Autor Thema: Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche  (Read 13129 times)

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #75 am: 26.10.2020 15:14 »
Was er "wünscht" wäre doch eine Minusrunde?

Jein

am meisten würde die E8 6 verlieren nämlich 1015€ p.a.

Fast alle anderen würden teils deutlich dazugewinnen.

E13 1 zb 2550 p.a.
E15 6 immerhin noch 2075

Unter Einrechnung längerer Arbeitszeiten?

AndreasG

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #76 am: 26.10.2020 15:21 »
Unter Einrechnung längerer Arbeitszeiten?

Die Arbeitszeit habe ich nicht mit einberechnet da diese auf die Lohnhöhe letztlich keinen Einfluss hat bzw nur zur Berechnung des Stundenlohnes zwecks Abgeltung von Überstunden.

Im Worst Case (TV-L Schleswig Holstein) würde das aber auf 3,4% mehr Arbeitszeit hinauslaufen.


Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #77 am: 26.10.2020 15:33 »
Es ist für Dich also kein Unterschied, ob Du 75.000 p.a. für 20, 40 oder 48 Stunden WAZ erhältst?

AndreasG

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #78 am: 26.10.2020 20:33 »
Natürlich macht das einen Unterschied.

Allerdings nur beim Stundenlohn aber nicht beim monatlichen Gehalt.

Spid

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #79 am: 26.10.2020 20:45 »
Nicht bei dessen absoluter Höhe, wenn man aber Entgelte miteinander vergleicht, muß man sie ins Verhältnis zur vereinbarten Gegenleistung setzen. Diese besteht aus x Stunden Arbeit mittlerer Art und Güte, für die es y Euro Gegenleistung gibt. Wenn x unverändert bleibt, kann ein direkter Vergleich zwischen y1 und y2 stattfinden. Verändert sich x hingegen, ist ein Vergleich zwischen y1 und y2 ohne jede Aussagekraft und somit wertlos, wenn man nicht das Verhältnis zwischen x1 und x2 mit einbezieht.

AndreasG

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #80 am: 26.10.2020 20:53 »
Korrekt. Durch Anhebung der WAZ bei gleichbleibendem Gehalt wird das Gesamtpaket unattraktiver und somit der öD.

mirabelle

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« Antwort #81 am: 28.10.2020 11:32 »
Hallo liebes Forum,

ich gehe davon aus, dass die Länder wieder einmal bedeutend schneller kleinbei geben werden als Bund und Kommunen. Ich rechne auch damit, dass die Laufzeit des neuen Tarifvertrages wieder mind. 3 Jahre beträgt und sie werden uns eine Lohnerhöhung von max. 3% auf 3 Jahre erneut als historischen Sieg verkaufen. Hinzu kommt natürlich, dass JSZ + Angleichung auf Westniveau erneut auf einige Jahre "eingefroren" werden.

Tatsächlich wollte/will ich unbedingt im ÖD arbeiten, weil dieser Job eben doch vergleichsweise Krisensicher ist und ich bei guter Arbeit nicht um meine Stelle zittern muss. Von daher bin ich ja prinzipiell mit einem jährlichen Inflationsausgleich zufrieden. Ich hätte eben etwas anderes lernen müssen, wenn ich 100.000 EUR im Jahr verdienen will.... Allerdings wären meine Wünsche für die nächste Verhandlung folgende.

- einheitliche(r) Arbeitszeit/Lohn pro EG in allen Ländern
- JSZ soll endlich ebenfalls überall in % einheitlich sein (zumal unsere Dezernenten mit etwa 30% fast gar nichts bekommen und von Fachkollegen in der FW ausgelacht werden)
- die höheren Stufen müssen auch einmal eine bemerkbare Erhöhung o. ä. Belohnungen erhalten (es steht nicht mehr an jeder Ecke ein Master of Pharmazie herum, der sich um den ÖD reißt - scheint den Personaler nicht zu kümmern)

Gründe dafür:

Gerade rund um Berlin merkt man stark, wie die Kollegen abwandern, weil die Tarifverträge an entscheidenden Stellen unterschiedlich sind bzw. auch nach ü30 Jahren dt. Einheit noch das Wort "Westtarif" existiert (auch wenn es nur WAZ und JSZ betrifft).
Berlin zahlt knapp mehr pro EG und stellt öfter auch mal gleich in Stufe 3 oder 4 ein, wohingegen Bbg stets bei Stufe 1-2 bleibt.

