Tarifrunde 2025 - kein Geld in den Ländern

Begonnen von Zinc, 14.05.2025 09:41

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Aleksandra

Zitat von: Warnstreik in 09.09.2025 10:27
Die Einführung und Erhöhung der Mindestlöhne z.B. spielt in den Durchschnittslohn voll rein. Genauso Dinge wie Corona-Einmalzahlungen oder Inflationsausgleichsprämien, die Wertmäßig natürlich bei unteren Lohngruppen zu höheren Steigerungen führen. Das hat übrigens auch nichts mit dem TV-L oder TVöD zu tun - das ist in anderen Branchen genauso passiert.
Die Corona-Einmalzahlungen liegen schon ne Weile zurück und sollten daher keinen Einfluss auf das Durchschnittsentgelt für 2026 haben. Wenn sie denn überhaupt reingezählt haben sollte.
Bei der sogenannten "Inflationsausgleichsprämie" ist es indes klar, dass sie nicht zu einem Anstieg des Durchschnittsentgeltes geführt hat, weil sie steuer- und sozialabgabenfrei ausgezahlt wurde.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in 09.09.2025 10:58
Das ist bei den (kurz OT) eh ein Problem: Man will am liebsten alles gleich lassen und dort minimal sparen wo man eh kaum etwas reinbekommt bzw. eh Ärger mit dem BVG bekommt. Wir haben soooo viele Sozialleistungen, die Menschen zusteht, die sie gar nicht benötigen (inklusive deren Verwaltung), dass man hier ein Vielfaches herausholen könnte. Gleiches gilt für konsequentes Umsetzen der Gesetze gegen Steuervermeidung - aber hier werden die guten Ermittler eher kaltgestellt...
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Rowhin

Mal als Hintergrundinfo: ich hatte grade den Kollegen von ver.di am Telefon, der zu meiner Teilnahme an der Umfrage noch ein paar Rückfragen hatte. Ich hab die Gelegenheit mal genutzt, um zu fragen, warum denn in der Umfrage nur eine Entgelterhöhung thematisiert werde, und nicht etwa stufengleiche Höhergruppierung, Angleichung der JSZ, Umwandlung von JSZ in Urlaubstage, etc pp.

Seine Antwort war (paraphrasiert) "Tarifverträge haben Teile, und der Teil der gekündigt wurde und neu verhandelt wird, betrifft nur das Entgelt, daher geht es aktuell auch nur um das Entgelt".

Auf den Kommentar, ob denn die Forderung von 7% dann nicht zu niedrig sei, war seine Antwort, dafür sei ja die Befragung - sollten genug Leute nach einer höheren Forderung streben, werde das entsprechend aufgenommen.

Teilgenommen haben inzwischen wohl ca. 10.000 Leute.

Tante Hilde

Toll. Nicht.
Ich hätte definitiv gern mehr als 7 %. Wichtiger wäre mir aber:
- stufengleiche Höhergruppierung
- Angleichung der Arbeitszeit für alle Bundesländer, selbstredend am niedrigsten orientieren
- Erhöhung der JSZ für alle auf ein tatsächliches 13. Monatsgehalt
- Anhebung Stufe 6, denn das ist wirklich lächerlich, bei mir waren es nur 160 Euro brutto, das habe ich nicht mal gemerkt (Erhöhung kV-Beitrag)
- Umwandlung eines Teiles der JSZ in Freizeit
- Anspruch auf 3 bis 5 Tage Bildungsurlaub

Rowhin

Zitat von: Tante Hilde in 09.09.2025 17:18
Toll. Nicht.
Ich hätte definitiv gern mehr als 7 %. Wichtiger wäre mir aber:
- stufengleiche Höhergruppierung
- Angleichung der Arbeitszeit für alle Bundesländer, selbstredend am niedrigsten orientieren
- Erhöhung der JSZ für alle auf ein tatsächliches 13. Monatsgehalt
- Anhebung Stufe 6, denn das ist wirklich lächerlich, bei mir waren es nur 160 Euro brutto, das habe ich nicht mal gemerkt (Erhöhung kV-Beitrag)
- Umwandlung eines Teiles der JSZ in Freizeit
- Anspruch auf 3 bis 5 Tage Bildungsurlaub

Geht mir ähnlich. Aber: solche Forderungen seien, das habe ich vorhin vergessen zu ergänzen aus dem Gespräch - auch hier wieder paraphrasiert - zwar generell umsetzbar, aber mit dem Organisationsgrad im Bereich der Angestellten der Länder schwierig.

