Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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Flying

Ich würde mir in erster Linie wünschen, dass die Schere zwischen unteren Jobs und oberen Jobs nicht noch kleiner wird.
Mit einer Nullrunde könnte ich da fast besser leben - aber es macht doch keinen Sinn, wenn jemand als Chef kaum noch einen Euro mehr verdient als seine Sachbearbeiter.

Insgesamt habe ich auf diesen Verhandlungsquark wenig Lust.. Es werden auf beiden Seiten mal wieder die gleichen Argumente ausgetauscht, nach drei Runden ist man sich natürlich nciht einig und am Ende kommt irgendwas raus, was keiner so recht will..

Jedes Jahr (oder meinetwegen alle zwei Jahre) 2% mehr und dann mal ein paar Jahre Ruhe.. Ich wäre dabei!

JahrhundertwerkTVÖD

Apropos Tarifverhandlungen und immer wieder das gleiche Prozedere:
3 Treffen, ohne konkrete Angebote und Gespräche, aber mit Lachshäppchen :-)
Warnstreiks dazwischen
Erneutes Treffen
Verhandeln bis mitten in die Nacht.
Ergebnisverkündung: bestes Ergebnis aller Zeiten

Dieser Prozess lässt sich mittels KI optimieren.
Ich empfehle EMMA- Intelligente Automatisierung für Geschäftsprozesse.
Ich zitiere "Mit EMMA unterstützen wir Unternehmen dabei, wiederkehrende und zeitintensive Prozesse nachhaltig zu automatisieren. Die Software übernimmt strukturierte Abläufe zuverlässig im Hintergrund – regelbasiert, skalierbar und sicher.
So gewinnen Ihre Teams Freiräume für wertschöpfende Aufgaben, reduzieren Fehlerquellen und schaffen die Basis für effizientere, zukunftsfähige Prozesse entlang des gesamten digitalen Prozesslebenszyklus."

Das hört sich doch gut an, oder?

daseinsvorsorge

Zitat von: Flying in 12.08.2026 15:54Ich würde mir in erster Linie wünschen, dass die Schere zwischen unteren Jobs und oberen Jobs nicht noch kleiner wird.
Mit einer Nullrunde könnte ich da fast besser leben - aber es macht doch keinen Sinn, wenn jemand als Chef kaum noch einen Euro mehr verdient als seine Sachbearbeiter.

Insgesamt habe ich auf diesen Verhandlungsquark wenig Lust.. Es werden auf beiden Seiten mal wieder die gleichen Argumente ausgetauscht, nach drei Runden ist man sich natürlich nciht einig und am Ende kommt irgendwas raus, was keiner so recht will..

Jedes Jahr (oder meinetwegen alle zwei Jahre) 2% mehr und dann mal ein paar Jahre Ruhe.. Ich wäre dabei!
Wie und wo sind Sie denn von den Tarifverhandlungen direkt betroffen, so dass Sie ,, Ruhe" brauchen?

Fitch

Ich würde die Schere gerne enger sehen.

Wie heisst es so schön. Wenn der Ingenieur was kann und Geld verdienen will, dann geht er in die freie Wirtschaft.
 

Kann er nix und will seine Ruhe, kommt er in den ÖD.

wurmlie

Hat eigentlich schon jemand geschrieben, dass alle Lehrer nun auf A13 gestuft wurden?

Was ist mit den Ingenieuren im öffentlichen Dienst? Und dann sollen alle anderen sparen?

willibald

Zitat von: Aleksandra in 06.08.2026 09:38wie realistisch haltet ihr das, dass der TV Flex AZ (Altersteilzeit) in den kommenden 20 Jahren noch mal aufs Tableau gebracht wird?
Hier bei uns gibt es einen kommunalen Eigenbetrieb, der das gerade ab Jahrgang 1971 eingeführt hat (5/5)...die Kommune selber jedoch macht das natürlich nicht.

Schneewitchen

Zitat von: willibald in Gestern um 08:34Hier bei uns gibt es einen kommunalen Eigenbetrieb, der das gerade ab Jahrgang 1971 eingeführt hat (5/5)...die Kommune selber jedoch macht das natürlich nicht.

ATZ passt doch nicht mehr in die Zeit. Bei uns gab es jahrelang ein ATZ Angebot. Das ist aber zwischenzeitlich aufgegeben worden.

Als nächstes kommt dann das ALZ-Modell, soll heißen Alters-Längerarbeitszeit-Modell.
Deus hic finitur

Schneewitchen

Zitat von: wurmlie in Gestern um 01:21Hat eigentlich schon jemand geschrieben, dass alle Lehrer nun auf A13 gestuft wurden?

Was ist mit den Ingenieuren im öffentlichen Dienst? Und dann sollen alle anderen sparen?

