Zitat von: Libor in Heute um 10:00Es gibt kein Urteil des VG. Das VG hat die Rechtsfrage dem Verfassungsgerichtshof NRW vorgelegt. Wenn der Verfassungsgerichtshof die Rechtsauffassung des VG teilt, wird NRW die Besoldung in dieser Frage neu regeln müssen. Weder gegen die Vorlage des VG noch gegen eine entsprechende Entscheidung des Verfassungsgerichtshof kann das Land "Berufung/Revision" einlegen.
Nochmal: Die gleiche Konstellation gab es 2014 schon, als es erstmals um die Rechtsmäßigkeit der damaligen Vorgehensweise der Rot-grünen Landesregierung unter Kraft ging. Damals hat der Verfassungsgerichtshof NRW entschieden, dass die nur teilweise erfolgte Übertragung des Tarifergebnisses verfassungswidrig ist. Daraufhin hat die Landesregierung die Besoldung erhöht, für bestimmte Besoldungsgruppen allerdings immer noch nicht in dem vollständigen Umfang des Tarifergebnisses. Um genau diese Frage geht es jetzt.
Zitat von: Prusikguy in Heute um 08:44... Dies wurde dem AN sogar schriftlich mitgeteilt...
Zitat von: OnkelConny in Heute um 10:27Das ist ja die Schwierigkeit, die ich habe. Wenn ich jetzt einen Widerspruch für 2026 einreiche, dann kann dieser ja nur für die aktuelle Besoldung gelten. Mit dem neuen Gesetz wird die Besoldung aber auch für 2026 neu bewertet und geregelt (so ab Seite 153 des Gesetzentwurfs mit der Begründung der amtsangemessenen Alimentation für 2026). Der FM ist ja der Ansicht, dass die aktuelle Besoldung ja nicht rechtskonform sei, weshalb er ja einen Dispens erteilt hat. Wenn aber das neue Besoldungsgesetz da ist, ist nach Ansicht des FM die amtsangemessene Alimentation auch für 2026 hergestellt. Ergo kann nach meinem Dafürhalten ein Widerspruch für das Jahr 2026 erst nach der Gesetzesverkündung erfolgen, weil ansonsten der vorher erteilte Widerspruch sich auf nicht mehr geltende Regelung bezieht.
Gruß aus Franken
Zitat von: MaxBy in Heute um 10:07Wenn man den Artikel durchliest kann man sich nur schwer vorstellen das irgendeine Regierung überhaupt die Besoldung amtsangemessen erhöht.
https://www.bild.de/politik/inland/thorsten-frei-buerger-muessen-guertel-enger-schnallen-6aeb5624eca9cecdd5d46b48
So gesehen sinkt die Besoldung sogar eher, weil nicht mal mehr die Inflation ausgeglichen wird.
Wer noch an die aA in naher bis mittlerer Zukunft glaubt, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten.

Zitat von: Aleksandra in Heute um 10:08die Inflationsanpassung soll ja auch nur das Minimum darstellen. Die Tarifparteien können dann ja noch mehr aushandeln, wenn sie es für angemessen erachten.Klar wäre es schön die INf Anpassung immer als Untergrenze zu haben.
ZitatDavon ab sprichst Du von Zahlen aus der Vergangenheit.Klar, ich spreche von der gesamten Zeit der Existenz des TV Vertrages.
ZitatUnd wenn wir keine Lösung finden die Reallohnverluste einzudämpfen wird es mittel- bis langfristig auch hier knallen (noch geht es uns zu gut).Daher mein Hinweis, dass wir innerhalb des TVs, wenn man es ganzheitlich betrachtet, noch 10% über den Reallohnverlustes sind und der zu den guten Zeiten aufgebaute Buffer abgeschmolzen wird.
Von daher wäre eine Anpassung an die Inflation für alle Beschäftigten wohl eher ein wahres Geschenk.
