Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis  (Read 82312 times)

Poggeliese

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #255 am: 04.03.2019 14:11 »
Bisher gibt es ja so viele Spekulationen ... weiß jemand, wann es eine "Erklärung" des Einigungspapiers geben wird?
Es machen sich alle heiß, aber wie es geregelt wird kann bisher nur angenommen werden.

idalele

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #256 am: 04.03.2019 14:13 »
Hab das mal versucht (möglicher Tarifabschluss) für mich zu rechnen.

Momentane Lohngruppe 7 – 5 TVL
Tarifergebnis Lohngruppe 7 -5 TVL nach Abzug Stillstand Anpassung der Jahressonderzahlung  2019 bis 2021 =
7,25 % auf 3 Jahre =  im Durschnitt 2,41 % im Jahr,
Abzüglich Durchschnittliche  Inflationsrate von 1,6 % =  ein + 0,81 % im Jahr
Abzüglich Verdi Beitrag von 1 % Jährlich  = ein minus von 0,19 % Lohnerhöhung  Jährlich.
Das entspricht wenn ich richtig gerechnet habe  einem minus von 0,26 Euro Cent pro Monat auf meinem Lohnzettel.

Hätte also nur ein Lohn plus, wenn ich bei Verdi austrete.


Gajus

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #257 am: 04.03.2019 14:18 »
Hab das mal versucht (möglicher Tarifabschluss) für mich zu rechnen.

Momentane Lohngruppe 7 – 5 TVL
Tarifergebnis Lohngruppe 7 -5 TVL nach Abzug Stillstand Anpassung der Jahressonderzahlung  2019 bis 2021 =
7,25 % auf 3 Jahre =  im Durschnitt 2,41 % im Jahr,
Abzüglich Durchschnittliche  Inflationsrate von 1,6 % =  ein + 0,81 % im Jahr
Abzüglich Verdi Beitrag von 1 % Jährlich  = ein minus von 0,19 % Lohnerhöhung  Jährlich.
Das entspricht wenn ich richtig gerechnet habe  einem minus von 0,26 Euro Cent pro Monat auf meinem Lohnzettel.

Hätte also nur ein Lohn plus, wenn ich bei Verdi austrete.

Wieso das? Du zahlst bei Verdi doch vorher auch schon, oder? Was kostet dich das? 1 Prozent vom gesamten Gehalt? Dann sind das von Lohnsteigerung 7,5 Prozent grade mal 0,075 Prozent deines Einkommens mehr als vorher

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #258 am: 04.03.2019 14:35 »
Der dbb hat jetzt die neuen Entgelttabellen online gestellt (vorbehaltlich der Redaktionsverhandlungen):
https://www.dbb.de/politik-positionen/einkommensrunde/einkommensrunde-2019/ergebnisse.html

Calenberger

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #259 am: 04.03.2019 14:51 »
Der TV-L hat sich gegen über dem TVÖD nicht gerade verbessert.

Ein TVÖDler 9c Stufe 3 würde sich Brutto, ab diesen Monat, um ~30€ verschlechtern, wenn er in den TV-L wechseln würde und eine E10 Stufe 3 annehmen würde.

Respekt! Die letzten großßen Verhandlungen sind für Frank dann richtig gut gelaufen. 

Feidl

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #260 am: 04.03.2019 15:14 »
Die überproportionale Erhöhung der Stufe 1 wird auch nicht dazu führen, dass sich mehr Ingenieure bzw. Techniker für den öffentl. Dienst interessieren. Die meisten "Neueinstellungen" in dieser Berufsgruppe kommen gleich in Stufe 3 oder zumindest in Stufe 2, da schon Berufserfahrung vorhanden ist.
Ich (Ingenieur) selbst hätte drei mal mit Stufe 1 anfangen können, nach Ausbildung, nach Studium und nach Anwärterausbildung. Und viele andere Bewerber waren auch junge Absolventen, ohne wirkliche Berufserfahrung.

Wenn ein frisch gebackener Hochschulabsolvent sich bewerben möchte, dann schaut er natürlich beim Gehalt primär auf das, was er am Anfang bekommt (wenn er clever genug ist, sich die Aufstiegsmöglichkeiten und deren Entlohnung anzuschauen, dann kommt öD sowieso nicht in Frage  ;D). Daher ist es richtig, dass dieses Einstiegsgehalt nicht völlig abstinkt gegenüber den von anderen Arbeitgebern.

Außerdem wird damit der riesige Abstand zu Stufe 2 verringert.