Tja, dass mit der Heraufstufung nach A13 bei den Lehrern ist der Tatsache geschuldet, dass man den Lehrerberuf an dieser Stelle attraktiver gestalten wollte/ musste. Aus Nettigkeit ist das nicht erfolgt.

Wenn es in den Verwaltungen derzeit genügend Ingenieure gibt, dann wäre das eine andere Ausgangslage. Hier besteht dann kein Handlungsdruck.

Bei uns nehmen die Bewerbung aus der Wirtschaft insgesamt zu. Da werden sicherlich auch Ingenieure keine Ausnahme machen. Der Wirtschaft geht es schlecht. Da ist der öD ein sicherer Hafen.

Weshalb sollten unter diesen Bedingungen Ingenieure durch ähnliche Heraufstufungen finanziell besser gestellt werden? Die Not der DH sehe ich da nicht.

Verbeamteten Ingenieure dürfen sich, je nach Bundesland, ohnehin auf künftige Verbesserungen freuen, die sich aus notwendigen Reformen ergeben, welche die aktuelle Beschlusslage beim BVerfG bereits nach sich gezogen haben oder noch umgesetzt werden müssen.

Das hier punktuelle Verbesserungen oder globale Besoldungsreformen gerade jetzt anstehen, dass ist natürlich für die Gesamtstimmungslage ungünstig. Das Land muss sparen, im öD, vorzugsweise bei den Beamten, wird kräftig erhöht.

Bei den Lehrern sehen aber die DH die Notwendigkeit, um genügend Personal für den Schulbetrieb halten und/oder gewinnen zu können.

Bei der Besoldungsreform besteht ein gewisser Zwang, weil das BVerfG hier eben in 2025 einen richtungsweisenden Beschluss gefasst hat, der eine umfassende Neubewertung der Besoldung notwendig macht.

Die Beamten sind über viele Jahre systematisch und nachhaltig zu schlecht besoldet worden. Irgendwann musste es dann mal zu so einem Ergebnis kommen. Das das BVerfG gerade jetzt zu entsprechenden Maßnahmen zwingt, ist tatsächlich der Stimmung im Land mehr als abträglich und trifft die öffentlichen Haushalte in einer Zeit, in der selbige ohnehin sehr unter Druck stehen.
Deus hic finitur

Aleksandra

Wir bekommen ja leider häufig einen Reallohnverlust ausgehandelt. Die Inflationserwartung für 2026 liegt bei ca. 2,5 bis 3%. Sagen wir mal sie pendelt sich bei 2,5% ein. Verdi verhandelt idR schlechter als die Inflation. Also würde ich so auf ca. 2,2% Tarifverhöhung für 2027 tippen. Davon ausgehend dass die Prognosen für die Inflation 2028 etwas geringer ausfallen, schätze ich ein Tarifergebnis von 1,9% bis 2,0% pa für das Jahr 2028. Vielleicht bleibt man für das zweite Jahr auch bei den 2,2% aber macht dann aus 12 Monaten 15 Monate.

Dann lägen wir bei knapp 4,4% auf 27 Monate.

An restlichen Goodies wird nicht viel kommen. Eine Arbeitszeitverkürzung ist leider unrealistisch, in den Köpfen von Politikern und Funktionären wird eher über das Gegenteil phantasiert.

Große Hoffnungen habe ich also nicht für die kommenden Verhandlungen. Und während wir mit jeder Tarifrunde real weniger Geld erhalten, steigen an anderer Stelle Abgaben für GKV und PV, und durch die kalte Progrssion zahlen wir immer mehr an Steuern.
Eine ganz tolle Scherenentwicklung. Weniger real Geld einnehmen und gleichzeit mehr Geld an Steuern und Abgaben ausgeben.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

MoinMoin

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 10:46Wir bekommen ja leider häufig einen Reallohnverlust ausgehandelt.
Die Mehrzahl der Tarifverhandlungen war mit Reallohngewinn, nur die letzten waren leider mit Verlusten.

Chaot

Wichtig ist doch letztendlich nur, dass im Rahmen der Tarifverhandlungen auch die tarifliche Wertigkeit aus den Arbeiten der jeweiligen EG mit dieser Entwicklung verbindet. Hier entsteht aktuell ein durchaus kritischer Eindruck:

Eine EG-12-Tätigkeit ist tariflich erheblich höher bewertet als eine EG-8-Tätigkeit – insbesondere hinsichtlich Schwierigkeit, Bedeutung, Verantwortung und fachlicher Anforderungen.

Gleichzeitig wurden in den vergangenen Tarifrunden die unteren Entgeltgruppen prozentual teilweise deutlich stärker angehoben.

Das bedeutet:

Die Tarifpolitik hat den Abstand zwischen den Entgeltgruppen teilweise erheblich reduziert, obwohl die tarifliche Wertigkeit der Tätigkeiten unverändert deutlich auseinanderliegt bzw. teilweise durch die einzelnen Entwicklungen in Technik und gesetzliche Vorgaben nochmals gestiegen sind.

