Autor Thema: Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung  (Read 587946 times)

Arno-Nühm

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4860 am: 08.06.2020 13:48 »
Ich gehe davon aus, dass selbst bei einer Reduzierung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit auf 34 Stunden keine nennenswerte Veränderung bei der Arbeitsbelastung des Einzelnen zu verzeichnen ist.

Dem ist absolut nichts hinzuzufügen! Jeder, der etwas anderes behauptet, LÜGT!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die am lautesten von "überlastet sein" und "meine Arbeit nicht schaffen" faseln, am wenigsten tun :)
 

yamato

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4861 am: 08.06.2020 14:20 »

Ich hatte mich auf eine Reduzierung der Arbeitszeit bzgl. eines Tarifabschlusses bezogen. Ich arbeite im Sozialamt, sind wir mal ehrlich, da ist es mir Dienst von 39 Stunden nicht getan.

Also ich hab ca. 7 Jahre im Sozialamt gearbeitet und zwar an der Front in Berlin Kreuzberg.
Ich hab meine Arbeit immer in der normalen Arbeitszeit geschafft und konnte auch meine Pausen voll nutzen.

Aber auch damals gab es genug, die es nicht geschafft haben. M.E. fehlte dort die Entscheidungsfreudigkeit.

Schokobon

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4862 am: 08.06.2020 14:24 »
Oftmals ist es auch ein Organisationsversagen des AG dahingehend, dass er eine Vollzeitkraft mit Aufgaben betraut, die in 2 Stunden für die ganze Woche erledigt sind. Die restlichen 37 h werden dann bereits genannte Tätigkeiten ausgeführt. Wenn man die Person fragt wie es mit der Belastung aussieht werden natürlich Horrorgeschichten aufgetischt; man will das Lodderleben ja nicht verspielen. Im Ergebnis wird dann noch ein AN in VZ eingestellt, der "helfen" soll.
Und so nimmt alles seinen Lauf...

Otto1

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4863 am: 08.06.2020 14:30 »
Artikel ist paar Monate alt, aber dennoch die Frage ob der öffentliche Dienst schon Fachkräfte abgreifen konnte, oder muss bald wieder die Schreibmaschine rausgeholt werden. In welcher Entgeltgruppe werden denn solche "Fachkräfte" eingestellt?

https://www.wr.de/wirtschaft/rekordmangel-in-deutschland-fehlen-124-000-it-fachkraefte-id227771269.html

Das wird noch „schlimmer“ bedingt durch den Zwang zur Digitalisierung und den demographischen Wandel. Ich meine letztens mal gelesen zu haben, dass aktuell auf einen vakanten Informatiker rund 450 Stellen kommen. Bauingenieuren waren es 560 Stellen. Man hat da wohl etwas verschlafen, jedenfalls erhält mein Sohn analogen Unterricht und es gibt keine Informatikstunden... wozu auch?  >:(

shenja

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4864 am: 08.06.2020 14:47 »

Ich hatte mich auf eine Reduzierung der Arbeitszeit bzgl. eines Tarifabschlusses bezogen. Ich arbeite im Sozialamt, sind wir mal ehrlich, da ist es mir Dienst von 39 Stunden nicht getan.

Also ich hab ca. 7 Jahre im Sozialamt gearbeitet und zwar an der Front in Berlin Kreuzberg.
Ich hab meine Arbeit immer in der normalen Arbeitszeit geschafft und konnte auch meine Pausen voll nutzen.

Aber auch damals gab es genug, die es nicht geschafft haben. M.E. fehlte dort die Entscheidungsfreudigkeit.

Das ist löblich und freut mich echt. Vermutlich ist es ein Problem meines AG. Bedingt alleine durch die 3 Kollegen die es nicht so gut schaffen und das dadurch der Rest mitarbeiten muss. Ich sag mal ich brauche so pro Woche im Durchschnitt 41 Stunden um meine Arbeit zu schaffen. Habe aber eine 39 Stundenstelle. Wenn jetzt hier die Arbeitszeit verkürzt wird, würde ich ja noch immer im Durchschnitt 41 Stunden brauchen und baue mein Gleitzeitkonto auf. Wenn es wenigstens so ein Konto wäre mit dem ich eher in Rente gehen könnte.

