Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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Hugo Stieglitz

Zitat von: MoinMoin in Heute um 13:12Dann ist es also eher nicht der muslimische Glaube an sich, sondern die derzeitigen Regierenden bzw. die Menschen die diesen Glauben für sich ausnutzen, bzw. die ganzen anderen Faktoren.
Die ganzen anderen Faktoren plus der Glaube, ja.

MoinMoin

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 13:14Die ganzen anderen Faktoren plus der Glaube, ja.
Und der Glaube als Faktor spukt hier halt nur rum, weil man es glaubt, dass aktuell der Glaube ein Faktor ist.

Warnstreik

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 12:41Kann es nicht sein, dass beides zutrifft?
Der Humanismus stammt aus dem antiken Griechenland war dort aber doch eher ein theoretisches Konzept, mit wenig bis keiner Konsequenz für den Alltag der Menschen, in dem es – in dieser dem Christentum überlegenen Kultur – Sklavenhaltung gab. Auch Frauen und Barbaren waren doch vollständig ausgeschlossen. Erst durch die jüdisch-christliche Lehre wurde dieser sehr selektive Humanismus zu einem universellen Humanismus, der letztlich das Fundament unserer heutigen Werte bildet.

Natürlich - es hängt alles mit allem zusammen. Dass aber ein Glauben, der aus dem Leid der Menschen Kraft schöpft, eben auch auf dieses Leid angewiesen ist, sieht man doch in der Geschichte. Das hat Erlöserglauben so ansich. Das Christentum hat genauso Sklaverei betrieben - am Ende hat man zumindest nur noch "Barbaren" versklavt (und damit viel Geld verdient). Frauen hat man als Hexen verbrannt und im gesellschaftlichen Leben waren sie Großteils genauso ausgeschlossen wie in anderen Kulturen auch.
Da im Mittelalter und der aufkommenden Renaissance so ziemlich alle Europäer Christen waren, kamen alle Reform- und Gegenbewegungen zwangsläufig mit einem mehr oder weniger christlichen Bezug daher. Allerdings kämpfte die die Kirche dagegen schon gegen alles an. Die großen kulturellen und wissenschaftlichen Zweige wurden im arabischen Raum weitergeführt während sich das Christentum auf die Theologie konzentrierte und alles andere sogar unterdrückte. (frag mal Galilei, Bruno oder auch Luther)

Was ich auch nicht gelten lasse ist die Trennung von "christlichem Menschenbild" und "Kirche" - die gab es nämlich lange Zeit garnicht. Gerade im Gegensatz zum Humanismus hatte die Kirche die absolute Deutungshoheit bezüglich Menschenwürde. Wenn die Quelle der Menschenwürde Gott ist und ich die absolute Deutungshoheit bzgl. Gott habe, dann habe ich die Menschen und deren Würde in der Hand. In den Lehren der Aufklärung kommt diese Würde aus dem Menschen selbst. Faktisch konnten sich die Menschen bis zur Aufklärung garnicht gedanklich von der Kirche trennen, da sie zu viel Macht über so ziemlich alle Lebensbereiche hatte.