Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 16:43Und ich habe schon mehrfach versucht zu erklären, dass sich diese Handeln der Personaler und der entsprechenden Hausspitzen (die von den Personaler mit fehlerhaften Informationen bestückt werden) oftmals ändert, wenn ihnen der damit ausgelöste monetäre Schaden an die KarriereNadel geheftet wird.


MoinMoin, bei aller Liebe - du sprichst für eine absolute Minderheit unter den Beschäftigten. Ich stelle mal in den Raum, dass mindestens 95% der Angestellten im TV-L die STelle so nehmen wie sie gerankt ist und die Erfahrungsstufe bekommen, die ihrer Erfahrung entspricht. Wir ITler waren neben Ärzten und manchen Ingeineuren und Wissenschftler schlicht die Ausnahme. Klar kann man sagen: Hey, hättest ja IT studieren können, aber das ist auch wenig zielführend. Das Gehaltssystem im ÖD ist ziemlich eng und starr - das macht es aber auch ziemlich vergleichbar und fair.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 16:51MoinMoin, bei aller Liebe - du sprichst für eine absolute Minderheit unter den Beschäftigten.
Natürlich spreche ich von der absolute Minderheit, weil die Mehrheit nicht verhandelt oder nicht in einer Position ist verhandeln zu können.
Und wer eben in dieser Schwachen Position ist (wegen besserer Mitbewerber auf die Stellen oder fehlendes Selbstbewusstsein verhandeln zu wollen), der ist auf eine Gewerkschaft angewiesen, damit er nicht komplett verarscht wird.
Zitat von: Warnstreik in Gestern um 16:51Das Gehaltssystem im ÖD ist ziemlich eng und starr - das macht es aber auch ziemlich vergleichbar und fair.
Das ist so aber auch in nicht anderen Firmen, wenn sie eine gewisse Größe haben. Da kann auch die Masse nicht verhandeln.

Aber wer sich darüber beklagt, dass der AG nicht verhandeln will, der sollte akzeptieren, das es dafür klare Gründe gibt, bei der Masse: man hat genügend die stattdessen den Job nehmen.
Und dann sollte man richtig heftig aktiv in einer Gewerkschaft werden und mit wums da was zu bewirken versuchen.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 17:47Aber wer sich darüber beklagt, dass der AG nicht verhandeln will, der sollte akzeptieren, das es dafür klare Gründe gibt, bei der Masse: man hat genügend die stattdessen den Job nehmen.

Tatsächlich?
Und ja, es gibt immer jemanden - egal wie ungeeignet - den man auf die freigewordene Stelle setzten kann und wenn nicht, dann halt nicht. Seit wann muss der "Staat" verhandeln und wirtschaftlich sein? Der "Staat" nimmt lieber "Verluste" hin, die er so wenig hat wie Gewinne. Egal wie groß der "Schaden" ist, wenn jdn. geht, es spielt keine Rolle, ob die Ergebnisse der Abteilung sich verschlechtern - denn wer will das beurteilen?! Wer beziffert die Schäden des Missmanagements beim Staat?
.
Im Gegensatz zum "Staat" muss die PW sich an Gewinnen und Verlusten messen lassen und wenn sie Mist abliefert brechen die Gewinne ein und ein paar Produktionsstätten werden geschlossen. Ich kann mich nicht erinnern, dass Ämter/Hochschulen/etc. in einen nennenswerten Umfang wegen "Versagen" geschlossen wurden. Pseudowirtschaftliches Geschwätz ändert nichts an der Situation, dass der Staat auf jeden einzelenen MA verzichten kann, weil der Staat sich für die Folgen nicht rechtfertigen muss und messbare "Gewinne"/Verluste" gibt es nicht.

Dann geht halt ein Millionenauftrag eines Ministeriums in die PW, weil keine MA da sind, die das erarbeiten können und wenn "Sauregurkenzeit" im Blätterwald ist, dann ist die Schlagzeile "millionenschwerer Beratervertrag" boahhh...
Und wenn die Laborantin gegangen ist, dann wird die Analyse mnicht mehr angeboten und wenn die Steuerfachkraft gegangen ist, dann wartet der Steuerzahler länger auf seine Rückzahlung

Wie viel Milliarden waren das nochmal beim Maskendeal? Und? Konsequenzen? Wer sitzt jetzt im Haushaltsausschuss von Bundestag.