Wenn ich meine bessere Hälfte dagegen sehe. Die ist Sachgebietsleitung, unsere Verwaltung hat das 100 % 4 Augenprinzip. Da wurden in den letzten 4 Jahren eine Abteilungsleiterstelle und eine Sachgebietsleiterstelle gestrichen. Die Aufgaben wurden auf die Amtsleitung und Sachgebietsleitung delegiert. Die muss also alle Abrechnungen zu 100 % von den Mitarbeitern nachgucken, die muss sämtliche Ausbauverträge mit Investoren schließen und macht Arbeiten der Abteilungsleitung mit. Meine bessere Hälfte hat so viel Arbeit, die würde am liebsten noch samstags und sonntags rennen.
Klar, ein Problem das der AG ja sieht, dass es läuft aber sie läuft echt auf den Zahnfleisch und sucht bereits die nächste gute Stelle. Obwohl ihr die Arbeit liegt und ihr auch Spaß macht.

NordNordOst

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4865 am: 08.06.2020 14:57 »
Mal eine Frage: Mein Arbeitgeber gehört zum TV-V. Wenn hier von Tarifverhandlungen im TVöD die Rede ist, betrifft dass dann auch automatisch den TV-V, oder finden hier nochmal extra Verhandlungen statt?
Sorry falls die Frage blöd ist, aber war bisher in der Privatwirtschaft und arbeite erst seit diesem Jahr bei diesem Arbeitgeber, habe mich vorher als mit diesen Fragen noch nie beschäftigt.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4866 am: 08.06.2020 15:10 »

Ich hatte mich auf eine Reduzierung der Arbeitszeit bzgl. eines Tarifabschlusses bezogen. Ich arbeite im Sozialamt, sind wir mal ehrlich, da ist es mir Dienst von 39 Stunden nicht getan.

Also ich hab ca. 7 Jahre im Sozialamt gearbeitet und zwar an der Front in Berlin Kreuzberg.
Ich hab meine Arbeit immer in der normalen Arbeitszeit geschafft und konnte auch meine Pausen voll nutzen.

Aber auch damals gab es genug, die es nicht geschafft haben. M.E. fehlte dort die Entscheidungsfreudigkeit.

Das ist löblich und freut mich echt. Vermutlich ist es ein Problem meines AG. Bedingt alleine durch die 3 Kollegen die es nicht so gut schaffen und das dadurch der Rest mitarbeiten muss. Ich sag mal ich brauche so pro Woche im Durchschnitt 41 Stunden um meine Arbeit zu schaffen. Habe aber eine 39 Stundenstelle. Wenn jetzt hier die Arbeitszeit verkürzt wird, würde ich ja noch immer im Durchschnitt 41 Stunden brauchen und baue mein Gleitzeitkonto auf. Wenn es wenigstens so ein Konto wäre mit dem ich eher in Rente gehen könnte.

Wenn ich meine bessere Hälfte dagegen sehe. Die ist Sachgebietsleitung, unsere Verwaltung hat das 100 % 4 Augenprinzip. Da wurden in den letzten 4 Jahren eine Abteilungsleiterstelle und eine Sachgebietsleiterstelle gestrichen. Die Aufgaben wurden auf die Amtsleitung und Sachgebietsleitung delegiert. Die muss also alle Abrechnungen zu 100 % von den Mitarbeitern nachgucken, die muss sämtliche Ausbauverträge mit Investoren schließen und macht Arbeiten der Abteilungsleitung mit. Meine bessere Hälfte hat so viel Arbeit, die würde am liebsten noch samstags und sonntags rennen.
Klar, ein Problem das der AG ja sieht, dass es läuft aber sie läuft echt auf den Zahnfleisch und sucht bereits die nächste gute Stelle. Obwohl ihr die Arbeit liegt und ihr auch Spaß macht.

Lieber Stelle wechseln statt eine Überlastungsanzeige machen?
Verstehe ich nicht......

RsQ

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4867 am: 08.06.2020 15:12 »
Ich sag mal ich brauche so pro Woche im Durchschnitt 41 Stunden um meine Arbeit zu schaffen. Habe aber eine 39 Stundenstelle.

