Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (2 BvL 5/18 u.a.)

Begonnen von SwenTanortsch, 11.10.2025 18:29

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PolareuD

#8340
Zitat von: Finanzer in Heute um 14:51Ich Fasse die Anwort von Statista zusammen:
Der Unterschied beruht auf unterschiedlichen Ermittlungsmethoden. Bei der Tabelle A7 werden die Zahlen gemäß MZ-Kern berechnet, in der Tabelle AR.7 nach MZ-SILC.
Der Unterschied wird hier erläutert:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Schongewusst_Indikatoren.html



Danke für die Info. Demnach liefert die Tabelle AR.7 statisch bessere Ergebnisse ("Für die einkommensbasierten Indikatoren werden die Einkommen differenziert, spitz und für das gesamte Vorjahr erfragt"). Interessanterweise werden die Beträge für jeweilige Mindestalimentation deutlich höher und die Fehlbeträge entsprechend noch größer.

Welche Werte hat das BVerfG bei seinem aktuellen Beschluss herangezogen?
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), röm. Redner u. Schriftsteller:
,,Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!"


DeltaR95

Zitat von: Rheini in Heute um 19:04https://www.focus.de/finanzen/karriere/gering-oder-spitzenverdiener-hier-landen-sie-mit-ihrem-lohn_3c04fee5-821d-48b6-a675-fc31be9fa2f6.html

Wäre mal interessant, diesen "mittleren Verdienst" von 54.066 € brutto pro Jahr mit dem Netto-MÄE (Faktor 1,0) in Relation zu setzen.

Dieses lag nach der AR.7 für den Bund bei 33.385 € im Jahr 2025 oder 2.782 € netto pro Monat (80 % Grenze davon ~ 2.225 €). Die 54.066 € brutto sind mit den üblichen Abzügen ~ 2.900 € netto im Monat?

Das würde ja bedeuten, dass 50 % der Arbeitnehmer in Deutschland faktisch an der Grenze zur Armutsgefährdung leben? Zumal in den 54.066 € brutto angeblich auch alle Sonderzahlungen mit drin sein sollen. Natürlich nur gültig, wenn nur einer Verdienst erwirbt. Bei Alleinstehenden liegt das MÄE ja nur bei 1.300 bis 1.400 €.

Oder interpretiere ich die Zahlen falsch?

Wenn ich mich nicht irren sollte, zeigt diese Zahl, wie stark sich Verdienst und Lebenshaltungskosten in Deutschland entkoppelt haben - die Alleinverdienerfamilie ist allein damit ein "Auslaufmodell", weil der Verdienst des Einzelnen nicht mehr ausreichend ist.