Ich frage mich immer, wie viel bei den Sozialkassen alleine wegen dem Missmanagement beim Personal an Geld der Einzahler verbrannt wird. Aber das werden wir wohl nicht erfahren.






DiVO

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 14:121.) Damals hat sein verbeamteter Kollege, der dieselben Aufgaben erfüllt, aber dasselbe (oder nur geringfügig mehr) bekommen. Wenn der nun deutlich mehr bekommt und nachwie vor dieselben Aufgaben ausübt, findest du es nicht merkwürdig, dass die Zufriedenheit sinkt?
Dann bist du ein einzigartiges Subjekt.

Frag mal auf der Straße rum, wie die LEute es finden, wenn 2 Kollegen im Büro sitzen und beide bekommen am Anfang 2.000 Euro netto, nach zehn (oder andere Zahl) Jahren bekommt der eine 3.000 Euro und der andere 4.000 Euro netto, obwohl sie nach wie vor dasselbe tun.

Kann mir nicht vorstellen, dass es viele wie dich gibt die sagen "och meine 3.000 Euro sind gut, mich juckt es nicht, dass mein Kollege, der dasselbe bearbeitet, 1000 Euro netto mehr hat nun inzwischen"

2.) Das mit den Zulagen etc. ist immer sehr abhängig vom jeweiligen Arbeitgeber, der Beamte bekommt seine Besoldung so; warum sollte es bei einen jedes Mal rausgehandelt werden müssen, bei den anderen nicht

(nach wie vor geht es um dieselben Aufgaben!!!)

3.) Homeoffice und flexible Arbeitszeiten..... ?! Haben die Beamten genauso, wenn sie dieselben Aufgaben ausüben. Bei uns ist das zumindest so. Da gelten alle Regelungen (zum Beispiel zum mobilen Arbeiten) immer für beide Gruppen).


Welche Nachteile siehst du konkret?

- 1-2 Stunden Mehrarbeit?
- nicht streiken dürfen? (was ständig vorkommt.)
- dass die Beförderung durch jede Gruppe leider ein Jahr kostet (A11 --> A 13, ein Jahr in A 12 sitzen müssen)

- leider Geld für Kinder?
- leider unbegrenzt lange volles Gehalt statt mal mit Krankengeld leben zu dürfen?
- leider nichts zahlen für die Altersvorsorge?
- leider Geld für Ehepartner?
- leider Unkündbarkeit?
- leider Versetzungsmöglichkeit im gleichen Maße wie beim Angestellten?
- leider günstige PKV? Dadurch leider bessere medizinische Versorgung?
- leider mehr Nettogehalt?

Der Vergleich mit anderen ist meist der Beginn der eigenen Unzufriedenheit. Wir können deinen Gedanken gerne weiterspielen:

Wie fühlt sich die Reinigungskraft, die über eine Service-GmbH angestellt ist und 4 Euro weniger pro Stunde erhält, als die seit Jahrzehnten direkt angestellte Reinigungskraft, die die gleiche Etage reinigt?

Und wie mag sich wohl erst die Reinigungskraft fühlen, die während der Urlaubszeit düe Mindestlohn von einer Zeitarbeitsfirma kommt?

(Hier geht es um die gleichen Aufgaben!!1!elf!!)

