Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 46346 times)

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #345 am: 26.11.2019 11:16 »
Obwohl Lotterie-Systematiken eigentlich nicht in einen Tarifvertrag gehören.
VBL ist doch auch schon ne Lotterie  8)

BAT

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #346 am: 26.11.2019 11:19 »
Obwohl Lotterie-Systematiken eigentlich nicht in einen Tarifvertrag gehören.
VBL ist doch auch schon ne Lotterie  8)

Vor allem Paternalismus und von daher von mir immer schon abgelehnt. Von weiteren Probleme kommen dann noch obendrauf.

Selbst die gesetzliche RV geht mir eigentlich zu weit, aber das ist ein anderes Thema.


Philipp

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #347 am: 26.11.2019 12:03 »
Als besonders Sinnvoll erschiene mir im kommenden TVÖD eine Formulierung, dass "Überstunden" auf Gleitzeitkonten automatisch mit angeordneten Überstunden gleichzusetzen sind, wenn sie aufgrund der zu erledigenden Arbeit zwangsläufig entstehen.

Ein Indiz dafür kann zum Beispiel sein, dass permanent Überstunden gemacht werden, weil das Pensum grundsätzlich nicht in der regulär zur Verfügung stehenden Zeit erfüllt werden kann.

Wenn ich höre, dass bei uns jeder Vorgesetzte grundsätzlich jede Woche mehr arbeitet als vertraglich vereinbart ist, und man dies von diesen Personen erwartet, dann läuft da etwas falsch.

Auch diese Personen haben einen Arbeitsvertrag unterschrieben in dem eine Wochenarbeitszeit festgehalten wurde. Wenn diese grundsätzlich nicht zur Erfüllung der Aufgaben ausreicht, muss Entlastung geschaffen werden.

Eine Einstufung der Mehrarbeit als "angeordnete Überstunden" hätte wenigstens zur Folge, dass die Überstunden auf dem Gleitzeitkonto mindestens finanziell ausgeglichen werden müssen. Zwangsweise ergibt sich so die Konstellation, dass für den Arbeitgeber die Schaffung neuer Stellen keine zusätzlichen Kosten mehr verursacht, sondern nur zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Arbeit führen würde.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #348 am: 26.11.2019 13:22 »
Als besonders Sinnvoll erschiene mir im kommenden TVÖD eine Formulierung, dass "Überstunden" auf Gleitzeitkonten automatisch mit angeordneten Überstunden gleichzusetzen sind, wenn sie aufgrund der zu erledigenden Arbeit zwangsläufig entstehen.
Die Leute sollen also selber entscheiden, ob sie langsam oder schnell arbeiten und so entweder ihre arbeit in 40h oder 44h schaffen (könnten)?
Dann kann man ja gleich die Führungskräfte entlassen, denn damit haben sie noch weniger zu tun.

Entweder man hat Gleitzeitkonten, damit man
a) seine Arbeite familienfreundlich oder work live balance mäßig verteilen kann (AN Sicht)
und/oder
b) Damit man flexibel AN einsetzten kann, bzw die unterschiedlichen Arbeitsintensitäten von den AN gehandelt werden können. (AG Seite)

Da wo AN permanent überlastet sind, hilft dein Modell nicht, wenn zuviel Arbeit für zu wenig Personal da ist, dann muss der AG (via Führungskraft) Personal ranschaffen oder Arbeit anders organisieren.

IdR sehe ich bei den meisten Personen mit ÜStunden das Problem der fehlenden Selbstorganisation und den fehlenden Mut dem Cheffe zu sagen: schaff ich nicht in der Zeit, sag was ich nicht machen soll.
(wohl gemerkt bei den Kandidaten wo die ÜStunden permanent da sind, und die in der Zeit wo nicht so viel aufläuft eben nicht die Stunden abbauen, sondern dann entspannt vor sich hin arbeiten. Wir schicken solche nach hause und wenn sich nicht wollen, dann verfallen ihre Stunden halt. Und bei denen die unverschuldet ÜStunden, die nicht abbaubar sind, haben, da werden diese dann auch umgewandelt).

