Bundesalimentationsgesetz

Begonnen von Admin, 15.04.2026 14:03

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Rheini

Zitat von: DeltaR95 in Heute um 10:20Übliche "Täter-Opfer-Umkehr" halt  ::)  Erstmal von der eigenen Verantwortung ablenken und einen anderen ins "Fadenkreuz der öffentlichen Meinung" rücken.

Aber schön, dass sich Herr Dressel scheinbar langsam bewusst wird, für die Lösung welcher Fragen er eigentlich seine B11 (?) bekommt  ;D Wenn er jetzt noch den kleinen Sprung schafft und den "disruptiven Gedankengang" geht, der ihn zur "neuen" Erkenntnis führt, dass man durch Investition in Digitalisierung Personal einsparen kann... ach ne! Digitalisierung kostet auch ganz böse viel Geld, also dann lieber weiter verbeamten und verfassungswidrig besolden - gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehn! *sarc*

Kann man nicht auch dadurch Geld einsparen indem man die Anzahl der Bundesländer verringert? Aufgehen der Stadtstaaten in die umliegenden Bundesländer?

Das hat auch den Vorteil das min. ein Major frei wird und in Litauen bei der deutschen Brigarde sein Fachwissen genutzt werden kann.

DeltaR95

Zitat von: Rheini in Heute um 10:57Kann man nicht auch dadurch Geld einsparen indem man die Anzahl der Bundesländer verringert? Aufgehen der Stadtstaaten in die umliegenden Bundesländer?

Wie kommst du auf so eine abwegige Idee? Dann fallen ja viele Posten für Bezieher leistungsloser Einkommen... äh, sorry, Politiker weg ;)

Ganz böswillig betrachtet erhalten viele Beamte ihren sozialen Status nur durch regelmäßige Beförderung und damit verbunden höherer Besoldung. Damit schafft man ein Betriebsklima, welches exakt das Gegenteil von dem ist, was das Grundgesetz eigentlich anstrebt. In diesem Betriebsklima kann sich die Politik sicher sein, dass sich immer ein Beamter findet, der für den Aufstieg mal "Fünf gerade sein lässt" und nicht zu sehr "aufbegehrt".

Rheini

Zitat von: DeltaR95 in Heute um 11:00Wie kommst du auf so eine abwegige Idee? Dann fallen ja viele Posten für Bezieher leistungsloser Einkommen... äh, sorry, Politiker weg ;)

Ich denke nur an eine schlagkräftige und robuste Bundeswehr und nichts anderes ist doch wichtig.

Auf deine Gedanken bin ich gar nicht gekommen.

BalBund

Moin, mal ein paar Gedanken zu den "Bots" und Co von meiner Seite, gänzlich frei von jedweder ministerialen Glaskugel.

Was der Kollege Dressel da so ausformuliert hat ist letztlich eine Erkenntnis, die viele Kämmerer und Finanzminister/-senatoren schon seit einiger Zeit umtreibt. Die aktuell dort tätige Generation, X und ein paar Millenials, hat ein grundsätzlich anderes Verständnis von Staat als noch die Boomer unter denen ein Großteil des heutigen Beamtentums erwachsen ist.

Hat man also eine unprätentiöse Haltung zum goldenen Kalb "Beamter" angenommen, so fällt es hiernach deutlich leichter die Zahlen dahinter zu beleuchten und - aus ihrer Sicht verständlich - zu erschrecken.

Faktisch wurden die von den Boomern vorhergesehenen, nicht unerheblichen Kosten der Alimentation, bis in die späten 1980er Jahre durch Rücklagen und Finanzierungen gedeckt, die mehr als auskömmlich waren. Leider kamen dann Regierungen unter denen das Einnahmen-Ausgaben Verhältnis nicht mehr ganz so glücklich war, mal durch Umstände, mal durch eigenen Willen und die hübschen Milliarden, die dort lagen, wurden an- und abgeknabbert. Das führte bis Ende des Jahrtausends fast flächendeckend dazu, dass die Alimentationsrücklagen nackig waren und nun aus dem laufenden Haushalt bedient werden mussten. Die Delle sehen wir heute noch, Anfang der 00er war die Zahl der Verbeamtungen spürbar rückläufig.

Zurück in die Gegenwart: Nachdem das Kassenproblem heute weiterhin besteht, sich die Bundesländer aber unisono verständigt haben (durch Konkurrenz statt Kooperation), dass silberne Kalb - die verbeamteten Lehrer - nicht anzurühren, muss also an anderer Stelle gespart werden. Der Umbau, der aktuell in Rostock läuft ist ein gutes Beispiel dafür und rein fiskalpolitisch auch nachvollziehbar. Kosten entstehen jetzt und werden auch jetzt bedient, man spekuliert nicht auf das, was eventuell in 30 Jahren passiert.

