Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236945 times)

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2175 am: 12.09.2022 09:17 »
Zitat
Das Problem ist doch, dass ein für die Produktion und Lieferung der Waren erforderlicher Rohstoff auf Grund externer Einflüsse (Russland hat den Gashahn zugedreht) nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Die Inflation begann schon vor der Invasion in die Ukraine. Da sagte man noch, das läge an der Angebotsknappheit aufgrund von Lieferkettenproblemen. Das sei nur von kurzer Dauer. Die USA sind nicht durch die Gasknappheit betroffen und haben eine noch stärkere Zinsstraffung begonnen. Mit dem Effekt, dass der Euro zum Dollar abwertet und alle Produkte, welche auf dem Weltmarkt gehandelt werden (was im Prinzip alle sind) teurer werden. Die USA und die EU haben beide eine sehr expansive Geldpolitik betrieben. Die gegenwärtige Inflation hat mehrere Gründe, so dass eine Zinsstraffung durchaus hilfreich sein kann.

Zitat
Eine Erhöhung der Löhne und Gehälter auf Inflationswert ist zwar toll, um den individuellen Lebensstandard zu halten und "Reichtum" kurzfristig zu sichern, ist aber der vollkommen falsche Weg.
Weil ein Erhalt des Lebensstandards kein erstrebenswertes Ziel ist?
Zitat
Zusätzlich zu der durch den Energiemangel ausgelästen Preisschoch (Stichwort Produktionskosten) wir dann zusätzlich noch eine Lohn-Preis-Spirale ausgelöst, die zusätzlich die Preise steigen lässt, da die Produzenten die Lohnkosten auf ihre Produkte umlegen werden.
Lohn-Preis-Spirale aufgrund Tariferhöhungen im ÖD? Von einer Signalwirkung der Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst kann nach den vergangenen Jahren ja nun nicht die Rede sein. Der Anteil der Tarifabschlüsse im ÖD am Supermarktpreis verschiedener Güter, ist ausgesprochen überschaubar. Wenn andere Gewerkschaften nun entsprechend hohe Abschlüsse durchsetzen, kann es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen völlig unabhängig davon, was auf kommunaler Ebene an Tarifsteigerungen ausverhandelt wird.

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2176 am: 12.09.2022 09:46 »
Zitat
Das Problem ist doch, dass ein für die Produktion und Lieferung der Waren erforderlicher Rohstoff auf Grund externer Einflüsse (Russland hat den Gashahn zugedreht) nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Die Inflation begann schon vor der Invasion in die Ukraine. Da sagte man noch, das läge an der Angebotsknappheit aufgrund von Lieferkettenproblemen. Das sei nur von kurzer Dauer. Die USA sind nicht durch die Gasknappheit betroffen und haben eine noch stärkere Zinsstraffung begonnen. Mit dem Effekt, dass der Euro zum Dollar abwertet und alle Produkte, welche auf dem Weltmarkt gehandelt werden (was im Prinzip alle sind) teurer werden. Die USA und die EU haben beide eine sehr expansive Geldpolitik betrieben. Die gegenwärtige Inflation hat mehrere Gründe, so dass eine Zinsstraffung durchaus hilfreich sein kann.

Zitat
Eine Erhöhung der Löhne und Gehälter auf Inflationswert ist zwar toll, um den individuellen Lebensstandard zu halten und "Reichtum" kurzfristig zu sichern, ist aber der vollkommen falsche Weg.
Weil ein Erhalt des Lebensstandards kein erstrebenswertes Ziel ist?
Zitat
Zusätzlich zu der durch den Energiemangel ausgelästen Preisschoch (Stichwort Produktionskosten) wir dann zusätzlich noch eine Lohn-Preis-Spirale ausgelöst, die zusätzlich die Preise steigen lässt, da die Produzenten die Lohnkosten auf ihre Produkte umlegen werden.
Lohn-Preis-Spirale aufgrund Tariferhöhungen im ÖD? Von einer Signalwirkung der Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst kann nach den vergangenen Jahren ja nun nicht die Rede sein. Der Anteil der Tarifabschlüsse im ÖD am Supermarktpreis verschiedener Güter, ist ausgesprochen überschaubar. Wenn andere Gewerkschaften nun entsprechend hohe Abschlüsse durchsetzen, kann es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen völlig unabhängig davon, was auf kommunaler Ebene an Tarifsteigerungen ausverhandelt wird.