Zitat von: OnkelConny in Heute um 10:19Auch das leider nicht. Die Ausgleichszulage ist tatsächlich für 2027 vorgesehen. Das Besoldungsgesetz soll aber den Nachweis liefern, dass die amtsangemessene Alimentation auch für das Jahr 2026 verfassungskonform sei, u.a. auch wegen der im Vergleich zum Tarifergebnis höheren Alimentation von 3,36 %. Schaue dir mal Seite 86ff. der Landtagsdrucksache zum Besoldungsgesetz an.
Zitat von: Schneewitchen in Heute um 10:20Das Gesetz wir in 12/2026 beschlossen und tritt am 01.01.2027 in Kraft.
Die Frage ist halt, wogegen sich ein Widerspruch richtet. Richtet er sich schon gegen ein beschlossenes, jedoch noch nicht in Kraft gesetztes Gesetz oder richtet sich selbiger gegen ein geltendes Gesetz und dessen Auswirkungen?
Hier sei mal der wissenschaftliche Dienst des BT zitiert:
"Lediglich in Ausnahmefällen kann die Verfassungsbeschwerde bereits gegen verkündete, aber noch nicht in Kraft getretene Gesetze erhoben werden: Das Bundesverfassungsgericht hält eine gegenwärtige Beschwer zur Sicherstellung effektiven Grundrechtsschutzes dann bereits vor Inkrafttreten für gegeben, wenn die künftigen Rechtswirkungen bereits gegenwärtig klar abzusehen und für den Beschwerdeführer gewiss sind." (BVerfGE 108, 370)
Das gilt für die Verfassungsbeschwerde. Da ich kein Jurist bin, kann ich leider nicht sagen, ob man das so auch auf die Widersprüche übertragen kann.
Aber mal praktisch gedacht: Was will man mit dem Widerspruch erreichen? Man will seine Rechte gegen die belastenden Auswirkungen eines neuen Besoldungsrechtes gewahrt wissen. Im konkreten Falle tritt die belastende Wirkung aber erst ab 2027 ein. Gegen was wendet man sich mit seinem Widerspruch, wenn man gegen dieses verkündete, jedoch noch nicht in Kraft getretene Gesetz, in 2026 Widerspruch einlegt?
Ich halte es für logisch, dass sich der Widerspruch des Jahres 2026 gegen die augenblickliche Rechtslage richten muss. Das neue Gesetz tritt in 2027 in Kraft. Es bleibt dann noch ein ganzes Jahr lang Zeit, gegen dieses Gesetz Widerspruch einzulegen. Dieser Widerspruch trifft dann dieses Gesetz in formeller, wie materieller Hinsicht, da es in 2027 in Kraft tritt und wir dann erst mit dessen Auswirkungen konkret belastet werden.
Sollte ich das falsch sehen, so bitte ich um Richtigstellung!
Zitat von: PolareuD in Heute um 10:23Das Kartenhaus der Dienstherrn wird spätestens dann zusammenbrechen, wenn es eine Vollstreckungsanordnung des BVerfG an die Verwaltungsgerichtsbarkeit ergeht. Nach der aktuellen Lage ist diese in nicht mehr allzu ferner Zukunft gegeben. Der heißeste Kandidat hierfür ist weiterhin Berlin, aber auch der Bund könnte mit seiner 6,5 jährigen Untätigkeit ein Anwärter darauf darstellen.
Zitat von: MaxBy in Heute um 10:07Wenn man den Artikel durchliest kann man sich nur schwer vorstellen das irgendeine Regierung überhaupt die Besoldung amtsangemessen erhöht.
https://www.bild.de/politik/inland/thorsten-frei-buerger-muessen-guertel-enger-schnallen-6aeb5624eca9cecdd5d46b48
So gesehen sinkt die Besoldung sogar eher, weil nicht mal mehr die Inflation ausgeglichen wird.
Wer noch an die aA in naher bis mittlerer Zukunft glaubt, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten.