Autor Thema: Corona - Homeoffice  (Read 25038 times)

Dienstbeflissen

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #210 am: 06.01.2021 13:39 »
»Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen.«

Steht mal wieder so im Beschluss unserer tollen Ministerpräsidenten. Warum man nach fast einem Jahr Pandemie die Arbeitgeber nicht endlich mal zwingt und dafür eine gesetzliche Grundlage schafft, ist mir ein Rätsel.

Wobei so ein Zwang würde ja eigentlich nur den öffentlichen Dienst treffen und dort maßgeblich die Kommunen. Der Großteil der PW hat ja schon lange erkannt, dass Homeoffice nicht schlecht ist.

Bei uns wurde nun offiziell mitgeteilt, dass keine Homeoffice Möglichkeiten geschaffen werden und wir aufhören sollen danach zu fragen.

https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/corona-gipfel-verlaengerung-massnahmen-video-100.html

min 42:40

"Frage: Frau Bundeskanzlerin, im Beschluss steht ja jetzt wieder ein Appell an die Arbeitgeber, auf mobiles Arbeiten zu setzen. Was macht es denn so schwer, sich in der Runde darauf zu einigen, dass Menschen, die mobil arbeiten können, es dann auch grundsätzlich tun und vielleicht begründen müssen, warum sie es nicht tun?

BK’in Merkel: Na ja, wir wollen für diese beschränkte Zeit jetzt nicht einen riesigen neuen Verfahrensweg einführen, sondern wir setzen hier wirklich auf die Bereitschaft vieler - die gibt es ja auch -, Homeoffice zu ermöglichen, wo immer es möglich ist. Zu der Umkehrung haben wir uns noch nicht entschieden, weil wir auch viele gute Beispiele dafür sehen, dass Unternehmen, Betriebe und Behörden - ich weiß das ja von uns selbst - Homeoffice breitflächig anbieten."
« Last Edit: 06.01.2021 13:48 von Dienstbeflissen »

WasDennNun

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #211 am: 06.01.2021 14:40 »
Frage: Frau Bundeskanzlerin, dann würde es doch auch reichen die Menschen lieb zu bitten sich nicht mehr als 15 km vom Wohnort zu entfernen und nur die nötigsten Wege zu gehen, warum wird denen denn ein Bußgeld angedroht?

BK’in Merkel: Na ja, wir wollen für diese beschränkte Zeit jetzt nicht einen riesigen neuen Verfahrensweg einführen,
sondern wir setzen hier wirklich auf die Bereitschaft vieler - die gibt es ja auch -, zuhause zu bleiben, wo immer es möglich ist. Zu der Umkehrung haben wir uns noch nicht entschieden, weil wir auch viele schlechte Beispiele dafür sehen, dass Raver, Jogger und Hundebesitzer - ich weiß das ja von uns selbst - weitflächig umherstreunen."


Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #212 am: 06.01.2021 14:45 »
Was bedeutet „mobil arbeiten“ denn in Corona-Zeiten? Zu Hause arbeiten und eigene Ressourcen dafür einsetzen. Also ein schwerwiegender Grundrechtseingriff (Eigentum, Handlungsfreiheit, Unverletzlichkeit der Wohnung), der sich nur rechtfertigen ließe, wenn am Arbeitsplatz arbeiten maßgeblich zum Infektionsgeschehen beitrüge.

Dienstbeflissen

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« Antwort #213 am: 06.01.2021 15:05 »
Ja, die paar Hanseln die dass nicht wollen können ja weiterhin ins Büro kommen. Das wäre dann auch gleichzeitig die Begründung für den AG das die Person kein mobiles Arbeiten machen kann.

Es geht ja darum, dass wenn der AN mobil Arbeiten will und bereit ist seine eigene Ressourcen dafür einzusetzen und auch schwerwiegende Grundrechtseingriffe in Kauf nimmt, dass dann der AG begründen muss, warum das nicht geht.


FGL

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #214 am: 06.01.2021 15:15 »
Es geht ja darum, dass wenn der AN mobil Arbeiten will und bereit ist seine eigene Ressourcen dafür einzusetzen und auch schwerwiegende Grundrechtseingriffe in Kauf nimmt, dass dann der AG begründen muss, warum das nicht geht.
... worin bereits ein - m. E. - schwerwiegender Eingriff in das unternehmerische Recht auf den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb liegt.

Dienstbeflissen

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« Antwort #215 am: 06.01.2021 15:17 »
...klar. Aber wenn es zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens beiträgt. Als Restaurantbetreiber, Non-Food-Einzelhändler usw. hat man aktuell die noch viel größere A-Karte gezogen.

WasDennNun

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« Antwort #216 am: 06.01.2021 15:19 »
Richtig, es gibt genug AN, die mobiles Arbeiten machen wollen und können, es ihnen aber nicht erlaubt wird vom AG.

