Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis  (Read 106719 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #120 am: 03.03.2019 13:42 »
Die 3,2% sind das Gesamtvolumen der linearen Erhöhung einschl. Mindestbetrag und überproportionaler Erhöhung Stufe 1, siehe Einigungspapier Abschnitt I.1.

Alitalia

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #121 am: 03.03.2019 13:43 »
Würden die Leute die bisher in E9 S3 sind einfach da bleiben, ohne das die bisherige Wartezeit angerechnet wird, so gäbe es für diese effektiv eine Lohnkürzung bzw. Nullrunde wenn man die Erhöhung draufrechnet.

Anderer Gedanke, man ist derzeit in E9 S2 und hat schon 4 Jahre in S2 auf S3 gewartet. Es fehlt somit nur noch ein Jahr. Wird man dann jetzt in S3 gesteckt und fängt da die Stufenlaufzeit noch einmal von vorne an zu laufen? Ich weiß das kann derzeit noch keiner sagen aber es wäre mies wenn dem so wäre. Das wäre wieder eine weitere Einsparung auf Arbeitgeberseite. Das würde aber die Betroffenen massiv demotivieren, schließlich ist das schon ein ordentlicher Schritt nach vorne gewesen bisher.

_restore

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #122 am: 03.03.2019 13:45 »
Es gibt ja auch keine 2,3% sondern 3,2% die ersten zwei Jahre.
Man rechnet 1,032*1,032*1,014, was ziemlich genau 1,08 ergibt.

3,2%? Wo denn? - haben wir etwas übersehen?
Nach unserer Interpretation sind es 2019 +3,01% bei einem Mindesterhöhungsbetrag von 100 EUR.

Siehe Screenshot unten. Und dabei ist die abgesenkte Jahressonderzahlung noch gar nicht berücksichtigt (das kommt in den nächsten Stunden)

Ich weiß. Die Frage war aber ja, wie die Sprecher auf die tollen 8% kommen.
Habe dann ja noch dritte Wurzel aus 1,0301*1.0312*1,0129 gezogen. 2,47%. Unter 2,5. wie geschrieben...

CaptainPicard

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #123 am: 03.03.2019 13:47 »
1. Jahr: 3,2% brutto. Nach Steuern 1,6% netto. Abzüglich 2% Inflation. Ergebnis: minus 0,4%.
2. Jahr: siehe 1. Jahr.
3. Jahr: 1,4% brutto. Nach Steuern 0,7% netto. Abzüglich 2% Inflation. Ergebnis: minus 1,3%.

CaptainPicard

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #124 am: 03.03.2019 13:49 »
Durch das Einfrieren der Jahressonderzahlung wird die jährliche Entgelterhöhung noch einmal spürbar niedriger als prognostiziert.

Wo kann man denn nachlesen, dass die Jahressonderzahlung eingefroren wird?

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #125 am: 03.03.2019 13:51 »
Die 3,2% sind das Gesamtvolumen der linearen Erhöhung einschl. Mindestbetrag und überproportionaler Erhöhung Stufe 1, siehe Einigungspapier Abschnitt I.1.
Und der erste große "Betrug" ist: Eben nicht bezogen auf das Jahresentgelt.

tomk

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #126 am: 03.03.2019 13:52 »
Wo kann man denn nachlesen, dass die Jahressonderzahlung eingefroren wird?

https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2019/190302_Tarifeinigung_Endfassung.pdf

Unter IV/5

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #127 am: 03.03.2019 13:52 »
Durch das Einfrieren der Jahressonderzahlung wird die jährliche Entgelterhöhung noch einmal spürbar niedriger als prognostiziert.

Wo kann man denn nachlesen, dass die Jahressonderzahlung eingefroren wird?
Abschnitt IV Punkt 5 der Einigung
https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2019/190302_Tarifeinigung_Endfassung.pdf

ChrBY

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #128 am: 03.03.2019 13:53 »
Es gibt ja auch keine 2,3% sondern 3,2% die ersten zwei Jahre.
Man rechnet 1,032*1,032*1,014, was ziemlich genau 1,08 ergibt.

3,2%? Wo denn? - haben wir etwas übersehen?
Nach unserer Interpretation sind es 2019 +3,01% bei einem Mindesterhöhungsbetrag von 100 EUR.

