[Allg] Besoldungsrunde 2019 - allgemein

Begonnen von Raute1, 21.01.2019 10:41

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Jebo11

Niedersachsens Finanzminister Hilbers "strebt eine Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten an".
Bin ja mal gespannt ob es wirklich eine 1:1 Übertragung gibt diesmal. Wäre wünschenswert, da sich Niedersachsen mittlerweile auf dem ersten Platz der am schlechtesten bezahlenden Länder befindet ;-)

rumbork

Moin,

ich finde Beamte-insbesondere im höheren Dienst-jammern deutlich auf ganz hohem Niveau. Ich habe ein Hochschulstudium absolviert, habe in E13 2008 angefangen, Höhergrupierung auf E14 folgte und dann hatte ich die Chance die "Laufbahnbefähigung" für meinen Beruf zu erwerben. Dann gab es aus privaten Gründen einen Wohnort- und Arbeitgeberwechsel an eine Behörde, die grundsätzlich verbeamtet im Gegensatz zum vorherigen Arbeitgeber. Was soll ich sagen, vor Abzug der PKV habe ich durch die Verbeamtung netto locker 1000 € mehr als vorher und erfülle die haargenau die selben Aufgaben, wie zuvor als Angestellter und darf mich zusätzlich auf die Pension freuen. Kommt mir immer noch wie ein Lottogewinn für meine Familie und mich vor. Das kann man natürlich nicht sehen, wenn man von vornherein eine Beamtenlaufbahn hinter sich hat. Als Angestellter hätte ich übrigens ein deutlich höheres Bruttoeinkommen-aber zählen tut das Netto, über das man verfügen kann.


stephi

Zitat von: stephi in 03.03.2019 11:26
MV hatte 2017 festgelegt, dass die Tarifergebnisse für 2019 zeit- und wirkungsgleich übertragen werden. Weiß jemand was das nach diesem Abschluss bedeutet? Wird da das Ergebnis genommen das im Volumen erzielt wurde (3.2%) oder wie kann ich das verstehen?

Ich muss mich korrigieren. Habe gerade mal in den Gesetzestext geschaut. Dort steht:
In 2019 soll das dann vorliegende Tarifergebnis für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder zeit- und wirkungsgleich auf die Besoldung und Versorgung der Beamtinnen und Beamten übertragen werden.

Tagelöhner

Zitat von: rumbork in 03.03.2019 15:58
Moin,

ich finde Beamte-insbesondere im höheren Dienst-jammern deutlich auf ganz hohem Niveau. Ich habe ein Hochschulstudium absolviert, habe in E13 2008 angefangen, Höhergrupierung auf E14 folgte und dann hatte ich die Chance die "Laufbahnbefähigung" für meinen Beruf zu erwerben. Dann gab es aus privaten Gründen einen Wohnort- und Arbeitgeberwechsel an eine Behörde, die grundsätzlich verbeamtet im Gegensatz zum vorherigen Arbeitgeber. Was soll ich sagen, vor Abzug der PKV habe ich durch die Verbeamtung netto locker 1000 € mehr als vorher und erfülle die haargenau die selben Aufgaben, wie zuvor als Angestellter und darf mich zusätzlich auf die Pension freuen. Kommt mir immer noch wie ein Lottogewinn für meine Familie und mich vor. Das kann man natürlich nicht sehen, wenn man von vornherein eine Beamtenlaufbahn hinter sich hat. Als Angestellter hätte ich übrigens ein deutlich höheres Bruttoeinkommen-aber zählen tut das Netto, über das man verfügen kann.

Danke für Ihren Beitrag, der Ihre objektive Sicht und Wahrnehmung unterstreicht...bitte behalten Sie sich diese bei und lassen Sie sich nicht von anderen jammernden Kollegen anstecken.
Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

ChrBY

Der BR meldet:

ZitatBayern übernimmt Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst für Beamte

München: Bayerns Finanzminister Füracker hat angekündigt, das Ergebnis der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst für die Beamten im Freistaat zu übernehmen. Laut Füracker verdienen bayerische Beamte weiterhin deutlich mehr als die Kollegen in anderen Ländern. Die Kosten für den Tarifabschluss seien im Doppelhaushalt 2019/2010 bereits berücksichtigt. - Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich gestern Abend auf eine stufenweise Anhebung der Gehälter von acht Prozent geeinigt. Der Tarifexperte der Gewerkschaft Verdi in Bayern, Flach, lobte, dass man vor allem für Pflegekräfte viel erreicht habe. Der Abschluss werde helfen, so Flach, dem Personalmangel in den teuren Ballungsräumen München und Nürnberg etwas entgegenzusetzen.