Die andere Schiene ist die, wie viel Alimentation denn sein muss. Finanzpolitiker werden immer versuchen hier das Minimum des gesetzlich notwendigen Betrags zu geben, alles andere wäre auch politischer Irrsinn.

Aktuell fahren also zwei Trends in die gleiche Richtung - Sparen beim Beamtentum. Einem wird mehr oder minder regelmäßig ein Riegel durch Gerichte vorgeschoben (auch wenn der Moment, in dem für Bestandsbeamte daraus etwas zählbares resultiert wohl noch in einiger Entfernung liegen dürfte), der andere Versuchsballon wird aber aufmerksam beobachtet. 

Mittelfristig würde ich mutmaßen, dass jede Kommune die in Kassenprobleme gerät damit anfangen wird, Beamte abzubauen und TB einzustellen, einfach weil es kalkulierbarer ist. Auf Landesebene und vor allem im Bund wird hingegen an den Pfründen der Nachkriegszeit festgehalten werden, so lange es den Wählern noch vermittelbar ist.

Was das für die Lobby des Berufsstandes bedeutet, wenn der gemeine Bürger keine Beamten außerhalb der unstrittigen Bereiche (BOS) trifft, mag jeder für sich selbst reflektieren.

danbir

Zitat von: BalBund in Heute um 11:13Einem wird mehr oder minder regelmäßig ein Riegel durch Gerichte vorgeschoben (auch wenn der Moment, in dem für Bestandsbeamte daraus etwas zählbares resultiert wohl noch in einiger Entfernung liegen dürfte), der andere Versuchsballon wird aber aufmerksam beobachtet. 

Beziehst du dich auf ein Verbot des fPE oder sind Dobrindts Aussagen im Rahmen der GDP-Tagung wirklich so schnell wertlos geworden?

DeltaR95

Zitat von: BalBund in Heute um 11:13Mittelfristig würde ich mutmaßen, dass jede Kommune die in Kassenprobleme gerät damit anfangen wird, Beamte abzubauen und TB einzustellen, einfach weil es kalkulierbarer ist.

Solange sich keiner hinsetzt und mal im Rahmen einer seriösen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die verschiedenen Wege der Bedarfsdeckung zu kalkulieren, bleibt das alles nur Lesen im Kaffeesatz. Mir ist zumindest keine Studie bekannt, die eindeutig belegt, dass TB den Staat "günstiger" kommen, als Beamte und darum geht es doch im Kern - die Kosten für Beamte sind wohl mehr als kalkulierbar und dank der Urteile des BVerfG aus 2025 könnte man, überspitzt formuliert, sogar die Lebenswegkosten eines Beamten ausreichend genau berechnen.

Ich für meinen Teil betrachte immer auch die Aktionen des Gegenübers - was macht er bzw. was macht er nicht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Politik, die regelmäßig über die teuren Beamten schimpft, durch deren Lobby daran gehindert werden sollte, die Berufsbeamten zum Auslaufmodell zu machen. Ich vermute eher, man ist sich bewusst, wie schön günstig man Beamte "halten" konnte - ob das nach dem BVerfG-Urteil aus 2025 noch sein wird, werden wir sehen.

RArnold

Mir sind die Argumente der Kämmerer und Finanzminister total egal.
Wenn ich einen Handwerker beauftrage, weiß ich vorher was der kostet. Ein paar Prozente hin oder her. Bei uns Beamten ist das genauso. Jeder weiß, dass die Rechnung irgendwann kommt. Zur Pension genau so wie die Besoldung jeden Monat im voraus.
Ich kann einem beauftragen Handwerker gerne versuchen zu erklären, dass ich ihm weniger zahle. Seine Frau könnte ja arbeiten gehen. Das ist total absurd.
Seit vielen Jahren gibt es Prozesse und Urteile zur Besoldung. Da hätte Vorsorge getroffen werden müssen in den Kassen. Oder Anpassungen, damit es nicht noch mehr Urteile gibt.
Nichts ist passiert.

Kein Backup, kein Mitleid.

Phoenix

Zitat von: DeltaR95 in Heute um 11:39Solange sich keiner hinsetzt und mal im Rahmen einer seriösen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung die verschiedenen Wege der Bedarfsdeckung zu kalkulieren, bleibt das alles nur Lesen im Kaffeesatz. Mir ist zumindest keine Studie bekannt, die eindeutig belegt, dass TB den Staat "günstiger" kommen, als Beamte und darum geht es doch im Kern - die Kosten für Beamte sind wohl mehr als kalkulierbar und dank der Urteile des BVerfG aus 2025 könnte man, überspitzt formuliert, sogar die Lebenswegkosten eines Beamten ausreichend genau berechnen.

