Autor Thema: Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion  (Read 381793 times)

MrRossi

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2145 am: 09.09.2020 16:13 »
Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?

Otto1

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2146 am: 09.09.2020 16:16 »
Warum sollte man an eine Organisation zahlen, die die eigenen Interessen nicht vertritt? Und warum sollten Streiks in Coronazeiten schwierig sein? Ein Streik ist eine Arbeitsniederlegung. Was ist daran derzeit schwieriger?

Aber Spid warum vertreten Sie denn nicht die Interessen von E 9 aufwärts? weil der Organisationsgrad sehr niedrig ist. Warum ist das so? Recht einfach, weil sich da die meisten "Alleswasvonobenkommtabnicker" befinden. Verdi hat es verpasst die Fachkräfte abzuholen, genau wie die IGM eher die Bandarbeiter, als die Ingenieure vertritt. Das wissen die Gewerkschaften aber genau.

Dazu kommen die strukturellen Probleme innerhalb der Behörden.. Sein wir doch mal ehrlich, geht doch mal zu eurer Sachgebietsleitung mit einem arbeitsrechtlichen Problem was z.B. gegen die Fachbereichsleitung geht. Da wirst du sofort auf PR, Anwalt oder Verdi verwiesen. Warum? weil die SGL Angst hat bei der nächsten Bereichsleiterstellenausschreibung nicht berücksichtigt zu werden. So läufts doch.

Warum sie etwas vertreten oder nicht vertreten, ist doch völlig egal. Wenn sie die Interessen von bestimmten Gruppen nicht vertreten, wäre die Mitgliedschaft irrational - und warum sollte man irre handeln? Warum sollte man einer Organisation beitreten, die die Interessen anderer vertritt?

Gruppen zu vertreten die sie nicht  zu vertreten hätten, wäre genauso irre. Im Grunde ein Henne/Ei Problem.

Ich bin mir sehr sicher, daß es AN gab, bevor Gewerkschaften für diese gegründet worden sind. Die Gewerkschaften haben aber offenbar keine Angebote, mit denen sie höherqualifiziertes Personal ansprechen.

Würde die Gewerkschaft sich glaubhaft für meine Belange einsetzen, so würde ich beitreten, aber ich höre immer nur etwas von Leuten mit einer Ausbildung. Fach- und Führungskräfte werden nicht adressiert sondern sogar noch geschröpft (bspw. geringere Erhöhungen und JSZ).

Spid

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« Antwort #2147 am: 09.09.2020 16:18 »
Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?

Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Pakart

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« Antwort #2148 am: 09.09.2020 16:34 »
Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?

Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil viele davon ausgehen, dass eine Verhandlung im Kollektiv für die Mehrheit der Beschäftigten machtvoller erscheint als eine Individualverhandlung.

Ich denke auch, dass es in den höheren Entgeltgruppen viele gute Verhandler gibt, die ein deutliches Plus zum Kollektiv aushandeln würden, aber auch einen guten Anteil an Menschen, die einfach nur Ihre Arbeit verrichten wollen und von Verhandlungen verschon bleiben wollen. Der Ansatz von Gewerkschaften und daraus abgeleitete Aufgabe ist es dort dann, eine Verteilgerechtigkeit zu erzielen.

Organisator

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2149 am: 09.09.2020 16:35 »
Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil es komfortabler ist, sich Dritter zu bedienen, anstelle von eigener Arbeit.
Weiterhin ermöglicht ein Zusammenschluss Mehrerer eine bessere Verhandlungsposition.

Pakart

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2150 am: 09.09.2020 16:37 »
Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil es komfortabler ist, sich Dritter zu bedienen, anstelle von eigener Arbeit.
Weiterhin ermöglicht ein Zusammenschluss Mehrerer eine bessere Verhandlungsposition.

Komfort heißt dann aber auch, für den entsprechend geringeren Aufwand auch weniger Geld zu erhalten.

Spid

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« Antwort #2151 am: 09.09.2020 16:40 »
Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil es komfortabler ist, sich Dritter zu bedienen, anstelle von eigener Arbeit.
Weiterhin ermöglicht ein Zusammenschluss Mehrerer eine bessere Verhandlungsposition.

Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?

Warum bedürften sie überhaupt der Vertretung?

Weil viele davon ausgehen, dass eine Verhandlung im Kollektiv für die Mehrheit der Beschäftigten machtvoller erscheint als eine Individualverhandlung.

Ich denke auch, dass es in den höheren Entgeltgruppen viele gute Verhandler gibt, die ein deutliches Plus zum Kollektiv aushandeln würden, aber auch einen guten Anteil an Menschen, die einfach nur Ihre Arbeit verrichten wollen und von Verhandlungen verschon bleiben wollen. Der Ansatz von Gewerkschaften und daraus abgeleitete Aufgabe ist es dort dann, eine Verteilgerechtigkeit zu erzielen.
Das ist doch Gewerkschaftsfolklore. Welche „viele“ sollten das sein? Und warum sollten jene, die nicht unterdurchschnittlich sind, derlei annehmen? Und wer hätte Interesse an Verteilungs“gerechtigkeit“? Was wäre das überhaupt?