Siehe Screenshot unten. Und dabei ist die abgesenkte Jahressonderzahlung noch gar nicht berücksichtigt (das kommt in den nächsten Stunden)

Ich weiß. Die Frage war aber ja, wie die Sprecher auf die tollen 8% kommen.
Habe dann ja noch dritte Wurzel aus 1,0301*1.0312*1,0129 gezogen. 2,47%. Unter 2,5. wie geschrieben...
Die dritte Wurzel zu ziehen ist allerdings nicht ganz korrekt, da die Laufzeit nur 2,75 Jahre beträgt und niemand weiß, ob eine und welche Erhöhung dann (rückwirkend) zum 1. Oktober 2021 in Kraft treten wird.

Folglich muß man aus dem berechneten Gesamtwachstumsfaktor über 33 Monate nicht die 3. sondern die 2,75. Wurzel ziehen (falls der verwendete Taschenrechner diese nicht beherrscht, kann man statt dessen auch hoch (1/2,75) eintippen).

Zusätzlich muß die abgesenkte Jahressonderzahlung berücksichtigt werden, welche den Gesamtwachstumsfaktor über 33 Monate spürbar schmälert.

Der Standardakademiker in E13/6 kommt somit auf eine jährliche Erhöhung von 2,59 %, was hinter der Mindesterhöhung des TVöD-Abschlusses (namentlich die 2,5. Wurzel aus 1,067) von 2,63 % zurückbleibt, die zudem ausschließlich die Entgeltgruppe 9a betraf.

Fazit: Die tatsächliche Schere zwischen TVöD und TV-L wird durch diesen Abschluß weiter auseinandergehen, auch wenn das Gegenteil behauptet wird.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #129 am: 03.03.2019 13:54 »
Die 3,2% sind das Gesamtvolumen der linearen Erhöhung einschl. Mindestbetrag und überproportionaler Erhöhung Stufe 1, siehe Einigungspapier Abschnitt I.1.
Und der erste große "Betrug" ist: Eben nicht bezogen auf das Jahresentgelt.

Der Abschnitt ist eindeutig überschrieben mit Erhöhung der Tabellenentgelte.

nichts_tun

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #130 am: 03.03.2019 13:58 »
Positiv am Tarifabschluss finde ich:
- Aufspaltung bzw. Entzerrung EG 9
- Erhöhung Garantiebeträge (wenngleich es nun doch keine stufengleiche Höhergruppierung gibt)
- Prinzipiell die prozentuale lineare Erhöhung

Negativ finde ich:
- Wenig konkrete Aussagen zur Überarbeitung der EGO
- Überproportionale Steigerung Stufe 1
- Sockelbeträge
- Einfrierung der JSZ
- die Laufzeit (im TVöD waren es letztens 30 Montate, nun sind es hier 33 Monate - was kommt als nächstes?)
- Erhöhter Urlaub bei Wechselschicht

Indifferent bin ich bei:
- Einführung der S-Tabelle

Insgesamt also eher ein maues Ergebnis. Und wie hier schon dargestellt wird, in der Analyse zum TVöD gibt es kaum strukturelle Verbesserung bzw. Angleichungen; die Länder hängen sich immer mehr ab.

Garfield

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #131 am: 03.03.2019 14:04 »
Die Jahressonderzahlung einzufrieren ist wirklich ein makaberer Vorgang. Die war doch schon vorher ein Witz und genau die andere Richtung wäre richtig gewesen, nämlich diese lächerliche Zahlung, vor allem in den oberen EGs endlich mal anzuheben, mit dem Langziel 100% für alle.

Unfassbare Lachnummer dieser Abschluss. Diese Drecks-Gewerkschaft soll nochmal erzählen man müsse eben eintreten um was zu verändern. Niemals werde ich diesen Haufen unterstützen, nicht solange sie sowas abnicken, nur damit die Schlagzeile lautet "Öffentlicher Dienst bekommt 8 % mehr".

Da hat man einen Haufen Scheiße auf Hochglanz poliert, Glückwunsch.

