Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, 23.06.2026 13:27

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Rheini

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:45Als die anderen bezeichne ich die, die durchgängig nach der Schule eine Ausbildung gemacht haben und dann durchgängig gearbeitet haben, aber während ihrer Ausbildung keine SV-pflichtige Zeit ansammelten und von daher keine 45 voll bekommen.


Gibt es dann noch weitere Gruppen als nur diese beiden?

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 10:45Ich sag ja: Das Argument ist blöd und man sieht, wie ein schöner Aufhänger nach hinten losgeht. Wie du schreibst: Die meisten echten Gutverdiener kommen selten auf 45 Jahre durch Abitur und Studium
Es ist nicht nur Studium, sondern betrifft auch andere schulische Ausbildungen. (ok, wie du sagst, kann man da nachzahlen, und dann zählen diese Zeiten auch zu der "Bonusrenten" Berechnung?)

Und andererseits zählen zu diesen Jahren Zeiten der Arbeitslosigkeit auch hinzu (oder?), warum???



MoinMoin

Zitat von: Rheini in Heute um 10:48Gibt es dann noch weitere Gruppen als nur diese beiden?
Ja, die, die sich nicht durchgängig 45 Jahre in Ausbildung und Arbeit befanden, weil sie was anderes gemacht haben.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:58Ja, die, die sich nicht durchgängig 45 Jahre in Ausbildung und Arbeit befanden, weil sie was anderes gemacht haben.

Könnte man dann nicht die beiden obigen Gruppen vor dieser bevorzugen?

Oder anders, warum werden die Gruppen die 45 Jahre mit Arbeit oder Ausbildung und Arbeit vor dem allg. Rentenbeginn in die Rente gehen wollen, mit Abschlägen bedacht, eine Gruppe die erst Freizeit hat und dann 40 Jahre bis zum allg. Rentenbeginn arbeitet, nicht?

BAT

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:39b) ich bin Überrascht, dass bei der Rente mit Abschlag es aktuell nicht als notwendig angesehen wird, den Abschlag zu ändern. Denn ich hätte erwartet, dass sich seit Einführung der 0,3% die Lebenserwartung erhöht hat und der Wert daher auch höher sein müsste.

Ich meine mich zu erinnern, dass die Höhe der Abschläge seinerzeit eher ausgewürfelt war. Vielleicht hatte man ja einen Zufallstreffer gelandet.

Ich hätte es für wünschenswert gehalten, dem Einzelnen mehr Autonomie zu geben. Das System ist doch völliger Unfug. Was spricht gegen einen Korridor von 60 bis 70? Bis 67 z. B. Abschläge, ab 67 dann Aufschläge.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:39Hast Recht, die hätte ich eine Leerzeile einfügen müssen, damit du den Themen Wechsel bemerkst.

Die Aussage war:
a) ich finde es gut, dass die abschlagsfreie Rente abgeschafft werden soll.(auch wenn es meine Holde "hart" treffen wird)

b) ich bin Überrascht, dass bei der Rente mit Abschlag es aktuell nicht als notwendig angesehen wird, den Abschlag zu ändern. Denn ich hätte erwartet, dass sich seit Einführung der 0,3% die Lebenserwartung erhöht hat und der Wert daher auch höher sein müsste.

Das beudeutet u.U., dass es jetzt einerhöhtres Aufkomme an Anträgen für eine Erwerbsminderungsrente gibt.
Ob das günstiger wird, wage ich zu bezweifeln.




MoinMoin

Zitat von: BAT in Heute um 11:03Ich meine mich zu erinnern, dass die Höhe der Abschläge seinerzeit eher ausgewürfelt war. Vielleicht hatte man ja einen Zufallstreffer gelandet.
ZitatDie Kommission empfiehlt, die Umrechnungsfaktoren weiterhin nach
versicherungsmathematischen Grundsätzen zu berechnen. Eine politische Setzung zur
Steuerung des Rentenbeginns wird nicht befürwortet.
Klingt nicht so, als ob es seinerzeit gewürfelt war.

Rowhin

Zitat von: BAT in Heute um 11:03Ich hätte es für wünschenswert gehalten, dem Einzelnen mehr Autonomie zu geben. Das System ist doch völliger Unfug. Was spricht gegen einen Korridor von 60 bis 70? Bis 67 z. B. Abschläge, ab 67 dann Aufschläge.