Kaffeetassensucher

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #349 am: 26.11.2019 13:34 »
Ein Indiz dafür kann zum Beispiel sein, dass permanent Überstunden gemacht werden, weil das Pensum grundsätzlich nicht in der regulär zur Verfügung stehenden Zeit erfüllt werden kann.

Die Frage allerdings ist: Wie erkennt man das?

Hier bei uns macht so gut wie jeder täglich Mehrarbeit (die nach deinem Modell ja automatisch Überstunden wären), um dann freitags entsprechend früher nach Hause zu können. Oder um später einen ganzen oder einen halben Tag frei zu nehmen. Man müsste also die Wochenarbeitszeit hernehmen oder noch besser die Monatsarbeitszeit. Oder gleich den ganzen Abrechnungszeitraum (der bei uns bis jeweils September des folgenden Jahres geht, ehe gekappt wird).

Klar kann der Vorgesetzte bestätigen, dass die Mehrarbeit nicht in der vorgesehenen Zeit geschafft werden konnte, aber das wäre dann auch nicht viel anders, als würde er offiziell Überstunden (nach der derzeitigen Definition) anordnen.

Dass Vorgesetzte erwarten, dass man mindestens so lange wie sie bleibt, ist mir persönlich ehrlich gesagt noch nicht untergekommen. Und wenn können die erwarten, was sie wollen, wenn ich Gleitzeit habe, keine Überstunden angeordnet sind und der Gleitzeitrahmen es erlaubt, dann gehe ich, wann ich will. Fertig.

Kryne

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #350 am: 26.11.2019 14:21 »


Aber wie weiter oben schon angesprochen wurde, kann doch jeder seine Arbeitszeit als Teilzeit verrichten, mit entsprechenden Abzügen!?


Kann er eben nicht !!!

Der AG kann mit betrieblichen Gründen die Teilzeit ablehnen. Bei uns wird die Teilzeit bei Vollzeitstellen grundsätzlich aus betrieblichen Gründen abgelehnt. Gibt es nix zu diskutieren. Der Rechtsweg steht eventuell natürlich offen.

Also hört doch endlich auf so einen Quark mit Teilzeit zu erzählen. Wenn das so einfach wäre, dann würden aktuell nicht kreuz und quer alle (in verschiedenen Branchen) so eine Wahlmöglichkeit verlangen.


Was das Arbeitspensum angeht, so muss ich sagen, dass mir als AN das vollkommen egal ist. Wenn ein Entwässerungsantrag bei mir irgendwann 12 Monate auf dem Tisch liegt bis er bearbeitet wird, dann ist mir persönlich das komplett egal. Ich mache Dienst nach Vorschrift und mache meine Gleizeitstunden so wie mir das passt. Ich mache keine "Gleitzeitüberstunden" weil viel Arbeit anfällt, sondern weil ich vielleich mal einen Tag frei machen will.

Wenn mal viel Arbeit da ist oder eine Sitzung spät Abends an der ich teilnehmen soll, dann lasse ich mir diese Überstunden mit entsprechenden Zuschlägen anordnen und fertig.
« Last Edit: 26.11.2019 14:30 von Kryne »

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #351 am: 26.11.2019 14:38 »
Der AG benötigt aber betriebliche Gründe, um das Teilzeitbegehren aus betrieblichen Gründen abzulehnen. Das läßt sich ja gerichtlich überprüfen. Ich hielte eine pauschale Ablehnung ohne Einzelfallprüfung für einen abmahnwürdigen Pflichtverstoß.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #352 am: 26.11.2019 16:01 »
Dass Vorgesetzte erwarten, dass man mindestens so lange wie sie bleibt, ist mir persönlich ehrlich gesagt noch nicht untergekommen. Und wenn können die erwarten, was sie wollen, wenn ich Gleitzeit habe, keine Überstunden angeordnet sind und der Gleitzeitrahmen es erlaubt, dann gehe ich, wann ich will. Fertig.
Mir auch nicht, aber auch nicht, das sie von Ihrem Recht Gebrauch machen, den Gleitzeitrahmen auszuhebeln. Das können sie nämlich bei uns, nennt sich dann angeordnete Überstunden.  8)
Und damit schließt sich der Kreis wieder.