Klar, für die aller meisten hier und die meisten im öD ist Stufe 1 nicht (mehr) relevant, aber deswegen muss man deren Erhöhung doch nicht schlecht heißen. Zu kritisieren sind stattdessen die Tarifparteien und die Medien, die 3,2% fürs erste Jahr (und daraus dann die 8% errechnen) propagieren, statt ehrlich zu sein, und zu sagen, es sind 3,01 fürs erste Jahr und für die kleine Gruppe der Berufsanfänger 4,5%. (Einfrieren der JSZ mal unberücksichtigt gelassen)

Oddy

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #261 am: 04.03.2019 15:41 »
Die überproportionale Erhöhung der Stufe 1 wird auch nicht dazu führen, dass sich mehr Ingenieure bzw. Techniker für den öffentl. Dienst interessieren. Die meisten "Neueinstellungen" in dieser Berufsgruppe kommen gleich in Stufe 3 oder zumindest in Stufe 2, da schon Berufserfahrung vorhanden ist.
Ich (Ingenieur) selbst hätte drei mal mit Stufe 1 anfangen können, nach Ausbildung, nach Studium und nach Anwärterausbildung. Und viele andere Bewerber waren auch junge Absolventen, ohne wirkliche Berufserfahrung.

Wenn ein frisch gebackener Hochschulabsolvent sich bewerben möchte, dann schaut er natürlich beim Gehalt primär auf das, was er am Anfang bekommt (wenn er clever genug ist, sich die Aufstiegsmöglichkeiten und deren Entlohnung anzuschauen, dann kommt öD sowieso nicht in Frage  ;D). Daher ist es richtig, dass dieses Einstiegsgehalt nicht völlig abstinkt gegenüber den von anderen Arbeitgebern.

Außerdem wird damit der riesige Abstand zu Stufe 2 verringert.
...
Gegen die überproportionale Erhöhung in der Stufe 1 ist ersmal prinzipiell nichts einzuwenden. Ich gönne es jedem, zumal ich auch mal mit der 1 angefangen habe. Nur ist der Effekt kaum der Rede wert, da nur 1 Jahr wirksam. Danach bist Du ja schon in Stufe 2.
Den Effekt, den sich die Arbeitgeber davon versprechen, damit einen Run auf Stellenausschreibungen des offentlichen Dienstes (TV-L) auszulösen, wird es nicht haben. Dafür hätte es ganz andere Zahlen gebraucht.
Ich habe fast den Verdacht, dass die öffentlichen Arbeitgeber auf die nächste Krise hoffen, denn dann gäbe es ja genug arbeitslose Akademiker, die jeden (auch noch so schlecht bezahlten Job) annehmen. Nur glaube ich, dass das so schnell nicht passieren wird, da andere Arbeitgeber (Privatwirtschaft) lieber erstmal Kurzarbeit anordnen, bevor auch nur ein Techniker oder Ingenieur entlassen wird. Fakt ist, dass der Fachkräftemangel insbesondere im öffentl. Dienst auf absehbare Zeit nicht zu beseitigen sein wird. Im Gegenteil, er wird in den nächsten Jahren noch viel schlimmer. Ich arbeite selbst an einer Hochschule, daher weiß ich ziemlich genau, was so an Nachwuchs in den nächsten Jahren zu erwarten ist.

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #262 am: 04.03.2019 15:51 »
Den Effekt, den sich die Arbeitgeber davon versprechen, damit einen Run auf Stellenausschreibungen des offentlichen Dienstes (TV-L) auszulösen, wird es nicht haben.
Der Effekt, auf den die AG hoffen, ist selbstverständlich ein ganz anderer als du unterstellst:
Dadurch das die Stufe 1 stärker angehoben wird als die übrigen Stufen, ergibt sich ein willkommenes Argument, die übrigen Stufen entsprechend weniger anzuheben, da ja bereits Volumen für die Stufe 1 "verbraucht" worden ist.

Da nun nicht wenige Einsteiger in den öD gar nicht mit Stufe 1 anfangen und die übrigen dort nur ein Jahr verweilen, sind die tatsächlich entstehenden Mehrkosten an dieser Stelle sehr überschaubar. Der Spareffekt, der sich durch die geringere Anhebung der übrigen Stufen ergibt, überkompensiert die Mehrkosten in Stufe 1 jedenfalls bei weitem.

daseinsvorsorge

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« Antwort #263 am: 04.03.2019 16:12 »
[Normal. Das Ergebnis wird immer von den Mitgliedern final angenommen (an eine Ablehnung kann ich mich in den letzten 20 Jahren nicht erinnern).
Doch -Ablehnung Schlichtungsregebnis SuE 2015 mit 67 %

daseinsvorsorge

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« Antwort #264 am: 04.03.2019 16:16 »
Also, ich bin zufrieden, obwohl ich keiner bevorzugten Gruppe angehöre. Ich bin E13 und bekomme als direkten Vergleich Dez2018 (13/5) - Jan2020 (13/6) (also innerhalb von 14 Monaten) exakt 500 Euro brutto mehr, die sich aus der (relativ) neuen Stufe 6 und den Erhöhungen zusammensetzen. Netto sind das etwa 265 Euro (Lstk III, 2 Kinderfreibeträge, Kirche).