HammerImaSchon

Zitat von: Rowhin in 09.09.2025 16:50
Mal als Hintergrundinfo: ich hatte grade den Kollegen von ver.di am Telefon, der zu meiner Teilnahme an der Umfrage noch ein paar Rückfragen hatte. Ich hab die Gelegenheit mal genutzt, um zu fragen, warum denn in der Umfrage nur eine Entgelterhöhung thematisiert werde, und nicht etwa stufengleiche Höhergruppierung, Angleichung der JSZ, Umwandlung von JSZ in Urlaubstage, etc pp.

Seine Antwort war (paraphrasiert) "Tarifverträge haben Teile, und der Teil der gekündigt wurde und neu verhandelt wird, betrifft nur das Entgelt, daher geht es aktuell auch nur um das Entgelt".

Auf den Kommentar, ob denn die Forderung von 7% dann nicht zu niedrig sei, war seine Antwort, dafür sei ja die Befragung - sollten genug Leute nach einer höheren Forderung streben, werde das entsprechend aufgenommen.

Teilgenommen haben inzwischen wohl ca. 10.000 Leute.

Es muss ja auch bedacht werden, dass Verdi nur einen Bruchteil der Forderungen am Ende tatsächlich durchbekommt ... wenn man 7% Erhöhung haben möchte, dann sollte man mit Verdi als Verhandlungsführer bei mindestens 9-10% an Forderungen anfangen ::)

Mario Nette

Zitat von: HammerImaSchon in 09.09.2025 18:39
Zitat von: Rowhin in 09.09.2025 16:50
Mal als Hintergrundinfo: ich hatte grade den Kollegen von ver.di am Telefon, der zu meiner Teilnahme an der Umfrage noch ein paar Rückfragen hatte. Ich hab die Gelegenheit mal genutzt, um zu fragen, warum denn in der Umfrage nur eine Entgelterhöhung thematisiert werde, und nicht etwa stufengleiche Höhergruppierung, Angleichung der JSZ, Umwandlung von JSZ in Urlaubstage, etc pp.

Seine Antwort war (paraphrasiert) "Tarifverträge haben Teile, und der Teil der gekündigt wurde und neu verhandelt wird, betrifft nur das Entgelt, daher geht es aktuell auch nur um das Entgelt".

Auf den Kommentar, ob denn die Forderung von 7% dann nicht zu niedrig sei, war seine Antwort, dafür sei ja die Befragung - sollten genug Leute nach einer höheren Forderung streben, werde das entsprechend aufgenommen.

Teilgenommen haben inzwischen wohl ca. 10.000 Leute.

Es muss ja auch bedacht werden, dass Verdi nur einen Bruchteil der Forderungen am Ende tatsächlich durchbekommt ... wenn man 7% Erhöhung haben möchte, dann sollte man mit Verdi als Verhandlungsführer bei mindestens 9-10% an Forderungen anfangen ::)

Am Ende werden es sicherlich die 7 %; aber nicht auf 12 sondern auf 28 Monate...

Vollender

Ich vermute dass bei den Verhandlungen eher Verdi der Bremsklotz sein wird. Vor allem wenn es um Verbesserungen für höhere Gehaltsgruppen geht.

MoinMoin

Zitat von: Tante Hilde in 09.09.2025 17:18
- Anspruch auf 3 bis 5 Tage Bildungsurlaub
Du meinst zusätzlich zu den 5 die man schon hat?

Erfolgsgarant

Man kann auch 10 Tage am Stück nehmen, dafür im nächsten Jahr keinen. Oder 5 pro Jahr. Die Realität sieht anders aus. Meist werden nur 1-3 Tag genommen und dann auch nur ganz wenige Personen.

MoinMoin

Zitat von: Erfolgsgarant in 10.09.2025 00:36
Man kann auch 10 Tage am Stück nehmen, dafür im nächsten Jahr keinen. Oder 5 pro Jahr. Die Realität sieht anders aus. Meist werden nur 1-3 Tag genommen und dann auch nur ganz wenige Personen.
Liegt aber nicht am Recht, sondern am wollen.
Denn der Anspruch auf 10 Tage innerhalb von 2 Jahren ist ja schon gesetzlich geregelt.

btw ich nehme dieses Jahr tatsächlich das erste mal mein Recht auf Bildungsurlaub in Anspruch.

Warnstreik

Zitat von: HammerImaSchon in 09.09.2025 18:39
Zitat von: Rowhin in 09.09.2025 16:50
Mal als Hintergrundinfo: ich hatte grade den Kollegen von ver.di am Telefon, der zu meiner Teilnahme an der Umfrage noch ein paar Rückfragen hatte. Ich hab die Gelegenheit mal genutzt, um zu fragen, warum denn in der Umfrage nur eine Entgelterhöhung thematisiert werde, und nicht etwa stufengleiche Höhergruppierung, Angleichung der JSZ, Umwandlung von JSZ in Urlaubstage, etc pp.

