Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, 23.06.2026 13:27

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MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in 26.06.2026 13:01Daher muss man schauen, wie man Belastungen der Demographie eben der ganzen Bevölkerung aufbürdet und nicht priviligierte Klassen außen vor lässt.
Klar weniger Beamte macht absolut Sinn.
Aber die Beamte in die Rentenkasse zu bringen würde doch die Belastung der Altersversorgung der Beamten eben nicht mehr der ganzen Bevölkerung aufbürden, so wie es jetzt ist.
Sondern nur noch die GRVler müssen dafür sorgen.
Zumindest solange es Steuerzahler gibt, die nicht in der GRV sind.
Drum selbständige auch rein und Mensch die einfach nur vom Vermögen leben auch.

Rheini

Wenn die Vorschläge nicht 1:1 umgesetzt werden, wars das. Dann fehlt die Einigkeit für jede weitere Reform.

Warnstreik

Zitat von: Rheini in Gestern um 15:00Wenn die Vorschläge nicht 1:1 umgesetzt werden, wars das. Dann fehlt die Einigkeit für jede weitere Reform.

Die Vorschläge sind ja noch weit weit weg von gesetzestauglichkeit und bieten auch recht viel Spielraum für das Parlament.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in 26.06.2026 13:01Daher muss man schauen, wie man Belastungen der Demographie eben der ganzen Bevölkerung aufbürdet und nicht priviligierte Klassen außen vor lässt.
Hier auch der Hinweis der Kommision aus Empfehlung 23 (S.54)
ZitatDurch separierte Rentenkassen ließe sich zugleich vermeiden, dass
durch die höhere Lebenserwartung von Beamtinnen und Beamten über die lange Sicht
zusätzliche Belastungen für die GRV entstehen.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 08:32Hier auch der Hinweis der Kommision aus Empfehlung 23 (S.54)

Im Großen und Ganzen scheint das alles schon sinnvoll.

Was mich ein wenig nervt - aber da hat unser aller Kanzler den Ton gesetzt - ist die Faulheitsdebatte. Deutsche sind so faul, wollen zu früh in Rente, wollen nur Teilzeit arbeiten. Was passiert jetzt, wenn die Disruption durch KI oder moderne Mobilität in der Industrie durchschlägt? Mir sind die angenommenen Aussichten alle ein wenig zu rosig: Wir hatten Jahrzehnte der wachsenden Arbeitskraft - das war übrigens auch der Grund für unser Wirtschaftswachstum, nicht die Steigerung der Produktivität. Das ist jetzt - Demographie sei dank - erstmal vorbei. Und dann kommt das Thema, was wieder relevant ist: Wenn ich will, dass die Menschen länger arbeiten, dann muss ich ihnen auch die Chance dafür geben. Das braucht Akzeptanz aber auch massive Förderung. Ich kann einen 55-jährigen Fabrikarbeiter von VW recht problemlos zum Pfleger (oder Pflegehelfer) umschulen - dafür müssen die Strukturen aber da sein. Da gibt es viele Aspekte - ich glaube Dänermark wurde immer als Postivbeispiel für die schnelle Vermittlung genannt.

Was mir auch gut gefällt ist die Abschaffung von geringfügiger Beschäftigung. Hier hat sich - z.B. an Unis sogar der Öffentliche Dienst damit hervorgetan volle Stellen auf 75% zu reduzieren um den Rest durch einen Minijob abzufangen (gleiche Person). Das ist dann bald vorbei.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 09:11Ich kann einen 55-jährigen Fabrikarbeiter von VW recht problemlos zum Pfleger (oder Pflegehelfer) umschulen
Ich frage mich gerade was körperlich oder psychisch anstrengender ist.
Warum nicht eher den angehenden Fabrikarbeiter zum Pfleger umschulen.

Zitat von: Warnstreik in Heute um 09:11Deutsche sind so faul, wollen zu früh in Rente, wollen nur Teilzeit arbeiten.
Eben, was ist für die Gesellschaft besser?
Ein Arbeitsloser und eine VZ Mensch
oder zwei TZ
oder eine Rentner der mit Abschlag in Rente und ein VZ


Gut finde ich weiterhin, dass die abschlagsfreie Rente abgeschafft werden soll, weil sie eben nicht die erreicht, die sie erreichen sollte und im Gegenzug eben die, die nicht mehr arbeiten können es leichter gemacht werden soll, in Rente zu gehen.
Überraschend finde ich, dass der aktuelle Abschlag aktuell nicht angepasst werden brauch:
ZitatDie Deutsche Bundesbank hat Berechnungen durchgeführt, die zu ähnlichen
Abschlägen wie im geltenden Recht bzw. zu geringfügig höheren Abschlägen führen.
Auf dieser Basis sieht die Kommission derzeit keinen zwingenden Bedarf für eine
Anpassung der Umrechnungsfaktoren.

BAT

Moin Moin, ist es etwas zu heiß bei Dir?

Was genau meinst Du?

MoinMoin

Zitat von: BAT in Heute um 09:37Moin Moin, ist es etwas zu heiß bei Dir?
Nein, habe eine solarbetriebene Klimaanlage.

ZitatWas genau meinst Du?

Was genau von den 3 Aspekten verstehst du nicht? Oder ist es bei dir zu heiß?

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:32Ich frage mich gerade was körperlich oder psychisch anstrengender ist.
Warum nicht eher den angehenden Fabrikarbeiter zum Pfleger umschulen.