Der Mindestlohn wird zum 1. Oktober auf 12 Euro erhöht, was einer Erhöhung von fast 15 % entspricht. Auf Jahressicht wird dieser sogar um 25 % erhöht. Diese Erhöhung wird auf die Waren und Güter, die von diesen Beschäftigten produziert und/oder verkauft werden, umgelegt, was zu Preissteigerungen führen wird.

Wenn nun Tarifabschlüsse im Bereich der Inflationsrate erzielt werden, und da rede ich nicht nur von ÖD, sondern auch IGM u.a., dann werden auch hier die Kosten steigen, die wiederum auf die erzeugten Waren umgelegt werden.

Dies befeuert aus meiner Sicht die Inflation weiter.

BATKFMaui

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2177 am: 12.09.2022 12:54 »
So wie ich das lese. Realisieren die Leute gar nicht was Energiekrise, Inflation usw. Bedeutet. Auch wenn die Auswirkungen bei manchen noch gar nicht durchgedrungen sind. Aufgrund Verträge mit Preisgarantie usw. (Strom, Wärme usw.).

Sicher ist. Das die Auswirkungen früher oder später in allen Bereichen zu spüren sind. Auch Unternehmern, egal ob Lebensmittelhersteller, Wasserwerke oder die Apotheke... Die werden alle die hohen Preise am Endverbraucher weiter geben müssen.

Wer das bis heute noch nicht rafft. Bitte wieder hinlegen und weiter schlafen. Empören und Verwunderung später bitte aber sein lassen.

Der wirkliche Hammer wird bei vielen ja erst niedergehen, wenn nächstes Jahr die Nebenkostenabrechnung ansteht.
Beim Strom wird man auch abwarten was passiert, hier sind die Erhöhungen bei den meisten Verträgen (die ich so kenne) bisher moderat.

Dazu ergreifen eben viele jetzt noch Maßnahmen, die die Inflation für sie selbst abfedern. Das spüren vor allem Bioproduzenten und Bioläden und sonstige Luxusgüterhersteller und Verkäufer. Denen geht es jetzt richtig an den Kragen, weil der Nachfrageschock bei ihnen als erstes niedergeht.

Das ist doch einfach nur Quatsch. Passierte Tomaten Rewe Hausmarke haben sich seit Januar im Preis verdoppelt (0,35 Euro => 0,69 Euro), Passierte Biotomaten im Glas (1,19 Euro => 1,39 Euro) um gerade mal 16 % gestiegen. Wer voher bereit knapp das dreifache zu zahlen, der zahlt jetzt gerne noch das Doppelte (stimmt nicht ganz, weil bei den Biotomaten 40 % mehr drin ist...)

Tagesaktuell kosten bei Rewe konventionelle und Bio Bananen gleich viel (KG = 1,89 Euro)

Warum genau geht es jetzt da den Bioherstellen an den Kragen?

Bio-Bauern haben bei weitem nicht diese Inflation im Nacken! Sie verzichten auf teueren Künstdünger; Hilfsmittel wie XXX-zide!

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2178 am: 12.09.2022 13:02 »


Bei mir ist die Inflation dagegen irgendwie noch gar nicht angekommen. Miete zahlen wir nicht, da wir im Eigenheim wohnen, Strom und Heizung noch unverändert, Mobilitätskosten gesunken aufgrund Homeoffice und in den letzten 3 Monaten 9-Euro-Ticket, Lebensmittel sind halt gestiegen, aber kaum merklich.

Im Eigenheim würde ich mal mehr Geld beiseite legen, denn wenn das nächste mal der Handwerker kommen muss, wenn was kaputt geht, dann wird das wesentlich teurer als bisher.

Strom und Heizung habt ihr dann vermutlich einfach Glück, dass noch Verträge mit guten Preisen bestehen. Da könnt ihr euch aber auch gewaltig auf was gefasst machen das nächste halbe Jahr.

Kollege hat letztes Jahr 110€ Abschlag für Gas gezahlt. Wurde dann im Frühjahr auf 400€ erhöht und jetzt zum Oktober auf 820€ im Monat. Das kann er ganz einfach nicht bezahlen, so viel Geld hat er nicht übrig, da ja auch alles andere teurer geworden ist. (Und auch bei anderen Energieträgern wird das nicht groß anders kommen).