Mir persönlich ist die Zufriedenheit meiner Kollegen ehrlich gesagt egal - das sind alles erwachsene Menschen, die für sich selbst verantwortlich sind. Und genauso bin ich für mich und meine Zufriedenheit selbst verantwortlich. Alles andere wäre auch merkwürdig. Es gibt drei Menschen auf dieser Welt, bei denen es mir wichtig ist, dass sie mich mögen: meine Frau und unsere Kinder. Bei allen anderen ist es mir egal.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in Gestern um 19:17Tatsächlich?
Und ja, es gibt immer jemanden - egal wie ungeeignet - den man auf die freigewordene Stelle setzten kann und wenn nicht, dann halt nicht. Seit wann muss der "Staat" verhandeln und wirtschaftlich sein? Der "Staat" nimmt lieber "Verluste" hin, die er so wenig hat wie Gewinne. Egal wie groß der "Schaden" ist, wenn jdn. geht, es spielt keine Rolle, ob die Ergebnisse der Abteilung sich verschlechtern - denn wer will das beurteilen?! Wer beziffert die Schäden des Missmanagements beim Staat?
.
Es gibt sehr wohl Bereiche, bei denen man in Heller und Pfennig beziffern kann, wie groß der Schaden durch Personalmissmanagment ist.
Und es gibt Beamte, die es nicht gut finden, wenn sie (ihre Abteilung) als Verantwortliche in Berichten erwähnt werden.
Es gibt leider nur wenige, die den Mut haben, da Butter bei die Fische zu geben.

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 14:121.) Damals hat sein verbeamteter Kollege, der dieselben Aufgaben erfüllt, aber dasselbe (oder nur geringfügig mehr) bekommen. Wenn der nun deutlich mehr bekommt und nachwie vor dieselben Aufgaben ausübt, findest du es nicht merkwürdig, dass die Zufriedenheit sinkt?
Dann bist du ein einzigartiges Subjekt.

Frag mal auf der Straße rum, wie die LEute es finden, wenn 2 Kollegen im Büro sitzen und beide bekommen am Anfang 2.000 Euro netto, nach zehn (oder andere Zahl) Jahren bekommt der eine 3.000 Euro und der andere 4.000 Euro netto, obwohl sie nach wie vor dasselbe tun.
Ich habe nicht nur einmal mehr Geld als die sogenannte Führungskraft erhalten, weil ich verhandelt habe und er nicht (so gut). Und ich habe auch schon direkte Kollegen gehabt, die aufgrund Überleitungen mehr verdienten als ich, obwohl sie nix anderes machten. Ich habs denen gegönnt und für mich mehr als das tarifliche Mindestmass gefortert und bekommen.
Das wird es sicherlich nicht im Kommunalen und/oder Verwaltungsbereich geben (aus oben genannten Gründen der schlechten Position), aber im MINT Bereich schon.

Daher abermals: Für den der alleine keine Stimme beim Ag hat, bleibt nur die Aktive Aufmischung der Gewerkschaft, hier mehr wums oder Richtungsänderungen zu bewirken.

Mosser, Jammern und Missstände aufzeigen reicht nicht! Handeln. Denn von alleine habe ich für die Kollegen die Zulagen nicht erwirken können, dass war beim jeweiligen AG durchaus ein Prozess, der mehr als ein Jahr dauerte inkl. taktischem Handeln.

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in Gestern um 14:121.) Damals hat sein verbeamteter Kollege, der dieselben Aufgaben erfüllt, aber dasselbe (oder nur geringfügig mehr) bekommen. Wenn der nun deutlich mehr bekommt und nachwie vor dieselben Aufgaben ausübt, findest du es nicht merkwürdig, dass die Zufriedenheit sinkt?
Dann bist du ein einzigartiges Subjekt.

Frag mal auf der Straße rum, wie die LEute es finden, wenn 2 Kollegen im Büro sitzen und beide bekommen am Anfang 2.000 Euro netto, nach zehn (oder andere Zahl) Jahren bekommt der eine 3.000 Euro und der andere 4.000 Euro netto, obwohl sie nach wie vor dasselbe tun.

Kann mir nicht vorstellen, dass es viele wie dich gibt die sagen "och meine 3.000 Euro sind gut, mich juckt es nicht, dass mein Kollege, der dasselbe bearbeitet, 1000 Euro netto mehr hat nun inzwischen"

2.) Das mit den Zulagen etc. ist immer sehr abhängig vom jeweiligen Arbeitgeber, der Beamte bekommt seine Besoldung so; warum sollte es bei einen jedes Mal rausgehandelt werden müssen, bei den anderen nicht

(nach wie vor geht es um dieselben Aufgaben!!!)

3.) Homeoffice und flexible Arbeitszeiten..... ?! Haben die Beamten genauso, wenn sie dieselben Aufgaben ausüben. Bei uns ist das zumindest so. Da gelten alle Regelungen (zum Beispiel zum mobilen Arbeiten) immer für beide Gruppen).


