widerum doof ist: Wieder hat der TV-L es geschafft kurz vor der Krise (ob sie kommt muss man schauen) abzuschließen und das so langfristig, dass jetzt eine hohe Inflation richtig dolle reinhauen würde.

highperformer

Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:43Zum Zeitpunkt des Abschlusses war es ein Ergebnis über der aktuellen und prognostizierten Inflationsrate.

Wobei die Grundannahme, dass wir dauerhaft bei 2 % Inflation bleiben würden, schon mal grundfalsch war. Solange Putin und Trump regieren, schon mal gar nicht, aber auch sonst so wäre das echt optimistisch anzunehmen.

Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:43Andererseits ist der TVöD immer so ein wenig Messlatte in den folgenden Verhandlungen - somit ist es schonmal gut, dass die diese Dinge (JSZ, Freier Tag...) einverhandelt haben. Mit dem Verweis kann man sowas in der nächsten Runde beim TV-L leichter nachziehen.

Der TVöD war doch schon letztes Jahr, TV-L dieses Jahr, damit "folgend". Warum sollte das erst in zwei bis drei Jahren relevant werden?

DiVO

Zitat von: MoinMoin in Heute um 08:25Was ist das wieder mal für eine schöne produktive Frage.
Aber gerne antworte ich gerne:
1.) Weder habe ich hier jemals rumgeheult. Und dann bekomme ich soviele Lutscher wie ich haben will.
denn wie bekannt sein sollte, gehöre ich zu den AN die eine Zulage bekommen und somit das maximale, was der AG tariflich bezahlen kann.
2.) Meine persönliche Konsequenzen sind, dass ich weiterhin gerne dort arbeite wo ich bin und zufrieden bin, da ich nicht wegen des Geldes alleine arbeite.
3.) Die Schlussfolgerung ist, dass wie üblich die Vertreter der AN entweder nicht rechnen können, den Abschluss nicht durchdrungen haben oder wissentlich Halbwahrheiten von sich geben.
Ja, das hoffe ich auch. Und das gute daran ist, dass ich nicht nur hoffe, sondern aktiv daran mitarbeite und nicht nur unreflektiertes Zeug von mir gebe, weil sie nicht in der Lage sind verständig Texte zu lesen und zusammenhänge begreifen (wollen).

Und wie geht es dir sonst so?

Mir persönlich geht es ehrlich gesagt sehr gut! Ich bin mit dem Tarifabschluss zufrieden und aufgrund persönlich verhandelter Zulagen und Arbeitsbedingungen weiß ich auch, warum ich aktuell hier gern arbeite. Wir sind uns in einigen Punkten tatsächlich ähnlicher, als gedacht. Mein aktuelles Ziel ist Prozessoptimierung in der Verwaltung und daher freue ich mich auf die kommenden Jahre, denn ich habe noch einiges zu tun.

Tante Hilde

Zitat von: Zinc in Heute um 08:10"Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen."

Bei wem genau sind denn jetzt die Einkommen spürbar gestiegen nach Abzug der diversen gestiegenen Beiträge seit 01.01.2026 (wie Krankenkasse etc.)? Da wollen wir natürlich gar nicht erst von der neuen weltpolitischen Lage sprechen und der zu erwartenen Inflation.

Oh doch natürlich ist das Einkommen spürbar gestiegen! Ironie off.
Bei mir sind es tatsächlich laut Rechner 48 Euro netto mehr ab April. DAS nenne ich Wertschätzung. Okay, ich arbeite Teilzeit, aber bei VW und anderen ist das Vollzeit! Und dadurch, dass die stufengleiche Höhergruppierung wieder kein Thema war, verliere ich in den nächsten Jahren über 5000 Euro netto!!!! Schon wieder! Ich habe mich seit 1999 "hochgearbeitet", habe immer innerhalb des Landes gewechselt auf höher bewertete Aufgaben und habe schon ordentlich "Federn gelassen" dabei. Ich bin in keiner Gewerkschaft, weil genau das meine Bedingung war und ist, neben der Anhebung der JSZ auf 100 %. Die Verdi-Leute haben immer nur abgewunken, tja, das mache ich dann eben auch. Sollte das jemals ein ernsthaftes(!) Thema werden und nicht nur auf dem Zettel stehen zum Streichen, dann trete ich ein. Mal sehen, hab noch etwas mehr als 10 Jahre bis zur Rente. Geht da noch was? Für mich wird das jetzt der letzte Entgelt-Gruppen-Wechsel werden, aber ich würde den jungen Kolleginnen und Kollegen gern den Rücken stärken. Sofern denn welche nachkommen. Jetzt heißt es erstmal Ar...backen zusammenkneifen, da Altersabgänge nicht nachbesetzt werden. Selbst in meinem Fachreferat mit lauter "Spezis" sind das bis 2029 5 von 15 Leuten. Aber hey, ein warmer Händedruck vom Land ist uns sicher!