Brownyy

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #353 am: 26.11.2019 20:36 »
Es ist eine Mär, dass der öffentliche Dienst nur wenige neue Stellen schafft, siehe hier: https://tinyurl.com/s236294.
Ab 2010 kontinuierlicher Anstieg der Beschäftigtenzahlen.

Neue Stellen werden geschaffen. An welcher Stelle? Um Arbeitsintensität auszugleichen. Bevor dies geschieht, passiert vor allem erst einmal eines: Nix. Als nächstes kommt der Vorgesetzte, klopft dir auf die Schulter, und sagt :"Packst du schon!" Und vielleicht dann kommt irgendwann einer auf die Idee, nach dem 3 MA einen Versetzungsantrag gestellt haben, zu handeln.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #354 am: 26.11.2019 22:59 »
Es ist eine Mär, dass der öffentliche Dienst nur wenige neue Stellen schafft, siehe hier: https://tinyurl.com/s236294.
Ab 2010 kontinuierlicher Anstieg der Beschäftigtenzahlen.

Neue Stellen werden geschaffen. An welcher Stelle? Um Arbeitsintensität auszugleichen. Bevor dies geschieht, passiert vor allem erst einmal eines: Nix. Als nächstes kommt der Vorgesetzte, klopft dir auf die Schulter, und sagt :"Packst du schon!" Und vielleicht dann kommt irgendwann einer auf die Idee, nach dem 3 MA einen Versetzungsantrag gestellt haben, zu handeln.
Und nachdem man drei neue Vorgesetzte hatte ;D
Ach bin ich Froh....das bisher meine Kommunikation zur übergeordneten Ebene funktioniert hat.

Kat

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #355 am: 27.11.2019 06:52 »
Als besonders Sinnvoll erschiene mir im kommenden TVÖD eine Formulierung, dass "Überstunden" auf Gleitzeitkonten automatisch mit angeordneten Überstunden gleichzusetzen sind, wenn sie aufgrund der zu erledigenden Arbeit zwangsläufig entstehen.

Ein Indiz dafür kann zum Beispiel sein, dass permanent Überstunden gemacht werden, weil das Pensum grundsätzlich nicht in der regulär zur Verfügung stehenden Zeit erfüllt werden kann.

Wenn ich höre, dass bei uns jeder Vorgesetzte grundsätzlich jede Woche mehr arbeitet als vertraglich vereinbart ist, und man dies von diesen Personen erwartet, dann läuft da etwas falsch.

Auch diese Personen haben einen Arbeitsvertrag unterschrieben in dem eine Wochenarbeitszeit festgehalten wurde. Wenn diese grundsätzlich nicht zur Erfüllung der Aufgaben ausreicht, muss Entlastung geschaffen werden.

Eine Einstufung der Mehrarbeit als "angeordnete Überstunden" hätte wenigstens zur Folge, dass die Überstunden auf dem Gleitzeitkonto mindestens finanziell ausgeglichen werden müssen. Zwangsweise ergibt sich so die Konstellation, dass für den Arbeitgeber die Schaffung neuer Stellen keine zusätzlichen Kosten mehr verursacht, sondern nur zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Arbeit führen würde.

DAs ist aber nicht der Sinn von Gleitzeit. Es fängt ja schon damit an, die die meisten von Montag-Donnerstag Mehrarbeit leisten, um dann Freitag mittags gehen zu können. Ein Gleitzeitkonto ist dazu da, mal früher und mal später Feierabend zu machen und nicht, um sich das auszahlen zu lassen.

