Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 333090 times)

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4185 am: 07.05.2020 21:01 »
BWL, Sozialwissenschaften, Business Intelligence, Chemie, Jura, Tourismusmanagement, Geografie, Anglistik und Forstwissenschaft sind mir jetzt in Erinnerung geblieben, gab aber in den letzten Jahren einige Bewerber für unsere E6-, E7- und E9b-Stellen mit Masterabschluss.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4186 am: 07.05.2020 22:08 »
BWL, Sozialwissenschaften, Business Intelligence, Chemie, Jura, Tourismusmanagement, Geografie, Anglistik und Forstwissenschaft sind mir jetzt in Erinnerung geblieben, gab aber in den letzten Jahren einige Bewerber für unsere E6-, E7- und E9b-Stellen mit Masterabschluss.

Vielleicht mal mit einer Minusstelle ausschreiben, vielleicht bringt noch jemand Geld mit...

Das ist sicher auch ganz weit draußen die absolute Ausnahme.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4187 am: 07.05.2020 22:20 »
Nein. Warst Du schon mal in Bad Muskau, Doberlug-Kirchhain oder Quedlinburg?

Dienstbeflissen

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4188 am: 07.05.2020 23:21 »
BWL, Sozialwissenschaften, Business Intelligence, Chemie, Jura, Tourismusmanagement, Geografie, Anglistik und Forstwissenschaft sind mir jetzt in Erinnerung geblieben, gab aber in den letzten Jahren einige Bewerber für unsere E6-, E7- und E9b-Stellen mit Masterabschluss.

Habe auch hier in HH Bewerber mit solchen Abschlüssen auf E5er Stellen, relativ häufig. Meistens ältere Semester mit Bruch in der Vita.

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4189 am: 08.05.2020 06:14 »
Nein. Warst Du schon mal in Bad Muskau, Doberlug-Kirchhain oder Quedlinburg?

Die Personen sind dann alle selbst Schuld. Im Umkreis von max. 1h Fahrzeit liegen jeweils Großstädte oder willst du mir erzählen, dass man im 37 Minuten entfernten Cottbus (Bad Muskau), einer Stadt mit 100.000 Einwohner auch für eine E7 arbeiten geht? Von den anderen Städten aus sind in jeweils 1h Leipzig oder Magdeburg zu erreichen.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4190 am: 08.05.2020 06:23 »
Angenommen E7 vs. 9a

Würdest du dich für die paar Kröten mehr, jeden Tag 2h ins Auto setzen?

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4191 am: 08.05.2020 07:07 »
Nein. Warst Du schon mal in Bad Muskau, Doberlug-Kirchhain oder Quedlinburg?

Die Personen sind dann alle selbst Schuld. Im Umkreis von max. 1h Fahrzeit liegen jeweils Großstädte oder willst du mir erzählen, dass man im 37 Minuten entfernten Cottbus (Bad Muskau), einer Stadt mit 100.000 Einwohner auch für eine E7 arbeiten geht? Von den anderen Städten aus sind in jeweils 1h Leipzig oder Magdeburg zu erreichen.

Die Arbeitslosenquote in Cottbus ist doppelt so hoch wie in Deutschland insgesamt. Zudem geht es nicht um Schuld, es geht um Bewerber.

MaxMustermann90

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4192 am: 08.05.2020 07:12 »
Ich komme aus Thüringen - ländlicher Bereich. Spid hat da schon ein gutes Stück weit recht. Man kann mit allem ab einer E5 relativ normal und gut leben, insbesondere in den höheren Stufen. Spätestens ab einer E8 performt man, was Einkommen anbelangt, mindestens 85% aller Einwohner aus. Sicherlich gibt es hier und da auch größere Firmen, die ihre 3.000-4.000 Euro brutto aufwärts bezahlen, aber das ist dann doch eher die Ausnahme.

Davon ausgenommen sind natürlich Städte wie Leipzig, Erfurt, Jena, Dresden. Dort wird man es mit einer E5 jetzt nicht sonderlich weit bringen, aber selbst dort ist man spätestens mit einer E8> lebensfähig. Etwas, was ich mir in Städten wie Hamburg, Berlin oder München nicht so recht vorstellen kann.

Trotzdem haben es auch hier Behörden schwer fähiges Fachpersonal in den oberen Entgeltgruppen zu bekommen. IT, Bauwesen, Juristen...da bleibt oft nur die B- oder C-Ware des Marktes über. Da der Staat aber ja eh nicht dazu da ist Spitzenreiter zu sein, sondern schlicht und ergreifend das Allgemeinwesen am Laufen zu halten, reichen hier eigentlich auch 0815-Absolventen. Will man sich um die Top Guns vom Markt streiten, hat man schlechte Karten.

Zu der leidigen Thematik Bezahlung...es wurde schon unzählige Male gesagt: hier ist nicht Verdi gefordert, sondern die einzelnen Bundesländer. Hier gehört ein Passus in die Kommunalordnungen, dass bei Bedarf Tarif + X% gezahlt oder einzelvertragliche Regelungen abgeschlossen werden können. Stand heute geht das hier und dort zwar auch schon, ist aber oft an Erlaubnisse der für Kommunalrecht zuständigen Ministerien gebunden und wird deshalb nicht/kaum genutzt. Meiner Meinung nach kann hier nur eine die Erforderlichkeit und den Bedarf feststellen: die Kommune selbst.

Kurz noch meine Wünsche für die anstehende Runde:

- Laufzeit 24 Monate bis Herbst 2022
- stufenweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39/40 h auf bundesweit 37h
- Erhöhung Entgelte 2020 2%, 2021 3%, 2022 3%
- Abschaffung JSZ und Umlage auf das monatliche Entgelt
- Abschaffung LoB und Umlage auf das monatliche Entgelt

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4193 am: 08.05.2020 07:20 »
Nein. Warst Du schon mal in Bad Muskau, Doberlug-Kirchhain oder Quedlinburg?