Warum machst Du das Problem des AG dann zu deinem? Du bearbeitest in 39h, was in 39h realistisch und in erwartbarer Qualität zu schaffen ist. Danach fällt der Stift.

BATKFMaui

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4868 am: 08.06.2020 15:18 »
Ich gehe davon aus, dass selbst bei einer Reduzierung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit auf 34 Stunden keine nennenswerte Veränderung bei der Arbeitsbelastung des Einzelnen zu verzeichnen ist.

Dem ist absolut nichts hinzuzufügen! Jeder, der etwas anderes behauptet, LÜGT!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die am lautesten von "überlastet sein" und "meine Arbeit nicht schaffen" faseln, am wenigsten tun :)

Dann darf ich Sie zu einer 3 Monat andauernden Hospitation in ein Heim der Jugendhilfe; in die Kinder- und Jugend-Psychiatrie, in eine psychotherapeutische Ambulanz , oder eine med. Einrichtung, oder  .... einladen. Liebe Grüße!

Kat

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4869 am: 08.06.2020 15:18 »


Lieber Stelle wechseln statt eine Überlastungsanzeige machen?
Verstehe ich nicht......

Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem eine Überlastungsanzeige außer einem "sorry" was gebracht hätte.

MrRossi

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4870 am: 08.06.2020 15:22 »


Lieber Stelle wechseln statt eine Überlastungsanzeige machen?
Verstehe ich nicht......

Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem eine Überlastungsanzeige außer einem "sorry" was gebracht hätte.

Wenn man inkonsequent handelt kommt nichts raus. Ist so. Spätestens beim Stundenkontoabbau wäre eine Forderung angebracht.

shenja

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4871 am: 08.06.2020 15:28 »
Weil die Folgen einer Überlastungsanzeige die Anordnung von Überstunden ist. Was bringt das?
Das einzige was sie macht ist regelmäßig ihren Vorgesetzen darüber schriftlich informieren wie Stand der Dinge ist damit sie nicht hinterher für Millionenbeträge haftet.

Aber ich finde die Aussagen immer toll, wieso man das Problem des AG zu seinem macht. Lasst ihr alle nach 39 Stunden den Griffel fallen? Jetzt mal ehrlich. Das macht doch keiner.

Manchmal finde ich die Antworten unglaubwürdig.

WasDennNun

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4872 am: 08.06.2020 15:31 »
Wir sind doch alle lang genug dabei um zu wissen, dass es kein neues Personal geben wird. Auch denke ich, dass sich jeder vorstellen kann wo sich ein Sozialamtskunde beschweren wird, sicherlich nicht  beim Rat.
Bin ja noch nicht lange in dem dabei (~5 Jahre), aber unsere Abteilung ist seit dem gewachsen und 2 Neue stehen in der "Beschaffung".
Tja der öD ist ja echt vielfältig.

Bastel

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4873 am: 08.06.2020 15:34 »
Weil die Folgen einer Überlastungsanzeige die Anordnung von Überstunden ist. Was bringt das?
Das einzige was sie macht ist regelmäßig ihren Vorgesetzen darüber schriftlich informieren wie Stand der Dinge ist damit sie nicht hinterher für Millionenbeträge haftet.

Aber ich finde die Aussagen immer toll, wieso man das Problem des AG zu seinem macht. Lasst ihr alle nach 39 Stunden den Griffel fallen? Jetzt mal ehrlich. Das macht doch keiner.

Manchmal finde ich die Antworten unglaubwürdig.

Durch die Anordnung gibt’s Überstundenzuschläge.
Warum sollte man nicht den Stift fallen lassen? Wenn ich keinen Bock mehr habe, gehe ich heim.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2020 - Wunschvorstellung
« Antwort #4874 am: 08.06.2020 15:34 »
Warum sollte ein AN nicht nach seiner geschuldeten Arbeitszeit gehen? Wenn er das nicht tun soll, kann der AG ja unter Einhaltung der Ankündigungsfrist und Beteiligung von PR/BR Arbeitsstunden anordnen. Tut er das nicht, war es nicht so wichtig. Tut er das, werden daraus Überstunden, sofern sie nicht zeitnah ausgeglichen werden - und sind entsprechend zu vergüten. Und über kurz oder lang wird der BR/PR auch einfach „nein“ sagen.