Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 432344 times)

Babbe1986

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2910 am: 05.10.2022 11:49 »
Wie war das neulich?  Dank ansteigender Inflation sprudelt seit Monaten viel mehr Geld in die Kassen der Kommunen. Die jammern weiter ...

Ich schließe mich an!

Babbe1986

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2911 am: 05.10.2022 11:53 »
Das Zitat ist aber nicht von mir  ;)

Doch, gebe es zu! :)
« Last Edit: 05.10.2022 12:00 von Babbe1986 »

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2912 am: 05.10.2022 11:53 »
Was wir damit haben ?

Inflation bedeutet Lohnverlust. Ich mache die gleiche Arbeit für weniger Lohn.

Wenn ich mir vorher vom Lohn 1000 Brote kaufen konnte und es jetzt nur noch für 800 reicht, dann muss das für meinen Arbeitgeber ein Grund sein meinen Lohn so anzupassen, dass ich mir wieder 1000 Brote davon kaufen kann, denn ich mache ja die gleiche Arbeit wie vorher auch. Warum sollte die jetzt weniger wert sein ?

Woher kommt die - ahistorische - Annahme das es immer besser werden müssen, zumindest aber nicht schlechter werden dürfe? Ist das ein nicht-kodifiziertes Ewigkeitsrecht?

Schauen wir mal wohin sich die wirtschaftliche Situation hin entwickelt, vielleicht ist demnächst Dankbarkeit angesagt dass es überhaupt noch für "800 Brote" reicht...

Woher kommt die Annahme, dass es schlechter werden dürfe ?

Ich habe mit meinem AG einen Vertrag geschlossen die Arbeiten XY zu verrichten und dafür in Form von Geld in Höhe von AB entlohnt zu werden.

Wenn nun dieses Geld AB seinen Wert verliert, ich aber weiterhin die gleichen Arbeiten XY verrichte, dann gerät das ganze in Schieflage.


Die Arbeitgeberseite kann natürlich sagen, dass ihr das egal ist, was ja auch vielerorts so praktiziert wird. Ist ja deren gutes Recht und daraus müsste jeder AN halt seine eigenen Konsequenzen ziehen. Ob es schlechter werden "darf" ist halt Entscheidung der AN, ob diese bereit sind die gleichen Arbeiten für weniger Entlohnung auszuführen.

Ich wäre auch damit zufrieden auf eine 30 Stunden Woche zu gehen fürs gleiche Geld.


Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2913 am: 05.10.2022 11:58 »



Und warum genau ist das das Problem deines Arbeitgebers? Ich geh doch auch nich zu meinem Arbeitgeber und sage:
"Hey Boss, ich habe jetzt geheiratet und wir haben ein Kind bekommen. Gib mir gefälligst mehr Geld, damit ich wieder über die Runden komme und jeder von usn 800 Brot zur Verfügung hat."
"Hey Boss, ich habe jetzt eine größere Wohnung, die mehr als die alte kostet. Gib mir gefälligst mehr Geld, damit ich wieder über die Runden komme."
"Hey Boss, ich habe mir ein neues Auto auf Pump gekauft. Gib mir gefälligst mehr Geld, damit ich wieder über die Runden komme und die Raten zahlen kann."

Das sind schlicht und ergreifend deine Privatprobleme, die mit deinem Arbeitgeber mal null komma null zu tun haben. Ich bin auch überrascht mit welcher Selbstverständlichkeit hier mehr Gehalt erwartet wird jedes Jahr, so als ob einem das per Gesetz zustünde.

Ich war in einem früheren Leben vier Jahre bei einem inhabergeführten Mittelständler mit 120 Mitarbeitern. Während dieser Zeit gab es für mich exakt eine Gehaltserhöhung um 5,0 % und das wars. In dem Betrieb musste jeder sein Gehalt selbst verhandeln und wenn die Gegenseite nicht mehr zahlen wollte, musste man das entweder akzeptieren oder künigen und sich woanders was besseres suchen.

Wenn du mit deinem Gehalt und dessen Entwicklung nicht zufrieden bist, dann such dir einen anderen Arbeitgeber und verhandel ein Gehalt, das dein Vorstellungen entspricht. Ich habe in den sieben Jahren seit ich von diesem Mittelständler weg bin meinen Stundenlohn verdoppelt plus weitere Benefits.

Dir steht der gleiche Weg frei. Aber so viel sei gesagt: Entwicklung findet immer außerhalb der Komfortzone statt.

Richtig zitieren sollte auch gelernt sein. Ist aber ein anderes Thema.

