Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Gestern um 09:31

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Anadur

Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 17:57Dass der Immobilienerwerb schwieriger als damals ist, ist so nicht richtig. Hierzu gibt es auch eine recht frische Erhebung die ich leider gerade nicht finden kann.

Die Erhebung würde mich sehr interessieren, widerspricht sie doch dem, was auf dem Immomarkt "aktuell" vorgeht.


ZitatDas Problem ist, dass heute sehr viele andere Möglichkeiten bestehen, sein Geld auszugeben und damit muss man seine Ziele priorisieren. Außerdem waren die Bedingungen in den Jahren 2015-2021 sehr gut wodurch er Immobilienerwerb sogar viel einfacher als jemals zuvor war. Wer diese Zeit verpasst hat und es jetzt damit vergleicht, für den erscheint es natürlich so, als dass es unmöglich ist. Es gehört eben auch Verzicht dazu.

Sag mir das du ein Boomer bist ohne zu sagen, dass du ein Boomer bist.
Kleines Video dazu.

https://www.youtube.com/shorts/zyyKyjNHz3U


Einfach mal die Minute anschauen. Ist zwar mit Zahlen aus den USA, aber die sehen hier bei uns nicht anders aus. Na ja, außer das du für ~270k Euro in den meisten Regionen noch nicht mal ein Grundstück bekommst, geschweige denn ein ganzes Haus.

Ansonsten stimmen deine Jahreszahlen nur bedingt. Es gab zwischen 2016 und 2020 eine kurze Phase in der Immobilien recht günstig waren. Da waren Grundstückspreise noch halbwegs normal und dazu gab es niedrige Zinsen. Spätestens mit Covid war das aber durch. Immobilienpreise explodierten und als dann ab Anfang 22 die Zinsen anzogen war es das. Das kurze Fenster hatte sich geschlossen.


ZitatDas Problem der Rente ist, dass sie auf einem Generationenvertrag beruht und durch die demografische Entwicklung dieser nicht mehr aufgeht. Viele haben aufgrund von Karriere auf das Kinder kriegen verzichtet oder beschränkten sich auf lediglich ein Kind. Dies verschärft diese Entwicklung.

Die aktuelle Debatte mit Einzahlung der Beamten ins Rentensystem ist dabei völliger Quatsch.

Der Generationenvertrag wurde doch schon längst von den Boomern gekündigt. Denn zum Vertrag gehört auch für angemessenen Nachwuchs zu sorgen. Das wurde versäumt. Gut, man kann natürlich niemanden zum schnackseln zwingen, aber man wusste spätestens seit den 80ern was das langfristig bedeutet. Aber gut, auch schon damals stellten die Boomer die mit Abstand größte Wählergruppe und dagegen macht niemand Politik. Und mittlerweile sowieso nicht mehr.

Deshalb ist die aktuelle Debatte auch nicht Quatsch. Es geht darum die Boomer vor ihrer Verantwortung zu schützen. Die Rentnergeschenke wollen noch ein paar Jahre finanziert werden. Deshalb sollen auch alle länger arbeiten und man greift die Arbeitszeitregelungen an. Wenn man es dann noch schafft die Beamten mit ins Rentensystem zu bekommen, kann auf dem Oberdeck der Titanic noch ein paar Jahre länger Schampus ausgeteilt werden.

Aber letztendlich ist das beides hier Off-Topic.

Länderknecht

Zitat von: Faunus in Heute um 18:43Ja, es ist richtig so.
Denn wenn nicht so, dann müssen eben über Steuern die Zuschüsse für Grundsicherung, Wohngeld, Bettenzuschuss.... bei den Rentner geleistet werde. So fallen mehr durch das "soziale Raster". Zur Zeit erhalten  nur ca. 3,2 % Rentner mehr als 2400 EUR Bruttorente (also noch keine Sozialvers. & Steuer abgezogen). Das bedeutet aber auch, dass mit jeder größeren Erhöhung mehr Rentner in die Steuerpflicht kommen, d.h. sie haben nach der Erhöhung u.U. weniger zum Ausgeben, weil sie in die Steuerpflicht kommen.

Wenn man nicht versteht, warum die Rentenerhöhungen u.a. so "großzügig" sind, ist die Diskussion um die jährliche Rentenerhöhungen einfach nur unsinnig!




Zuerst: Ich weiß immer noch nicht, warum man bei einer sachlichen Debatte persönlich werden und mir mangelndes Verständnis unterstellen muss. Es kann ja sein, dass ich bei manchen Sachen nicht richtig informiert bin, dann darf man mich gerne darauf hinweisen und vielleicht habe ich dann sogar meine Perspektive erweitern können. Ich habe schließlich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Jetzt zum Inhalt: Das ist ja durchaus eine legitime Perspektive, die Sie da einnehmen, wenn Sie sagen, dass Sie es richtig finden. Sie dürfen dennoch nicht vergessen, dass die Renten ohnehin schon jährlich mit 130 Milliarden Euro Steuern bezuschusst (!) werden, was auch den größten Posten im Bundeshaushalt darstellt. Wenn man jetzt andere steuerfinanzierte Mechnismen anbringt, ist es ja eher eine "Linke Tasche, rechte Tasche" - Diskussion. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass es letztlich einfacher und auch würdevoller ist, wenn man nicht auf diese Auffangmechanismen angewiesen ist.
Zum anderen ist mir der Mechanismus der Rentenerhöhungen durchaus bewusst. Es ist an die durchschnittliche Bruttolohnerhöhung im Land gekoppelt. Umso mehr wird deutlich, wie sehr wir mit dem Abschluss im TV-L gesamtgesellschaftlich einfach total abgehängt sind.
Und nochmal: Mir kann es eigentlich egal sein, weil ich das Glück hatte, mir einen Status erarbeitet zu haben, in welchem ich mehr hinzuverdienen kann. Ich denke aber in der Diskussion an meine ganzen Kollegen, die nicht in dieser Position sind und nun leider noch mehr abgehängt werden. Und das betrifft in meinen Augen die meisten Leute im TV-L. Umso weniger verstehe ich aber, warum immer wieder, ob bewusst oder nicht, versucht wird unsachlich zu werden. Vielleicht ist es aber auch nur meine Wahrnehmung, die spinnt  :)

Länderknecht

Zitat von: Rheini in Heute um 19:00Auch wenn Du es versuchst, ich fühle mich nicht angegriffen. Du scheinst aber zunehmend gereizter zu reagieren. Warum?

Na gut, dann scheint das ja ein Missverständnis zu sein  :)

Rheini

Ich bin dafür das die Erbschaft mit 70% versteuertvwird und das Geld zur Finanzierung der Rente genutzt wird. So muss dann die junge Generation nicht mehr fürchten, dass kein Geld da ist.

Aleksandra

Zitat von: HinzKunz in Heute um 16:53Genau das meine ich.
Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 16:34Ich habs ;)

Mein Rechenweg wäre jetzt das Verhältnis zwischen Einkommen ohne Erhöhung zu Einkommen mit Erhöhung über die Laufzeit.

ohne Erhöhung 27 Monate x 1000 € (vereinfacht) = 27.000 €

mit Erhöhung 5x 1000 € + 11 x 1028 € + 10 x 1048 € + 1 x 1058 € = 27.846 €

-> Steigerung um 846 / 27.000 x 100 = 0,313 %
Nicht bös gemeint, aber dieser Rechenweg ist doch vollkommen irrelevant, außer man geht in 1-2 Jahren in Rente. Für alle, die noch 10+ Jahre bis zur Rente haben zählt vor allem eines: die Erhöhung des Tabellenentgelts. Und da lässt es sich nicht wegdiskutieren, dass das Entgelt am Ende der Laufzeit 5,9% höher liegt als bisher.

Erhöhungen eher zu bekommen ist natürlich ganz nett (und dagegen wehren würde ich mich auch nicht), aber mehr auch nicht. Wenn man Deinen Rechenweg als entscheidend betrachten würde, dann wären z.B. Einmalzahlungen ne richtig tolle Sache. Also überhaupt keine Tabellenerhöhung am Ende der Laufzeit, dafür aber ne ordentliche Einmalzahlung. Da hast Du dann vielleicht kurzfristig mal mehr als diese errechneten 3,1% aber für den Rest Deines Arbeitslebens eben weniger.

Nein, es zählt primär die Tabellenerhöhung. Und die liegt eben bei 5,9%.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

RedDearTiger

Zitat von: Rheini in Heute um 19:16Ich bin dafür das die Erbschaft mit 70% versteuertvwird und das Geld zur Finanzierung der Rente genutzt wird. So muss dann die junge Generation nicht mehr fürchten, dass kein Geld da ist.

Dann wird die jüngere Generation aber auch kein Haus mehr von Ihren Eltern erben können, da der Wert dieser meist über den Freibetrag liegt. Ist auch eine Form der Enteignung. Btw. beim Bau des Hauses wurden schon massig Steuern gezahlt; das Recht da nochmal zuzugreifen erschließt sich mir irgendwie immer noch nicht (zumindest bei allem unter 10 Mio €).

Rheini

Dafür fallen die Sozialabgaben und die jüngere Generation hat mehr Netto vom Brutto. Dann reicht es wieder zum Kauf.

Aleksandra

Zitat von: Länderknecht in Heute um 17:38Ich weiß, dass so etwas auch mit Verzicht einhergeht. Leider beantwortet das nicht, warum wir nun hinnehmen sollen, dass die Rentenerhöhungen stärker ausfallen als unsere Lohnerhöhungen. Es ist schlichtweg eine Umverteilung, welche für mich mit Wohlstandsverlusten einhergeht.
Was mich persönlich angeht, bin ich ohnehin ein sehr genügsamer und sparsamer Mensch. Trotz allem ist es für uns auch mit zwei Vollzeitgehältern nicht möglich eine Immobilie zu finanzieren, wenn man davon ausgeht, dass auch noch Kinder dazukommen (mehr Kosten) und ein Gehalt auch teilweise wegbrechen (weniger Einnahmen) wird.
Und wenn ich noch auf die Frage der Eltern eingehen soll: Mein Vater konnte die Immobilie noch mit einem Gehalt finanzieren und trotzdem waren Urlaube zwei Mal pro Jahr in einer Ferienwohnung mit selbst kochen drin.
Es ist kein Geheimnis, dass unsere Generationen nicht an den Wohlstand der älteren werden anknüpfen können. Leider fühlen sich diese Generationen dann häufig persönlich angegriffen, wenn man dies vor Augen führt.
Diese Frage ist durchaus berechtigt, und ich glaube man kann sie relativ leicht beantworten. Die Rentenerhöhungen fallen ja nicht vom Himmel, sondern sie sind gekoppelt an dem Durchschnitt aller Lohnerhöhungen im Land. Und damit hast Du auch schon die Antwort. Dass die Renten stärker steigen als Dein Lohn liegt nicht daran dass die Renten zu stark steigen. Es liegt einzig und allein daran, dass Dein Lohn nicht stark genug steigt, nämlich unterdurchschnittlich stark im Vergleich zum gesamten Land. Das betrifft mich übrigens auch, deswegen schaue ich da auch immer so genau hin ;)

Mitarbeiter im ÖD werden auf Reallohnebene nach und nach durch zu niedrige Abschlüsse enteignet. Das geht leider immer gerne unter, weil man lieber über Beamte vs Tarif, Eigentum vs. Miete, TVL vs TVÖD oder Mitgliedsstatus in einer Gewerkschaft diskutiert.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

MasterNoname89

Zitat von: Länderknecht in Heute um 18:25Ich versuche es noch einmal im Guten, auch wenn ich mich nur wiederhole. Woher Ihr Gefühl kommt, kann ich nicht sagen, aber "angepisst" bin ich nicht, wenn man eine andere Ansicht hat als ich.
Ich wollte lediglich den Tarifabschluss in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext setzen und meinen Frust darüber ausdrücken, dass wir im TV-L scheinbar am untersten Ende der Nahrungskette stehen. Und um es noch zum fünften Mal zu wiederholen: Ich weiß, dass ich mit E14 auf hohem Niveau mecker.
Ich weiß leider auch nicht, warum Sie mir nun unterstellen und sich so einer Polemik bedienen, dass ich eine Immobilie in der Karibik haben möchte. Ich denke, ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass ich nichts gegen Renter oder die ältere Generation an sich habe, sondern einfach nur dem gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachten möchte, der mir nunmal Sorgen bereitet, auch für meine jüngeren Kollegen, die sich keine E14 erarbeitet haben / erarbeiten konnten. Dazu gehört aber auch, dass der TV-L so schlecht abschneidet, was uns scheinbar beide ärgert, weil gesamtgesellschaftlich das Geld nunmal woanders verteilt wird.