Johann

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:56Okay, ich arbeite Teilzeit, aber bei VW und anderen ist das Vollzeit!
Im Moment befinden wir uns wieder in so einer Phase, wo das Argument, dass man im öD zwar weniger verdient, aber dafür einen sicheren Job hat, zieht. Nachdem sich VW in den Bilanzen arm gerechnet hat, werden in den kommenden Jahren eher Stellen wegfallen als dazukommen. Wobei man hier auch sagen muss, dass die Stellen bei unbefristeten Verträgen weiterhin sehr sicher sind und sich das eigentlich nur dann ändert, wenn es einen goldenen Handschlag gibt, mit dessen Bruttowert man sich ein älteres Bestandshaus kaufen könnte.

Seit Anfang des Jahres haben es auch erstaunlich viele ehemalige VW-Leute in unsere Behörde geschafft. Von befristeten Verträgen, die geendet haben über nicht übernommene duale Studenten hin zu jahrelangen VW-Mitarbeitern aus sämtlichen Abteilungen. So schlecht scheint die Außenwahrnehmung dann zumindest im Moment doch nicht zu sein oder die Industrie ist halt wirklich so sehr am Arsch, dass eigentlich nur noch der öD einstellt.

Warnstreik

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:56Oh doch natürlich ist das Einkommen spürbar gestiegen! Ironie off.
Bei mir sind es tatsächlich laut Rechner 48 Euro netto mehr ab April. DAS nenne ich Wertschätzung.

Zum einen macht es wenig Sinn mir Nettobeträgen zu hantieren - der ist bei jedem irgendwie anders.


Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:56Und dadurch, dass die stufengleiche Höhergruppierung wieder kein Thema war, verliere ich in den nächsten Jahren über 5000 Euro netto!!!!

Ich finde die Regelung auch "Mist" - allerdings nicht zwingend wegen eines Verlustes sondern weil es die Übernahme von Höherwertigen Aufgaben ausbremst. Dass man nach 3 Jahren in Stufe 4 eine Gehaltgruppe hochgeht (freiwillig) ist wohl recht unwahrscheinlich.

Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:56Sollte das jemals ein ernsthaftes(!) Thema werden und nicht nur auf dem Zettel stehen zum Streichen, dann trete ich ein.

Woher wusstest du denn, dass es diesmal kein "ernsthaftes (!)" Thema war? Es stand auf der Forderungsliste (im Gegensatz zu anderen Dingen, die der TvöD bekommen hat)   Sei so ehrlich zu dir selbst: Du wirst in diesem Leben keiner Gewerkschaft mehr beitreten, egal was passiert.

Zum Thema Höhergruppierung: Statt die stufengleiche Höhergruppierung durchzusetzen müsste man endlich mal diesen ganzen Stufenkrams eindampfen auf 2, maximal 3 Stufen, die dann nach spätestens 3 Jahren erreicht sind. Aber auch da hängt man viel zu sehr an dem ganzen altbewerten Murks des deutschen Beamtengedönses. Hier eine klare Trennung - aber das bleibt wohl eine Wunschvorstellung


Zitat von: Tante Hilde in Heute um 09:56Jetzt heißt es erstmal Ar...backen zusammenkneifen, da Altersabgänge nicht nachbesetzt werden. Selbst in meinem Fachreferat mit lauter "Spezis" sind das bis 2029 5 von 15 Leuten. Aber hey, ein warmer Händedruck vom Land ist uns sicher!

