Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Rheini

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 09:00Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wundert es dich, dass das Klima in den Behörden umschlägt, wenn man das Gejammer Einiger in der Beamtenschaft (Ich habe hier gelesen, dass das Geld nichtmal eine Woche reichen würde) in Anbetracht der Realitäten der zwei Klassen im selben Büro zugrunde legt? Sicher, der Status als Beamter mit allen Pflichten und eventuellen Einschränkungen erlaubt eine gewisse Besserstellung. Ich denke auch, dass der Status Quo recht anerkannt ist. Wenn es jetzt aber Anpassungen deutlich mehr als 10% auf die Bezüge geben sollte, dann fragt man sich schon ob das Maß erreicht ist und wieso man eigentlich jahrelang zugunsten der Beamten auf eigene Lohnerhöhungen verzichtet hat.  Deshalb: Die Gewerkschaften (bzw. eine würde reichen) MUSS Arbeitnehmerschaft von den Beamten trennen und anfangen für seine Gruppe zu kämpfen.   

Darüberhinaus muss der persönliche Ton hier nicht rein finde ich. Ne Spitze ist ok, aber ansonsten vergiftet es wirklich das Klima.

Ups, jetzt kommt ja noch jemand um die Ecke ............

Warnstreik

Zitat von: Rheini in Gestern um 09:03Ups, jetzt kommt ja noch jemand um die Ecke ............

Ich habe nur den Bogen geschlagen zur TV-L-Tarifverhandlung. Darum solls hier gehen - insbesondere wie man a) nächstes mal ein besseres Ergebnis erreichen kann und b) wie man, vor allem im Bereich der Länder, mit einer (potentiell) massiven Steigerung der Alimentierung umgehen will/kann/wird.

Rheini

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 09:08Ich habe nur den Bogen geschlagen zur TV-L-Tarifverhandlung. Darum solls hier gehen - insbesondere wie man a) nächstes mal ein besseres Ergebnis erreichen kann und b) wie man, vor allem im Bereich der Länder, mit einer (potentiell) massiven Steigerung der Alimentierung umgehen will/kann/wird.

Ich gönne jedem das Beste. Inzwischen dürfte den DH klar sein, dass die Beamten aus den automatischen Übertragungen der Tarifergebnisse, raus sind. Ich wünsche da den Angestellen ein glückliches Händchen bei den Tarifverhandlungen.

Es macht von keiner Seite Sinn (Angestellte / Beamten) der jeweils anderen Gruppe was Schlechtes zu wünschen, nur weil man sich selber im Nachteil sieht. Vielleicht sollte jede Gruppe der Anderen das Beste wünschen?!?!?

Verbessert das eigene Wohlbefinden und den Zusammenhalt in der Behörde.

Warnstreik

Zitat von: Rheini in Gestern um 09:13Es macht von keiner Seite Sinn (Angestellte / Beamten) der jeweils anderen Gruppe was Schlechtes zu wünschen, nur weil man sich selber im Nachteil sieht. Vielleicht sollte jede Gruppe der Anderen das Beste wünschen?!?!?

Verbessert das eigene Wohlbefinden und den Zusammenhalt in der Behörde.

Ich denke nicht, dass irgendjemand jemandem etwas schlechtes wünscht. Aber wenn es nur einen Kuchen gibt, dann sollte jedem daran gelegen sein, dass dieser fair verteilt wird.

Rheini

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 09:21Ich denke nicht, dass irgendjemand jemandem etwas schlechtes wünscht. Aber wenn es nur einen Kuchen gibt, dann sollte jedem daran gelegen sein, dass dieser fair verteilt wird.

Ja klar. Aber ob der Kuchen nur unter den Beamten / Angestellten aufgeteilt werden muss?!?!?!? und daher der Kampf kommt?

Aber alles gut, viel Spaß Dir hier mit allen .....

Bye.

Scull

Zitat von: Rheini in Gestern um 09:03Ups, jetzt kommt ja noch jemand um die Ecke ............

Naja er hat ja aber auch Recht.

