Tarifrunde 2025 - kein Geld in den Ländern

Begonnen von Zinc, 14.05.2025 09:41

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MoinMoin

Ja leider, ich habe drei AGs umerziehen müssen, bibls sie so toll wurden.

und leider gibt es viel zu viele willfzAN, die alles mit sich machen lassen, obwohl ihr AG die Basics nicht beherrscht.

Faunus

Deine AGs scheinen alle lernfähig zu sein. Scheinbar hast Du mit intelligenten Menschen zu tun, die pragmatisches Denken leben.
Meine fangen bei jedem AN von vorne an und erweisen sich als lernresistent. Man muss die Ansprüche nur aussitzen, ... spart in der Regel viel Geld für den Landesherren. Als es mal um eine HG für eine MA ging, ist mir in meinem Unverständnis über die dargestellte Ignoranz sinngemäß rausgerutscht "ob Boni für verhinderte HG ausbezahlt werden".  8)

sebbo83

Ich kann mit Sicherheit behaupten, dass 20/20 Mitarbeitern unserer Einheit wissen was eine Tätigkeitsdarstellung ist und mindestens 16/20 auch ihre in den letzten Jahren angefordert haben. Denn so ziemlich die meisten zwischen > E10 und E12 haben höherwertige Tätigkeiten mit mindestens 50 % Zeitanteil auf ihrem Zettel stehen - sind aber nicht entsprechend der beschriebenen Tätigkeiten eingruppiert. Das macht schnell die Runde.
Und ich wage mal zu behaupten, dass das im TV-L (nicht zwingend bei Lehrern) gut und gerne 33 % aller Beschäftigten betreffen könnte. Daher finde ich eine turnusmäßige Zwangsprüfung der Tätigkeitsdarstellung, welche von einem Vorredner angebracht wurde, eine recht interessante und wichtige Idee.

Vollender

Nur ist dann zum Beispiel im Fall des Falles eine Höhergruppierung von EG12 in EG13 eben ein finanzieller Witz.

Lämpel

Zitat von: sebbo83 in 21.10.2025 15:07
im TV-L (nicht zwingend bei Lehrern)

Ich habe als solcher noch nie eine Tätigkeitsdarstellung gesehen. Die Eingruppierung ergibt sich aber auch unmittelbar aus dem Abgleich mit den verbeamteten Lehrkräften.

fmd

Zitat von: Vollender in 21.10.2025 15:44
Nur ist dann zum Beispiel im Fall des Falles eine Höhergruppierung von EG12 in EG13 eben ein finanzieller Witz.

Auf dem Papier könnte sie trotzdem mal wichtig werden, falls man irgendwann doch die Gehaltsstufen wieder ein bisschen entzerrt. Glaube ich zwar nicht wirklich dran, aber möglich ist es, schließlich ist es derzeit keinem zu verkaufen, warum man für 70€ netto im Monat seinen alten Job quasi weitermachen darf und zusätzlich Personalverantwortung übernehmen muss (war bei mir so, hätte von 12/5 auf 13/5 wechseln und die Sachgebietsleistung für rund 20 Leute übernehmen können - habe ich aber abgelehnt). Gerade der Sprung von 12 auf 13 ist bei uns von der Verantwortung riesig, da man plötzlich als Führungskraft geführt wird und sehr viel organisatorischen Kram zu regeln hat. Da gehört dringend etwas dran geändert, weil so der finanzielle Anreiz für eine Beförderung quasi nicht mehr vorhanden ist.

Die turnusmäßige Überprüfung der Stellen sehe ich kritisch. So wie ich meinen Arbeitgeber kenne, würden Herabstufungen damit sehr regelmäßig und zeitnah erfolgen, aber Höhergruppierungen über viele Jahre gestreckt und vermieden. Außerdem bindet das sehr viel Personal, wenn man es denn wirklich richtig und gründlich macht und nicht nur in einer Exceltabelle jährlich einen Haken an den Namen setzt. Es steht ja auch so jedem frei, seine Stelle neu bewerten zu lassen. Da braucht es für mich keinen regelmäßigen Turnus für.

Farmer

In unserem Fachbereich (einer Hochschule) ist 2/6 unbefristeten Mitarbeitern aus dem Mittelfeld bekannt was eine Tätigkeitsdarstellung ist. Einer Davon Personalrat, der andere bin ich (mit abgeblocktem Ansinnen auf Höhergruppierung). In meinem Gespräch mit der Personalabteilung kam zum Thema TD die Aussage der Personalleiterin "Ja, es gibt da irgendsowas Allgemeines für die WIMIs". Das Irgendowas-Allgemeine habe ich bis heute nicht gesehen.