Spid

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« Antwort #132 am: 03.03.2019 14:05 »
Positiv am Tarifabschluss finde ich:
- Aufspaltung bzw. Entzerrung EG 9
- Erhöhung Garantiebeträge (wenngleich es nun doch keine stufengleiche Höhergruppierung gibt)
- Prinzipiell die prozentuale lineare Erhöhung

Negativ finde ich:
- Wenig konkrete Aussagen zur Überarbeitung der EGO
- Überproportionale Steigerung Stufe 1
- Sockelbeträge
- Einfrierung der JSZ
- die Laufzeit (im TVöD waren es letztens 30 Montate, nun sind es hier 33 Monate - was kommt als nächstes?)
- Erhöhter Urlaub bei Wechselschicht

Indifferent bin ich bei:
- Einführung der S-Tabelle

Insgesamt also eher ein maues Ergebnis. Und wie hier schon dargestellt wird, in der Analyse zum TVöD gibt es kaum strukturelle Verbesserung bzw. Angleichungen; die Länder hängen sich immer mehr ab.

Was ist an mehr Urlaub bei Wechselschicht negativ?

_restore

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« Antwort #133 am: 03.03.2019 14:05 »
Es gibt ja auch keine 2,3% sondern 3,2% die ersten zwei Jahre.
Man rechnet 1,032*1,032*1,014, was ziemlich genau 1,08 ergibt.

3,2%? Wo denn? - haben wir etwas übersehen?
Nach unserer Interpretation sind es 2019 +3,01% bei einem Mindesterhöhungsbetrag von 100 EUR.

Siehe Screenshot unten. Und dabei ist die abgesenkte Jahressonderzahlung noch gar nicht berücksichtigt (das kommt in den nächsten Stunden)

Ich weiß. Die Frage war aber ja, wie die Sprecher auf die tollen 8% kommen.
Habe dann ja noch dritte Wurzel aus 1,0301*1.0312*1,0129 gezogen. 2,47%. Unter 2,5. wie geschrieben...
Die dritte Wurzel zu ziehen ist allerdings nicht ganz korrekt, da die Laufzeit nur 2,75 Jahre beträgt und niemand weiß, ob eine und welche Erhöhung dann (rückwirkend) zum 1. Oktober 2021 in Kraft treten wird.

Folglich muß man aus dem berechneten Gesamtwachstumsfaktor über 33 Monate nicht die 3. sondern die 2,75. Wurzel ziehen (falls der verwendete Taschenrechner diese nicht beherrscht, kann man statt dessen auch hoch (1/2,75) eintippen).

Zusätzlich muß die abgesenkte Jahressonderzahlung berücksichtigt werden, welche den Gesamtwachstumsfaktor über 33 Monate spürbar schmälert.

Der Standardakademiker in E13/6 kommt somit auf eine jährliche Erhöhung von 2,59 %, was hinter der Mindesterhöhung des TVöD-Abschlusses (namentlich die 2,5. Wurzel aus 1,067) von 2,63 % zurückbleibt, die zudem ausschließlich die Entgeltgruppe 9a betraf.

Fazit: Die tatsächliche Schere zwischen TVöD und TV-L wird durch diesen Abschluß weiter auseinandergehen, auch wenn das Gegenteil behauptet wird.

Es ging ja auch nicht um die gemittelte Erhöhung pro Jahr, sondern mit welchem Wert man seine Erhöhung zum Jahresanfang jeweils multiplizieren kann... dass das dritte Jahr nicht voll ist, ist klar... oder vielleicht auch nicht 😜 Nachdem sie uns schon das dreizehnte Monatsgehalt weggenommen haben, planen Sie vielleicht schon an der Wegnahme des zwölften... dann wären die 33 Monate genau drei Jahre 🙈

MoinMoin

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« Antwort #134 am: 03.03.2019 14:06 »
1. Jahr: 3,2% brutto. Nach Steuern 1,6% netto. Abzüglich 2% Inflation. Ergebnis: minus 0,4%.
2. Jahr: siehe 1. Jahr.
3. Jahr: 1,4% brutto. Nach Steuern 0,7% netto. Abzüglich 2% Inflation. Ergebnis: minus 1,3%.
Wenn ich E13S6 eingebe in den Rechner komme ich auf folgende Zahlen:
Tarif                Brutto    Netto                    JSZ           JahresBrutto   Netto
e13s6 alt    5.458,41 €     3.018,47 €     2.729,21 €     68.230,13 €     37.398,57 €
e13s6 neu    5.622,71 €     3.089,34 €     2.729,21 €     70.201,73 €    38.249,03 €
Steigerung   3,01%          2,35%         0,00%           2,89%        2,27%

Wo liegt mein Fehler?