Natürlich ist es ein Problem des Arbeitgebers, weil meine geleistete Arbeit in der Theorie gleichwertig bleibt, aber das Geld was ich dafür bekomme immer weniger wert ist.

Meine geleistete Arbeit wird also entwertet.

Dein Beispiel mit Heirat etc. ist völlig Fehl am Platz und hat absolut 0 mit dem Thema Inflation zutun.

Aber wenn ich mir manche Kommentare hier anschaue, wundert mich eigentlich nichts mehr. Wirtschaftliche Zusammenhänge scheint hier kaum einer zu verstehen.

Jeder 2. fängt an von persönlichen Ausgabensituationen zu sprechen die mit dieser ganzen Thematik nichts zutun haben.

Der eine sagt es gibt keine Inflation, weil er statt teurer Paprika jetzt günstige Steckrüben kauft und der andere vergleicht die Geldentwertung mit Änderungen im persönlichen Familienumfeld. Es wird immer lustiger hier :D

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2914 am: 05.10.2022 12:08 »
Was wir damit haben ?

Inflation bedeutet Lohnverlust. Ich mache die gleiche Arbeit für weniger Lohn.

Wenn ich mir vorher vom Lohn 1000 Brote kaufen konnte und es jetzt nur noch für 800 reicht, dann muss das für meinen Arbeitgeber ein Grund sein meinen Lohn so anzupassen, dass ich mir wieder 1000 Brote davon kaufen kann, denn ich mache ja die gleiche Arbeit wie vorher auch. Warum sollte die jetzt weniger wert sein ?

Woher kommt die - ahistorische - Annahme das es immer besser werden müssen, zumindest aber nicht schlechter werden dürfe? Ist das ein nicht-kodifiziertes Ewigkeitsrecht?

Schauen wir mal wohin sich die wirtschaftliche Situation hin entwickelt, vielleicht ist demnächst Dankbarkeit angesagt dass es überhaupt noch für "800 Brote" reicht...

Woher kommt die Annahme, dass es schlechter werden dürfe ?

Ich habe mit meinem AG einen Vertrag geschlossen die Arbeiten XY zu verrichten und dafür in Form von Geld in Höhe von AB entlohnt zu werden.

Wenn nun dieses Geld AB seinen Wert verliert, ich aber weiterhin die gleichen Arbeiten XY verrichte, dann gerät das ganze in Schieflage.

Das bedeutet also, dass der Arbeitgeber von dir in Zeiten von Deflation (z.B. 2009 und 2015) mehr Leistung fordern durfte, weil dein Gehalt mehr wert war? Ansonsten wäre das Ganze ja in Schieflage geraten.

Du hast mit deinem Arbeitgeber einen Vertrag mit Nominallohn und nicht mit Reallohn vereinbart. Und aus genau diesem Grund ist es dein persönliches Problem, wenn du von deinem Nominallohn weniger einkaufen kannst als vorher.

teclis22

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2915 am: 05.10.2022 12:16 »
Es gab nie eine Deflation in 2009 und 2015.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4917/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-seit-1948/
Geld wurde seit 1987 stetig durch inflation abgewertet

Nachtrag: und selbst die Deflation von 1986, hat nicht ausgereichte die Inflation von 1985 zu kompeniseren. Somit total wurscht.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2916 am: 05.10.2022 12:42 »

Bei zwei meiner Freunden haben die privaten Arbeitgeber neben den Lohnerhöhungen im Februar/März einfach so jetzt im Oktober das Gehalt um 3-4% erhöht. Eben um die Fachkräfte zu halten.

Guter Vorschlag- Schreiben Sie Frau Welge von der vka damit an und berichten uns von deren Antwort.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2917 am: 05.10.2022 12:52 »

Bei zwei meiner Freunden haben die privaten Arbeitgeber neben den Lohnerhöhungen im Februar/März einfach so jetzt im Oktober das Gehalt um 3-4% erhöht. Eben um die Fachkräfte zu halten.

Guter Vorschlag- Schreiben Sie Frau Welge von der vka damit an und berichten uns von deren Antwort.

Dass ein Großteil des "ÖDs" zu den assozialsten Arbeitgebern des Landes gehört, ist ja schon lange kein Geheimnis mehr ;)

Zum Glück nicht alle, aber eben viele. Und die wenigen Ausnahmen die es gibt, werden meistens im Zaum gehalten, damit der Rest nicht schlecht da steht.