Vor einer turnusmäßigen Überprüfung stünde bei uns erst einmal die Erstellung von TD für die Mitarbeiter.

Vollender

Zitat von: fmd in 21.10.2025 17:32
Zitat von: Vollender in 21.10.2025 15:44
Nur ist dann zum Beispiel im Fall des Falles eine Höhergruppierung von EG12 in EG13 eben ein finanzieller Witz.

Auf dem Papier könnte sie trotzdem mal wichtig werden, falls man irgendwann doch die Gehaltsstufen wieder ein bisschen entzerrt. Glaube ich zwar nicht wirklich dran, aber möglich ist es, schließlich ist es derzeit keinem zu verkaufen, warum man für 70€ netto im Monat seinen alten Job quasi weitermachen darf und zusätzlich Personalverantwortung übernehmen muss (war bei mir so, hätte von 12/5 auf 13/5 wechseln und die Sachgebietsleistung für rund 20 Leute übernehmen können - habe ich aber abgelehnt). Gerade der Sprung von 12 auf 13 ist bei uns von der Verantwortung riesig, da man plötzlich als Führungskraft geführt wird und sehr viel organisatorischen Kram zu regeln hat. Da gehört dringend etwas dran geändert, weil so der finanzielle Anreiz für eine Beförderung quasi nicht mehr vorhanden ist.....

Das wird ein fettes Problem bei uns. Technischer Leiter und Stellvertreter gehen in Rente. Niemand hier will für 70 € mehr diese Posten übernehmen. Sie haben sehr viel abgefedert und entzerrt sowie den Rücken frei gehalten für die vielen wichtigen Aufgaben.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 21.10.2025 13:56
Deine AGs scheinen alle lernfähig zu sein. Scheinbar hast Du mit intelligenten Menschen zu tun, die pragmatisches Denken leben.
Meine fangen bei jedem AN von vorne an und erweisen sich als lernresistent. Man muss die Ansprüche nur aussitzen, ... spart in der Regel viel Geld für den Landesherren. Als es mal um eine HG für eine MA ging, ist mir in meinem Unverständnis über die dargestellte Ignoranz sinngemäß rausgerutscht "ob Boni für verhinderte HG ausbezahlt werden".  8)
Vielleicht hatte wir nur Glück
Vielleicht hatten wir gute Argumente
Vielleicht haben Personaler durch die Macht der Angst vor Verantwortung nur ein Einsehen?

Auf alle Fälle hatte immer geholfen die Hausspitzen über die Fehlinformationen aus ihrer PA in Kenntnis zu setzen was bewegt.

Faunus

Vielleicht habt Ihr einfach auch nur weniger Beamte, die sich schützend vor das Staatssäkel positionieren und möglichst lange jedes noch so gerechtfertigte Ansinnen eines TBs abschmettern. Erst wenn Sie feststellen, dass man es mit einer Klage einreichen bitter Ernst meint, da geht was, weil das teurer werden würde.
Ich fand es z.T. einfach nur erbärmlich.
Egal! Noch ca. 3 Jahre und ich bin weg :D




sebbo83

Zitat von: Faunus in 21.10.2025 21:30
Vielleicht habt Ihr einfach auch nur weniger Beamte, die sich schützend vor das Staatssäkel positionieren und möglichst lange jedes noch so gerechtfertigte Ansinnen eines TBs abschmettern. Erst wenn Sie feststellen, dass man es mit einer Klage einreichen bitter Ernst meint, da geht was, weil das teurer werden würde.
Ich fand es z.T. einfach nur erbärmlich.
Egal! Noch ca. 3 Jahre und ich bin weg :D
Ja, der Klageweg scheint wohl die einzige Form der Anerkennung zu sein. Deswegen wissen ja jetzt bei uns 20/20, was eine Tätigkeitsdarstellung und wie bedeutsam diese auch für die Eingruppierung ist.

Zitat von: fmd in 21.10.2025 17:32

Auf dem Papier könnte sie trotzdem mal wichtig werden, falls man irgendwann doch die Gehaltsstufen wieder ein bisschen entzerrt. Glaube ich zwar nicht wirklich dran, aber möglich ist es, schließlich ist es derzeit keinem zu verkaufen, warum man für 70€ netto im Monat seinen alten Job quasi weitermachen darf und zusätzlich Personalverantwortung übernehmen muss (war bei mir so, hätte von 12/5 auf 13/5 wechseln und die Sachgebietsleistung für rund 20 Leute übernehmen können - habe ich aber abgelehnt). Gerade der Sprung von 12 auf 13 ist bei uns von der Verantwortung riesig, da man plötzlich als Führungskraft geführt wird und sehr viel organisatorischen Kram zu regeln hat. Da gehört dringend etwas dran geändert, weil so der finanzielle Anreiz für eine Beförderung quasi nicht mehr vorhanden ist.