...Endlich mal jemand, der sich über die linearen Erhöhugungen und die strukturellen Verbesserungen freut. Ansonsten findet man ja hier überwiegend den "deutschen Michel", der chronisch frustriert, unzufrieden ist, Teile der Arbeitszeit in diesem Forum verbringt und dafür noch weit besser entlohnt werden will ;-)

... und wie die allerrneisten hier im Forum überhaupt nicht organisiert ist.

Feidl

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #265 am: 04.03.2019 16:40 »
Den Effekt, den sich die Arbeitgeber davon versprechen, damit einen Run auf Stellenausschreibungen des offentlichen Dienstes (TV-L) auszulösen, wird es nicht haben.
Der Effekt, auf den die AG hoffen, ist selbstverständlich ein ganz anderer als du unterstellst:
Dadurch das die Stufe 1 stärker angehoben wird als die übrigen Stufen, ergibt sich ein willkommenes Argument, die übrigen Stufen entsprechend weniger anzuheben, da ja bereits Volumen für die Stufe 1 "verbraucht" worden ist.

Da nun nicht wenige Einsteiger in den öD gar nicht mit Stufe 1 anfangen und die übrigen dort nur ein Jahr verweilen, sind die tatsächlich entstehenden Mehrkosten an dieser Stelle sehr überschaubar. Der Spareffekt, der sich durch die geringere Anhebung der übrigen Stufen ergibt, überkompensiert die Mehrkosten in Stufe 1 jedenfalls bei weitem.
Eine gut verhandelnde Gewerkschaft kann aber diese Argumentation bringen und eine entsprechend geringere Anhebung der restlichen Stufen nicht akzeptieren.

Letztendlich sehe ich aber trotzdem Vorteile, dass bei den für Fachkräfte geringen Gehälten im öD die besonders geringen in der Stufe 1 nicht mehr ganz so gering sind und manch Berufsanfänger überzeugen, es doch im öD zu versuchen. Das dies allein natürlich den Nachwuchs- und Fachkräftemangel im öD nicht wesentlich eindämmen wird, ist klar.

maxi

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« Antwort #266 am: 04.03.2019 16:48 »
in der gestrigen Pressemitteilung von Verdi wird berichtet dass Pflegekräfte monatlich 120 € erhalten sollen, Azubi 50€

ist das als Einmalzahlung zu verstehen oder dauerhafte zusätzliche mtl. "Zulage"

maxi

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« Antwort #267 am: 04.03.2019 16:52 »
Hab das mal versucht (möglicher Tarifabschluss) für mich zu rechnen.

Momentane Lohngruppe 7 – 5 TVL
Tarifergebnis Lohngruppe 7 -5 TVL nach Abzug Stillstand Anpassung der Jahressonderzahlung  2019 bis 2021 =
7,25 % auf 3 Jahre =  im Durschnitt 2,41 % im Jahr,
Abzüglich Durchschnittliche  Inflationsrate von 1,6 % =  ein + 0,81 % im Jahr
Abzüglich Verdi Beitrag von 1 % Jährlich  = ein minus von 0,19 % Lohnerhöhung  Jährlich.
Das entspricht wenn ich richtig gerechnet habe  einem minus von 0,26 Euro Cent pro Monat auf meinem Lohnzettel.

Hätte also nur ein Lohn plus, wenn ich bei Verdi austrete.

Wieso das? Du zahlst bei Verdi doch vorher auch schon, oder? Was kostet dich das? 1 Prozent vom gesamten Gehalt? Dann sind das von Lohnsteigerung 7,5 Prozent grade mal 0,075 Prozent deines Einkommens mehr als vorher


Unser Prof zahlte die letzten Jahre ein Handgeld von mtl. 300€ an das Personal aus eigenem Topf. zu Beginn der Verhandlungen wurde nun angekündigt dass diese unanfechtbare Leistung zukünftig gestrichen wird je nachdem wie hoch der Tarifabschluss ausfällt. wenn dem so sein sollte springt nach diesem Abschluss ein Lohnplus von 32 € brutto heraus :(

MoinMoin

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« Antwort #268 am: 04.03.2019 19:49 »
Den Effekt, den sich die Arbeitgeber davon versprechen, damit einen Run auf Stellenausschreibungen des offentlichen Dienstes (TV-L) auszulösen, wird es nicht haben.
Daran glaube ich nicht, dass die das auch nur annähert denken.
Diese 4,5% erhöhung ist 100% Marketing für ver.die, da können sie aus den 3,01% (ups 2,8x%) eben schnell eine 3,2% machen, ohne des es dem AG Geld kostet.

Pietclock

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