Kaffeetassensucher

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« Antwort #356 am: 27.11.2019 07:16 »
Dass Vorgesetzte erwarten, dass man mindestens so lange wie sie bleibt, ist mir persönlich ehrlich gesagt noch nicht untergekommen. Und wenn können die erwarten, was sie wollen, wenn ich Gleitzeit habe, keine Überstunden angeordnet sind und der Gleitzeitrahmen es erlaubt, dann gehe ich, wann ich will. Fertig.
Mir auch nicht, aber auch nicht, das sie von Ihrem Recht Gebrauch machen, den Gleitzeitrahmen auszuhebeln. Das können sie nämlich bei uns, nennt sich dann angeordnete Überstunden.  8)
Und damit schließt sich der Kreis wieder.

Ja, klar, dazu müssen sie aber eine Formular ausfüllen, mich das unterschreiben und vom Betriebsrat genehmigen lassen. Solange aber nichts Außerordentliches ansteht (speziell Veranstaltungen oder absehbar längerdauernde Sitzungen) ist das bei uns eher nicht die Regel.

WasDennNun

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« Antwort #357 am: 27.11.2019 07:20 »
Bei uns auch nicht, da die Leute (zu 95%) wissen was wann wie zu tun ist und teilen entsprechend Ihre Zeit - aufs Jahr gesehen - ein. Wenns mal brennt und bleibt man, wenn nicht geht man. Die 5%, die verpeilt sind, die werden rechtzeitig aufgefordert Ihre Stunden abzubauen, wenn sie es nicht machen, Pech Stunden futsch, bzw. denen ist es dann egal, weil haben Spaß an der Arbeit und mosern auch nicht rum.

Kaffeetassensucher

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« Antwort #358 am: 27.11.2019 07:38 »
Bei uns auch nicht, da die Leute (zu 95%) wissen was wann wie zu tun ist und teilen entsprechend Ihre Zeit - aufs Jahr gesehen - ein. Wenns mal brennt und bleibt man, wenn nicht geht man. Die 5%, die verpeilt sind, die werden rechtzeitig aufgefordert Ihre Stunden abzubauen, wenn sie es nicht machen, Pech Stunden futsch, bzw. denen ist es dann egal, weil haben Spaß an der Arbeit und mosern auch nicht rum.

Genauso ist es bei uns auch, ja, sehe ich auch genauso.

Ich bin ja immer wieder fasziniert davon, wie oft bei uns Intranetmeldungen und Rundmails auftauchen, dass man doch bitte daran denken möge, die Mehrstunden rechtzeitig abzubauen, da sie aber einer bestimmten Höhe sonst verfallen würden. Zumal der Fachvorgesetzte automatisch auch noch eine Benachrichtigung erhält, wenn jemand über eine bestimmte Grenze kommt und er angehalten ist, mit diesem abzuklären, wie diese reduziert werden können. Trotzdem scheint es noch immer irgendwelche Pappenheimer zu geben, die das entweder nicht auf die Reihe kriegen oder denen es schlicht egal ist.

werop

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« Antwort #359 am: 27.11.2019 09:56 »
Es ist eine Mär, dass der öffentliche Dienst nur wenige neue Stellen schafft, siehe hier: https://tinyurl.com/s236294.
Ab 2010 kontinuierlicher Anstieg der Beschäftigtenzahlen.

Neue Stellen werden geschaffen. An welcher Stelle? Um Arbeitsintensität auszugleichen. Bevor dies geschieht, passiert vor allem erst einmal eines: Nix. Als nächstes kommt der Vorgesetzte, klopft dir auf die Schulter, und sagt :"Packst du schon!" Und vielleicht dann kommt irgendwann einer auf die Idee, nach dem 3 MA einen Versetzungsantrag gestellt haben, zu handeln.
ist ja wie bei der Werbung (nur umgekehrt): erst der Preis ordentlich hoch und dann auf diesen bisschen Prozente und schon geiern die Leute.
Ich lese die Statistik entwas anders. Sicherlich kann/muss man von zusätzlichen Stellen sprechen seit 2010, aber man sollte doch die 1-2 Prozentpunkte nicht überbewerten (heisst doch auf unsere Diskussion bezogen, dass Du jetzt um 1-2% "entlastet" wurdest...nicht schlecht!) und außerdem muss auch die Zeit davor mitberücksichtigt  werden.