Jedes Jahr gehen qualifizierte, nette und zuverlässige Kollegen (gerade aus den höheren EG´s) ins Nachbarbundesland und die Abteilung soll dann zusehen, wie man mit der dünnen Personallage auskommt (Ist ja egal, ob die Arbeit geschafft wird, bis die Presse einen neuen Arzneimittelskandal findet - dann arbeiten wir auch wieder am Sonntag @~@).

Ich wünsche mir einfach nur eine möglichst einheitliche Anpassung, damit das aufhört. Vermutlich wird aber auch das Bisschen gaaaaaaanz schwer umsetzbar sein.

Jetzt bitte nicht zerfleischen ... es ist nur langsam wirklich lächerlich, für 2 Stellen zu arbeiten (meine Tätigkeit mag ich aber sehr gerne) und dann immer diese jämmerlichen Vertragsabschlüsse zu sehen.

TV-Ler

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« Antwort #82 am: 28.10.2020 11:38 »
Hallo liebes Forum,

ich gehe davon aus, dass die Länder wieder einmal bedeutend schneller kleinbei geben werden als Bund und Kommunen. Ich rechne auch damit, dass die Laufzeit des neuen Tarifvertrages wieder mind. 3 Jahre beträgt und sie werden uns eine Lohnerhöhung von max. 3% auf 3 Jahre erneut als historischen Sieg verkaufen. Hinzu kommt natürlich, dass JSZ + Angleichung auf Westniveau erneut auf einige Jahre "eingefroren" werden.
Und inwiefern haben in einem solchen Szenario die Länder bedeutend schneller bzw. überhaupt klein beigegeben?

Für mich sähe es danach aus, das die Länder sich dann wie üblich in höherem Maße gegen die Gewerkschaften durchgesetzt haben, als im Fall von Bund und Kommunen ...

Spid

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« Antwort #83 am: 28.10.2020 11:44 »
Für angeodnete Sonntagsarbeit und Überstunden gibt es doch Zuschläge - wenn nichts angeordnet wird, ist es auch nicht wichtig und man hat Freizeit.

Wenn ein AG die tariflichen Kann-Regelungen ausschöpft und der andere nicht, ist das inwiefern überhaupt ein Problem und inwiefern eines, das sich tariflich regeln ließe?

mirabelle

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« Antwort #84 am: 28.10.2020 12:02 »
@ TV-Ler
Ich meinte die Gewerkschaften der Länder. Danke für die Korrektur.

@ Spid
Ja, natürlich gibt es dann Zuschläge für Mehrarbeit. Insgesamt wäre es aber vorzuziehen, schlicht genügend Personal zur Verfügung zu haben, um einen funktionierenden Verwaltungsapparat zu gewährleisten. Also, gar nicht erst in so eine Notlage zu geraten.
Uns laufen hier einfach permanent die Leute "in den Westen" davon. Weil die eben doch leicht bessere Bedingungen haben.

Ich würde jetzt annehmen, wenn dieser ganze Zirkus mit den unterschiedlichen Wochenarbeitsstunden und die Benachteiligung bei der JSZ nicht wäre, eben nur noch die Stufeneinteilung ein ausschlaggebender Grund für die enorme Abwanderung wäre. Hier kann dann freilich nur der jeweilige AG dann zusätzliche Anreize geben, um die Mitarbeiter zu halten.

Harald

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #85 am: 31.10.2020 09:59 »
Hallo alle zusammen!

Ich denke auch wie viele andere das 3% gebunden an drei Jahre, als "Erfolg" gefeiert wird.

Ich würde mir speziell für meine Berufsgruppe( Ergotherapeuten und Physiotherapeuten) eine faire Bezahlung mit der gleichen Bezahlung wie die Erzieher wünschen. Seit ca. 3 Jahren bedienen wir die Inklusion an Regelschulen und haben dadurch viel mehr Organisatorische Mehrarbeit. Die Erzieher wurden nur in die SuE Tabelle eingruppiert kriegen bis zu 500 Euro brutto mehr. Obwohl wir laut der Behörde zum PTF Personal gehören (pädagogisch- therapeutischen- Personal) gibt es eine unterschiedliche Bezahlung. Nun könnte man meinen, dass die Erzieher andere Tätigkeit machen, leider werden Therapeuten immer mehr in Vertretungssituation ( günstiger Erzieher) eingesetzt, um so den Alltag in der Schule stabil zu halten.

Ich wünsche mir vor dieses großes Problem mehr Aufmerksamkeit und dass wir nicht vergessen werden!!!