Gesamtgesellschaftlich betrachtet, leben wir seit gut 3 Jahren in einer Rezension und ist das BIP Inflationsbereinigt 2023 und 2024 um 0,5 und 0,9 % gesunken. Erst 2025 gab es eine geringfügige Steigerung von ca. 0,3 %.

Das bedeutet, dass in diesem Sinne gar keine Erhöhung drin gewesen wäre. Insbesondere kann der öffentliche Dienst nicht höhere Lohnsteigerungen erfahren als die Wirtschaft wächst, da unsere Gehälter sozusagen durch die freie Wirtschaft erwirtschaftet werden müssen.

Die Aussichten in den nächsten Jahren sind nicht sehr rosig, wenn man sieht wie schnell uns andere Länder auf dem Weltmarkt verdrängen. Zugleich fördern wir diese zum Teil noch mit Wirtschaftshilfe.

In diesem Umfeld ist das Tarifergebnis kein großer Wurf, aber auch nicht grottenschlecht.

Der Beamtenrock und entsprechend auch das öffentlich-rechtliche Arbeitsverhältnis ist eng, aber zumindest warm. Jeder der das Große Geld machen will, muss sich in der freien Wirtschaft umsehen. Denn auch eine Politikerdiät ist für diese Verantwortung und den Aufwand eigentlich ein Witz. Abgesehen dass man sicher davon auch gut leben kann ;)




SchrödingersKatze

Zitat von: Anadur in Heute um 19:10Die Erhebung würde mich sehr interessieren, widerspricht sie doch dem, was auf dem Immomarkt "aktuell" vorgeht.


Sag mir das du ein Boomer bist ohne zu sagen, dass du ein Boomer bist.
Kleines Video dazu.

https://www.youtube.com/shorts/zyyKyjNHz3U


Einfach mal die Minute anschauen. Ist zwar mit Zahlen aus den USA, aber die sehen hier bei uns nicht anders aus. Na ja, außer das du für ~270k Euro in den meisten Regionen noch nicht mal ein Grundstück bekommst, geschweige denn ein ganzes Haus.

Ansonsten stimmen deine Jahreszahlen nur bedingt. Es gab zwischen 2016 und 2020 eine kurze Phase in der Immobilien recht günstig waren. Da waren Grundstückspreise noch halbwegs normal und dazu gab es niedrige Zinsen. Spätestens mit Covid war das aber durch. Immobilienpreise explodierten und als dann ab Anfang 22 die Zinsen anzogen war es das. Das kurze Fenster hatte sich geschlossen.


Der Generationenvertrag wurde doch schon längst von den Boomern gekündigt. Denn zum Vertrag gehört auch für angemessenen Nachwuchs zu sorgen. Das wurde versäumt. Gut, man kann natürlich niemanden zum schnackseln zwingen, aber man wusste spätestens seit den 80ern was das langfristig bedeutet. Aber gut, auch schon damals stellten die Boomer die mit Abstand größte Wählergruppe und dagegen macht niemand Politik. Und mittlerweile sowieso nicht mehr.

Deshalb ist die aktuelle Debatte auch nicht Quatsch. Es geht darum die Boomer vor ihrer Verantwortung zu schützen. Die Rentnergeschenke wollen noch ein paar Jahre finanziert werden. Deshalb sollen auch alle länger arbeiten und man greift die Arbeitszeitregelungen an. Wenn man es dann noch schafft die Beamten mit ins Rentensystem zu bekommen, kann auf dem Oberdeck der Titanic noch ein paar Jahre länger Schampus ausgeteilt werden.

Aber letztendlich ist das beides hier Off-Topic.

Ich bin letztens aus allen Wolken gefallen, als mir meine Mutter erzählt hatte, dass es zu ihren Zeiten noch eine 10e-Abschreibung aufs eigenheim gab. Musste das erst mal googlen. So wa smacht natürlich auch einen erheblichen Unterschied.