Ist ja Ihr Problem, dass sie ÖPNV nutzen müssen, weil sie sich kein Auto leisten können.
Das sie in einem schlecht belüfteten 3 er Büro - der knapp die erlaubte Ausmaße hat - sitzen müssen.

Solange die anderen Einschränkungen ebenfalls nicht nachweislich maßgeblich zum Infektionsgeschehen, sollte man alles wieder auf Freiwilligkeit zurück stutzen.
Oder gleichmäßig über allem die schwerwiegender Grundrechtseingriff durchführen

Spid

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« Antwort #217 am: 06.01.2021 15:25 »
Ja, die paar Hanseln die dass nicht wollen können ja weiterhin ins Büro kommen. Das wäre dann auch gleichzeitig die Begründung für den AG das die Person kein mobiles Arbeiten machen kann.

Es geht ja darum, dass wenn der AN mobil Arbeiten will und bereit ist seine eigene Ressourcen dafür einzusetzen und auch schwerwiegende Grundrechtseingriffe in Kauf nimmt, dass dann der AG begründen muss, warum das nicht geht.

Nein, darum geht es ausweislich der Frage an die Kanzlerin nicht.

Zu dem Blödsinn, den AG zu verpflichten, habe ich hinreichend ausgeführt.

WasDennNun

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« Antwort #218 am: 06.01.2021 15:32 »
Es geht nicht um die Verpflichtung mobiles Arbeiten durchzuführen, sondern die Verpflichtung eine mögliche Maximierung des mobiles Arbeiten nicht zu unterbinden.
Da soll halt der AG einen triftigen Grund nennen, so wie die Privatperson einen triftigen Grund haben muss 15 km vom Heimatort sich zu entfernen.

Spid

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« Antwort #219 am: 06.01.2021 15:33 »
Nein, die Frage lautete: „ Was macht es denn so schwer, sich in der Runde darauf zu einigen, dass Menschen, die mobil arbeiten können, es dann auch grundsätzlich tun und vielleicht begründen müssen, warum sie es nicht tun?“

BAT

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #220 am: 06.01.2021 15:39 »

Ist ja Ihr Problem, dass sie ÖPNV nutzen müssen, weil sie sich kein Auto leisten können.
Das sie in einem schlecht belüfteten 3 er Büro - der knapp die erlaubte Ausmaße hat - sitzen müssen.


Ich würde behaupten - selbst wenn es mal nachgewiesen wäre, daß Arbeiten am Infektionsgeschehen nennenswert beteiligt ist - im Alltag mehr die Arbeiterkolonne zu fünft im Bauwagen ein Problem ist als die relativ großzügig hausenden "Sesselpupser".

Wir haben aber über die Jahre immer schon diskutiert, daß unsere Mitarbeiter, die mit ÖPNV anreisen, weit mehr Schnupfen und Grippe hatten als Andere. Was darauf hindeuten würde, daß der ÖPNV - UND NUR DIESER - im Rahmen der Arbeit wirklich wirkmächtig ist.

Warum dieser nicht sofort mit Beginn der Pandemie unterbunden wurde ist mir bis heute ein Rätsel. Passt aber in das Rumgeiere, was bisher stattfand.

FGL

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« Antwort #221 am: 06.01.2021 15:39 »
Aber wenn es zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens beiträgt. Als Restaurantbetreiber, Non-Food-Einzelhändler usw. hat man aktuell die noch viel größere A-Karte gezogen.
Die Pandemie ist nur ein willkommener Anlass, dieses Thema aus der Versenkung zu holen. Die Forderung nach einem gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice ist älter als SARS-CoV-2 und sollte so ein gesetzlicher Anspruch geschaffen werden, würde er nach überstandener Pandemie auch nicht wieder einkassiert werden.

Dienstbeflissen

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #222 am: 06.01.2021 15:41 »
Die Frage beinhaltete auch: "Frau Bundeskanzlerin, im Beschluss steht ja jetzt wieder ein Appell an die Arbeitgeber, auf mobiles Arbeiten zu setzen..."

Das suggeriert natürlich auch dass der AG eben auch begründen muss weshalb er einen willigen AN mobiles Arbeiten versagt.

Spid

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« Antwort #223 am: 06.01.2021 15:43 »
Nein, suggeriert es nicht. Der Fragesteller hat gefragt, was er gefragt hat. Wenn er nicht gefragt hat, was er wissen wollte, geht das zu seinen Lasten.

BAT

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #224 am: 06.01.2021 15:45 »

Die Pandemie ist nur ein willkommener Anlass, dieses Thema aus der Versenkung zu holen. Die Forderung nach einem gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice ist älter als SARS-CoV-2 und sollte so ein gesetzlicher Anspruch geschaffen werden, würde er nach überstandener Pandemie auch nicht wieder einkassiert werden.

Also bleibt der unnötige Eingriff in die Tarifautonomie, ebenso wie beim Mindestlohn, weiter bestehen.

Völliger, linksalternativer Unfug. Abbild eines unselbständigen Arbeitnehmers. Aber sicherlich auch sehr hip derzeit.