Für alle anderen Berufsgruppen, wünsche ich mir, dass mehr als die Inflationsrate im nächsten Tarifgespräch rauskommen wird.

https://www.gew-hamburg.de/veroeffentlichungen/hlz-mitgliederzeitung

In der letzten GEW Zeitschrift würde über unsere Problematik berichtet!

Danke für das Lesen, bleibt alle Gesund

Spid

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« Antwort #86 am: 31.10.2020 10:16 »
Was ist eine „faire“ Bezahlung? Und was hätte das mit gleicher Bezahlung zu tun? Und warum wäre es „fair“, wenn Ergo-/Physiotherapeuten, also Menschen mit einer ganz gewöhnlichen dreijährigen Berufsausbildung, hinsichtlich der Bezahlung mit Erziehern, die regelmäßig eine auf eine Berufsausbildung aufbauende 2-4jährige Ausbildung haben, gleichgestellt würden?

Harald

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« Antwort #87 am: 31.10.2020 10:44 »
Falls du es nicht wusstest, gibt es in der Schule mehrere Therapeuten die ein 4 jähriges Studium hinter sich haben. Somit also mit einem Bachelor weniger verdienen als Erzieher. Außerdem sollte man auch wissen, dass Therapeuten mehrere Fortbildungen machen, wie z.B. die
 manuelle Therapie, die zwei Jahre geht. Eine "faire" Bezahlung wäre für mich für die gleiche Arbeit das gleiche Gehalt zu bekommen. Denn Therapeuten können Vertretungssituation in den Sonderschulen übernehmen aber Erzieher können die Arbeit eines Therapeuten nicht machen. Es freut mich sehr, dass ich dich über unseren Beruf aufklären darf.

Liebe Grüße und bleib Gesund

Sozialarbeiter

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Antw:Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche
« Antwort #88 am: 31.10.2020 10:49 »
Wie werden Ergo-/Phsyiotherapeuten, Logopäden denn im TV-L vergütet?
Ich hätte spontan die Berufsausbildung jetzt auch erstmal mit einer SPA, Sozialpädagogischen Assistenzkraft, bzw. Kinderpflegern gleichgesetzt und da dürfte die Vergütung wahrscheinlich auch gar nicht so weit auseinander liegen?

EDIT:

ich habe mal eben nachgeguckt:

Ergotherapeuten ohne schwierige Aufgaben sind bei E 6
E 6   2601.42   2814.88   2933.94   3055.46   3135.24   3221.18

Kinderpfleger ohne schwierige Aufgaben sind bei S 3.
S 3   2465.51   2712.95   2885.09   3043.16   3115.48   3201.88

EDIT 2:
Wenn du als Ergotherapeut Tätigkeiten von Kinderpflegern vertrittst, würde eine Vergütung nach S2 erzielt werden.
S 2   2351.55   2558.91   2618.44   2713.68   2791.07   2856.55
« Last Edit: 31.10.2020 10:58 von Sozialarbeiter »

Spid

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« Antwort #89 am: 31.10.2020 11:04 »
Falls du es nicht wusstest, gibt es in der Schule mehrere Therapeuten die ein 4 jähriges Studium hinter sich haben. Somit also mit einem Bachelor weniger verdienen als Erzieher. Außerdem sollte man auch wissen, dass Therapeuten mehrere Fortbildungen machen, wie z.B. die
 manuelle Therapie, die zwei Jahre geht. Eine "faire" Bezahlung wäre für mich für die gleiche Arbeit das gleiche Gehalt zu bekommen. Denn Therapeuten können Vertretungssituation in den Sonderschulen übernehmen aber Erzieher können die Arbeit eines Therapeuten nicht machen. Es freut mich sehr, dass ich dich über unseren Beruf aufklären darf.

Liebe Grüße und bleib Gesund

Es gibt auch Erzieher mit Studium. Sie haben mit Physio-/Ergotherapeuten mit Studium gemein, daß das Studium für die auszuübende Tätigkeit nicht erforderlich und somit völlig unbeachtlich ist. Auch Erzieher können Fortbildungen machen. Jeder kann das. Ob eine „Vertretung“ möglich ist, sei dahingestellt. Jedenfalls ist die Arbeit, die Nicht-Erzieher in der Tätigkeit von Erziehern leisten, minderwertig, siehe Entgeltgruppe S4 Fg. 2 Teil II Abschnitt 20.6 EGO. Es gibt wohl kaum zwei AN, die die gleiche Arbeit leisten. Arbeit ist auch keine Bemessungsgrundlage für die Bezahlung im Tarifregime des TV-L.