Vergleich doch mal A13 zu E13, z.B. mit dem in BB neu anvisierten Besoldung.
Diese Unterschiede sind doch einfach nur krass.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 09:21Ich denke nicht, dass irgendjemand jemandem etwas schlechtes wünscht. Aber wenn es nur einen Kuchen gibt, dann sollte jedem daran gelegen sein, dass dieser fair verteilt wird.
Und wenn die Boomer weg sind, die KI noch nicht eingerichtet ist, dann werden vielleicht die Beamten leider von 40h auf 48? hoch gesetzt werden, Teilzeit nur noch bei harten familiären Gründen bewilligt, Mehrarbeit angeordnet und so weiter und so fort.
Schön wird das nicht werden. Ach ja und natürlich direkt nach 6 Monaten Krankheit zum Amtsarzt und Dienstunfähigkeit deklarieren.
Alles Töne die ich aktuell aus dem Ministerium vernehme.

Von daher verstehe ich dieses beidseitige Gejammer und beäugen nicht. Gut dass ich so was bei uns im Team nicht hören muss.

Warnstreik

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 11:40Und wenn die Boomer weg sind, die KI noch nicht eingerichtet ist, dann werden vielleicht die Beamten leider von 40h auf 48? hoch gesetzt werden, Teilzeit nur noch bei harten familiären Gründen bewilligt, Mehrarbeit angeordnet und so weiter und so fort.
Schön wird das nicht werden. Ach ja und natürlich direkt nach 6 Monaten Krankheit zum Amtsarzt und Dienstunfähigkeit deklarieren.
Alles Töne die ich aktuell aus dem Ministerium vernehme.

Und in dieser Phase kämen die Angestellten ungeschoren davon? Glaubst du das wirklich was du da schreibst? Alle Untaten, die man den Beamten überstülpen könnte, kann man genauso den Angestellten auferlegen.

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 11:40Von daher verstehe ich dieses beidseitige Gejammer und beäugen nicht. Gut dass ich so was bei uns im Team nicht hören muss.

Wirst du in vielen Ämtern kaum verhindern können wenn gleiche Arbeit nicht zumindest annährend ähnlich vergütet wird. Bei wenig durchmischten Teams mags dann noch gehen. (wobei "gegenseitig" wohl eher selten zutriff, oder?)

ohjeee

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 13:09Und in dieser Phase kämen die Angestellten ungeschoren davon? Glaubst du das wirklich was du da schreibst? Alle Untaten, die man den Beamten überstülpen könnte, kann man genauso den Angestellten auferlegen.

Wirst du in vielen Ämtern kaum verhindern können wenn gleiche Arbeit nicht zumindest annährend ähnlich vergütet wird. Bei wenig durchmischten Teams mags dann noch gehen. (wobei "gegenseitig" wohl eher selten zutriff, oder?)
naja, bei Beamten wird das jeweilige LBesG und die zugehörigen Verordnungen, AzUVO usw. in den jeweiligen Länderfassungen vom Landesparlament beschlossen und geändert. Das geht auch innerhalb von wenigen Wochen.
Bei den Angestellten muss der Tarifvertrag aufgekündigt und entsprechend mit den Tarifvertragsparteien angepasst werden. Wahrscheinlich wird es auch da Anpassungen geben, aber eben nicht einseitig per ordre de mufti.

Zu deinem zweiten Punkt: Ich sehe die Ungleichheit bei Einstiegsämtern durchaus (gerade bspw. bei Lehrern) oder dem etwas ungünstigeren TV-L im Vergleich zum TVöD.
In den Amtsstuben bei Kollegen mit 2-3 Beförderungsämtern hat zunächst der beamtete Kollege ie ungünstigere Ausgangslage.
Je nach Bundesland ist das im TVöD ja noch extremer. Also in BaWü Kommunalbehörden bspw. 39 zu 41h (5% Netto), dazu die JSZ von 85% (7% netto/Monat), dann PKV vom Netto weg (also irgendwas +-10%) macht halt schon mal ganz nüchtern betrachtet 20-25% Netto-Ungleichgewicht. Dazu ggf Beförderungsrunden mit entsprechenden Verzögerungen... da schaut das schon anders aus, selbst wenn es irgendwann (vorübergehende) Familienzuschläge gibt, rechnet es sich je nach Konstellation nicht, ins Beamtenverhältnis zu gehen. Als Lehrer, mit Einstiegsamt = (fast) Endamt und mit Kinderwunsch wäre die Entscheidung eindeutig. Als SB oder SGL in A12, ledig, ggf. kein Kinderwunsch, muss man schon mit spitzer Feder rechnen, ob sich eine Verbeamtung lohnt. Ein No-Brainer ist das bei der aktuellen Rechtslage jedenfalls nicht.