Was macht ihr denn, dass ihr nicht nachbesetzen dürft? Fällt Arbeit weg? Wird sie einfacher durch KI oder ähnliches? Eine Arbeitsverdichtung von 30% kann ich mir ehrlich gesagt eher nicht vorstellen.

SvenL1975

Durch den Austritt aus der GEW ist mein Gehalt um 56€ pro Monat gestiegen. Das ist spürbar.

Tante Hilde

Zitat von: Warnstreik in Heute um 11:43Zum einen macht es wenig Sinn mir Nettobeträgen zu hantieren - der ist bei jedem irgendwie anders.


Ich finde die Regelung auch "Mist" - allerdings nicht zwingend wegen eines Verlustes sondern weil es die Übernahme von Höherwertigen Aufgaben ausbremst. Dass man nach 3 Jahren in Stufe 4 eine Gehaltgruppe hochgeht (freiwillig) ist wohl recht unwahrscheinlich.

Woher wusstest du denn, dass es diesmal kein "ernsthaftes (!)" Thema war? Es stand auf der Forderungsliste (im Gegensatz zu anderen Dingen, die der TvöD bekommen hat)   Sei so ehrlich zu dir selbst: Du wirst in diesem Leben keiner Gewerkschaft mehr beitreten, egal was passiert.

Zum Thema Höhergruppierung: Statt die stufengleiche Höhergruppierung durchzusetzen müsste man endlich mal diesen ganzen Stufenkrams eindampfen auf 2, maximal 3 Stufen, die dann nach spätestens 3 Jahren erreicht sind. Aber auch da hängt man viel zu sehr an dem ganzen altbewerten Murks des deutschen Beamtengedönses. Hier eine klare Trennung - aber das bleibt wohl eine Wunschvorstellung


Was macht ihr denn, dass ihr nicht nachbesetzen dürft? Fällt Arbeit weg? Wird sie einfacher durch KI oder ähnliches? Eine Arbeitsverdichtung von 30% kann ich mir ehrlich gesagt eher nicht vorstellen.

Okay, dann brutto knapp 10.000 Euro, das sieht dann besser aus? Und ich habe die Einrichtung gewechselt, weil mir meine Tätigkeit nicht herausfordernd genug war, da kamen ungünstige Konstellationen Zusammen, die ich hinnahm, weil ich wechseln wollte und die nicht warten konnten. Insofern bin ich "freiwillig" höher gehüpft.
 
Dass es keine ernsthaften Forderungen sind, wurde mir wie immer vom Verdi-Vertreter bei unser Personalversammlung bestätigt, da frage ich nicht noch woanders nach. Doch, ich würde dann tatsächlich eintreten!

Ja, was machen wir ohne Nachbesetzung? Gute Frage.... ich hoffe, die Hausspitze hat dazu eine Idee. KI wird´s eher nicht bringen, da wir keine wiederkehrenden Standard-Verfahren haben. Geht bei uns in Richtung Grundsatz und Strategie/Fachaufsicht

Ornaki

Zitat von: Warnstreik in Heute um 08:43....
Der Grund, wieso man so missmutig ist ist der Abschluß im TVöD, der tatsäch schöne Bonbons drinne hatte. Hätte es den nicht gegeben, ist man derzeit ganz gut dabei und es hätte eher weniger kritische Stimmen gegeben. Andererseits ist der TVöD immer so ein wenig Messlatte in den folgenden Verhandlungen - somit ist es schonmal gut, dass die diese Dinge (JSZ, Freier Tag...) einverhandelt haben. Mit dem Verweis kann man sowas in der nächsten Runde beim TV-L leichter nachziehen.
...

So wie man mit dem Stufengleichen Aufstieg hinterhergezogen ist?;D

Bei der nächsten Verhandlung wird das keiner mehr aufn Tisch werfen. Da wird es heißen "Ihr habt doch damals vor drei Jahren das selbe wie der TVÖD bekommen. Zudem gabs im Januar erst eine satte Erhöhung von 1%. Erstmal 12 Monate Nullrunde".

So oder so Ähnlich:D