Außer mehr bürokratischer Aufwand fällt mir da (gesamt betrachtet, ohne Einzelerwerbsbiografien/-schicksale zu betrachten) erstmal wenig ein. Dem Wunsch nach mehr Autonomie für den Einzelnen kann ich mich anschließen.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Heute um 11:03Ich hätte es für wünschenswert gehalten, dem Einzelnen mehr Autonomie zu geben. Das System ist doch völliger Unfug. Was spricht gegen einen Korridor von 60 bis 70? Bis 67 z. B. Abschläge, ab 67 dann Aufschläge.
Aktuell haben wir den Korridor 63 bis Lebensende, mit zu/abschlägen.
Und wenn man 60 mit Abschlägen zulässt, dann besteht da offenbar in der Kommission die Sorge, dass die Leute sich verschätzen. (Drum Anhebung des Eintrittsalters der langjährigen )
ZitatDas soll vermeiden, dass Versicherte einen zu frühen Rentenbeginn zulasten der Höhe ihrer Rente wählen. Dies könnte zu geringen Renten und zum vermeidbaren Bezug von Grundsicherungsleistungen führen.
Internationale Erfahrungen zeigen, dass Versicherte ihre Rentenansprüche oft überschätzen und ihren Bedarf während der Rente unterschätzen.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:31Ja, stimmt. So wie heutzutage eben lebenslanges Lernen gefordert ist, so muss auch der Mensch, der glaubt nicht bis 67 in seinem aktuellem Job durchzuhalten, sich rechtzeitig umorientieren.Für die abschlagsfrei Rente wird aber immer das als Argument gebracht und nicht nirgends hörte man als Argument:
Die waren besonders lange versichert und jetzt kriegen sie deswegen mehr Rente als die anderen, die halt nicht so lange SV-Pflichtig sein konnten, weil sie ihre Ausbildung selber bezahlen mussten.


Und was ist mit denen, die Fortbildungen selber bezahlt haben und ihre die Fehlzeiten nachgezahlt haben?
Ich finde es ungehörig den rentennahen Jahrgängen, die sich bereits vertraglich darauf eingelassen haben (volle) Abschläge abzuverlangen.
Könnte jetzt zu einer Welle an Erwerbsminderungsanträgen führen. Nicht jeder mit einem (selbstfinanzierten) Bildungshintergrund ist gesundheitlich gut aufgestellt.

MoinMoin

Zitat von: Rheini in Heute um 11:01Könnte man dann nicht die beiden obigen Gruppen vor dieser bevorzugen?

Oder anders, warum werden die Gruppen die 45 Jahre mit Arbeit oder Ausbildung und Arbeit vor dem allg. Rentenbeginn in die Rente gehen wollen, mit Abschlägen bedacht, eine Gruppe die erst Freizeit hat und dann 40 Jahre bis zum allg. Rentenbeginn arbeitet, nicht?
Weil die einen dann pro Rentenpunkt mehr Geld bekommen würden, als die anderen.

ZitatAbschlagsfreie Rentenzugänge vor der Regelaltersgrenze verletzen grundsätzlich das
Prinzip, dass gleich hohe Beiträge zu gleich hohen Renten führen. Jemand, der eine
bestimmte Summe an Entgeltpunkten über 45 Jahre erworben hat, erhielte eine höhere
Rente als jemand, der die gleiche oder eine höhere Summe an Entgeltpunkten in
kürzerer Zeit erworben hat.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Heute um 11:06Das beudeutet u.U., dass es jetzt einerhöhtres Aufkomme an Anträgen für eine Erwerbsminderungsrente gibt.
Ob das günstiger wird, wage ich zu bezweifeln.
Es ist zielgerichteter.

Die die das nur mitnehmen (so wie meine Gattin es gemacht hätte) fallen weg, die die es benötigen bekomme es.

MoinMoin

Zitat von: Rowhin in Heute um 11:08Außer mehr bürokratischer Aufwand fällt mir da (gesamt betrachtet, ohne Einzelerwerbsbiografien/-schicksale zu betrachten) erstmal wenig ein. Dem Wunsch nach mehr Autonomie für den Einzelnen kann ich mich anschließen.
Ja, bei korrektem Abschlagswert sollte man es jeden selbst überlassen, ob er mit 14,4% Abschlag oder 24,8% Abschlag geht. Sofern er ein gewissen Rentenniveau erreicht hat.

UNameIT

Zitat von: Rheini in Heute um 11:01Könnte man dann nicht die beiden obigen Gruppen vor dieser bevorzugen?

Oder anders, warum werden die Gruppen die 45 Jahre mit Arbeit oder Ausbildung und Arbeit vor dem allg. Rentenbeginn in die Rente gehen wollen, mit Abschlägen bedacht, eine Gruppe die erst Freizeit hat und dann 40 Jahre bis zum allg. Rentenbeginn arbeitet, nicht?

Stand jetzt (also so wie das Gesetzte geplant ist) muss ich 49Jahre arbeiten um abschlagsfrei in Rente zu gehen....... Ein Bekannter von mir, der mit 16 seine Ausbildung angefangen hat, sogar über 50 Jahre - dann mit 69 Jahren...... Obwohl ich mich frage, welche Firma wirklich noch jemanden mit 65/67 einstellen würde oder für sich arbeiten lassen würde...

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 11:18Es ist zielgerichteter.

...und teurer, da noch was draufgelegt wird ;)

Ich bekomme in meinen Bekannten- und Freundeskreis mit, wie versucht wird, die EMR über 2-4 Jahre erfolglos abzuwimmeln und die daraus resultierenden Nachzahlungen. Das wollte ich mir ersparen und habe daher das Sabbatical zu meinen Lasten beantragt, um auf 65 zu kommen. Hmmmm.... 

Reha-Antrag habe ich am Freitag gestellt!