Die Aussage bzgl. der Lebensmittel ist entweder eine Lüge oder ihr kauft evtl. unbewusst einfach anders ein inzwischen. Mir ist kein einziges Lebensmittel bekannt, das ich regelmäßige einkaufe, was nicht mindestens 10% teurer geworden ist im Vergleich zum Vorjahr.


Homeoffice ist für deinen Arbeitgeber natürlich auch ein Jackpot. Da kannst du jetzt im Winter schön die eigene Bude hochheizen den Tag über und den eigenen Strom verbrauchen. Den AG wirds freuen :D



Ich persönlich habe gerafft, was eine Inflation bedeutet. Ich kenne ihre Auswirkungen und ich kenne auch die Gründe für die aktuelle Inflation. Was ich nicht verstehe an der aktuellen Inflation:

Wie soll die Anpassung der Leitzinsen durch die EZB die Ursachen der aktuellen Inflation bekämpfen?
=> die Ursache ist doch nicht, dass die Leute mehr konsumieren wollen, als die Wirtschaft liefern kann. Das Problem ist doch, dass ein für die Produktion und Lieferung der Waren erforderlicher Rohstoff auf Grund externer Einflüsse (Russland hat den Gashahn zugedreht) nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Durch höhere Zinsen sollen die Leute ja zum Sparen animiert werden. Soll ich jetzt jetzt mein Geld anlegen und dafür dann weniger Strom und Gas konsumieren? Oder was genau soll die EZB-Maßnahme bewirken?

Wie soll eine Anpassung der Löhne und Gehälter die Ursachen der aktuellen Inflation bekämpfen?
=> Eine Erhöhung der Löhne und Gehälter auf Inflationswert ist zwar toll, um den individuellen Lebensstandard zu halten und "Reichtum" kurzfristig zu sichern, ist aber der vollkommen falsche Weg. Zusätzlich zu der durch den Energiemangel ausgelästen Preisschoch (Stichwort Produktionskosten) wir dann zusätzlich noch eine Lohn-Preis-Spirale ausgelöst, die zusätzlich die Preise steigen lässt, da die Produzenten die Lohnkosten auf ihre Produkte umlegen werden.

Kurzum: Aus meiner Sicht verfehlen die aktuellen Maßnahmen völlig ihre Wirkung und verschlimmern die Situation sogar noch.


-> Leitzinsen: Wird für die meisten Leute erstmal keinen spürbaren Effekt haben. Vor allem da über 50% der Leute ab nächstem Jahr nichts mehr sparen können, weil 100% der Einnahmen direkt wieder rausgehen.

-> Tariferhöhungen: Das einzige effektive Mittel das es erstmal gibt. Und Produktkosten sind nicht 100% Lohnkosten, also werden sich gestiegene Löhne nicht komplett auf Produktkosten durchschlagen. Außerdem muss die Arbeit doch wertig bleiben. Ich passe meine Arbeitsleistung zwar der aktuellen Inflation an. Bei 12% Inflation, reduziere ich halt meine Arbeitsleistung um 12%, wenn mein Gehalt nicht analog ansteigt. Aber das kann ich ja nur bis zu einem gewissen Punkt machen und auf der anderen Seite werden meine Ausgaben dann irgendwann genau so hoch sein wie meine Einnahmen.

An einem Lohnplus von mindestens 10% führt überhaupt garkein Weg dran vorbei.
« Last Edit: 12.09.2022 13:12 von Kryne »

Talinos

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2179 am: 12.09.2022 13:15 »
An einem Lohnplus von mindestens 10% führt überhaupt garkein Weg dran vorbei.

Das sehe ich genauso! Das heißt wir hoffen auf eine Forderung von Verdi über 40 % und 1 Jahr Laufzeit damit wir dann in der Einigung  20 % und 2 Jahre laufzeit bekommen ?

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2180 am: 12.09.2022 13:21 »
Verdi kann auch 50% auf 6 Monate fordern.

Das Ergebnis wird trotzdem höchstens bei 3-4% pro Jahr sein.

Garfield

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2181 am: 12.09.2022 13:37 »
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

SWB

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2182 am: 12.09.2022 14:02 »
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2183 am: 12.09.2022 14:15 »
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

Mit Sicherheit wird diese Fluktuation auch wieder deutlich geringer ausfallen als von vielen Untergangspropheten prophezeit. Wenn wir wirklich in eine längere Rezession schlidern, dann werden die Leute froh sein einen Job zu haben. Ob der nun paar Mark mehr oder weniger einbringt, ist dann auch erstmal egal.

