Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 377859 times)

Novus

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4080 am: 27.10.2020 09:19 »
ich weiß nicht was ihr alle habt und immer auf Verdi rumhackt.
Das nicht alles perfekt läuft im ÖD und Verdi immer zu viel fordert als sie dann bekommen ist ja ein alter Hut.
Am Beispiel von mir:
Im Jahr 2007 wurde ich als Gruppenleiterhelfer in einer Werkstatt für Behinderte eingestellt. Damals E5/2. das waren ca 1875 Euro. Ich bin dann nach ca 18 Monaten zum Gruppenleiter aufgestiegen und wurde E6/2 bezahlt.
Dann kamen irgendwann die S-Tabellen und jetzt bin ich in der S7/5 mit 3508 Euro, immer noch als Gruppenleiter.
Ich bin mir sicher ohne die Verdi, wenn ich das selber verhandeln müsste, währe ich nicht so weit gekommen. Luft nach oben ist noch, aber so schlimm wie es immer dargestellt wird, finde ich das nicht.
Deswegen bin ich in Verdi und werde auch drinbleiben.
nix desto trotz gefällt mir das Verhandlungsergebnis nicht, und ich werde es ablehnen, wenn ich befragt werde.

Sie erhalten das Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs im öffentlichen Dienst. Haltens sie das für gerechtfertigt? Zur Erinnerung: der Bauingenieur hat mindestens 12 Jahre die Schulbank gedrückt und ein schweres naturwissenschaftliches Studium hinter sich. Sollte der Bauingenieur nicht ein bisschen mehr in der Tasche haben?

Hat er ja, wenige Jahre später, also nein sollte er nicht.
Und über dieses "schwere Naturwissenschaftliche Studium" kann ich nur lachen, 1950 ist lange her... - vor allem 12 Jahre Gymnasium im vorraus... die beste und einfachste Zeit des Lebens, ein Privileg sondersgleichen und dafür soll besser bezahlt werden?

Wenn ein Mensch sein eigenes Leben danach ausrichtet anderen zu helfen und einen sozialen Beruf ergreift wird er zur Stütze dieser Gesellschaft und daher kann sein Entgelt nicht aufgerechnet werden - es sind keine "WERT"schöpfenden Arbeiten, aber sie haben durchaus Wert. Einen Wert der in E7 nicht besonders gut aufgehoben ist, vor allem dann nicht wenn wir sehen, dass die Sesselkleber in den Jugendämtern mit S11b eingruppiert werden und dann bis S15 aufsteiben können.

Natürlich erst nach 12 Jahren Schulbank drücken (wohl an der Waldorf-Montesori-Summerhill-katholischer-Mädchenschule) und einem unglaublich schweren naturwissenschaftlich... äh sozialwissenschaftlichen STUDIUM.

Und wenn die Postwagenschubser mehr verdienen scheint es eben zu wenige zu geben- Maktwirtschaft in Reinform-

Kaiser80

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4081 am: 27.10.2020 09:19 »
Sollte der Bauingenieur nicht ein bisschen mehr in der Tasche haben?

Nach Meinung der TVP offensichtlich nicht...
Eben. Und da schließt sich der Kreis: Verdi ist TVP, es wurde gefragt, was „alle“ gegen Verdi haben... et voilà.
Bingo

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4082 am: 27.10.2020 09:21 »
Zitat
Sie erhalten das Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs im öffentlichen Dienst. Haltens sie das für gerechtfertigt? Zur Erinnerung: der Bauingenieur hat mindestens 12 Jahre die Schulbank gedrückt und ein schweres naturwissenschaftliches Studium hinter sich. Sollte der Bauingenieur nicht ein bisschen mehr in der Tasche haben?

Der Bauingenieur soll sich erstmal 13 Jahre bewähren und dann reden wir weiter. 3500 für einen Berufsanfänger ist ok. Wieviel hat er denn nach 13 Dienstjahren.

Inwiefern wäre Seniorität ein Leistungsmerkmal? Davon ab, ich wäre nach meinem Studium für den Gegenwert von 3500€ nicht einmal morgens aufgestanden, geschweige denn hätte ich dafür gearbeitet.

Novus

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4083 am: 27.10.2020 09:24 »
Zitat
Sie erhalten das Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs im öffentlichen Dienst. Haltens sie das für gerechtfertigt? Zur Erinnerung: der Bauingenieur hat mindestens 12 Jahre die Schulbank gedrückt und ein schweres naturwissenschaftliches Studium hinter sich. Sollte der Bauingenieur nicht ein bisschen mehr in der Tasche haben?

Der Bauingenieur soll sich erstmal 13 Jahre bewähren und dann reden wir weiter. 3500 für einen Berufsanfänger ist ok. Wieviel hat er denn nach 13 Dienstjahren.

Inwiefern wäre Seniorität ein Leistungsmerkmal? Davon ab, ich wäre nach meinem Studium für den Gegenwert von 3500€ nicht einmal morgens aufgestanden, geschweige denn hätte ich dafür gearbeitet.