Welche Nachteile siehst du konkret?

- 1-2 Stunden Mehrarbeit?
- nicht streiken dürfen? (was ständig vorkommt.)
- dass die Beförderung durch jede Gruppe leider ein Jahr kostet (A11 --> A 13, ein Jahr in A 12 sitzen müssen)
Hier einige die ich so sehe:
Wirtschaftlich:
PKV Zwang in den unteren A Besoldung (der A3-8 zahlt genauso viele PKV wie der B2er)

Vom Kontrakt her:
Ich kann innerhalb eines Monats den AG wechseln, ohne Schaden.
Dem Beamten kann auch 2,3,4,5,6,7 mehr Stunden aufgedrückt werden, unbezahlt (theoretisch, wer weiß wie stark dies in Zukunft genutzt wird.)
Dinge wie TZ, HO ... könnten dem Beamten leichter gestrichen werden. Beim AN gibt es teilweise Gesetze.
Versetzung an anderen Dienstorten, kann der AN verhindern (wenn er einen klugen AV unterschreibt)
....TBC
Also starre (aber warme) Korsett ist für mich stets ein NoGo gewesen.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:35Hier einige die ich so sehe:
Wirtschaftlich:
PKV Zwang in den unteren A Besoldung (der A3-8 zahlt genauso viele PKV wie der B2er)


PKV-Zwang? Den gibts nicht. Und in den meisten Bundesländern sind die Bedingungen dank pauschaler Beihilfe auch echt gut.

Beamte haben (z.B. beim Bund) auch "nur" eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Die Fristen bei Angestellten in der Wirtschaft sind oft höher und dann im Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag geregelt.

Es geht am Ende nicht um Neid oder sonstwas - das Beamtentum hat grundsätzlich seine Berechtigung. Es geht hier auf Beamten- wie auch auf Arbeitnehmerseite schlicht um eine angemessene Bezahlung. Und Angemessenheit ist eben immer erstmal relativ - sei es Beamter zur Bürgergeldfamilie oder Angestellter zu Beamten im Gleichen Büro oder mit gleichen Tätigkeiten.

Ein Nachtrag noch zu den hoheitlichen Tätigkeiten: Zum gibt es keinen Zwang hoheitliche Tätigkeiten nur von Beamten machen zu lassen. (beim TüV z.B. ist das sogar an die Privatwirtschaft outgesourced, Notare sind keine Beamten...) Gleichzeitig kann man wohl keinen 8h-Tag nur mit hoheitlichen Aufgaben füllen. Daher ist das alles unscharf und wird auch immer so bleiben. Will man wirklich etwas bewirken, dann schränkt man die Verbeamtung auf ganz ganz wenige Jobs ein, für die man dann eben IMMER Beamter sein muss: Polizei, Soldat, Richter, Staatsanwalt. Aber selbst bei der Polizei gibt es derzeit Angestellte...

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 09:14PKV-Zwang? Den gibts nicht. Und in den meisten Bundesländern sind die Bedingungen dank pauschaler Beihilfe auch echt gut
Ja, seit wann und für wen?
Das ist eine neuere Entwicklung und gilt aktuell nur für eine Minderheit der Beamten.
Zitat von: Warnstreik in Heute um 09:14Es geht hier auf Beamten- wie auch auf Arbeitnehmerseite schlicht um eine angemessene Bezahlung. Und Angemessenheit ist eben immer erstmal relativ - sei es Beamter zur Bürgergeldfamilie oder Angestellter zu Beamten im Gleichen Büro oder mit gleichen Tätigkeiten.
Richtig und da muss man halt eben auch nur Grundbesoldung vs. Angestellten Lohn betrachten.

Wer Familienzuschläge bei Angestellten will, der soll dafür kämpfen, dass er es auch bekommt oder das das GG geändert wird, die Beamten bekommen es doch nur weil es das GG verlangt.




Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:45Ja, seit wann und für wen?

Deine Aussage war sehr absolut und dabei falsch. Jeder Beamte kann sich gesetzlich versichern.

