Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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Petar T.

Völliger Humbug ist es bei näherer Betrachtung nicht.

Linke Bildungspolitik basiert auf Gleichmacherei. Kernpunkt ist die Inklusion im weiteren Sinne, die "Pädagogik der Vielfalt".  Auf jede Form von Heterogenität in der Klasse muss reagiert werden. In der Theorie kann das funktionieren, wenn man nur genug Geld hineinsteckt, in der Praxis sieht es überwiegend anders aus. Der Fortschritt der leistungsstarken Schüler wird gehemmt, das Leistungsniveau sinkt.

Anstatt Spitzenleistungen zu fördern, wird auf Mittelmaß gesetzt.

Dieser Ansatz wird von mehreren Parteien unterschiedlich stark kritisiert, auch von der AfD. Letztere möchte die Inklusion beenden (und nein: Schüler im Rollstuhl und ADHS-Kinder müssten die Klasse nicht verlassen), wieder verstärkt auf Förderklassen setzen und fordert spezielle Klassen für Flüchtlingskinder. Ein sehr vernünftiger Ansatz, denn dieser ermöglicht eine bestmögliche Förderung unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Stärken. Wenn wir uns jetzt daran erinnern, was wir uns im Wahlkampf von der Gegenseite zu diesen Vorschlägen alles anhören durften, dann halte ich diese Aussage für gar nicht so abwegig.

highperformer

Zitat von: Petar T. in Heute um 07:33Anstatt Spitzenleistungen zu fördern, wird auf Mittelmaß gesetzt.

Dummerweise sind die meisten Menschen halt einfach Mittelmaß. Glockenkurve und so. Für Spitzenleistungen brauchen wir weitere Förderung, klar, aber so eine Spitzenleistung kann halt auch von ausländischen Kindern kommen. Und Schule hat halt nun mal weit mehr Aufgaben, als Lesen und Rechnen zu vermitteln, eine Ghettobildung dient da weder der Integration, noch den Softskills der biodeutschen Schüler.

Und ja, ich weiß, du wirst sagen, erfolgreiche Unternehmen wie Apple & Co. sind auch links und woke, aber irgendwo muss es wohl einen Vorteil geben, wenn man ordentlich durchmischt ...
Solange mein Dienstherr so tut, als würde er mich angemessen besolden, tue ich so, als würde ich arbeiten.

Petar T.

Ob die US-Tech-Konzerne durch mittelmäßige Absolventen von Community Colleges an die Weltspitze geführt worden sind, darf bezweifelt werden.

Weshalb soll das ausländische Kind an deutschen Schulen keine Spitzenleistung erbringen können? Das wäre auch nach den Plänen der AfD möglich. Denn diese fordert die Sonderklassen lediglich für Flüchtlingskinder, deren Familien keine Bleibeperspektive haben. Asyl ist der vorübergehende Schutz vor Krieg und Verfolgung. Entfällt der Schutzgrund, steht die Rückkehr in die Heimatländer an. Das ist geltendes Recht und wird überall auf der Welt so gehandhabt. Diese Kinder sollen in ihrer Muttersprache nach den Lehrplänen des Heimatlandes unterrichtet werden. Das halte ich für keinen schlechten Gedanken. Für ausländische Kinder und Familien, die im Rahmen der regulären Migration nach Deutschland gekommen sind, gilt das selbstverständlich nicht.

Petar T.

Einblick in eine interessante Entwicklung in diesem Zusammenhang bietet das UN-Flüchtlingshilfswerk.

Seit Ende 2024 sind ca. 1,6 Millionen geflüchtete Syrer in ihr Heimatland zurückgekehrt.
Wenn man sich die Ausreiseländer ansieht, wird man überrascht sein. Oder auch nicht, je nach Blickwinkel.

Türkei: 640.000
Libanon: 630.000
Jordanien: 285.000
Sonstige, inkl. Europa 6.000

Bedenkt man, dass sich in Deutschland aktuell über 900.000 Syrer aufhalten, ist das bemerkenswert.  Ebenso, dass seit 2015 schätzungsweise 360.000 Syrer eingebürgert worden sind.

Quellen: u.a. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/syrer-rueckkehr-102.html
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/zahl-einbuergerungen-100.html

NelsonMuntz

Zitat von: Petar T. in Heute um 07:33Anstatt Spitzenleistungen zu fördern, wird auf Mittelmaß gesetzt.

Auch im Bereich der Bildungspolitik ließen sich interessante Diskussionen führen. Das beinhaltet selbstverständlich auch die Möglichkeiten und Grenzen vom Inklusionsansatz.

