Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion

Begonnen von Admin, 06.06.2020 20:50

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Wdd3

Um an die ursprünglich angestrebten 4,8 % zu kommen hätte Verdi "nur" 19,2 % gefordert müssen. Damit bewegt man sich in dem von BAT angesprochenem "unvernünftigen" Rahmen und ist damit genauso realistisch wie der VKA mit der Aussage "Es gibt kein Geld zu verteilen, im Gegenteil, es müsste Kürzungen geben.

Spid

Beides ist vernünftig: es bräuchte teils Steigerungen um ca. 20% - und in vielen Bereichen kann man kürzen.

BAT

Steigerung auf 600 Prozent ist nötig, z. B. bei der VL.

Zumindest wenn man mit TVen mittlerer Art und Güte mithalten möchte.

Aber da wurde ja schon ein großer Schritt gemacht ;)

Spid

Wozu ständig Anreize für arme Schlucker und Geringverdiener schaffen? Oder was hätte jemand mit vernünftigem Einkommen von VL?

BAT

Zitat von: Spid in 12.01.2021 13:48
Wozu ständig Anreize für arme Schlucker und Geringverdiener schaffen? Oder was hätte jemand mit vernünftigem Einkommen von VL?

Wir reden doch von Forderung von Verdi, die machen Forderungen für arme Schlucker, etc. ;)

Ich persönlich bin für Abschaffung.

Novus

Zitat von: Spid in 12.01.2021 13:48
Wozu ständig Anreize für arme Schlucker und Geringverdiener schaffen? Oder was hätte jemand mit vernünftigem Einkommen von VL?

Damit sie am Ende nicht dem Sozialstaat auf der Tasche liegen, einfache Marktwirtschaftliche Überlegung - VL gibts nur für Rentensparpläne - und geholfen is uns allen.

Spid

Wo genau wäre da die marktwirtschaftliche Überlegung?

Novus

Eine Überlegung auf dem Marktwirtschaftlichen Prinzip das individuelle Möglichkeiten besser genutzt werden als staatliche Versorgungen...

Spid

Ein solches marktwirtschaftliches Prinzip gibt es nicht. Marktwirtschaft ist ein Wirtschaftssystem, das darauf beruht, daß Produktionsmittel privates Eigentum sein können und überwiegend sind und Bedürfnisbefriedigung über Marktteilnahme unter deren jeweiligen Bedingungen erfolgt.

Novus


Spid

Das ist kein marktwirtschaftliches Prinzip.

Organisator

Zitat von: Novus in 13.01.2021 22:30
Damit sie am Ende nicht dem Sozialstaat auf der Tasche liegen, einfache Marktwirtschaftliche Überlegung - VL gibts nur für Rentensparpläne - und geholfen is uns allen.

Das wäre eine Förderung privater Altersvorsorge über die Hintertür vermögenswirksamer Leistungen. Das hat aber nix mit Marktwirtschaft oder dem Subsidiaritätsprinzip zu tun. Gut fände ich es allemal.

Novus

Zitat von: Spid in 14.01.2021 15:42
Das ist kein marktwirtschaftliches Prinzip.

Ich werde die Fachliteratur entsprechend deiner Anmerkung ändern lassen :)

Spid

Das Subsidiaritätsprinzip steht sogar in einem Spannungsverhältnis zur Marktwirtschaft, da es den Markt im Mehrebenensystem vertikal begrenzt. Es ist ein Ordnungsprinzip, das man u.a. als Marktrahmen in der Marktwirtschaft setzen kann. Es ist also kein marktwirtschaftliches Prinzip - und funktioniert auch in planwirtschaftlichen Systemen.

Novus

Es ist ein ordnungspolitischer Begriff, zentrales Element einer Gesellschaftlich kontrollierten Marktwirtschaft, insbesondere unserer "sozialen Marktwirtschaft".

Sie ist universell im Staatsrecht, aber aus wissenschaftlicher Sicht ohne Marktwirtschaft nicht vorhanden, also nein: Der Begriff kann im planwirtschaftlichen Sinn nur staatsrechtlich, aber nicht im wissenschaftlichen Sinne verwendet werden.

Susidiarität findet immer statt, selbst wenn sie nicht stattfindet - die ausgestaltung ist der Ausgangspunkt der Definition und damit wird Subsidiarität wie Demokratie zu einem "Rechtsbegriff" welcher entweder stattfindet oder nicht, ähnlich der Demokratie. Da sie jedoch stets eine Leistungserbringung beinhaltet ist der Begriff damit der Marktwirtschaft zugeordnet. Weiter lasse ich mich dazu wirklich nicht ein :)