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:45Wer Familienzuschläge bei Angestellten will, der soll dafür kämpfen, dass er es auch bekommt oder das das GG geändert wird, die Beamten bekommen es doch nur weil es das GG verlangt.

Nichts anderes sage ich: Das muss man sich erkämpfen und das geht nur über viele Mitglieder in den Gewerkschaften, die dann auch den Funktionären ausreichend auf die Füße treten und ihnen erzählen, was ihr Aufgabe ist.
Wenn jetzt die aA Stück für Stück durchgesetzt wird, hat man ja sogar noch einen Pull-Effekt. Wenn die Erhöhung eine angemessene Bezahlung ist, ist automatisch z.B. der TV-L nicht mehr angemessen. Wenn man sieht, wie die Finanzminister Länder sich zieren (das ist aber auch ihr Job, weswegen ich z.B. Dressel keinen Vorwurf mache), dann ist es natürlich vermessen zu denken, dass jetzt ohne äußeres Zutun die Bedingungen auch für Angestellte besser werden.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 11:17Deine Aussage war sehr absolut und dabei falsch. Jeder Beamte kann sich gesetzlich versichern.
Autsch, ja hast Recht. Wenn man den "AN und AG" Beitrag bezahlt. Sorry für mein Ungenauigkeit.
ZitatNichts anderes sage ich: Das muss man sich erkämpfen und das geht nur über viele Mitglieder in den Gewerkschaften, die dann auch den Funktionären ausreichend auf die Füße treten und ihnen erzählen, was ihr Aufgabe ist.
Wenn jetzt die aA Stück für Stück durchgesetzt wird, hat man ja sogar noch einen Pull-Effekt. Wenn die Erhöhung eine angemessene Bezahlung ist, ist automatisch z.B. der TV-L nicht mehr angemessen. Wenn man sieht, wie die Finanzminister Länder sich zieren (das ist aber auch ihr Job, weswegen ich z.B. Dressel keinen Vorwurf mache), dann ist es natürlich vermessen zu denken, dass jetzt ohne äußeres Zutun die Bedingungen auch für Angestellte besser werden.
Die aA muss nicht zwingend große Erhöhungen bei der Endstufengrundbesoldung mit sich bringen, dass sind nur die feuchten Träume vieler Beamter und wenn da einiges an Zuschlag für die Grundbesoldung kommt, dann hoffentlich primär im hD der durchaus von der Entwicklung in der pW abgekoppelt ist.
Aber die 30 % die ein A3 4k Beamter an Gesamterhöhung benötigt für die aA, bedeutet nicht das ein A11 deswegen mehr als 5% in der Grundbesoldung benötigt. Diese zwingende Logik ist nur in den Köpfen einiger so, bisher aber nicht vom BVerG festgestellt.

Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 07:22Es gibt sehr wohl Bereiche, bei denen man in Heller und Pfennig beziffern kann, wie groß der Schaden durch Personalmissmanagment ist.
Und es gibt Beamte, die es nicht gut finden, wenn sie (ihre Abteilung) als Verantwortliche in Berichten erwähnt werden.
Es gibt leider nur wenige, die den Mut haben, da Butter bei die Fische zu geben.


Es mag diese geben - in absoluten Ausnahmefällen. Hochschulen gehören zu 100% nicht dazu. Verwaltungen der Staatsimmobilien gehören zu 100% nicht dazu, alle Kontakte in den ÖD, die ich kenne haben keine "Leistungs/Spezialwissen"-basierende zusätzliche, regelmäßige Bezahlung.
Es gibt Leistungszulagen - kann man jährlich einen Monatgehalt mehr rausholen - muss sich nur genug strecken oder den Kopf tief genug bei entsprechenden Entscheidern hineinstecken!

Der Staat ist kein gewinnorientiertes Unternehmen und kann daher Verluste, wie auch immer kaschiert - einfahren, wie er lustig ist. Das ist doch das Problem der Politik - Ausgabenseite! Rausballern, nur ja nicht wirtschaftlich denken - auch in der Personalpolitik nicht! Oder bekommst du deine 16.5-Zulage für dein dauerhalftes Mantra "der ÖD zahlt Spezialwissen/Leistung" - sorry, aber entweder das oder du bist ein Bsp. für verfehlte Personalpolitik im ÖD.