Trotzdem wird die Förderung von Spitzenleistung nicht als "nationalistisch" gebrandmarkt. Das ist eben ein Fehlschluss.

Um den Bezug zu den "bösen" Reichen am Rande wieder herzustellen: Ich kenne da Realschüler, die nach einem eher mittelmäßigen Berufsabschluss heute ein mittelständisches Unternehmen mit 40 Mio. Umsatz führen. Dahinter steht aber keine besondere Exzellenzleistung, sondern schlicht ein Erbe. Das Führen beschränkt sich auch auf den Rückzug in die Gesellschafterrolle, während ein angestelleter GF den Laden am Laufen hält. Es steht einem jeden frei, diese Form der Leistung als besonders herausragend oder gar als elementar tragend für die deutsche Wirtschaft zu betrachten.

Wenn es wirklich um die Förderung der Besten geht, dann muss man in der Schule aber auch die "rohen Juwelen" aus den einkommensschwachen und/oder eher bildungsfernen Familien entdecken und entsprechend unterstützen. Das wäre eine echte Exzellenzförderung.

Wenn man hingegen in einer eher feudalistischen Gedankenwelt zu Hause ist, dann ist dem oben genannten Realschüler die Exzellenz ja qua Geburt in die Wiege gelegt und entsprechend ist dieses Kind eben auch bevorzugt zu behandeln - nur mit Spitzenleistung hat das dann auch nix mehr zu tun.

Petar T.

So wie ich das sehe, werden hier häufig Dinge vermischt.

Die anzuerkennende Leistung ist selbstverständlich nicht die Annahme der Erbschaft. Gemeinhin anerkannt wird hingegen unternehmerische Tätigkeit, die zur Wertschöpfung beiträgt und Arbeitsplätze schafft. Ob das Unternehmen nun durch einen Erben höchstpersönlich oder, wie hier, durch einen angestellten Geschäftsführer geleitet wird, spielt dabei keine Rolle.

Begabte Kinder sollten gefördert werden, unabhängig von den Einkommens- oder sonstigen sozialen Verhältnissen, da stimme ich zu.
Für die Entdeckung und Förderung dieser Juwelen ist möglicherweise etwas mehr Raum, wenn sich Lehrer weniger mit Sprachbarrieren, soziokulturellen Spannungen und sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf befassen müssten.

highperformer

Zitat von: Petar T. in Heute um 08:15Entfällt der Schutzgrund, steht die Rückkehr in die Heimatländer an.

Dagegen hat ja grundsätzlich auch niemand etwas. Die Frage ist ja, wann der Schutzgrund entfällt - manche Kriege ziehen sich Ewigkeiten, manche Schutzgründe (wie Verfolgung aufgrund von Homosexualität oder politisches Asyl) werden vermutlich nie wegfallen. Das wird sich irgendwann noch verstärken, wenn wir Klimaflüchtlinge bekommen (auch ein Thema, das die AfD nicht versteht und den zu erwartenden Flüchtlingsstrom quasi proaktiv forciert). Und wenn man die Leute dann zwanzig Jahre in der Hoffnung der "Remigration" in ein Ghetto steckt und die am Ende dann gewalttätig werden, sind primär nur die Rechten überrascht und hetzen dann ...
Solange mein Dienstherr so tut, als würde er mich angemessen besolden, tue ich so, als würde ich arbeiten.

Bob Kelso

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 19:14Das ist zwar eine polemische, aber durchaus diskutierbare These. Wenn wir über Leistungserbringer reden, dann haben wir tatsächlich einen zu starken Anstieg der Steuer-Progression bei gleichzeitigem Abschmelzen von Sozialleistungen. Die Sozialsysteme werden eben primär über die Belastung von Arbeitseinkommen finanziert. Aber das hat mit den "bösen" Reichen wenig zu tun, hier wird einfach in zu hohem Maße aus der Mitte(!) nach unten geschaufelt. Wenn man sich dem Problem sachlich nähert, kann daraus eine interessante Debatte werden.
Das hingegen ist völliger Humbug. Finger weg von den gebrauchten Fentanylpflastern!

Nettes Witzchen!
Im Ernst: Kaum ein Bericht über die soziale Strukturen in Deutschland weist nicht ständig darauf hin, dass "die Reichen" auf Kosten der Leistungsverweigerer in Saus und Braus leben würden und noch mehr Solidarität und Verantwortung (!!!) für die "armen Armen" tragen müssen! 

NelsonMuntz

Zitat von: Bob Kelso in Heute um 14:03Nettes Witzchen!
Im Ernst: Kaum ein Bericht über die soziale Strukturen in Deutschland weist nicht ständig darauf hin, dass "die Reichen" auf Kosten der Leistungsverweigerer in Saus und Braus leben würden und noch mehr Solidarität und Verantwortung (!!!) für die "armen Armen" tragen müssen! 