Im Betrieb meiner Frau (Bereich IGM) wurde bereits letzte Woche im Meeting angekündigt, dass spätestens im November die ersten Kündigungen ausgesprochen werden, wenn sich an der Auftragslage nichts ändert.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2184 am: 12.09.2022 14:16 »
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

Oder sogar "verlassen müssen".

Wenn ich mit meinem Gehalt die Heiz- und Stromkosten nicht mehr bezahlen kann, bin ich gezwungen eine besser bezahlte Stelle zu finden.

Suntzu

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2185 am: 12.09.2022 14:24 »
Zumal die Arbeitgeber-Seite die steuerfrei Sonderzahlung auf jeden Fall mit in den Ring werfen wird.
Und die Gewerkschaften werden sich auf einen Mix einlassen müssen. Man kann es sich nicht leisten, dass die AG Seite sagt "wir hätten gerne mit einer steuerfreien Zahlung all diejenigen entlastet, die bald hohe Nebenkostenabrechnungen erwarten, aber die Gewerkschaften wollten nicht".

Tatsächlich wird die TVÖD Runde spannend für alle Seiten, weil viele andere Verhandlungen sich danach richten werden.

Sofern die Verhandlungen unakzeptabel ausfallen, werden mit Sicherheit einige den ÖD verlassen.

Die AG werden aber Motivation aus der letzten TV-L Runde schöpfen. Einmal Zahlung "Corona Prämie" von 1300 Eur. Und im ersten Jahr eine 0 runde. Im zweiten Jahr dann 2,x %. Da war damals schon die Inflation bei 7 %.

Wer bei Prämie jubelt. Dem ist nicht zu helfen. Denn die Prämie sorgt nicht für einen Lohnaufstieg. Denn alle späteren Erhöhungen setzen auf die frühere auf. D.h. die 2,x % im zweiten Jahr hätten eine größere Wucht, wenn im ersten Jahr schon eine Steigerung gegeben hätte.

Also lieber nein zur Prämie. Ja zur Steigerung in %

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2186 am: 12.09.2022 14:31 »
Diese Einmalzahlungsjubler gehen mir auch massivst auf den Sack.

Klar ist es nett eine Prämie zu bekommen, aber das sollte dann auch eine Prämie sein, die einfach mal zwischendurch "on top" kommt, weil wir die Leute einen guten Job machen und keine Einmalzahlung die auf Kosten von % Erhöhungen kommt.

Es ist nämlich so, dass die "verlorenen" % nie wieder zurückkommen und bei allen künftigen Runden fehlen werden. Und die Prämie hilft auch nicht bei der Rente, wobei ich nicht mal weiß ob ich überhaupt noch eine Rente bekommen werde. Zum einen weil das System in den nächsten Jahrzehnten völlig zusammenbrechen wird und zum anderen weil das Alter vermutlich so hochgeschraubt wird, dass man vorher stirbt. (Privat vorsorgen wird auch immer schwerer, wenn bald Einnahmen zur 100% Lebenserhaltungskosten sind).

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2187 am: 12.09.2022 14:37 »
Privat vorsorgen wird auch immer schwerer...
Bitte? Es gibt jetzt auf Tagesgeld meiner Hausbank endlich wieder... Oh doch nicht.


flip

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2188 am: 12.09.2022 14:39 »
Diese Einmalzahlungsjubler gehen mir auch massivst auf den Sack.
Nicht nur Dir! Diese Einmalzahlung verpufft angesichts der Energiekosten diesen Winter.
Und Sie ist nicht nachhaltig, d.h. es ist weder eine Gehaltssteigerung noch wirkt sie sich
auf die Rentenhöhe aus!

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2189 am: 12.09.2022 14:53 »

Wenn nun Tarifabschlüsse im Bereich der Inflationsrate erzielt werden, und da rede ich nicht nur von ÖD, sondern auch IGM u.a., dann werden auch hier die Kosten steigen, die wiederum auf die erzeugten Waren umgelegt werden.


Lt. Reuters fordert IGM Niedersachsen 8% auf 12M, die Arbeitgeber werden vermtl. gar kein Angebot vorlegen.
Die AG in Bayern werden wohl nur Einmalzahlungen anbieten.