Quelle: B2/KL/Dig 03.03.2019 13:00

Bleiben folgende Fragen offen:

1. Übernimmt Bayern auch das Einfrieren der Jahressonderzahlung zeit- und wirkungsgleich?
2. Stellt der Verzicht auf dieses Einfrieren eventuell den von Herrn Söder versprochenen »Bayern-Bonus« dar?
3. Oder ist unter dem Bayern-Bonus zu verstehen, daß die Tabellenwerte tatsächlich zweimal um 3,2 % und einmal um 1,4 % erhöht werden – wie von Herrn Silberbach versprochen?
4. Wird Bayern anstatt der überproportionalen Erhöhung der Stufe 1 die unterste Dienstaltersstufe streichen, wie es vom Koalitionsvertrag vorgesehen ist?

Kleine Anekdote am Rande zu Mecklenburg-Vorpommern:

Dort wurde die Jahressonderzahlung für Beamte über viele Jahre eingefroren und erst letztes Jahr wieder dynamisiert. Bei einer zeit- und wirkungsgleichen Übertragung des Tarifabschlusses auf die Landesbeamten könnte die Jahressonderzahlung nun abermals eingefroren werden ...

rumbork

ZitatDanke für Ihren Beitrag, der Ihre objektive Sicht und Wahrnehmung unterstreicht...bitte behalten Sie sich diese bei und lassen Sie sich nicht von anderen jammernden Kollegen anstecken.

Danke. Ich würde sogar noch weiter gehen. Mir ist es schnurzpiepe, ob untere Eingruppierungen/Stufen prozentual eine größere Erhöhung bekommen als ich, solange ich noch genug/mehr bekomme. Und man muss auch mal sehen, dass der "höhere Dienst" ob mit oder ohne Erhöhung zu den Spitzenverdienern in D zählt unter den abhängigen Beschäftigten.

Versuch

Zitat von: rumbork in 03.03.2019 16:20Und man muss auch mal sehen, dass der "höhere Dienst" ob mit oder ohne Erhöhung zu den Spitzenverdienern in D zählt unter den abhängigen Beschäftigten.
Quelle?

Hulbatsup

Ich nehme den Tarifabschluss wohlwollend zur Kenntnis und freue mich über die Lohnerhöhung, kann dem ein oder anderen hier aber nur beipflichten, dass das Gejammer im höheren Dienst meines Erachtens völlig unberechtigt ist. Mit Anfang 30 ein monatliches Netto von 3.500 Euro (vor Abzug der PKV), die jährliche Sonderzahlung habe ich dabei noch gar nicht berücksichtigt. Das wäre in TV-L unmöglich und in der freien Wirtschaft zwar erreichbar oder gar zu toppen, aber nur in Verbindung mit einer regelmäßigen 55-60 Stunden-Woche.

Es mag im Einzelfall möglicherweise besser sein - abhängig von der Qualifikationsebene - angestellt zu sein. Je höher es geht, desto lukrativer scheint mir jedoch die Verbeamtung zu sein. Dass hier über die Besoldung gejammert wird, ist für mich in meinem BL nicht nachvollziehbar.

Ich bin gespannt, was sich die Bundesländer bei der Umsetzung einfallen lassen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die amtsangemessene Alimentation seitens des BVerfG mit Argusaugen beobachtet wird. Vor allem den Schlusslichtern wird meines Erachtens nichts anderes übrig bleiben, als den Tarifabschluss zeit-, und systemgerecht zu übernehmen.

rumbork

Zitat von: Versuch in 03.03.2019 16:29
Zitat von: rumbork in 03.03.2019 16:20Und man muss auch mal sehen, dass der "höhere Dienst" ob mit oder ohne Erhöhung zu den Spitzenverdienern in D zählt unter den abhängigen Beschäftigten.
Quelle?

na hier zum Beispiel: http://www.spiegel.de/karriere/gehalt-im-vergleich-wo-stehen-sie-mit-ihrem-einkommen-a-999627.html

es gibt zig solcher Rechner im Netz (mit leicht unterschiedlichen Ergebnissen, zugegeben) aber im höheren Dienst gehört man immer zu den "Top of the Pops"

Hulbatsup

Zitat von: Versuch in 03.03.2019 16:29
Zitat von: rumbork in 03.03.2019 16:20Und man muss auch mal sehen, dass der "höhere Dienst" ob mit oder ohne Erhöhung zu den Spitzenverdienern in D zählt unter den abhängigen Beschäftigten.
Quelle?