Da Du als Mediziner im öD Dein Tagwerk vollbringst (also vollbringen musst), gehörst Du jener Kaste der "Reichen" doch überhaupt nicht an ;)

So um das Jahr 1900 hatte der Arzt natürlich Gesinde im Haus, welchem er Obdach und Nahrung bot und im Gegenzug mannigfaltige Dienstleistungen für seinen Alltag in Anspruch nehmen konnte. Wär vielleicht das eher Deine "gerechte" Welt?

Ozymandias

https://www.welt.de/wirtschaft/article6abe456aca5c42fe8f931d1e/bundesfinanzministerium-bundesregierung-korrigiert-staatsquote-nach-oben-hoechster-wert-seit-1960-erwartet.html

52% Staatsquote - ohne verfassungsgemäße Alimentation  ;)

So einen Blödsinn muss man erstmal hinbekommen, vor allem unter einer CDU-Regierung.
Und die linken Kommunistenschreier wollen noch mehr.
Hayek, Marktwirtschaft alles ganz schlimm. Sagen jedenfalls die Leute, die 20 Jahre im superguten neutralen staatlichen Bildungssystem verbracht haben.

Bob Kelso

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 14:13Da Du als Mediziner im öD Dein Tagwerk vollbringst (also vollbringen musst), gehörst Du jener Kaste der "Reichen" doch überhaupt nicht an ;)

So um das Jahr 1900 hatte der Arzt natürlich Gesinde im Haus, welchem er Obdach und Nahrung bot und im Gegenzug mannigfaltige Dienstleistungen für seinen Alltag in Anspruch nehmen konnte. Wär vielleicht das eher Deine "gerechte" Welt?

Und wie war es 1689!

Bob Kelso

Zitat von: Petar T. in Heute um 08:15Ob die US-Tech-Konzerne durch mittelmäßige Absolventen von Community Colleges an die Weltspitze geführt worden sind, darf bezweifelt werden.

Weshalb soll das ausländische Kind an deutschen Schulen keine Spitzenleistung erbringen können? Das wäre auch nach den Plänen der AfD möglich. Denn diese fordert die Sonderklassen lediglich für Flüchtlingskinder, deren Familien keine Bleibeperspektive haben. Asyl ist der vorübergehende Schutz vor Krieg und Verfolgung. Entfällt der Schutzgrund, steht die Rückkehr in die Heimatländer an. Das ist geltendes Recht und wird überall auf der Welt so gehandhabt. Diese Kinder sollen in ihrer Muttersprache nach den Lehrplänen des Heimatlandes unterrichtet werden. Das halte ich für keinen schlechten Gedanken. Für ausländische Kinder und Familien, die im Rahmen der regulären Migration nach Deutschland gekommen sind, gilt das selbstverständlich nicht.


Artikel 16a des Grundgesetzes (GG) regelt das Recht auf Asyl in Deutschland.
Er wurde 1993 im Zuge des sogenannten ,,Asylkompromisses" geschaffen, um den unbeschränkten Asylanspruch des ursprünglichen Art. 16 Abs. 2 GG einzudämmen.
Der Kern: Absatz 1
• Der Grundsatz: ,,Politisch Verfolgte genießen Asylrecht."
• Enge Definition: Dies schützt Personen, die gezielt vom eigenen Staat aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder politischen Überzeugung verfolgt werden. Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege oder Naturkatastrophen fallen nicht unter diesen Verfassungsbegriff (für diese greift oft der Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder EU-Recht).

• Genfer Flüchtlingskonvention & EU-Recht:
Hier ist der Begriff des Flüchtlings ebenfalls stark an Verfolgung wegen Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe geknüpft.

• Subsidiärer Schutz / Massenzustrom:
Vor kriegerischer Gewalt und Willkür im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen Konflikts greift stattdessen oft der subsidiäre Schutz oder – wie im Falle des Ukraine-Krieges – die Regelung zum vorübergehenden Schutz nach EU-Recht.

NelsonMuntz

Zitat von: Bob Kelso in Heute um 19:56Und wie war es 1689!

Wir formulieren in Deutschland eine Frage mit einem den Satz terminierenden Fragezeichen.

Sollte man als selbsternannte Leistungselite des deutschen Volkes eigentlich wissen, oder?

... Du darfst aber trotzdem gerne umreißen, welchen finanziellen Status Du für Dich in diesem Land als angemessen betrachten würdest. Immer daran denken: KI kann auch bald Medizin. Wahrscheinlich besser, in jedem Falle günstiger!