Autor Thema: Petition: Erwerbsminderungssrente: Gleiches Recht für Alle  (Read 1259 times)

was_guckst_du

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...hat eigentlich eine "openPetition" irgedwann schon einmal zu einem Umdenken der politisch Handelnden geführt?... ::)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung

TV-Ler

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Deswegen wäre es ja gut, die Versicherungsfremde Leistungen auch direkt es dem Staats-Büddel zu zahlen und nicht dieses unsägliche Misch Masch.

Werden Sie ja. Die versicherungsfremden Leistungen werden von der RV berechnenet und daraus bemisst sich der Zuschuss.
Wenn ich es richtig verstanden habe, werden versicherungsfremde Leistungen eben nur zum Teil durch den Zuschuss abgedeckt.
Sofern das tatsächlich so ist, sollte zunächst dort angesetzt und der Zuschuss so bemessen sein, das versicherungsfremde Leistungen dadurch vollständig ausgeglichen werden.

Spid

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Die Zahlungen aus dem Bundeshaushalt übersteigen nur dann nicht die versicherungsfremden Leistungen, wenn man die Hinterbliebenenversorgung als eine solche betrachtet. Kann man machen, ist aber Unfug.

MoinMoin

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Deswegen wäre es ja gut, die Versicherungsfremde Leistungen auch direkt es dem Staats-Büddel zu zahlen und nicht dieses unsägliche Misch Masch.

Werden Sie ja. Die versicherungsfremden Leistungen werden von der RV berechnenet und daraus bemisst sich der Zuschuss.
Wenn ich es richtig verstanden habe, werden versicherungsfremde Leistungen eben nur zum Teil durch den Zuschuss abgedeckt.
Sofern das tatsächlich so ist, sollte zunächst dort angesetzt und der Zuschuss so bemessen sein, das versicherungsfremde Leistungen dadurch vollständig ausgeglichen werden.
Und man sollte diese auch ausweisen. Oder bekommt man zwei Rentenbescheide? Nö.

Rainer

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über die Versicherungsfremden Leistungen gibt es hier sehr viel Unwissenheit.

Nehmen wir das Beispiel der "Mütterrente"

Die  Kindererziehungszeiten „Mütterrente“ ist keine Rente sondern die Honorierung der Erziehungsleistung und damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.Dadurch muss sie von allen Steuerzahlern bezahlt werden und nicht nur von Rentenbeitragszahlern.Es geht bis 2030 um ca. 137 Milliarden Euro.Im Sozialgesetzbuch, sechstes Buch § 177 ist festgelegt , das die Beiträge für Kindererziehungszeiten vom Bund bezahlt werden.Durch die Finanzierung aus der Rentenkasse entstehen den Rentner/Innen durch den Nachhaltigkeitsfaktor zukünftig zusätzlich geringere Rentenerhöhungen.Zum Vorteil von Politikern,Beamten und Selbstständigen bzw. berufsständischen Versicherten, die nicht in die Rentenkasse einzahlen.

Die Mütterrente aktiviert die Kürzungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel,so dass in absehbarer Zeit die Rentenanpassung für ALLE Rentner/innen geringer ausfallen wird.

Würden alle Versicherungsfremden Leistungen vom Staat ausgeglichen und nicht nur teilweise, dann wäre es ein richtiger Schritt.

Dass die Abschläge bei den EM-Renten aus systematischer Sicht nicht gerechtfertigt werden können, entspringt auch dem Tatbestand, dass es bei den EM-Renten um die Absicherung des Invaliditätsrisikos geht und sich diese damit in einer anderen Konstellation bewegen als die „normalen“ Altersrenten. Dass man das trennen muss, zeigt sich auch daran, dass bei den Systemen, die zur Absenkung des Rentenniveaus benutzt wurden (also die geförderte private Alterssicherung – Riester-Rente) wie auch bei den gerade aktuell relevanten Betriebsrentensystemen eine Invaliditätsabsicherungskomponente nicht enthalten ist und ein Verweis auf eine private Absicherung dieses speziellen Risikos offensichtlich aus versicherungssystematischen Gründen für einen Großteil nicht leistbar wäre bzw. auch gar nicht angeboten wird. Insofern sind die Betroffenen existenziell auf die Leistungen aus dem System der Erwerbsminderungsrenten angewiesen.
Wer wegen Krankheit oder Behinderung seine Arbeit nicht mehr ausüben kann, hat keinen Einfluss auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns und darf deshalb nicht mit denselben Abschlägen belegt werden.
Die Politiker haben die Berufsunfähigkeitsversicherung für den offenen Versicherungsmarkt freigegeben. Und was tun die? ... Wenn, dann machen sie Rosinenpickerei. Sie suchen sich die Risiken aus, die kaum ein Risiko darstellen, berufsunfähig zu werden.

Die gesetzliche Rente ist das sicherste und beste Altersicherungssystem. Diese Aufgabe privater Kapitalanlage zu überlassen ist extrem riskant und derzeit auch nachweislich ineffizient.

Beispiel Rieserrente: über 30 Milliarden Steuergelder vernichtet.

Die 4 % Eigenvorsorge funktionieren nicht. Wer profitiert davon? Banken und Versicherungen usw.

Und gleichzeitig sollte man sich die Frage stellen: Wer macht die Rentengesetze?

Alle die nicht von den Verschlechterungen betroffen sind.

