Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 51692 times)

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #615 am: 30.06.2020 20:38 »

 Ja, selbst schuld, aber da wird sicherlich wieder die Bequemlichkeit und die "Angst" vor Repressalien Vorrang haben.

So ist es! In den letzten 15 Jahren bei zwei kommunalen AG mit >500 bzw >250 MA, davon 9 Jahre Personalrat: 1 Einzige Klage! Dafürunzählige Kuhhandel zwischen MA (meist vertreten durch PR )  und AG. So zumindest meine Erfahrung
Der Kuhhandel ist bei uns idR der: Das der AG offiziell mit den ausgeübten Tätigkeiten rumkommt, die vorher schon (illegal) ausgeübt wurden und man damit sauber und wunschgemäß eingruppiert wird.
Dazu müssen aber die MA mitziehen, klarstellen, was sie tatsächlich (warum auch immer) machen, welche Zeitanteile das sind und dann erkennen, wo sie bei den ausgeübten Tätigkeiten denn eingruppiert wären.
(60% schnallt dann, dass sie auch nicht die Bohne mehr Geld verdient hätten, weil korrekt eingruppiert und mosern dann über Ver.di anstelle über den geizige AG)
Beim Rest gibt es entweder den Kuhhandel, oder die Ansage, lass es bleiben, selber schuld, wenn du mehr erbringst.

Wastelandwarrior

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« Antwort #616 am: 01.07.2020 10:36 »
Nochmal zu SuE: Warum sollten die anders behandelt werden als der Rest ? Bezogen auf die Ausbildungshöhe sind die die Spitze der Systematik im Tarifrecht des ÖD. Nirgendwo sonst bekommt man systematisch mehr Geld ohne Studium (Erzieherin, Leiterin von Kitas). Da gibt es ordentlich Geld. Jahresbrutto 50k für eine Erzieherin in Vollzeit. Kein Studium. 10-12 Kinder je nach Land. Respekt. Oder 74k für eine "Kita-Leiterin" (ohne jegliches subjektives Tätigkeitsmerkmal)… Leitung einer Kita mit >180 Kindern... Das ist mehr, als die Kollegin Ingenieurin in der E12 bekommt... das ermöglicht respektable Karrieren ganz ohne Abitur und/oder Studium. Da ist kein struktureller Nachholbedarf mehr. Und wenn bei den Sozialarbeiterinnen Bedarf an mehr Geld bestünde, würden nicht die meisten bei freien Trägern für weniger arbeiten. In meiner Welt WOLLEN die meisten BA Soziale Arbeit z.B. nicht im Jugendamt (Inobhutnahmen) arbeiten (und sind auch kaum dafür ausgebildet).   

Bastel

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #617 am: 01.07.2020 10:58 »
Nicht wenige Kindergärtnerinnen halten sich für Gymnasiallehrkräfte und wollen auch dementsprechend bezahlt werden ::)

Fragmon

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« Antwort #618 am: 01.07.2020 11:00 »
Nochmal zu SuE: Warum sollten die anders behandelt werden als der Rest ? Bezogen auf die Ausbildungshöhe sind die die Spitze der Systematik im Tarifrecht des ÖD. Nirgendwo sonst bekommt man systematisch mehr Geld ohne Studium (Erzieherin, Leiterin von Kitas). Da gibt es ordentlich Geld. Jahresbrutto 50k für eine Erzieherin in Vollzeit. Kein Studium. 10-12 Kinder je nach Land. Respekt. Oder 74k für eine "Kita-Leiterin" (ohne jegliches subjektives Tätigkeitsmerkmal)… Leitung einer Kita mit >180 Kindern... Das ist mehr, als die Kollegin Ingenieurin in der E12 bekommt... das ermöglicht respektable Karrieren ganz ohne Abitur und/oder Studium. Da ist kein struktureller Nachholbedarf mehr. Und wenn bei den Sozialarbeiterinnen Bedarf an mehr Geld bestünde, würden nicht die meisten bei freien Trägern für weniger arbeiten. In meiner Welt WOLLEN die meisten BA Soziale Arbeit z.B. nicht im Jugendamt (Inobhutnahmen) arbeiten (und sind auch kaum dafür ausgebildet).