Die Personen sind dann alle selbst Schuld. Im Umkreis von max. 1h Fahrzeit liegen jeweils Großstädte oder willst du mir erzählen, dass man im 37 Minuten entfernten Cottbus (Bad Muskau), einer Stadt mit 100.000 Einwohner auch für eine E7 arbeiten geht? Von den anderen Städten aus sind in jeweils 1h Leipzig oder Magdeburg zu erreichen.
Ich verdiene "nur" E13, obwohl ich schon sechsstellig war und das unter anderem weil ich nur 7 min zur Arbeit brauche. Insofern, ja das will ich dir erzählen!
Und diese Lebensrealität vergisst du ständig und willst einfach plump +20% oder mehr für einzelne Stellen.
Und ja es ist dann die eigenenSchuld der AN, wenn sie sich so entlohnen lassen.
Dort wo sich niemand findet, ist es in der pW die eigene Schuld des AGs, dass er nicht mehr AN findet, und sei es durch Entgeltanreize.
Und du siehst hier die "Schuld" bei ver.di, dass sie nicht mehr Entgelt für diese Bereiche fordert und das pauschal Bundesweit und auch dort wo kein Mangel herrscht. Das kann und wird aber nicht der große Wurf werden, weil viele Kommunen das nicht wollen, können und brauchen.
Ich sehe die Schuld bei den Tarifparteien, hier nicht noch mehr Flexibilität in den Tarif zu bringen und bei den AGs diese zu nutzen.
Sowas wie TV-L §16.5 kann da schon wundern bewirken.

Kaiser80

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« Antwort #4194 am: 08.05.2020 07:39 »

Zu der leidigen Thematik Bezahlung...es wurde schon unzählige Male gesagt: hier ist nicht Verdi gefordert, sondern die einzelnen Bundesländer. Hier gehört ein Passus in die Kommunalordnungen, dass bei Bedarf Tarif + X% gezahlt oder einzelvertragliche Regelungen abgeschlossen werden können. Stand heute geht das hier und dort zwar auch schon, ist aber oft an Erlaubnisse der für Kommunalrecht zuständigen Ministerien gebunden und wird deshalb nicht/kaum genutzt. Meiner Meinung nach kann hier nur eine die Erforderlichkeit und den Bedarf feststellen: die Kommune selbst.


Mein Reden, und Gott sei Dank auch vieler anderer. Da ich aber in den Kommunen in denen ich arbeitete auch ne Menge Gemauschel erlebt habe, sollte das z.B. unter Genehmigung der Kommunalaufsicht stehen, zeitlich beschränkt o.ä.

Spid

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« Antwort #4195 am: 08.05.2020 07:48 »
Dafür braucht es keinen Dritten, hier die Landesgesetzgeber. Es genügt eine tarifliche Öffnungsklausel (z.B. „Abweichend davon kann zur Personalgewinnung und -bindung auch ein um bis zu 20 v.H. über dem Tabellenentgelt liegendes Entgelt vereinbart werden.“), da es sich dann um eine tarifliche Regelung handelt, laufen die Beschränkungen und Genehmigungsvorbehalte der GemO leer.

Kaiser80

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« Antwort #4196 am: 08.05.2020 08:05 »
Stimmt natürlich. Dennoch sollte m.E. die Anwendung einer solchen Öffnungsklausel in der Praxis in irgend einer Art und Weise (RPA,Kommunalaufsicht, o.ä) "überprüfbar" sein.

drwatson

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4197 am: 08.05.2020 08:07 »
mal ohne Lachen 3 Fragen in die Runde, bitte um rege Teilnahme um ein Stimmungsbild zu bekommen

1.)glaubt hier wirklich ernsthaft jemand an eine "NULLRUNDE" ?
2.)wäre eine NULLRUNDE dann Wertschätzend genug?
3.)bei wie viel Prozent fängt die Wertschätzung an bei einer Laufzeit von 12 Monaten?

zu 1.) nein
zu 2.) ----
zu 3.) 4 %

drwatson

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4198 am: 08.05.2020 08:09 »
Ich tippe auf 1% und die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde.

Speech

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« Antwort #4199 am: 08.05.2020 08:38 »
Guten Morgen,

auf dieser Seite (280) sind sehr gute Lösungsansätze zu finden.
Die Denkweise von @Kaiser80 zu dem Gemauschel kann ich zu 100% unterschreiben. Es würde ohne "Aufsicht", zum Teil zuviel Geld, welches für Spitzenpersonal benötigt wird, verbrannt werden.

Meiner Meinung nach sollte bei der Suche nach Spitzenpersonal in bestimmten Bereichen überlegt werden, ob eine Bündelung (überregionales Arbeiten) in Teilen genutzt werden kann. Der Bund nutzt dafür zBsp. Fachstellen. Es muss nicht auf jeden DP Spitzenpersonal sitzen, da das normale Tagesgeschäft auch von durchschnittlichen Fachpersonal erledigt wird. Siehe Posting von @MaxMustermann90

Die Lösung kann nicht sein, die Gießkanne von E9a -E15 flächendeckend einzusetzen. Da würde ich zum Teil erhebliche Verdauungsprobleme bekommen. Da hat @Spid mit "...um bis zu 20 v.H. über dem Tabellenentgelt liegendes Entgelt vereinbart werden", einen sehr guten Ansatz ins Spiel gebracht.

Dies sollte außerhalb der normalen Tarifverhandlung geregelt werden!