Ist das nicht eine E14? Ich denke nämlich schon. Sind die Mehrzahl der 20 Angestellten alle E 12 oder E 11 eingruppiert? Ich glaube, so bald drei Leute in die E13 eingruppiert sind, muss die Führungskraft ohnehin eine E14 erhalten. Des Weiteren beschreibt doch die E13 selbstständige Arbeit und erst die E14 die besondere verantwortliche Tätigkeit mit Leitungsaufgaben. Daher wäre ich hier ganz besonders auf die Tätigkeitsdarstellung gespannt.

MoinMoin

Zitat von: Faunus in 21.10.2025 21:30
Vielleicht habt Ihr einfach auch nur weniger Beamte, die sich schützend vor das Staatssäkel positionieren und möglichst lange jedes noch so gerechtfertigte Ansinnen eines TBs abschmettern. Erst wenn Sie feststellen, dass man es mit einer Klage einreichen bitter Ernst meint, da geht was, weil das teurer werden würde.
Ich fand es z.T. einfach nur erbärmlich.
Egal! Noch ca. 3 Jahre und ich bin weg :D
Genau da habe ich sie stets an die E.... gepackt
Zulage und korrekte Bezahlung ist billiger als die Schäden die durch falsche Personalpolitik entstehen

Klar dazu muss man natürlich analytische und monetär begründete Berichte schreiben können.

Organisator

Zitat von: sebbo83 in 22.10.2025 08:09
Des Weiteren beschreibt doch die E13 selbstständige Arbeit und erst die E14 die besondere verantwortliche Tätigkeit mit Leitungsaufgaben.

Aus welcher Entgeltordnung entnimmst du denn sowas?


ProfTii

Zitat von: MoinMoin in 21.10.2025 20:56
Zitat von: Faunus in 21.10.2025 13:56
(...)
Vielleicht hatte wir nur Glück
Vielleicht hatten wir gute Argumente
Vielleicht haben Personaler durch die Macht der Angst vor Verantwortung nur ein Einsehen?

Auf alle Fälle hatte immer geholfen die Hausspitzen über die Fehlinformationen aus ihrer PA in Kenntnis zu setzen was bewegt.

Aus meiner Erfahrung (wie gesagt eher kleinere Kommunalverwaltungen - der eine große AG bei dem ich war hat das alles zur vollsten Zufriedenheit erledigt) ist es oft die Hausspitze, die um diese "Missstände" weiß und aktiv dafür sorgt, dass sie bestehen bleiben.

sebbo83

Zitat von: Organisator in 22.10.2025 09:19
Zitat von: sebbo83 in 22.10.2025 08:09
Des Weiteren beschreibt doch die E13 selbstständige Arbeit und erst die E14 die besondere verantwortliche Tätigkeit mit Leitungsaufgaben.

Aus welcher Entgeltordnung entnimmst du denn sowas?
Weil da explizit das Wort "Leitungsaufgaben" nicht steht? Alles anderes steht genau so in der Anlage A zum TV-L im Teil I Entgeltgruppe 14. Und in der 15 kommt noch die besondere "Verantwortung" dazu. Unter Punkt 4 der Entgeltgruppe 14 wird explizit auf die Personalverantwortung von mindestens drei Beschäftigten der Entgeltgruppe 13 hingewiesen.
Jedoch wird dies nicht für die E13 getan (so a la "trägt die Verantwortung von mindestens drei E 11er Beschäftigten). Heißt das jetzt, man kann dies voraussetzen, oder liegt eine wesentliche Personalverantwortung doch erst bei einer E14? Ja, eine E 13 kann und darf eine Entgeltgruppe darunter "fachlich" führen, jedoch nur, wenn der Leitungsanteil unter 50 % liegt. Das kann ich mir bei dem von "fmd" geschilderten Beispiel nicht vorstellen.

Also, in Bezug auf Leitungs- oder Führungsverantwortung führt die Leitungstätigkeit nicht automatisch zur nächsthöheren Entgeltgruppe denn es ist relevant, ob die Leitungs- oder Organisations- bzw. Personalverantwortung den Schwerpunkt der Tätigkeit bildet. Bei einer Sachgebietsleitung von 20 Leuten, kann ich mir da kein anderes Ergebnis als ein Leitungsaufwand von über 50 % vorstellen.