Hier im TV-L ist das natürlich ungünstiger für die Angestellten, je nach Bundesland teilweise gleiche Wochenarbeitszeit oder nur 1h Unterschied, je nach EG zwischen 46% und 88% JSZ (oder in EG14/15 nur 32%). Die Vor- und Nachteile sind auch viel zu extrem unterschiedlich je nach Bundesland, Tarifgebiet, usw. als dass sich eine pauschale Aussage zu(un)gunsten einer Partei nicht treffen lassen kann.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 13:09Und in dieser Phase kämen die Angestellten ungeschoren davon? Glaubst du das wirklich was du da schreibst? Alle Untaten, die man den Beamten überstülpen könnte, kann man genauso den Angestellten auferlegen.

Wirst du in vielen Ämtern kaum verhindern können wenn gleiche Arbeit nicht zumindest annährend ähnlich vergütet wird. Bei wenig durchmischten Teams mags dann noch gehen. (wobei "gegenseitig" wohl eher selten zutriff, oder?)
Nun, was doch wohl klar ist, dass der AN Rechte hat, die der Beamte nicht hat.
Einen AN einfach einen Sollzeit von 44 h aufzutragen - ohne Lohnausgleich - ist nur einvernehmlich möglich. Dem Beamten kann man es einfach(er) aufdrücken.
Gleiches gilt für den anderen Kram den ich beschrieben habe.
Wie weit da der Dienstherr gehen wird, wws.

Rheini

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 21:17Nun, was doch wohl klar ist, dass der AN Rechte hat, die der Beamte nicht hat.
Einen AN einfach einen Sollzeit von 44 h aufzutragen - ohne Lohnausgleich - ist nur einvernehmlich möglich. Dem Beamten kann man es einfach(er) aufdrücken.
Gleiches gilt für den anderen Kram den ich beschrieben habe.
Wie weit da der Dienstherr gehen wird, wws.

Ach die Erhöhung bei den Beamten wird bestimmt nicht so kommen. Sogar hier wird ja die Ansicht von einigen vertreten, dass z. B. dieser Unterschied bei den Beamten zu Angestellten ja nur theoretischer Natur ist. Also nicht bange machen lassen ..............

MoinMoin

Zitat von: Rheini in Gestern um 21:42Ach die Erhöhung bei den Beamten wird bestimmt nicht so kommen. Sogar hier wird ja die Ansicht von einigen vertreten, dass z. B. dieser Unterschied bei den Beamten zu Angestellten ja nur theoretischer Natur ist. Also nicht bange machen lassen ..............
Ach ja der Beamtenkalkriesel,
um einen ehemalige Forenteilnehmer zu zitieren.

ignaz

In meinen mittlerweilen 20 Jahren Dienstzeit - Bund, mehrere Länderdienstposten habe ich meines Wissens nie erlebt, dass wir als TBs einen Vorteil durch eine Neuregelung gegenüber den Beamten erfahren hätten.

Tagesarbeitszeit - Beamte dürfen 12h schreiben, TBs 8 oder 10h Tagesdienst -  nach § 3 ArbZG: 8 h werktäglich, ausnahmsweise auf 10 h verlängerbar.
Beamte in den meisten Ländern: soll 10 h, darf bis 12 h. Im Bund nach § 3 AZV sogar bis 13 h einschließlich Pausen.
- bei Dienstreisen über mehrere Tage steht man als TB richtig schlecht da. Hat bei uns am Ende dazu geführt, dass TBs diese Dienstreisen grundsätzlich abgelehnt haben oder man "kreative" Lösungen außerhalb des Tarifmodells finden musste ;)

Beurteilungen nach Punkteschema 80-120  -> deine Beurteilung muss leider so und so aussehen, da wir die Beamten X Y und Z noch von A10 auf A11 bringen müssen und nur so und so viele Beschäftigte diese und jene Punktzahl erhalten dürfen. Spitzennote höchstens 10 %, zweitbeste höchstens 20 % - § 50 BLV. die Note wird von der verfügbaren Quote und dem Beförderungsstau her rückwärts konstruiert, nicht von der Leistung vorwärts. Länder haben analoge Richtwerte.