Seine Antwort war (paraphrasiert) "Tarifverträge haben Teile, und der Teil der gekündigt wurde und neu verhandelt wird, betrifft nur das Entgelt, daher geht es aktuell auch nur um das Entgelt".

Auf den Kommentar, ob denn die Forderung von 7% dann nicht zu niedrig sei, war seine Antwort, dafür sei ja die Befragung - sollten genug Leute nach einer höheren Forderung streben, werde das entsprechend aufgenommen.

Teilgenommen haben inzwischen wohl ca. 10.000 Leute.

Es muss ja auch bedacht werden, dass Verdi nur einen Bruchteil der Forderungen am Ende tatsächlich durchbekommt ... wenn man 7% Erhöhung haben möchte, dann sollte man mit Verdi als Verhandlungsführer bei mindestens 9-10% an Forderungen anfangen ::)

Das ist in den 7 oder 8% auf 12 Monate schon drin - es glaubt doch nicht im ernst jemand, dass es 7% auf 12 Monate geben wird :-)

Noch ein Nachtrag: die JSZ ist schon mit in der Verhandlungsmasse denke ich. Die Höhergruppierung eventuell nicht. Oder?   

Tante Hilde

Zitat von: MoinMoin in 09.09.2025 20:29
Zitat von: Tante Hilde in 09.09.2025 17:18
- Anspruch auf 3 bis 5 Tage Bildungsurlaub
Du meinst zusätzlich zu den 5 die man schon hat?

Dann ist das wohl Ländersache? Wir haben keinen Anspruch (Sachsen) und es wurde früher auch immer kommuniziert, dass der ÖD rausfällt, sollte es bei uns mal soweit sein. Daher wäre ein Anspruch im TV-L sehr schön, v. a. vor dem Hintergrund, dass bedingt durch Haushaltsnöte kaum noch Weiterbildungen genehmigt werden. Und nun wurden wir sogar darauf hingewiesen, dass wir keine Einladungen zu kostenlosen Fortbildungen annehmen sollen, da dies einen persönlichen Vorteil durch Wissenszuwachs darstellt und unter Korruptionsverdacht fallen könnte. Und jetzt weiß ich auch nicht, ob ich lachen oder weinen soll....

Rowhin

Zitat von: Warnstreik in 10.09.2025 09:13

Noch ein Nachtrag: die JSZ ist schon mit in der Verhandlungsmasse denke ich. Die Höhergruppierung eventuell nicht. Oder?

Wenn der Herr von ver.di, den ich gestern am Telefon hatte, ordentlich gebrieft und offen zu mir war, und ich ihn richtig verstanden habe, dann nein. Rein das monatliche Entgelt. Nichts darüber hinaus, auch nicht die JSZ.

Warnstreik

Zitat von: Tante Hilde in 10.09.2025 09:31
Zitat von: MoinMoin in 09.09.2025 20:29
Zitat von: Tante Hilde in 09.09.2025 17:18
- Anspruch auf 3 bis 5 Tage Bildungsurlaub
Du meinst zusätzlich zu den 5 die man schon hat?

Dann ist das wohl Ländersache? Wir haben keinen Anspruch (Sachsen) und es wurde früher auch immer kommuniziert, dass der ÖD rausfällt, sollte es bei uns mal soweit sein. Daher wäre ein Anspruch im TV-L sehr schön, v. a. vor dem Hintergrund, dass bedingt durch Haushaltsnöte kaum noch Weiterbildungen genehmigt werden. Und nun wurden wir sogar darauf hingewiesen, dass wir keine Einladungen zu kostenlosen Fortbildungen annehmen sollen, da dies einen persönlichen Vorteil durch Wissenszuwachs darstellt und unter Korruptionsverdacht fallen könnte. Und jetzt weiß ich auch nicht, ob ich lachen oder weinen soll....

Sachsen und Bayern sind in der Tat die einzigen Bundesländer, in denen kein (gesetzlicher) Anspruch auf Bildungsurlaub vorliegt. Alle anderen haben entweder 5Tage/Jahr oder 10 Tage / 2 Jahre. Man kann das auch in Tarifverhandlungen aufnehmen (ich hatte mal 2 Tage/Jahr nur für Gewerkschaftsmitglieder) - aber am Ende doch eher ein politisches. Wenn man das will, darf man nicht das wählen, was seit Jahren und Jahrzehnten in Sachsen und Bayern regiert oder die Regierung dazu bringen das einzuführen.