Hartzer? :D

Also nach 6 Semestern (Bauingenieur) an der FH sind 3500€ Einstiegsgehalt durchaus annehmbar... nein?

Spid

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #4084 am: 27.10.2020 09:26 »
ich weiß nicht was ihr alle habt und immer auf Verdi rumhackt.
Das nicht alles perfekt läuft im ÖD und Verdi immer zu viel fordert als sie dann bekommen ist ja ein alter Hut.
Am Beispiel von mir:
Im Jahr 2007 wurde ich als Gruppenleiterhelfer in einer Werkstatt für Behinderte eingestellt. Damals E5/2. das waren ca 1875 Euro. Ich bin dann nach ca 18 Monaten zum Gruppenleiter aufgestiegen und wurde E6/2 bezahlt.
Dann kamen irgendwann die S-Tabellen und jetzt bin ich in der S7/5 mit 3508 Euro, immer noch als Gruppenleiter.
Ich bin mir sicher ohne die Verdi, wenn ich das selber verhandeln müsste, währe ich nicht so weit gekommen. Luft nach oben ist noch, aber so schlimm wie es immer dargestellt wird, finde ich das nicht.
Deswegen bin ich in Verdi und werde auch drinbleiben.
nix desto trotz gefällt mir das Verhandlungsergebnis nicht, und ich werde es ablehnen, wenn ich befragt werde.

Sie erhalten das Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs im öffentlichen Dienst. Haltens sie das für gerechtfertigt? Zur Erinnerung: der Bauingenieur hat mindestens 12 Jahre die Schulbank gedrückt und ein schweres naturwissenschaftliches Studium hinter sich. Sollte der Bauingenieur nicht ein bisschen mehr in der Tasche haben?

Hat er ja, wenige Jahre später, also nein sollte er nicht.
Und über dieses "schwere Naturwissenschaftliche Studium" kann ich nur lachen, 1950 ist lange her... - vor allem 12 Jahre Gymnasium im vorraus... die beste und einfachste Zeit des Lebens, ein Privileg sondersgleichen und dafür soll besser bezahlt werden?

Wenn ein Mensch sein eigenes Leben danach ausrichtet anderen zu helfen und einen sozialen Beruf ergreift wird er zur Stütze dieser Gesellschaft und daher kann sein Entgelt nicht aufgerechnet werden - es sind keine "WERT"schöpfenden Arbeiten, aber sie haben durchaus Wert. Einen Wert der in E7 nicht besonders gut aufgehoben ist, vor allem dann nicht wenn wir sehen, dass die Sesselkleber in den Jugendämtern mit S11b eingruppiert werden und dann bis S15 aufsteiben können.

Natürlich erst nach 12 Jahren Schulbank drücken (wohl an der Waldorf-Montesori-Summerhill-katholischer-Mädchenschule) und einem unglaublich schweren naturwissenschaftlich... äh sozialwissenschaftlichen STUDIUM.

Und wenn die Postwagenschubser mehr verdienen scheint es eben zu wenige zu geben- Maktwirtschaft in Reinform-

Das hatten wir doch schon mal. Du behauptest, Sozialgedöns hätte einen Wert - und dann hast Du Studien und ähnliches verlinkt, die eben diese Behauptung nicht im Ansatz hergeben. Sozialgedöns ist teurer Unfug, den keiner braucht.

Zudem verkennst Du Ursache und Wirkung beim Postwagenschubser: wenn die mehr Entgelt bekommen, wird es weniger davon geben.

Spid

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« Antwort #4085 am: 27.10.2020 09:29 »
Zitat
Sie erhalten das Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs im öffentlichen Dienst. Haltens sie das für gerechtfertigt? Zur Erinnerung: der Bauingenieur hat mindestens 12 Jahre die Schulbank gedrückt und ein schweres naturwissenschaftliches Studium hinter sich. Sollte der Bauingenieur nicht ein bisschen mehr in der Tasche haben?

Der Bauingenieur soll sich erstmal 13 Jahre bewähren und dann reden wir weiter. 3500 für einen Berufsanfänger ist ok. Wieviel hat er denn nach 13 Dienstjahren.

Inwiefern wäre Seniorität ein Leistungsmerkmal? Davon ab, ich wäre nach meinem Studium für den Gegenwert von 3500€ nicht einmal morgens aufgestanden, geschweige denn hätte ich dafür gearbeitet.

Hartzer? :D

Also nach 6 Semestern (Bauingenieur) an der FH sind 3500€ Einstiegsgehalt durchaus annehmbar... nein?

Nicht für mich - aber ich habe auch weder Bauingenieur noch an einer FH studiert. War auch nicht nötig, jedes Angebot, zwischen denen ich wählen konnte, hatte bessere Konditionen.

Novus

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« Antwort #4086 am: 27.10.2020 09:30 »
Also nach 6 Semestern (Bauingenieur) an der FH sind 3500€ Einstiegsgehalt durchaus annehmbar... nein?