Spid

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Die versicherungsfremden Leistungen werden nicht nur vollständig ausgeglichen, die Leistungen aus dem Bundeshaushalt übersteigen diese deutlich, weil die Hinterbliebenenversorgung keine versicherungsfremde Leistung ist. Die GRV als Umlagesystem ist dysfunktional ab dem Zeitpunkt, wo eine der beiden Basisprämissen - hinreichendes Bevölkerungswachstum und hinreichende Steigerung der Wirtschaftskraft - nicht mehr zutrifft. Sie weist ein strukturelles Defizit auf, das eben nur durch die die versicherungsfremden Leistungen übersteigenden Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt gedeckt wird - und tendenziell eher größer wird. Sie ist ein widerwärtiges Zwangssystem. Natürlich sind Abschläge für die Erwerbsminderungsrente gerechtfertigt. Wer weniger einbezahlt hat, bekommt weniger raus - so einfach ist das. Und natürlich funktioniert Eigenvorsorge - und das Gute daran ist: man kann selbst entscheiden, was und wie viel man dafür tut. Zwangsversicherungssysteme gehören allesamt abgeschafft. Das Ende dieser bürokratischen Monster würde dem Arbeitsmarkt auch Arbeitskräfte zuführen, die dringend für produktive Tätigkeiten gebraucht werden.

was_guckst_du

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...ideologische Diskussionen, die einzig und allein dogmatischen Grundsätzen folgen, sind nicht nur langweilig sondern völlig sinnlos... ::) ::) ::)
Gruß aus "Tief im Westen"

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Rainer

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die versicherungsfremden Leistungen werden nicht vollständig aus Steuergeldern
ausgeglichen. Das sind Tatsachen.

Der Rentenabschlag bei Erwerbsminderung ist nicht gerechtfertigt.

Will man an den Zuständen nichts ändern, die nach Veränderung schreien, muss man die Zustände mundtot machen.

Thema beendet.

Danke

DiVO

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Und was ist nun so schlecht an Riester? Habe vor Jahren einen Fondsgebundenen Riester abgeschlossen und wenn ich hier die Kursentwicklung, staatliche Förderung und meinen Steuervorteil mit reinrechne komme ich auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von ca. 8 %. Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht was daran schlecht sein soll und wenn ich das mit den aktuellen Zinsen auf Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld oder Bundesschatzbriefen vergleiche steht die erzielte Rendite gut da und hilft mir langfristig beim vVermögensaufbau fürs Alter.

was_guckst_du

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...das will "Rainer" doch gar nicht hören... ;D
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Spid

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die versicherungsfremden Leistungen werden nicht vollständig aus Steuergeldern
ausgeglichen. Das sind Tatsachen.

Doch, das ist eine Tatsache.

Zitat
Der Rentenabschlag bei Erwerbsminderung ist nicht gerechtfertigt.

Doch, durchaus - wie schlüssig von mir dargelegt.

Zitat
Will man an den Zuständen nichts ändern, die nach Veränderung schreien, muss man die Zustände mundtot machen.

Ich höre nichts schreien.

Zitat
Thema beendet.

Du entscheidest zwar, wann Du ein Thema beginnst, aber nicht, wann es beendet ist. Du bist nicht zufällig Lehrer?

Zitat
Danke

Bitte, ich bin immer froh, wenn ich falsche Sichtweisen gerade rücken kann. Am Ende hätte noch jemand die bescheuerte Petition unterstützt.

was_guckst_du

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Bitte, ich bin immer froh, wenn ich falsche Sichtweisen gerade rücken kann. Am Ende hätte noch jemand die bescheuerte Petition unterstützt.

...ich sehe "Rainer" dankend in die Tischplatte beissen...  ;D ;D ;D
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Keeper83

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Also ich stimme Spid ja mal wieder vollumfänglich zu.
Möchte aber gleichzeitig die Frage stellen, wie die Absicherung derjenigen Arbeitnehmer sichergestellt werden kann, die es ohne Zwangssysteme nicht selber auf die Kette bekommen. Ich denke da z.B. an die Unterzeichner solcher Petitionen oder den Wählern gewisser Protestparteien, die Intellektuell nicht ganz auf dem Niveau von Spid sein dürften.
Ich würde über meine Beiträge auch lieber selber entscheiden können, da ich mir durchaus zutraue mit diesem Geld am Ende nicht weniger "erwirtschaftet" zu haben als der Staat oder die Sozial- oder Rentenversicherung. Das geht aber vielleicht nicht allen so.
Gibts da eventuell ein Modell "Spid" oder so etwas?
Oder doch einfach: Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht? Da ist das Problem mit dem Denken aber wieder.     :)

BAT

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Und was ist nun so schlecht an Riester? Habe vor Jahren einen Fondsgebundenen Riester abgeschlossen und wenn ich hier die Kursentwicklung, staatliche Förderung und meinen Steuervorteil mit reinrechne komme ich auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von ca. 8 %. Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht was daran schlecht sein soll und wenn ich das mit den aktuellen Zinsen auf Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld oder Bundesschatzbriefen vergleiche steht die erzielte Rendite gut da und hilft mir langfristig beim vVermögensaufbau fürs Alter.

Na ja, ich habe 6 Prozent Rendite mit Daimler Aktien und on top mögliche Kursgewinne. Ganz ohne staatliches Umverteilen und den ganzen Bürokratieapparat.

was_guckst_du

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...oh...Autoindustrie...ich weiß nicht, ob diese Rendite künftig stabil bleibt... 8)
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