Ich für meinen Teil betrachte immer auch die Aktionen des Gegenübers - was macht er bzw. was macht er nicht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Politik, die regelmäßig über die teuren Beamten schimpft, durch deren Lobby daran gehindert werden sollte, die Berufsbeamten zum Auslaufmodell zu machen. Ich vermute eher, man ist sich bewusst, wie schön günstig man Beamte "halten" konnte - ob das nach dem BVerfG-Urteil aus 2025 noch sein wird, werden wir sehen.

Beamtentum ist halt eine Wette gegen die Lebenserwartung. Mit steigender Lebenserwartung wird das Beamtentum teurer

DeltaR95

Zitat von: Phoenix in Heute um 13:32Beamtentum ist halt eine Wette gegen die Lebenserwartung. Mit steigender Lebenserwartung wird das Beamtentum teurer

Beamtentum ist erstmal eine "Wette" auf wenig Mitarbeiterfluktuation und "Brain Drain". Ich verstehe bis heute nicht, warum man der Meinung ist, bei solchen fachlichen Tätigkeiten wie z.B. jenen in der Verwaltung auf das Spezialwissen von Beamten und deren langfristiger Bindung verzichten zu können. Manche Firma wäre froh, wenn sie nicht ständig in "Angst" leben müsste, dass ihre Spezialisten vom nächsten Konkurrenten mit dem höheren Scheck abgeworben werden - ja, das betrifft nicht jene Leute, mit "Feld, Wald und Wiesen"-Wissen, aber mit einer Spezialisierung geht halt nun mal auch ein intrinsisches Interesse an Mitarbeiterbindung einher... meistens zumindest  ;D

Gruenhorn

Zitat von: DeltaR95 in Heute um 13:48Beamtentum ist erstmal eine "Wette" auf wenig Mitarbeiterfluktuation und "Brain Drain". Ich verstehe bis heute nicht, warum man der Meinung ist, bei solchen fachlichen Tätigkeiten wie z.B. jenen in der Verwaltung auf das Spezialwissen von Beamten und deren langfristiger Bindung verzichten zu können. Manche Firma wäre froh, wenn sie nicht ständig in "Angst" leben müsste, dass ihre Spezialisten vom nächsten Konkurrenten mit dem höheren Scheck abgeworben werden - ja, das betrifft nicht jene Leute, mit "Feld, Wald und Wiesen"-Wissen, aber mit einer Spezialisierung geht halt nun mal auch ein intrinsisches Interesse an Mitarbeiterbindung einher... meistens zumindest  ;D

Hmm in der Bw Verwaltung fluktuiert man freiwillig. Nennt sich Rotationsprinzip für Beamte wegen Korruption und Beförderungsviraussetzungen. Dort sind externe oftmals der Wissensanker.

DeltaR95

Zitat von: Gruenhorn in Heute um 14:41Hmm in der Bw Verwaltung fluktuiert man freiwillig. Nennt sich Rotationsprinzip für Beamte wegen Korruption und Beförderungsviraussetzungen. Dort sind externe oftmals der Wissensanker.

Dienstpostenrotation != Rotation der fachlichen Verwendung ;)

Gruenhorn

Zitat von: DeltaR95 in Heute um 14:55Dienstpostenrotation != Rotation der fachlichen Verwendung ;)

Verwendungsbreite.

DeltaR95

Zitat von: Gruenhorn in Heute um 15:24Verwendungsbreite.

Nicht ist gefährlicher als Halbwissen gepaart mit Überheblichkeit ;) "Verwendungsbreite" nützt vor allem anderen der Personalabteilung, weil die bei der Stellenbesetzung weniger denken muss - für die eigentlich fachliche Arbeit kann man das in der überwiegenden Zahl der Fälle eher als "Vernichtung von Fachwissen" bezeichnen.

Kann man bei Führungskräften dennoch machen, wenn die ausgewählte Führungskraft auch vom Charakter her in der Lage ist, auf ihren Unterbau zu hören und dessen Vorschläge umzusetzen. Das können aber die wenigsten Führungskräfte, die meisten machen "ihr Ding" und versuchen mit eigenen Ideen zu glänzen, damit der nächste Schritt auf der Karriereleiter kommt.

GoodBye

Oder ErFAHRung sammeln. 😂
,,Heute kennt man von allem den Preis, von nichts den Wert." Oscar Wilde

,,Wer die Menschen betrügen will, muss das Absurde plausibel machen." Johann Wolfgang von Goethe

Hannes009

Auf den Tagesordnungen für die Kabinettssitzungen nächste Woche steht übrigens wieder nichts zur Besoldung