So ist der Stand der Dinge: Studien lesen und verstehen sind zweierlei Dinge - ich behaupte da du ersteres nicht getan hast scheidet alles nachfolgende automatisch aus.

Warum sollte es weniger Postgedöns geben wenn die Entgelte steigen? Mehr Scheinselbständige wie bei dpd oder Hermes?

EiTee

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« Antwort #4087 am: 27.10.2020 09:33 »
Nicht für mich - aber ich habe auch weder Bauingenieur noch an einer FH studiert. War auch nicht nötig, jedes Angebot, zwischen denen ich wählen konnte, hatte bessere Konditionen.

Darf man erfragen, was du beruflich tust? Das ist ne reine Frage aus Interesse.

Spid

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« Antwort #4088 am: 27.10.2020 09:34 »
Also nach 6 Semestern (Bauingenieur) an der FH sind 3500€ Einstiegsgehalt durchaus annehmbar... nein?

So ist der Stand der Dinge: Studien lesen und verstehen sind zweierlei Dinge - ich behaupte da du ersteres nicht getan hast scheidet alles nachfolgende automatisch aus.

Warum sollte es weniger Postgedöns geben wenn die Entgelte steigen? Mehr Scheinselbständige wie bei dpd oder Hermes?
Ich habe die verlinkten Studien u.ä. doch hier im Forum auseinandergenommen.

Du weißt schon, was ein Postwagenschubser tut?

Spid

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« Antwort #4089 am: 27.10.2020 09:35 »
Nicht für mich - aber ich habe auch weder Bauingenieur noch an einer FH studiert. War auch nicht nötig, jedes Angebot, zwischen denen ich wählen konnte, hatte bessere Konditionen.

Darf man erfragen, was du beruflich tust? Das ist ne reine Frage aus Interesse.

Geschäftsführer eines großen Zuwendungsempfänger des Bundes

maxlll

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« Antwort #4090 am: 27.10.2020 09:37 »

Inwiefern wäre Seniorität ein Leistungsmerkmal? Davon ab, ich wäre nach meinem Studium für den Gegenwert von 3500€ nicht einmal morgens aufgestanden, geschweige denn hätte ich dafür gearbeitet.

im TVÖD ist es nunmal ein Merkmal.

Respekt das du so viel Verdienst.

Bastel

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« Antwort #4091 am: 27.10.2020 09:37 »
Warum sollte es weniger Postgedöns geben wenn die Entgelte steigen? Mehr Scheinselbständige wie bei dpd oder Hermes?

Bingo! Siehe Putzfrau.

naddel81

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« Antwort #4092 am: 27.10.2020 09:38 »
Diese Tarifrunde bedeutet, dass wir in den nächsten Jahren als "Wertschätzung" gerade einmal den Inflationsausgleich bekommen und unser Geld nicht bedeutend weniger wird? Das nennen die "Lohnerhöhung"? Eine Frechheit!

Bitte korrigiert mich, wenn ich etwas grundlegend falsch verstanden haben sollte.

Viele Grüße!

Novus

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« Antwort #4093 am: 27.10.2020 09:38 »
Ich habe die verlinkten Studien u.ä. doch hier im Forum auseinandergenommen.

Du weißt schon, was ein Postwagenschubser tut?


Nein, du hast erklärt bei gegebener Zeit darüber zu "schauen" und dann nicht weiter reagiert.

Was tun denn Postwagenschubser bei euch?

Und für mich waren 1996 4.360 DM  absolut ausreichend, nach 13 Jahren Schulbank und 18 Semestern an der Uni.

OH und ich hatte auch ein "sehr schweres naturwissenschaftliches Studium" :D

mj23

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« Antwort #4094 am: 27.10.2020 09:40 »

Warum sollte es weniger Postgedöns geben wenn die Entgelte steigen? Mehr Scheinselbständige wie bei dpd oder Hermes?

Wenn die eigenen Mitarbeiter für diese einfachen Tätigkeiten weit über dem marktgerechten Preis bezahlt werden müssen, ist die einzig richtige wirtschaftliche Entscheidung keine eigenen Mitarbeiter mehr dafür einzusetzen.
Man kann die Leistung extern günstiger einkaufen, da die Dienstleister nicht an meinen Tarif gebunden sind und damit viel geringere Löhne zahlen.
Wieviele Reinigungskräfte sind denn heute noch direkt bei den Kommunen angestellt?

Gleichzeitig steigt bei zu hohen Kosten natürlich der Druck strukturelle Änderungen vorzunehmen und auch gegebenenfalls zu automatisieren/digitalisieren. Dann braucht man nicht mehr mehrere Postwagenschieber, sondern es reichen zwei Personen, die die Papiereingänge scannen. Die Technik kostet zwar auch Geld, aber wenn das Personal so teuer ist, rechnet sich das schnell wieder.