Aleksandra

Zitat von: Länderknecht in Heute um 19:14Sie dürfen dennoch nicht vergessen, dass die Renten ohnehin schon jährlich mit 130 Milliarden Euro Steuern bezuschusst (!) werden, was auch den größten Posten im Bundeshaushalt darstellt.
Damit wird aber nicht die normale Altersrente bezuschusst. Dieser Zuschuss geht für versicherungsfremde Leistungen drauf. Und das sind Sozialleistungen, die der Sozialstaat als Transferleistungen ausgibt. Es gibt Quellen die sogar nahelegen (100% weiß mans nicht, weil das zu intransparent und kompliziert ist, und selbst die Ministerien das nicht mehr klar trennen können), dass dieser Zuschuss gar nicht ausreicht um diese versicherungsfremden Leistungen gegenzufinanzieren. Was konkret bedeutet: Mit unseren Rentenbeiträgen werden Sozialleistungen finanziert, die eigentlich aus Steuermitteln kommen müssten und nicht aus Beiträgen der arbeitenden Bevölkerung.
Es bedeutet auch, dass die reine Altersrente sich nach wie vor selber trägt, komplett ohne Bundeszuschuss! Was ja auch kein Wunder sein sollte, wenn man bedenkt wie mickrig die Rentenansprüche sind, die man erwirbt.

Richtig ist indes auch, dass der demographische Wandel weiter reinkickt und wir in absehbarer Zukunft wirklich dort ankommen werden, dass die normale Altersrente bezuschusst werden muss.

Zum lesenden Einstieg hier ein exemplarischer Link, den mir Google auf die Schnelle angezeigt hat:
https://www.igmetall.de/politik-und-gesellschaft/sozialpolitik/rente/warum-die-rentenkasse-eigentlich-viel-voller-ist

Aber Achtung, das ist ein echtes Rabbit hole... :D
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

MoinMoin

Zitat von: daseinsvorsorge in Heute um 18:21Na ja- solange die Tarifergebnisse auf alle übertragen werden, darf man erstaunt sein, warum überhaupt noch AN in Gewerkschaften eintreten/verbleiben.

Deshalb sollten alle austreten, weil sie sich ja auch die Beiträge sparen können. Ok- dann gibts ja auch keinen Tarifvertrag mehr- aber wer braucht schon einen Tarifvertrag?
Die die nicht verhandeln wollen oder nicht in der Position sind zu verhandeln.
Aber wer braucht ein Tarifvertrag, der die Obergrenze dessen ist was bezahlt werden darf?

MoinMoin

Zitat von: Anadur in Heute um 19:10Die Erhebung würde mich sehr interessieren, widerspricht sie doch dem, was auf dem Immomarkt "aktuell" vorgeht.
Erschwinglichkeitsindex für Immobilien
https://de.statista.com/infografik/31019/oecd-erschwinglichkeitsindikator-fuer-wohnimmobilien/

meine erste Immobilie habe ich mit Richtung 8% Zinssatz gekauft.
mein letztes HypoDarlehen war bei 0,86%

NelsonMuntz

Zitat von: RedDearTiger in Heute um 19:26Dann wird die jüngere Generation aber auch kein Haus mehr von Ihren Eltern erben können, da der Wert dieser meist über den Freibetrag liegt. Ist auch eine Form der Enteignung. Btw. beim Bau des Hauses wurden schon massig Steuern gezahlt; das Recht da nochmal zuzugreifen erschließt sich mir irgendwie immer noch nicht (zumindest bei allem unter 10 Mio €).

Genau da liegt ja das Problem, denn 50% der jüngeren Generation erbt: Nix! Pech gehabt, sind halt Opfer, sollen die sich eben mehr anstrengen, diese Lappen!

Ernsthaft: Wohlstand gehört erarbeitet, nicht ererbt!

(Ich werde in den kommenden Jahren auch Erbschaftssteuer zahlen müssen - und das ist völlig okay)

... Wenn man das mal intensiver ventiliert, wird man feststellen, dass die sozio-ökonomischen Schieflagen im Land NICHT an den Einkommen hängen, sondern an der ungleichen "Verteilung" von Vermögen. So kann der Beamte im mD als Alleinverdiener mit drei Kindern im ererbten Haus aus feines Leben führen, während das Ärzte-Ehepaar bei der Beantragung eines Baukredits skeptische vom Bankberater erntet. Das ist der Unterschied zwischen einer Stände- und einer Leistungsgesellschaft. Ich mag Leistung, Erbschaften (also leistungsloses Einkommen) gehört besteuert. Echt!

MasterNoname89

Zitat von: Anadur in Heute um 19:10Die Erhebung würde mich sehr interessieren, widerspricht sie doch dem, was auf dem Immomarkt "aktuell" vorgeht.