Die Leitung einer Kita setzt, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist, bei vielen Trägern, den Abschluss als Dipl. Sozialpädagoge voraus. Mir sind keine Besetzungen von Kita Leitungen mit Erzieherinnen bekannt.
Und eine Leitung einer Einrichtung mit mehr als 180 Kindern erfordert mindestens genauso viel Können wie ein ingenieur in einer E12.

Spid

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« Antwort #619 am: 01.07.2020 11:05 »
Nochmal zu SuE: Warum sollten die anders behandelt werden als der Rest ? Bezogen auf die Ausbildungshöhe sind die die Spitze der Systematik im Tarifrecht des ÖD. Nirgendwo sonst bekommt man systematisch mehr Geld ohne Studium (Erzieherin, Leiterin von Kitas). Da gibt es ordentlich Geld. Jahresbrutto 50k für eine Erzieherin in Vollzeit. Kein Studium. 10-12 Kinder je nach Land. Respekt. Oder 74k für eine "Kita-Leiterin" (ohne jegliches subjektives Tätigkeitsmerkmal)… Leitung einer Kita mit >180 Kindern... Das ist mehr, als die Kollegin Ingenieurin in der E12 bekommt... das ermöglicht respektable Karrieren ganz ohne Abitur und/oder Studium. Da ist kein struktureller Nachholbedarf mehr. Und wenn bei den Sozialarbeiterinnen Bedarf an mehr Geld bestünde, würden nicht die meisten bei freien Trägern für weniger arbeiten. In meiner Welt WOLLEN die meisten BA Soziale Arbeit z.B. nicht im Jugendamt (Inobhutnahmen) arbeiten (und sind auch kaum dafür ausgebildet).

Die Leitung einer Kita setzt, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist, bei vielen Trägern, den Abschluss als Dipl. Sozialpädagoge voraus. Mir sind keine Besetzungen von Kita Leitungen mit Erzieherinnen bekannt.

Ob der AG etwas voraussetzt oder nicht, ist tariflich unbeachtlich.

Zitat
Und eine Leitung einer Einrichtung mit mehr als 180 Kindern erfordert mindestens genauso viel Können wie ein ingenieur in einer E12.

Nein.

Fragmon

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« Antwort #620 am: 01.07.2020 11:09 »
Es ging mir auch nicht um die tarifliche Verpflichtung sondern die lapidare Aussage von wastelandwarrior.

Bezüglich des Könnens haben wir dann wohl unterschiedliche Ansichten, was in Ordnung ist.

Ich möchte noch anmerken, daß eine Ausbildung zum Erzieher, nicht mit einer BBiG Ausbildung vergleichbar ist. In vielen Bundesländern, benötigt der Zugang zur Ausbildung des Erziehers eine vorherige Ausbildung. So dass regelmäßig fünf Jahre für den Abschluss benötigt werden.

Spid

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« Antwort #621 am: 01.07.2020 11:17 »
Das ist zutreffend, Erzieher ist eine Weiterbildung - wie Techniker oder Meister oder AL1.

Bastel

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« Antwort #622 am: 01.07.2020 11:19 »
Ich möchte noch anmerken, daß eine Ausbildung zum Erzieher, nicht mit einer BBiG Ausbildung vergleichbar ist. In vielen Bundesländern, benötigt der Zugang zur Ausbildung des Erziehers eine vorherige Ausbildung. So dass regelmäßig fünf Jahre für den Abschluss benötigt werden.

Und zum Schluss spielt man mit Dreijährigen "Backe, Backe, Kuchen"

Fragmon

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« Antwort #623 am: 01.07.2020 11:20 »
Deswegen ist eine S8a als grundsätzliche Eingruppierung gerechtfertigt.

Fragmon

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« Antwort #624 am: 01.07.2020 11:22 »
Ich möchte noch anmerken, daß eine Ausbildung zum Erzieher, nicht mit einer BBiG Ausbildung vergleichbar ist. In vielen Bundesländern, benötigt der Zugang zur Ausbildung des Erziehers eine vorherige Ausbildung. So dass regelmäßig fünf Jahre für den Abschluss benötigt werden.

Und zum Schluss spielt man mit Dreijährigen "Backe, Backe, Kuchen"

Das zeigt. dass du von diesem Beruf keine Ahnung hast.