Schokobon

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2152 am: 09.09.2020 16:43 »
Angesichts einiger Führungskräfte, die man regelmäßig im öffentlichen Dienst querbeet durch alle Behörden und verteilt über alle Ebenen antrifft halte ich diesen "Verlust durch Komfort" für den Einzelnen für die erheblich erträglichere Variante im Vergleich zu einem ggfls. individuellen fiktiven Verhandlungsergebnis.


ITFrau

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2153 am: 09.09.2020 17:01 »
Nus mal so am Rande

2018 Beschäftige ohne Pflege, Sonstige und Azubis
E1-E8  ca. 1.333.000
E9a-E15 ca. 1.234.000
So ungleich sind die 2 Gruppen nicht, nur organisiert sind eindeutig die unteren Lohngruppen besser.
Bauernschläue?

Verdi hat doch da gedanklich ein Problem. Auf der einen Seite werden für die unteren Einkommen immer diese Sockelbeträge gefordert, weil ja 1% oder 2% von "wenig" nicht viel ist. Damit da unten auch spürbare Erhöhungen sind. Auf der anderen Seite wundert sich Verdi warum die höheren Einkommensgruppen nicht vertreten sind. Ich sag mal so 1% ist in den höheren Gruppen schon viel.... Kurzum bei den Tarifverhandlungen wird für ordentlich Lohnplus bei den kleinen Einkommengruppen gesort und bei den Mitgliedbeiträgen werden die oberen Einkommensgruppen "geschröpft".

Thiesi

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« Antwort #2154 am: 09.09.2020 19:15 »
Verdi hat doch da gedanklich ein Problem. Auf der einen Seite werden für die unteren Einkommen immer diese Sockelbeträge gefordert, weil ja 1% oder 2% von "wenig" nicht viel ist. Damit da unten auch spürbare Erhöhungen sind. Auf der anderen Seite wundert sich Verdi warum die höheren Einkommensgruppen nicht vertreten sind. Ich sag mal so 1% ist in den höheren Gruppen schon viel.... Kurzum bei den Tarifverhandlungen wird für ordentlich Lohnplus bei den kleinen Einkommengruppen gesort und bei den Mitgliedbeiträgen werden die oberen Einkommensgruppen "geschröpft".

"Viel" ist ein Prozent des Einkommens sicher nicht. Ganz im Gegenteil: Ein Prozent ist sehr wenig. Aber zumindest ich kann von einem Prozent meines Einkommens zwei- bis dreimal gut essen gehen, was subjektiv eine bessere Investition darstellt, als eine Organisation dafür zu bezahlen, eine Kürzung meiner JSZ auszuhandeln. Das bekäme ich nämlich - im Gegensatz zur Zubereitung zweier bis dreier exzellenter Mahlzeiten - auch ganz alleine hin.
« Last Edit: 09.09.2020 19:23 von Thiesi »
"We're with you all the way, mostly"

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2155 am: 09.09.2020 19:26 »
Dabei hatte ich kurzzeitig gehofft das das Tarifeinheitsgesetzt Verdi den Todesstoß im öD verpasst. Es hätte ja nur eine andere Gewerkschaft mit besseren Forderungen dafür sorgen müssen das ihr mehr AN beitreten als Verdi sowieso nicht hat und schwupps hätte Verdi nicht an den Verhandlungstisch gedurft. Was für eine Welle der Gewerkschaflichen aktivität möglich gewesen wäre....

Warum gründen Sie keine Gewerkschaft und stellen bessere Forderungen als verdi auf ? Und schnell werden ja dann einige hunderttausend Mitglieder zusammen kommen, die verdi den Rücken gekehrt haben. Und schon sitzen Sie am Verhandlungstisch.

Spid

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« Antwort #2156 am: 09.09.2020 19:30 »
Oder man läßt die Gewerkschaften einfach denen, die ihrer bedürfen: den Unterdurchschnittlichen, die sie brauchen, um durchschnittliche Erhöhungen zu erhalten, und jene, denen Solidaritätsgeschwaller die Birne weich gemacht hat.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion
« Antwort #2157 am: 09.09.2020 19:35 »
"Viel" ist ein Prozent des Einkommens sicher nicht. Ganz im Gegenteil: Ein Prozent ist sehr wenig. Aber zumindest ich kann von einem Prozent meines Einkommens zwei- bis dreimal gut essen gehen, was subjektiv eine bessere Investition darstellt, als eine Organisation dafür zu bezahlen, eine Kürzung meiner JSZ auszuhandeln. Das bekäme ich nämlich - im Gegensatz zur Zubereitung zweier bis dreier exzellenter Mahlzeiten - auch ganz alleine hin.

Das haben Sie  doch auch ganz alleine hinbekommen, weil Sie "freier" AN sind und Ihren Arbeitsvertrag selbständig mit Ihrem AG aushandeln. Warum machen Sie dann die Gewerkschaften für Ihre schlechte Verhandlung verantwortlich ?

Spid

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« Antwort #2158 am: 09.09.2020 19:41 »
Wo hätte er das getan? Er hat lediglich den geringen Wert gewerkschaftlichen Handelns anschaulich dargestellt.

Warumdendas

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« Antwort #2159 am: 09.09.2020 19:59 »
Eben, wozu dann der Vergleich? Zu den Parteien gibt es greifbare Alternativen. Welche gibt es aktuell bei den Tarifverhandlungen für die "Überdurchschnittlichen" , wer vertritt die?
Der Marburger Bund 8)