Sag mir das du ein Boomer bist ohne zu sagen, dass du ein Boomer bist.
Kleines Video dazu.

https://www.youtube.com/shorts/zyyKyjNHz3U


Einfach mal die Minute anschauen. Ist zwar mit Zahlen aus den USA, aber die sehen hier bei uns nicht anders aus. Na ja, außer das du für ~270k Euro in den meisten Regionen noch nicht mal ein Grundstück bekommst, geschweige denn ein ganzes Haus.

Ansonsten stimmen deine Jahreszahlen nur bedingt. Es gab zwischen 2016 und 2020 eine kurze Phase in der Immobilien recht günstig waren. Da waren Grundstückspreise noch halbwegs normal und dazu gab es niedrige Zinsen. Spätestens mit Covid war das aber durch. Immobilienpreise explodierten und als dann ab Anfang 22 die Zinsen anzogen war es das. Das kurze Fenster hatte sich geschlossen.


Der Generationenvertrag wurde doch schon längst von den Boomern gekündigt. Denn zum Vertrag gehört auch für angemessenen Nachwuchs zu sorgen. Das wurde versäumt. Gut, man kann natürlich niemanden zum schnackseln zwingen, aber man wusste spätestens seit den 80ern was das langfristig bedeutet. Aber gut, auch schon damals stellten die Boomer die mit Abstand größte Wählergruppe und dagegen macht niemand Politik. Und mittlerweile sowieso nicht mehr.

Deshalb ist die aktuelle Debatte auch nicht Quatsch. Es geht darum die Boomer vor ihrer Verantwortung zu schützen. Die Rentnergeschenke wollen noch ein paar Jahre finanziert werden. Deshalb sollen auch alle länger arbeiten und man greift die Arbeitszeitregelungen an. Wenn man es dann noch schafft die Beamten mit ins Rentensystem zu bekommen, kann auf dem Oberdeck der Titanic noch ein paar Jahre länger Schampus ausgeteilt werden.

Aber letztendlich ist das beides hier Off-Topic.

Zum einen zähle ich mich mit 1989 als Geburtsjahr nicht zu den Boomern ;) ... Meine Eltern vielleicht ja, aber ich komme bei Weitem nicht in diese Generation :)


In diesem Video ab ca. 12:00 Min

https://www.youtube.com/watch?v=GsZ11d0AXl0

werden 2 verschiedene Statistiken 'ausgewertet'. Zum einen die Zinsentwicklung in den vergangenen 60 Jahren und zudem Vergleich Nettoeinkommen-Immobilienpreise ... gut alles mit Durchschnittswerten, aber dennoch sehr anschaulich.


Mit dem, dass Boomer hätten mehr für Nachwuchs sorgen müssen, gebe ich dir Recht. Das betrifft aber nicht nur die Boomer, sondern auch alle folgenden Generationen, bei denen sich das Problem wegen der 'enthaltsamen' Vorgängergenerationen jeweils potenziert. Ist also an der Zeit, dass der Staat das Kinderkriegen fördert, dass die 5-7-Köpfige Familie eher die Regel als die Ausnahme wird.

Zitat von: Aleksandra in Heute um 19:22Nicht bös gemeint, aber dieser Rechenweg ist doch vollkommen irrelevant, außer man geht in 1-2 Jahren in Rente. Für alle, die noch 10+ Jahre bis zur Rente haben zählt vor allem eines: die Erhöhung des Tabellenentgelts. Und da lässt es sich nicht wegdiskutieren, dass das Entgelt am Ende der Laufzeit 5,9% höher liegt als bisher.

Erhöhungen eher zu bekommen ist natürlich ganz nett (und dagegen wehren würde ich mich auch nicht), aber mehr auch nicht. Wenn man Deinen Rechenweg als entscheidend betrachten würde, dann wären z.B. Einmalzahlungen ne richtig tolle Sache. Also überhaupt keine Tabellenerhöhung am Ende der Laufzeit, dafür aber ne ordentliche Einmalzahlung. Da hast Du dann vielleicht kurzfristig mal mehr als diese errechneten 3,1% aber für den Rest Deines Arbeitslebens eben weniger.

Nein, es zählt primär die Tabellenerhöhung. Und die liegt eben bei 5,9%.


Diese Rechnung habe ich nur aufgrund der vorherigen Posts der anderen Nutzer eingestellt. Ich sehe es wie du, in Summe spart jedoch die Arbeitgeberseite für den Zeitraum, in dem die Erhöhung noch nicht voll greift. Unterm Strich zählt am Ende jedoch das, was nachhaltig in der Tabelle steht.