PS du kannst dir ja in einer ruhigen Minute mal die Unterschiede zwischen einem Erzieher und einer Kinderpflege anschauen

Spid

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« Antwort #625 am: 01.07.2020 11:26 »
Beide Berufsgruppen beten oder tanzen - je nachdem ob kirchlicher Träger oder Waldorf - für gutes Wetter, damit sich die Brut anderer möglichst im Freigelände selbst beschäftigt.

Fragmon

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« Antwort #626 am: 01.07.2020 11:30 »
Ich möchte noch anmerken, daß eine Ausbildung zum Erzieher, nicht mit einer BBiG Ausbildung vergleichbar ist. In vielen Bundesländern, benötigt der Zugang zur Ausbildung des Erziehers eine vorherige Ausbildung. So dass regelmäßig fünf Jahre für den Abschluss benötigt werden.

Und zum Schluss spielt man mit Dreijährigen "Backe, Backe, Kuchen"

Das zeigt. dass du von diesem Beruf keine Ahnung hast.

PS du kannst dir ja in einer ruhigen Minute mal die Unterschiede zwischen einem Erzieher und einer Kinderpflege anschauen

Ich denke, das du in deinem Berufsleben noch kein Erzieher warst, deswegen finde ich es immer schade, wie man über eine andere Berufsgruppe sich ein Urteil erlauben kann. Vermutlich so wie es 80 Millionen Bundestrainer, danach 80 Millionen Lehrer und jetzt 80 Millionen Virologen gibt.

Ich selbst bin keiner, aber kann mir ansatzweise vorstellen, wie schwierig der Beruf als Erzieher heute ist. Es hat auch nichts mehr mit einer Kinderbetreeungsstation wie man es vielleicht aus den 80-90ern kennt zu tun.

AndreasG

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« Antwort #627 am: 01.07.2020 11:34 »
Zitat
...deswegen finde ich es immer schade, wie man über eine andere Berufsgruppe sich ein Urteil erlauben kann.

Dem kann ich zustimmen.

Passt dann aber nicht mehr zu:

Zitat
Und eine Leitung einer Einrichtung mit mehr als 180 Kindern erfordert mindestens genauso viel Können wie ein ingenieur in einer E12.


Btw. Der Teilbereichsleiter des kommunalen Baubetriebshofes mit Personalverantwortung für über 30 Mitarbeiter kann von E12 nur träumen...

Wastelandwarrior

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« Antwort #628 am: 01.07.2020 11:41 »
Da (hoffentlich) jede Berufsgruppe sich selbst für wichtig hält (und schwierig, und, und) setzen sich die TVP ja hin und denken sich einen halbwegs objektiven Rahmen aus.

Längere oder schwierigere Ausbildung soll mehr erhalten als kurze oder keine. Daher bekommen Beschäftigte, deren Tätigkeit einen BA oder MA ERFORDERN  mehr als Beschäftigte, die ihre Tätigkeiten auf Basis eines Berufsabschlusses ausüben können. Das sollte common sense in D sein, weil wir sonst in die völlig falsche Richtung reden.

In nahezu allen kommunalen Kitas, die ich kenne, sind "gelernte" Erzieherinnen oder Heilerziehungspflegerinnen zur Leitung der Kita bestellt. Ganz einfach deshalb, weil die Kommune keine Sozialarbeiter beschäftigt und das Kollegium solche "Studierten" eh nur mobben würde. Kommunen zwischen 5.000 und 30.000 Einwohnern. Mag sein, dass das in Großstädten anders ist. VKA ist aber kein Großstadtverband. Und was die Träger mit den ganzen BA Soziale Arbeit und Helfersyndrom so alles veranstalten können, kann man schön am ASB Frankfurt am Main sehen oder dem Typen mit dem Maserati aus Berlin.

Hui... jetzt ist wieder Schwung in der Bude.  ;D


Warumdendas

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #629 am: 01.07.2020 11:47 »
Beide Berufsgruppen beten oder tanzen - je nachdem ob kirchlicher Träger oder Waldorf - für gutes Wetter, damit sich die Brut anderer möglichst im Freigelände selbst beschäftigt.

und das tun sie weil im Gebäude z.T. nur 1 qm pro Kind im Gruppenraum zur Verfügung steht.
Wer schon mal mit 2 Erziehern auf 25 qm, möblierter Raum, mit 25 Kindern, 3-6 Jahre alt 5 Stunden verbracht hat fängt an zu beten und zu tanzen.