Das ist aus Sicht der sozialen Umverteilung durchaus beabsichtigt und nachvollziehbar.
Aus Sicht der Leistungs-, Qualifikations- und Verantwortungsdifferenzierung ist es dagegen problematisch.

Und genau hier sehe ich die stärkste Kritik:

Wenn EG 12 gegenüber EG 8 beispielsweise 50–60 % mehr Tabellenentgelt erhält, aber bei mehreren Tarifabschlüssen prozentual deutlich weniger Steigerung bekommt, wird die Differenz langfristig zusammengedrückt.

Das kann zu einer ,,Entgeltkompression" führen.

Wenn untere Gruppen durch Sockelbeträge schneller steigen, während EG 9–12 hauptsächlich lineare Prozenterhöhungen erhalten, wird der Abstand zwischen den einzelnen EG immer kleiner.

Das bedeutet nicht nur eine Verringerung des Abstandes EG 8 → EG 12, sondern teilweise auch eine Verringerung der Abstände zwischen benachbarten Gruppen. Hieraus könnte sich früher oder später der Entfall der unteren EG's ableiten, da zwischen EG2 - EG6 dann lediglich marginale Gehaltssprünge zu verzeichnen sind. Letztendlich wirkt sich das dann auch auf alle EG über EG8 aus, da hier die Stauchung der Gehälter ebenfalls eintritt.

Wer bitte ist dann noch bereit, sich für entsprechende Stellen weiter zu Qualifizieren und entsprechende Verantwortung zu übernehmen wenn monetär sich keine abhebbaren Vorteile mehr erschließen.

Aleksandra

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 10:52Die Mehrzahl der Tarifverhandlungen war mit Reallohngewinn, nur die letzten waren leider mit Verlusten.
Das gibt dann ja noch Grund zur Hoffnung.
Ich habe erst zwei Tarifverhandlungen mitgemacht. Und diese haben mich gelehrt, dass Tarifverhandlungen mit Reallohnverusten für mich einher gehen. Sollte das nicht die Regel, sondern ich einfach nur zu einem "ungünstigen" Zeitpunkt eingestiegen sein, würde mich das natürlich freuen.
Aber das glaube ich nach meinen Erfahrungen halt erst, wenn ich es selbst sehe.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

Flying

Zitat von: daseinsvorsorge in 12.08.2026 16:44Wie und wo sind Sie denn von den Tarifverhandlungen direkt betroffen, so dass Sie ,, Ruhe" brauchen?

Ich brauche die Ruhe nicht persönlich, aber ich hätte sie gerne. Einfach aus dem Grund, dass dieses ständige Gelaber über untere Stunfen von Ver.di mich genauso nervt wie das ständige "wir haben aber kein Geld" der Arbeitgeberseite.
Was spricht gegen eine langfristige Planung von 2 oder 2.5% - dann hat man mal Jahre wo es sehr viel besser läuft und Jahre wo es vielleicht auch schlechter läuft. Insgesamt wird sich das sicherlich ausgleichen, wobei ich persönlich finde, dass der TVöD schon sehr in Ordnung zahlt. Klar, mehr geht immer - aber so schlecht wie alle immer tun wird halt auch nicht bezahlt.

Wenn man das jetzt bspw. mal auf 7 Jahre auslegt, haben alle erstmal Entspannung. Ver.di hat Zeit sich mal ein richtiges Konzept zu überlegen, die AGs haben Planungssicherheit und die AN bekommen jedes Jahr etwas mehr Geld.

Landsknecht

Ich denke der Organisationsgrad in den unteren Entgeltgruppen ist einfach deutlich höher. Daher die Ergebnisse in den letzten Runden, bzw. seit Jahrzehnten. Die Gewerkschaften arbeiten halt mehr für ihre organisierten zahlenden Mitglieder, wer will es Ihnen verdenken.

Alle Nichtmietglieder erhalten die Erhöhungen ohnehin nur, weil es im Arbeitsvertrag so vereinbart ist (Es gelten die Regelungen des TVöD). Dafür sparen sie sich die Mitgliedsbeiträge.

MoinMoin

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 12:26Das gibt dann ja noch Grund zur Hoffnung.
Ich habe erst zwei Tarifverhandlungen mitgemacht. Und diese haben mich gelehrt, dass Tarifverhandlungen mit Reallohnverusten für mich einher gehen. Sollte das nicht die Regel, sondern ich einfach nur zu einem "ungünstigen" Zeitpunkt eingestiegen sein, würde mich das natürlich freuen.
Aber das glaube ich nach meinen Erfahrungen halt erst, wenn ich es selbst sehe.
Ja, du bist zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt eingestiegen und von daher darfst du natürlich gefrustet sein.