Ich habe erst mit ca. 40 Jahren angefangen meine Rechte einzufordern und gelernt mich geschickt zu positionieren - so dass der AG ÖD es nie auf Gerichtsurteile hat ankommen lassen und lieber nach Anwaltschreiben höhergruppiert hat. Leider habe ich mit der Streiterei (Loyalität ist der größte Unfug in der AN-AG-Beziehung) zu spät angefangen, sonst hätte ich mich kurz vor der Rente u.U. noch um eine "außertarifliche" Bezahlung streiten können - aber zum einen bin ich des Streitens müde/zutiefts enttäuscht, nichts bewegen zu können und zum anderen lässt sich durch "Arbeit mit mittlerer Güte und Quantität" bei meinem Gehalt gut leben. Andere müssen dafür Unmengen "Papier" mitbringen ;) 


KlammeKassen

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 15:41Wie kommst du darauf? Keine Gewerkschaft - weder DBB noch Verdi hat bei den TV-L Tarifverhandlungen auch nur irgendein Mandat um für Beamte mitzuverhandeln. Es ist aber immer und auch zu Recht versucht worden beide Systeme möglichst nah zusammen zu halten, damit Rheinis Büro nicht irgendwann gezanke gibt weil die Beamten abgehängt wurden ;-)
Das ist auch absolut ok - aber genau das ist jetzt keine Einbahnstraße mehr sondern müsste seit Jahren oder Jahrzehnten jetzt exakt genauso in die andere Richtung verhandelt werden. Wird die Alimentierung um 15% angehoben, MUSS die Mindestforderung genau diese 15% sein. Ich würde sogar soweit gehen, dass das Ergebnis diese Erhöhung mindestens treffen muss - Nachträglich gibt es nämlich für TV-Ller nix.

Zumal ja deutlich weniger übrig bleibt von den prozentualen Erhöhungen.... eigentlich müssten sie daher schon höher sein. Und das wird mit jeder Sozialabgabenerhöhung schlimmer... wie unterschiedlich die prozentuale Erhöhung im Netto ankommt.

Also ich kann es nicht beurteilen... aber angeblich sind viele Beamte beim dbb?! Dann kann sich der dbb ja kaum hinstellen und sagen "angestellte 15 %, Beamte nix, da sie schon aA jetzt erhalten"
Darum geht es glaube ich in erster Linie... weshalb sie nicht nach draußen so auftreten "dieses Mal zählen nur Angestellte, Beamte sind uns scheißegal"

Aber vom Prinzip her hast du natürlich Recht, Tarifverhandlungen gelten nur für Angestellte, weil bei den Beamten alles gesetzlich geregelt wird

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 16:42Es ist nicht gerechtfertigt, dass sie dieselben Aufgaben ausüben!!

Also alle Angestellten kündigen/verbeamten, die hoheitliche Aufgaben machen und im gleichen Zuge alle Beamten von nicht hoheitliche Aufgaben entfernen, sobald das Personal dafür eingestellt wurde.

Wenn das erledigt ist, dann gibt diese Problem zwischen Angestellten und Beamten nicht mehr.
Und keiner kann sich mehr über die Bezahlung des anderen ärgern. Oder doch?



Rheini übt bestimmt auch nicht hoheitliche Tätigkeiten aus....

KlammeKassen

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 16:43Und ich habe schon mehrfach versucht zu erklären, dass sich diese Handeln der Personaler und der entsprechenden Hausspitzen (die von den Personaler mit fehlerhaften Informationen bestückt werden) oftmals ändert, wenn ihnen der damit ausgelöste monetäre Schaden an die KarriereNadel geheftet wird.


Muss man dann nur erstmal "messen" können, ob ein Schaden daher rührt, dass die Stelle nicht besetzt war oder ein anderer Kolleg hätte das auch "sehen" / "Bearbeiten" können.
Im Zweifelsfall wird man eher immer zum zweiteren kommen.

Aber finde ich gut, dass du scheinbar bei dir in der Behörde auch so selbstkritische Führungskräfte hast, die sich hinterfragen.... das ist leider nicht überall so.