Es war doch nur ein Beispiel - im Grunde geht es doch nur darum, dass wir keinen generellen Fachkräftemangel haben (werden). Es wird eine gewisse Flexibilität gebraucht - die muss der Staat und die Gesellschaft unterstützen wenn er mehr Menschen länger in Arbeit haben will.


Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:32Gut finde ich weiterhin, dass die abschlagsfreie Rente abgeschafft werden soll, weil sie eben nicht die erreicht, die sie erreichen sollte und im Gegenzug eben die, die nicht mehr arbeiten können es leichter gemacht werden soll, in Rente zu gehen.

Jaja, der Dachdecker, der dafür herhalten musste. Es ist/war aber keine Dachdeckerrente sondern eine Rente für "besonders langjährig Versicherte" - eben die, die ihr Leben durchgearbeitet haben. (und in der Zeit das System stabilisiert haben) Im Gesetz steht übrigens nichts von körperlichen Wracks - für diese gibt es im übrigen mit der EU oder einer BU schon eine Lösung.
Am Ende ist es mir egal - ich finde nur die Diskussion absolut ungehörig. Man wertet alle Jobs (bis auf den Dachdecker) medial ab - einfach faule Hunde/Hündinnen, die sich gerne einen ruhigen Lenz machen wollen. Diese blöden Büropupser, Erzieher, Lehrer, Mechaniker, Verkäufer, Lageristen...

Auch glaube ich im Leben nicht, dass jemand in Zukunft leichter in Rente gehen kann. Wieso? Weil es die Mechanismen schon gibt.

BAT

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:40Nein, habe eine solarbetriebene Klimaanlage.
Was genau von den 3 Aspekten verstehst du nicht? Oder ist es bei dir zu heiß?

Du sprichst im dritten Absatz von abschlagsfreien Gegebenheiten, dann aber von Abschlägen und bringst ein Zitat. Da fehlt mir etwas die genaue Einordnung.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:04Es war doch nur ein Beispiel - im Grunde geht es doch nur darum, dass wir keinen generellen Fachkräftemangel haben (werden). Es wird eine gewisse Flexibilität gebraucht - die muss der Staat und die Gesellschaft unterstützen wenn er mehr Menschen länger in Arbeit haben will.
Ja, stimmt. So wie heutzutage eben lebenslanges Lernen gefordert ist, so muss auch der Mensch, der glaubt nicht bis 67 in seinem aktuellem Job durchzuhalten, sich rechtzeitig umorientieren.
Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:04Jaja, der Dachdecker, der dafür herhalten musste. Es ist/war aber keine Dachdeckerrente sondern eine Rente für "besonders langjährig Versicherte" - eben die, die ihr Leben durchgearbeitet haben. (und in der Zeit das System stabilisiert haben) Im Gesetz steht übrigens nichts von körperlichen Wracks
Für die abschlagsfrei Rente wird aber immer das als Argument gebracht und nicht nirgends hörte man als Argument:
Die waren besonders lange versichert und jetzt kriegen sie deswegen mehr Rente als die anderen, die halt nicht so lange SV-Pflichtig sein konnten, weil sie ihre Ausbildung selber bezahlen mussten.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Heute um 10:21Du sprichst im dritten Absatz von abschlagsfreien Gegebenheiten, dann aber von Abschlägen und bringst ein Zitat. Da fehlt mir etwas die genaue Einordnung.
Hast Recht, die hätte ich eine Leerzeile einfügen müssen, damit du den Themen Wechsel bemerkst.

Die Aussage war:
a) ich finde es gut, dass die abschlagsfreie Rente abgeschafft werden soll.(auch wenn es meine Holde "hart" treffen wird)

b) ich bin Überrascht, dass bei der Rente mit Abschlag es aktuell nicht als notwendig angesehen wird, den Abschlag zu ändern. Denn ich hätte erwartet, dass sich seit Einführung der 0,3% die Lebenserwartung erhöht hat und der Wert daher auch höher sein müsste.

Rheini

Sind "Die anderen" immer Leute die später angefangen haben, weil sie eine Ausbildung gemacht haben?

MoinMoin

Zitat von: Rheini in Heute um 10:40Sind "Die anderen" immer Leute die später angefangen haben, weil sie eine Ausbildung gemacht haben?
Als die anderen bezeichne ich die, die durchgängig nach der Schule eine Ausbildung gemacht haben und dann durchgängig gearbeitet haben, aber während ihrer Ausbildung keine SV-pflichtige Zeit ansammelten und von daher keine 45 voll bekommen.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:31Für die abschlagsfrei Rente wird aber immer das als Argument gebracht und nicht nirgends hörte man als Argument:
Die waren besonders lange versichert und jetzt kriegen sie deswegen mehr Rente als die anderen, die halt nicht so lange SV-Pflichtig sein konnten, weil sie ihre Ausbildung selber bezahlen mussten.

Ich sag ja: Das Argument ist blöd und man sieht, wie ein schöner Aufhänger nach hinten losgeht. Wie du schreibst: Die meisten echten Gutverdiener kommen selten auf 45 Jahre durch Abitur und Studium (wobei man auch hier arbeiten oder nachzahlen kann). Die gehen aber, wenn sie es wollen, auch deutlich früher in den Ruhestand.
Am Ende kann man das auch abschaffen - aber bevor ich mich über die zwei Jahre streite, streite ich mich über die großen Kohorten-Ungleichheiten. (sowohl aus Bildungs- aber auch aus Biologischer Sicht)
Einen Ausgleich kann eine Regelung wie in Frankreich schaffen: Wer nicht 43 Rentenjahre voll hat, bekommt auch keine volle Rente. (man könnte dafür die Regelstudienzeit ja anrechnen, nur als Idee)