Beamte bekommen die von den Gewerkschaften erstrittenen Tarifergebnisse regelmäßig zeitgleich/wirkungsgleich übertragen – ohne selbst streiken zu dürfen oder zu müssen. Man profitiert vom Arbeitskampf, ohne ihn zu führen. Dazu: faktische Unkündbarkeit über das Lebenszeitprinzip (TB sind ordentlich kündbar, tariflich unkündbar erst ab 15 Jahren + 40); Beihilfe plus PKV statt hälftigem GKV-Beitrag; Ruhegehalt bis ~71,75 % statt gesetzlicher Rente; Fortzahlung der Bezüge im Krankheitsfall ohne den 6-Wochen-Absturz aufs Krankengeld; keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung, also spürbar mehr netto bei gleichem brutto.

wir finden sicher noch viel mehr...



Scull

Für die niedrigeren Stufen mag das ja stimmen, aber gerade im höheren Dienst wird die aA dazu führen, dass der Abstand krass auseinanderdriften wird.
Man muss sich den Vergleich TV-L zu Brandenburg einfach mal anschauen und durchrechnen.

Ok ich meine so extrem wie in BB wird es wohl nicht überall werden, aber der Abstand wird deutlich zulegen.


Zudem ist es keine Seltenheit, dass Stellen mit E13/A14 ausgeschrieben sind, und man nach einigen Jahren dann auch auf die A14 kommt.

ignaz

Chef Volker Geyer kritisiert, in unteren Besoldungsgruppen liege die Alimentation teils unter der Grundsicherung, und fordert eine verfassungsgemäße Besoldung für alle bis Jahresende.

Was ist mit den unteren EGs im TVL/TVÖD? - sind die denn angemessen "bezahlt" ?
Der Tarifbeschäftigte Wachmann E4/E5 mit 3 Kindern wird dem A4 Beamten Kollegen mit 3 Kindern wohl jetzt schon deutlich schlechter gestellt sein?

Bei uns in der Behörde sitzen Tarifbeschäftigte und Beamte oft am selben Tisch, an zwei Arbeitsplätzen, und machen dieselbe Arbeit. Bezahlt werden wir dafür sehr unterschiedlich.

Wie kommt das? Zwei Punkte, die zusammengenommen absurd wirken:

Beamte übernehmen praktisch immer unsere Tarifabschlüsse ,,wirkungsgleich" – verhandeln also nicht selbst, streiken nicht, erben aber das Ergebnis. Über Zulagen, Beihilfe, keine Sozialabgaben und Pension stehen sie am Ende trotzdem meist deutlich besser da.
Und jetzt stellt das Bundesverfassungsgericht fest, dass genau diese Beamten jahrelang nicht amtsangemessen alimentiert wurden – es gibt also noch Nachschlag obendrauf. Gleichzeitig heißt es uns TBs gegenüber am Tariftisch, wir seien ,,schon jetzt zu teuer".

Uns ist klar: Alimentation und Tariflohn sind rechtlich zwei verschiedene Welten (Streikrecht gegen Versorgungsgarantie usw.). Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist die Praxis vor Ort: gleiche Tätigkeit, gleiche Verantwortung, gleicher Schreibtisch – und ein Einkommensabstand, der durch dieses Urteil eher noch größer wird.

Deshalb fordern wir für Stellen, die bei uns von TBs und Beamten gleichwertig besetzt werden, eine spürbare Annäherung der TB-Vergütung an das Beamtenniveau. Wenn der Staat sich verfassungsrechtlich verpflichtet sieht, seine Beamten ,,amtsangemessen" zu bezahlen, kann die Antwort an die Kollegin am Nebentisch nicht sein: für dich gilt das nicht.