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2918 am: 05.10.2022 12:53 »
Ich würde mich ja aufregen über die Dummheit der Bücklinge hier aber ich weiß, das es nur ne Bubble ist. Das Land hat die Faxxen dicke, die nächsten Jahre  werden viel Neues mitsichbringen. Gott sei Dank ist die Alternative für Deutschland bereits bei 15%.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2919 am: 05.10.2022 12:54 »
Ich würde mich ja aufregen über die Dummheit der Bücklinge hier aber ich weiß, das es nur ne Bubble ist. Das Land hat die Faxxen dicke, die nächsten Jahre  werden viel Neues mitsichbringen. Gott sei Dank ist die Alternative für Deutschland bereits bei 15%.

Vor einigen Jahren hätte ich dazu auch noch Gott Sei Dank gesagt.

Aber mit dem Absägen von Lucke und dem Stimmenfang im rechten Spektrum haben sie sich keine Gefallen getan. Sehr schade eigentlich.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2920 am: 05.10.2022 13:03 »
Wobei ich mich bei deinem Beispiel frage, wieso du den TV-L nimmst,
Weil ich den schneller im Zugriff habe und er mich betrifft.

Zitat
Wir wissen doch leider alle, dass der öD gerade ab EG9 nicht mehr mit der PW mithalten kann.
Korrekt, aber primär ein AG Problem.
Der kann ja jederzeit mehr zahlen, wenn er sich im Kommunalenbereich z.T nicht selbst beschränken würde.
Oder entsprechende frei verhandelbare Zulagen tariflich einfordern.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2921 am: 05.10.2022 13:19 »


Ich habe mit meinem AG einen Vertrag geschlossen die Arbeiten XY zu verrichten und dafür in Form von Geld in Höhe von AB entlohnt zu werden.

Wenn nun dieses Geld AB seinen Wert verliert, ich aber weiterhin die gleichen Arbeiten XY verrichte, dann gerät das ganze in Schieflage.


Die Arbeitgeberseite kann natürlich sagen, dass ihr das egal ist, was ja auch vielerorts so praktiziert wird. Ist ja deren gutes Recht und daraus müsste jeder AN halt seine eigenen Konsequenzen ziehen. 


Und die sehr, sehr naheliegende Konsequenz wäre unverzüglich einen besseren bezahlten Arbeitsplatz in der pW anzutreten . Tun aber ca. 80% der Tarifbeschäftigten nicht; ca.  %5 verhandeln als Nichtorgansierte tatsächlich bessere Verträge als das Mindestangebot des AGs ; ca.15% kündigen tatsächlich.

Und die restlichen 80% müssen etwas davon haben, dass sie im ÖD verbleiben/keine Zusatzleistungen erhalten. Und das sind m.E. weiche Faktoren, die natürlich mit Gehalteinbußen bezahlt werden müssen Der eine Teil ist damit zufrieden; der andere Teil will sich das nicht eingestehen und verharrt in der Unzufriedenheit-schade



Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2922 am: 05.10.2022 13:19 »
Ich würde mich ja aufregen über die Dummheit der Bücklinge hier aber ich weiß, das es nur ne Bubble ist. Das Land hat die Faxxen dicke, die nächsten Jahre  werden viel Neues mitsichbringen. Gott sei Dank ist die Alternative für Deutschland bereits bei 15%.

Vor einigen Jahren hätte ich dazu auch noch Gott Sei Dank gesagt.

Aber mit dem Absägen von Lucke und dem Stimmenfang im rechten Spektrum haben sie sich keine Gefallen getan. Sehr schade eigentlich.

Das Problem ist, dass sich die allgemeine Berichterstattung über die AfD zwischen Luckes erstem Auftritt und Höckes letztem Auftritt nicht um eine Nuance verändert hat, da ein Großteil der Presse von Beginn an mit den größten Kanonen geschossen hat, die zur Verfügung standen. Von daher hat sich bei vielen Menschen ein Abstumpfungseffekt eingestellt, und ob aus scheinbaren nun tatsächliche antidemokratische Tendenzen geworden sind, interessiert den Protestwähler dann irgendwann auch nicht mehr. Da hat die vierte Gewalt der Demokratie einen Bärendienst erwiesen und einen nicht unerheblichen Beitrag zur inneren Radikalisierung dieser Partei beigetragen.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2923 am: 05.10.2022 13:20 »
verharrt in der Unzufriedenheit-Schande

Garfield

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2924 am: 05.10.2022 13:40 »
Ich würde mich ja aufregen über die Dummheit der Bücklinge hier aber ich weiß, das es nur ne Bubble ist. Das Land hat die Faxxen dicke, die nächsten Jahre  werden viel Neues mitsichbringen. Gott sei Dank ist die Alternative für Deutschland bereits bei 15%.

Witzig, wenn die laute Minderheit, die gerne "wir sind das Volk" ruft, meint die anderen würden in einer Bubble leben.