Mir fallen auf Anhieb drei Berufsgruppen ein, die zum Berufseinstieg ein Jahresbruttogehalt von 70.000 Euro verdienen können: Rechtsanwälte in Großkanzleien (teilweise 100k+ p. a. zum Einstieg), Unternehmensberater und Ärzte.

Wenn ich also nach Staatsexamen oder Referendariat in A 13 einsteige und die Bundesländer heranziehe, die am besten zahlen, komme ich dort auf über 3.000 Euro netto pro Monat. Mit Sonderzahlung braucht es dann die oben genannten 70.000 Euro für einen Angestellten, um ungefähr auf dasselbe Netto zu kommen. Das halte ich, insbesondere für einen Berufseinsteiger, definitiv für Spitzenverdiener, in der Vergleichsgruppe (Alter und Qualifikation).

Dass sich das nach längerer Zeit zu Gunsten der Wirtschaft verschieben mag, ist klar. Als Beamter kann ich aber ohne Verhandlung oder Jobwechsel davon ausgehen, mindestens einmal befördert zu werden (im Regelfall eher zwei mal) und erhalte durch den Stufenaufstieg nach und nach mehr Besoldung.

Daher ist das Gehalt im hD - zumindest in meinem BL - mehr als konkurrenzfähig. 30 Urlaubstage, Gleitzeit und aktuell ca. 3.500 netto - da fallen mir wenige Arbeitgeber ein, die das - bei gleichen Bedingungen - bieten können.

Versuch

Das sehe ich anders.

Oder warum glaubt ihr, dass viele Stellen wie Informatiker nicht besetzt werden können?

Trotz allem geht es einem Beamten (noch) gut, keine Frage.
Mich ärgern aber die Versuche die Leute von Seiten der Gewerkschaft für dumm zu verkaufen.

Versuch

Zitat von: rumbork in 03.03.2019 16:34
Zitat von: Versuch in 03.03.2019 16:29
Zitat von: rumbork in 03.03.2019 16:20Und man muss auch mal sehen, dass der "höhere Dienst" ob mit oder ohne Erhöhung zu den Spitzenverdienern in D zählt unter den abhängigen Beschäftigten.
Quelle?

na hier zum Beispiel: http://www.spiegel.de/karriere/gehalt-im-vergleich-wo-stehen-sie-mit-ihrem-einkommen-a-999627.html

es gibt zig solcher Rechner im Netz (mit leicht unterschiedlichen Ergebnissen, zugegeben) aber im höheren Dienst gehört man immer zu den "Top of the Pops"
Sorry, dieser Vergleich passt für mich nicht.
Man müsste nur die Gehälter gleichwertiger Abschlüsse vergleichen.

Dass ein Beamter nach einem Studium mehr verdient als jemand nach einer Ausbildung, ist ja ein Muss.
Zudem muss er bis zu 10 Jahre aufholen, wo er im Vergleich kein geld verdient hätte

Gajus

Ich habe jetzt nicht mal 3000 Netto nach einigen Berufsjahren und davon gehen auch noch ca. 300 Euro KV ab.

Vergleiche mit der freien Wirtschaft zeigen mir eher, dass ich als Mathematiker dort wesentlich mehr verdienen könnte. Befördert wird man als normaler Lehrer oft auch niemals. Bleiben einzig die Erfahrungsstufen...

rumbork

Na dann gehe doch in die freie Wirtschaft, wo hire & fire herrscht. Nach meiner Erfahrung traut sich das kaum einer, der solche Vergleiche aufmacht. Und nach meiner Ansicht bestehen zwischen der Fähigkeit in Naturwissenschaften als Lehrer und denen, die in der freien Wirtschaft verlangt werden Welten.

rumbork

Zitat
Dass ein Beamter nach einem Studium mehr verdient als jemand nach einer Ausbildung, ist ja ein Muss.
Zudem muss er bis zu 10 Jahre aufholen, wo er im Vergleich kein geld verdient hätte
Naja, für mich ist das der falsche Massstab. Wenn wir von "Spitzenverdienern" reden, muss man schon zur Allgemeinheit vergleichen.